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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 60 (sequence 60)
Language
German
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60 da ist. Wozu aber einen Fall annelsmen, der nicht eintritt, wozu sich die Sonne wegdenken, nehmen wir einen Fall an, der ja eintritt, der bereits in unseren Tagen theilweise eingetreten. Betrachten wir die Jahreszeit, die sich uns jetzt imnler mehr und mehr nähert, ich meine den Winter, da geht eine verhältnißmäßig nur kleine Veränderung in Bezug auf die Sonne und ihre Wirksamkeit vor, die Strahlen der Sonne fallen etwas schräger und.unter einem kleineren Winkel auf die Halbkugel, der Stand der Sonne ist ein anderer am Himviel, als dies im Sommer der Fall ist, und siehe da, welche Veränderung, welche Umwälzung in allen unseren Lebensver- Hüllnissen! Das Licht und die Wärme wird immer spärlicher und spärlicher, wir tappen dann fünfzehn, sechzehn Stunden täglich im Finstern herum, und Wärme? Wenn wir uns nicht in warme Kleider hüllen, dann erstarren wir vor Frost und Kälte! So der Mensch! Und die Natur im Winter! Ueberall Erstarrung, überall Tod, wenn auch nur Scheintod, überall das weiße Leichentuch über die Erde gebreitet, das ganze Leben scheint aus der Natur geschwunden zu sein. Das ist die Bedeutung der Sonne für den Menschen, für die Thiere, für die ganze Natur!! Ja, aber könnte der Eine oder der Andere sagen, hat denn die Sonne, haben denn Licht und Wärme wirklich die große Bedeutung, die wir ihnen beimeffen! Können wir uns nicht selber Licht und Wärme schaffen! Haben wir nicht Licht- und Brennstoffe genug, durch die wir uns die Sonne ersetzen können! Nicht Oele und Gase genug, mit denen wir Zimmer und Straßen beleuchten, nicht Holz und anderes Heizmaterial genug, durch das wir die Kälte verscheuchen können! Wer also, m. F., spräche, den würden wir gewiß sofort für unzurechnungsfähig erklären. Welcher Vergleich zwischen dem spärlichen erkünstelten Licht in der Stube, aus den Straßen, mit dem Licht, das die Welt durchleuchtet, welcher Vergleich zwischen der Wärme, die der Mensch bereitet, mit der Wärme, die die Sonne über die ganze Natur ausstrahlt! Wie weit dringt denn das Licht, das der Mensch anzündet.

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