Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Denkmals, uns seinen Namen in Erinnerung zu bringen, Jsrael hat nie das kalte Erz zum Ausdruck seiner Verehrung gewählt, es liebt seine großen Männer zu sehr, als daß es sie in Erz aus sich herauszusetzen und nicht vielmehr im Geist mit ihnen eins zu werden trachtete. Hat der Heimgegangene Meister sich durch seine literarische Thätigkeit einen unsterblichen Namen erworben, wird er zum Forscher noch in komwenden Tagendurch seine epochemachenden Schriften reden, uns offenbart er sich in aller Zukunft durch unser eigenes Herz. Von dem Grunde unseres Denkens, von dem Grunde unserer lautersten Gefühle hebt sich leuchtend der Name Zacharias Frankel ab. Wie er uns im Leben angehörte, gehören wir ihm nach den: Tode an. Wohlan denn, m. Freunde! Laßt uns auch das geistige Erbe des Meisters treu bewahren, laßt uns in den von ihm, vorgezeichneten Bahnen weiter forschen, auf daß, was er so herrlich zu schaffen begonnen, durch uns gefördert werde. Laßt uns die Schätze, die er aus tiefem Schacht der Wissenschaft heraufgeholt, durch unfern erklärenden Mund zum Gemeingut unseres Volkes machen. Laßt uns, ein Jeder nach Kräften, seine gelehrten Forschungen weiter führen. Wo er einen Grundstein gelegt, laßt uns Stein zum Steine fügen, auf daß wir ein weithin sichtbares, in das Land der Wahrheit und des Rechts tiefer hineinführendes Weg- Zeichen errichten. Hat er uns neue Gebiete der jüdischen Wissenschaft angebaut, die sich im Leben schon bei der Neugestaltung unserer Rechtsverhältnisse so segensreich geltend gemacht, so ist es an uns, sie fernerhin sorgfältig zu pflegen, den Baum nicht eingehen zu lassen, der noch in Zukunft köstliche Früchte zu tragen verspricht. Laßt uns aber auch praktisch im Geiste Frankels wirken. דרך המלך נלך לא נמה ימין ושמאל Die Richtung, die uns der Meister gezeigt, sie wollen wir nehmen, nicht weichen davon nach rechts, nach links. Versöhnung zwischen dem Herkommen und dem sich wandelnden Leben, Veredlung des Glaubens, Verjüngung des Judenthums im Herzen seiner -Betenner, das sind die Ziele, die wir nach des Meisters Vorbild