Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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was kann einem da der Todesengel anhabenü Damit wir, m. A., auch nach den Feiertagen nicht so thöricht und gottlos sprechen, damit wir uns Selbsterkenntniß und Bescheidenheit gegenüber Gott auch fernerhin bewahren, läßt uns der heutige Tag durch die genannten drei Dinge Selbsterkenntniß lehren und predigen. Die drei Dinge sind wie gesagt 1) die Sonne, vor deren Strahlengluth uns gestern noch die Sukkah geschützt, 2) der Regen, um den wir in der nächsten Stunde flehten, (גשם) 3) der Tod, dessen wir heute gedenken (Haskarah). Diese drei Dinge, m. A., predigen Selbsterkenntniß, Bescheidenheit, Demuth vor Gott so beredt und meisterhaft, so überzeugend und überführend, so laut und vernehmbar, daß unsere Lehrer mit vollem Rechte sagten: 1קלן הולך טפוף ״ העולם ועד סופרIhre Stimme dringt von einem Ende der Welt bis zum anderen." Lasset uns diese Stimme hören und vernehmen. II. Also das Moment, das uns Selbsterkenntniß predigt, ist die Sonne, das Symbol aller geistigen Erleuchtung, aller Wahrheit und Klarheit! Soll ich euch erst sagen, was die Sonne ist! Die Sonne ist der Centralkörper des Planetensystems, sie ist die Quelle des Lichts und der Wärme, sie ist das Alles belebende Prinzip in der Natur, im All. Das Erste, was Gott anr ersten Tage geschaffen, war das Licht, und das erste Segenswort, das wib als Israeliten täglich sprechen, lautet: ״Gelobet seist du Herr, König der Welt, der du geschaffen das Licht." Die Sonne ist gewissermaßen die Ernährerin und Erhalterin der Natur, Licht und Wärme beleben Alles, schaffen Alles, bewirken Alles, verbinden Alles, erhalten Alles. Denket euch die Sonne weg und Licht und Wärme ist dem Weltall genommmen, und Alles sinkt in das frühere Nichts zurück, und Tod und Erstarrung und Vernichtung ist das Loos alles dessen, was