Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Schlimmes mich treffen"! Dann schaue er hin nach dieser Erscheinung in der Natur — und sie wird seine vermessene Ansicht am Einleuchtendsten widerlegen. Was ist es denn, das den gleichsam in Todesschlaf gesunkenen Erdboden zu ueuen! fruchtbringenden Leben erweckt? Was anders, als eben der Regen, den Gott aus dem Gewölk entsendet, daß er das Erdreich durchfeuchte und durchlockere und für die Saat empfanglich mache. Wie nun aber, wenn es dem Herrn gefiele, den Himmel zu verschließen und das ganze Jahr hindurch keinen Wassertropfen herabträufeln zu lassen? Wie dann? Würden da wohl die feinsten noch so klug erdachten Menschenkünste im Stande sein, dem Boden Getreide und Früchte zu entlocken? Ist es da nicht augenscheinlich, daß Alles, was die Welt auszuweisen hat am Guten und Köstlichen, auf ihren himmlischen Schöpfer zurückgeführt werden muß? Uub was vom Ganzen gilt, von der ganzen Menschheit, muß das nicht auch gelten vom Einzelnen von einem jeden Menschen? Fürwahr, da umß wohl auch das blödeste Auge erkennen, daß הבלצריכין ״ לחסדdaß Alle, Alle der göttlichen Gnade bedürfen", Niemand ohneffie den Weg des Lebens wandeln könne. Wer sollte da noch so thöricht sein, auf seine Person allein zu bauen ״ והתברך בלבבו לאמר שלום יהי׳ ליund sich zu segnen in seinem Herzen sprechend, wohlergehn wird es mir" und zu glauben, daß ein solcher Segen, den er über sich selbst ausspricht, überflüssig mache jenen, welchen der Ewige spendet! Diese Erscheinung des Regens, m. A., wird aber auch in uns die freudige Hoffnung und Zuversicht Hervorrufen, daß der göttliche Segen, dessen wir Alle ohne Ausnahme bedürfen, uns auch wirklich zuftrömen wird. Wohl liegt es in ier Hand des Herrn, diese himmlische Gabe uns vorzuenthalten und dadurch maßloses Elend und unendlichen Jammer in die Welt zu bringen. Und doch — wenn es auch im Bereiche der Möglichkeit liegt, so liegt es doch nicht — soviel weiß ein- Jeder aus seiner bisherigen Erfahrung — im Bereiche der Wahrscheinlichkeit. Soweit unsere Beobachtungen sich erstrecken, strömt er uns wohl in einem Jahre mehr^ in einem anderen »