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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 4 (1877) · p. Seite 285

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
4 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 285 (sequence 33)
Language
German
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L85 II. Aber nicht einseitig, wie unsere Zeit es erstrebt, bedachte die heilige Schrift die Frau nur mit Rechten, die ihrer Natur angemessen sind, nein, auch Pflichten sollte sie üben, nicht nur glücklich, sondern auch beglückend sein. ויביאה יצחק ״ האהלה שחח אבו...Und Jizchak brachte die Rebekka in das Zelt seiner Mutter." In sein Zelt führte er sie, wo fern vom Getöse des geschäftigen Lebens beseligender Friede weilet. Denn nicht wirken soll nach außen das Weib, ״wo alles'eilet und jaget und fliehet einander", wo so oft der Blüthenstaud alles Schönen und Edlen grausam abgestreift wird, sondern in des Hauses traulichem Kreise schaffe und wirke es, für sich und den Gatten, auf daß er sich freue der Stunden, da er nach sorgenreichem Mühen heimkehrt, wo Friede und Glückseligkeit ihm entgegenstrahlt. — Und ist denn das Gefühl eines solchen Schaffens ein weniger beseligendes, als in Lieb' und Freundlichkeit, wenn wir den! verlassenen Wanderer hilfreich entgegenkommen, ihn zu neuer Arbeit stärken und stählen? Ist es denn gar so eng da drinnen im Hause, wenn ein munterer Kreis von lieblichen Kindern die Mutter umspielt, mit deren Erziehung sie Natur und Staat betraut hat? Ist es nicht mehr als ehrenvoll, nicht hochbeglückend, wenn ihr in ihren Sprößlingen das Wohl und Wehe der Zukunft anv.ertraut worden? Ist es nicht für die Mutter, erhebend, mit jedem Tage znm Theil durch ihr Mühen knospen und blühn und reifen zu sehn die Geistesgaben ihrer Kinder? Ist uns denn zu eng das kleinste Gärtlein voll amnuthiger Blumen uno Blümchen, wenn wir sie gepflanzt, wir sie herangezogen haben. — Und seit uralter Zeit war es der Stolz der jüdischen Frau nicht in eitlem Putz und Tand außer dem Hause^ sondern in ihrem Gatten, in ihren Kindern Schmuck und Zierdezu finden. Als einst — es ist zwar schon lange her — die Gattin׳, des berühmten jüdischen Philosophen Philo, von ihren Freun-- dinnen gefragt wurde, warum sie trotz ihres großen Reichthums keinen Schmuck trage, antworte sie treffend: ״Die Tugend des׳. Rahm er, Israelitisches Predigt-Magazin. HI. Jhrg. 4. Heft. 20

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