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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 57 (sequence 57)
Language
German
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57 sagt die Thora, während der langen Reihe von ernsten und heiligen Tagen gedacht an alles Mögliche und hättet bald Euch selber vergesien; so blicket denn heute einmal auf Euch selber, prüfet Euch selber, eure Kraft und Stärke, eure Weisheit und Klugheit, euer Wissen und Können u. s. w. Selbsterkenntniß führt zur Bescheidenheit, und Bescheidenheit ist ja die Quelle aller Tugend und Heiligkeit. Und so wollen wir denn dem Rufe unseres Festes folgen, und diese ernste und weihevolle Stunde unserer Selbsterkenntniß weihen und widmen. Den Text für unsere Betrachtung bildet ein Wort unserer alten Lehrer, es lautet wie folgt: .שלשה דברים קולן הולך מסוף העולם ועד סופו והבריות ביניהן ואינן שומעין כלום חמה הגשמים והנפש בשעה שיוצאת מן הגוף (Schemoth Rabbah 5) ״Drei Dinge lassen eine Stimme ertönen, mächtig und gewaltig, so daß sie dringt von einem Ende der Welt bis zum andern. Die Menschen sind in nächster Nähe und hören — merkwürdiger Weise — diese Stimmen nicht. Die drei Dinge sind 1) die Sonne, 2) der Regen, 3) die Seele, wenn sie aus dem Körper zieht". Lasset uns diese räthselhaften Worte näher in's Auge fassen. I Wenn wir, m. A., zurückblicken auf die ernsten und weihevollen Tage, die wir hier mit einander verleb!, zurückdenken an die vielen und gewiß auch andächtigen Gebete, die wir hier zum gnadenreichen Vater emporgeschickt und uns fragen, was war der Inhalt unserer Gebete, welches waren die eigentlichen Güter, um die wir so warm und inbrünstig gebetet, dann müssen wir sagen, es waren vorzüglich und in erster Reihe drei Dinge, um die wir zu Gott gerufen, , erstens um Licht und Wahrheit, zweitens um Glück und Segen, drittens um Leben und Gesundheit — Rosch haschanah, am Tage wo Gott Alles in's Dasein, in's Leben gerufen, flehten wir זכרנו לחיים, daß Gott uns das Leben schenke, daß wir nicht vor der Zeit von dannen gehen müflen, daß wir nicht den Unserigen und die Unserigen nicht uns durch die rauhe Hand

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