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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 53

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 53 (sequence 53)
Language
German
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53 der Natur besonders gesegnet, mit allen Herrlichkeiten und Glücksgütern ausgestattet — und wieder andere Länder, die alles Schöne und Gute entbehren, und die Menschen in denselben nur kümmerlich ihr Leben fristen! Ist nicht in einem Lande der Boden gut und fruchtbar und im andern wieder unfruchtbar, unergiebig, so daß die Menschen nur unter den größten Mühen und Schwierigkeiten ihm das karge Stückchen Brod abringen! Ist der Himmel nicht hier ewig blau, ewig heiter und dort ewig umwölkt — ewig düster! Gibt es nicht Orte, Gegenden, die der Gesundheit förderlich und wieder andere, wo die bösartigsten Krankheiten herrschen! Wo ist denn die von jenen Weisen gepriesene Natur, die ihre Güter allen Menschen in gleicher Weise vertheilt — warum läßt sie nicht den Himmel überall blau,!die Erde überall fruchtbar, die Menschen überall gesund, die Völker überall glücklich sein! Warum läßt sie nicht alle Völker, Länder und Nationen von Segen und Ueberfluß überströmen, wenn sie es mit Allen so gut meint! Sehet auf das Thier-, auf das Pflanzen-Reich! Welche Verschiedenheit! 'Welche Mannigfaltigkeit! Sehet den mächtigen Löwen und den ohnnmchtigen Wurm! Die bis an den Himmel ragende Ceder, und den kaum sichtbaren Mop! Darf etwa der Wurm zum Löwen sagen, wie kommst du denn dazu der König der Thiere, so stark und mächtig zu sein, — während ich von dem Geringsten und Schwächlichsten mit Füßen getreten und zertreten werde! Hat doch die Natur ihre Gaben -und Güter allen Wesen zu gleichen Theilen verliehen! Darf der Kranke und Schwache zu dem Gesunden und von Kraft Strotzenden sagen, ja, wie kommt es denn, daß du gesund und rüstig dich deines Lebens freuest, und ich krank und siech dem sicheren Tode entgegeneile! Hat doch die Natur ihre Gaben allen Menschen zu gleichen Theilen verliehen. Welche Thorheit! Ebensowenig aber der Löwe am Wurm, der Gesunde am Kranken einen Raub begeht, begeht der Reiche am Armen, der mit Glücksgütern Gesegnete an dem Dürftigen und Hülflosen einen Raub, ״denn Gott ist Richter, er

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