Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 3 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Brust als inbrünstige Gebete gesendet haben? Und der billige Rath: sich in das Unabänderliche zu schicken, und der triviale: die Klagen erwecken die Todten nicht, es trifft uns Alle dieses Loos, diesen Weg, den wandeln wir Alle, — und der gefühllose: aus dem vollen Becher der Lust, Zerstreuung und Vergessenheit zu trinken, all deßgleichen, das mit gemeiner Hand in's Heiligthum unseres edlen Schmerzes greift, läßt 1ms kalt bis in's Herz hinan, und ist weit entfernt uns zu erheben. Da lob ich mir des Temaniten Spruch: ״Genügen uns nicht Gottes Tröstungen, die Ahnung nicht, die Er in uns gelegt?" (Hiob 15, 11.) Nur die Tanchumoth El, die aus dem Borne des Gottes-Glaubens geschöpften Wahrheiten, nur die sind im Stande uns innig, theilnahmsvoll und wahr zu trösten, Keisch ascher irmno thenachamenna. — ״Mein Freund ging hinab in den Garten, zu den Balsambeeten, um Lilien und Rosen zu sammeln" — gerade die ausgezeichnetsten, an Gemüth fast engelreinen Wesen, die durch Gestalt und Gehalt Verwunderung und Entzücken verbreiten, werden, kaum daß die Morgenröthe sie beschienen, abgerufen, auf daß sie der gefährliche Sonnenstich nicht treffe, die Gluth der Sünde nicht verdorre, das Gemeine sie nicht entweihe, die Verirrungen dieses Lebens sie nicht umnachten; — sehekiwan schehachammah sorachath al hatheenim henmathlioth. In einer besseren Welt sollen die hohen Anlagen zu allem Guten und Schönen ungetrübt ihrer Entwickelung, ihrer Vollendung reisen. Stückwerk ist und bleibt all unser Können und Wissen, all unsere geistige Errungenschaft hienieden, es muß eine Fortentwickelung zu günstigeren und befriedigenderen Resultaten führen, jenseits; — der Finger Gottes zeigt uns gerade da, wo der Lebensfaden kaum beim Beginn oder in Mitten der irdischen Wallfahrt abgeschnitten wird, hinüber in ein anderes Reich. Als David sein geliebtes Kind, um dessen Erhaltung er von der Stunde seiner Erkrankung an fastete und weinte, verlor, da tröstete er sich und seine Getreuen mit dem Worte: ״Ich \