Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 2 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616701-9617072-9616818--0870-9616840- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
110 seine Mittel freier zu bewegen vermag Wie schon der Talmud sagt ״ עניות מעביר את האדם מדעת קרנרNoch, Armuth und Druck entfernen oft den Menschen von Gott" und vom Wege der Tugend Befreit man ihn aber aus den Banden und Fesseln der Noth und des Druckes, dann wird er bald zum Bewußtsein seiner Würde als Mensch erwachen, und die Versuchung zu unehrlichen Handlungen wird schwach und hinfällig werden gegen das erstarkte Gefühl der Sittlichkeit und Menschenwürde in ihm. Das ist es auch, was wir an beiden Peßachnächten in der Hagada sagen: אלו הוציאנו ״ ממצרים ולא נתן לנו את התורהWenn uns Gott nur die Freiheit allein und nicht auch die heilige Lehre gegeben hätte" ״ דיינוhätten wir auch schon Erweckung, Antrieb und Anspornung genug zu unserer sittlichen Verbesserung und Veredelung", weil das Nichtbedrücktsein allein schon alle die guten Geister des Ehrgefühls, der Menschenwürde und des Tugendsinnes in sich birgt. Wie aber durch die zahlreichen Vorschriften, die unser ״Freiheilsfest" (זמן הירותנו) ganz besonders anszeichnen, die schönsten Tugendlehren: Menschenliebe, Wohlthätigkeit, Demuth und Enthaltsamkeit zum Ausdruck kommen sollen, das, m. L., wollen wir in unseren Betrachtungen am bevorstehenden Passahfest des Näheren darlegen. Wolle btr Herr dieses Fest uns in Wohlsein erreichen lassen! Amen. V. Israel, der Zeuge Gottes. predigt für den ersten Hag des Keßachfestes. Vom Herausgeber. Wir stehen heute, m. a. Z., mit unserer Festtagserinnerung und mit dem.lebendigsten Interesse unserer Seele vor