Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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73 in's Leben getreten, seiner Umsicht verdankt sie ihre bewunderungswürdige Organisation. Die Vorsehung hat es in Frankel's Leben an außerordentlichen Gelegenheiten nicht fehlen lassen, durch die er sür den hohen und wichtigen Berus vorbereitet wurde, seinem Volke seine geistlichen Führer zu erziehen. Und wie hat Frankel unter seinen Jüngern gewirkt? Wie war sein Verhältniß zu den um die Wissenschaft, um uns selbst so hoch verdienten Männern, die ihm zur Seite gestanden? ׳ Nun, wer je Gelegenheit gehabt, ihren Verkehr Zu beobachten, wird die Ueberzeugung gewonnen haben, daß zwischen ihnen ein herzliches Einvernehmen bestand, das auf gegenseitiger- Hochachtung beruhte. Wo aber finde ich Worte, das zu sagen, was der Meister uns, seinen Jüngern, war? Es mag gelingen, seine literarischer: Leistungen, seine praktische Wirksamkeit erschöpfend darzustellen, doch wie er mit uns gelebt, wie. er uns mit dem Bande der Liebe umschlungen, wir empfinden es in tiefster Seele nach, doch es auszusprechen, scheint uns die Sprache zu arm. Es ist ja nur ein schwacher Ausdruck dessen, was wir fühlen, wenn wir von ihm sagen: Er war uns ein väterlicher Freund, ein treuer Führer unserer Jugend, ein umsichtiger Berather auf unserem Bildungsgänge, Beistand und Trost in Kummer und Leid, unerschöpflich an Beweisen der Liebe und Hingebung. Aus den Jünger übertrug er all' die Aufmerksamkeit, die der Vater dem Sohne schenkt ״ יכובבנהו יכוננהו ינצרנהו. כאישון עינוer war ihm überall zur Seite, beachtete und hütete ihn wie seinen Augapfel." Doch nicht zufrieden, uns die Pfade der Wissenschaft geebnet zu haben, unser Freund und Rathgeber zu sein, fand er erst im Wohlthun, im Wohlthun aus eigenen Mitteln, in dem Bestreben, seine Jünger aus drückender Sorge zu einem freien Ausblick in das Reich des Geistes zu erheben, die volle Befriedigung seines Herzens. Ja, er war die Sonne unserer Jugend, leuchtend und erwärmend zugleich. Erwärmend, denn er trat uns mit dem Herzen nahe, und leuchtend, denn täglich verbreitete er in ebenso anregender, als belehrender und befruchtender Weise Licht über die dunkelsten Strecken der jüdi-