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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 68 (sequence 68)
Language
German
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68 allgemeiner Bildung, von Lebenserfahrung und Menschenkenntniß besitzt, das ihn zu einem Auftreten in der Oeffentlichkeit berechtigt, fühlt auch den Beruf und den Trieb in sich, durch unmittelbare Kundgebungen treibend und fördernd auf das öffentliche Leben einzuwirken, doch den Meisten gebricht es an Zeit und Gelegenheit zu eingehender Beschäftigung mit Fragen des öffentlichen Lebens, sie bringen es nicht zu dem, was man eine harmonische Durchdringung der allgemeinen und der Fachbildung, der Besonderheit des Berufslebens und einer öffentlichen Wirksamkeit nennen darf. Sie nehmen wohl Theil an öffentlichen Berathungen, vermögen aber nicht, ihnen das Gepräge ihres Geistes aufzudrücken. Sie stehen in der Bewegung, nicht auf der Höhe der Bewegung. Das ist es, was uns das Lebensbild eines Zacharias Frankel so eigenartig erscheinen läßt. Wir mögen nün die ihm von der Natur gesetzten Bedingungen seines Bildungsganges oder die Ausströmungen seines geistigen Lebens oder die Praxis seiner Berufsthätigkeit in Verbindung mit seinem politschen Wirken betrachten, es war ein durchaus harmonisch gestaltetes Dasein, würdig, das Vorbild unserer Zeit zu sein. Da ist Harmonie der Kräfte und Anlagen, Harmonie der gesammten Entwickelung, Harmonie des Denkens und des Fühlens, Harmonie in der Mannigfaltigkeit der Bestrebungen, Harmonie des Wollens und Könnens, Harmonie in der Vielseitigkeit des Wirkens und Schaffens. Wenn es schon im Allgemeinen das Geheimniß großer Geister ist, das scheinbar Getrennte in sich zu vereinigen, in F. sehen wir mehr als einen Gegensatz harmonisch ausgeglichen. Da steht das reichste Talent neben dem gediegensten Charakter, Verstandesschärfe neben Gemüths- Liefe, ungemeine Regsamkeit neben unerschütterlicher Beharrlichkeit, Thatkraft neben rastloser Gedankenarbeit. Führwahr! Wenn die Vorsehung von Zeit zu Zeit Menschen in's Dasein ruft, die die Idee des Menschenthums am reinsten unss vollkommensten zum Ausdruck bringen, in F. hat sie uns ein leuchtendes Beispiel vor Augen gestellt, wie die idealsten Anforderungen, die eine Zeit an ihre Söhne richtet, noch über-

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