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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 2 (1877) · p. Seite 160

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
2 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 160 (sequence 72)
Language
German
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160 lichkeit, in der schnellen Auffaffungskraft derselben. Denn es darf nicht vergessen werden, daß dieser ״ אל עזריGott der Allmächtige", sowie auch der Name dieses ewigen, einzigen Gottes auch vor dem Sinai der Welt kein Geheimniß war. — Nur sagte man in Egypten ‘״ לא ידעתי את דdiesen ewigen Gott begreife ich nicht, verstehe ich nicht, kenne ich nicht" — und so mag man auch anderswo gesagt haben. Israel aber hatte ihn, vermöge seiner schnellen Auffassungskraft, sofort begriffen, verstanden, .erkannt. — Es zeigte sich hierin die Geistesstärke Israels. Nun mag derjenige, der die Offenbarung leugnet, doch das eingestehen, daß diese Gedanken und Gesetze, die man auch früher mehr oder weniger kannte, jetzt am Sinai, um in der Sprache unserer Zeit zureden, dem versammelten Volke zur Annahme vorgelegt wurde, daß man diese und andere Gesetze dem Volke nicht gewaltsam äufbürden wollte, sondern es um seinen Willen befragte: Wollt ihr, oder wollt Ihr nicht? Das Volk antwortete mit Ja! ״ נעשה ונשמעWir wollen thun, was uns geboten, hören, was uns gekündet wird." Die Stärke des Volkes bestand darin, daß es diese tiefen, ernsten, weittragenden Gedanken ihrem allgemeinen Umfange nach begriff. Und wenn wir mit dieser Auffassung auch wenig für die Offenbarung wie sie die Bibel uns lehrt, und wir sie auch glauben sollen, bewiesen, so mögen die Zweifler und Leugner wenigstens das hieraus ersehen, daß dieses kleine Israel durch die so frühe Annahme des Gottesgedanken und der Gottesgesetze für das sittliche Leben der Menschheit und für ihre geistige Entwickelung mehr geleistet hat, als irgend ein Volk, von dem die Geschichte noch so glänzende Thaten erzählt. Wenn man die Thatsache, daß Israel zuerst einen Gott, der bloß Geist ist, anerkannte, zuerst eine Religion hatte, sich nicht durch die Offenbarung, sondern auf natürlichem Wege erklären will, so muß man den kühnen Geistesflug dieses Volkes um so mehr bewundern, daß es in jenen ftnstern, grausen Zeiten, ohne irgend welche Erziehung, ohne irgend welche Vorbild,mg, sich zu dieser Gedankenhöhe emporschwingen, daß es den Adlerflug nehmen und durch

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