Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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67 kein Zug ist verloren gegangen von dem, was der Himmel selbst darin eingegraben. אותיות פדרהות da und dort schweben uns in der Erinnerung die großen Charakterzüge des im Geiste uns immer noch gegenwärtigen Meisters vor; versenken wir uns in unser Inneres, und es steigt in uns das Bild des Lehrers heraus, wie wir es im Leben so gern geschaut, voll Bewunderung, voll Liebe. Versuchen wir die einzelnen Züge zu einem Gesammtbilde seines Wesens, seiner Wirksamkeit zu vereinigen, mit Hinblick auf das Prophetenwort: (Jes. 11, 2—6) ונחה עליו רוח ה' רוח חכמה ובינה רות עצה ״ וגבורה רוח דעת ויראת ה'Es ruhte auf ihm der Geist des Ewigen. Der Geist der Weisheit und Einsicht, der Geist des Rathes und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und der Furcht des Ewigen." Was nach des Propheten Anschauung das Ideal eines israelrtischen Herrschers ist, wir sehen es im Leben unseres Meisters wunderbar verwirklicht. Aufforderung genug, es immer wieder an unserm innern Blick vorüberziehen zu lassen. Möge es aber auch die Wirkung, die es auf unser Herz zu machen geeignet ist, nicht verfehlen, möge es uns für die Ziele, die ihm heilig waren, mit gleicher Begeisterung erfüllen! Amen. I. M. A. Abgeschlossen liegt das Leben des Meisters vor uns, es hat die Altersgrenze der Menschen kaum überschritten, und doch war es ein volles Dasein, ein Dasein, in dem die Gesammtkrast des Menschen zur Darstellung gebracht worden. In unfern Tagen ist die stille Thätigkeit des Gelehrten meist auch eine Scheidewand zwischen ihm und dem öffentlichen Leben, ein energisches Eingreifen in das frisch pulsirende Leben ist eben nicht jedem Gelehrten gegeben. Es fehlt wohl nicht an Interesse an dem öffentlichen Leben, denn die Meinung, die einst in Gelehrtenkreisen herrschend war, daß die Wiffenschast von ihrer Höhe in die Niederungen des Lebens nicht herabsteigen dürfe, diese Beschränktheit darf heute als überwunden angesehen werden. Wer nur ein so hohes Maß von