Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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33 c I. Zunächst also, m. A., wünschen wir uns jenen Segen, den nach der Ausführung der Weisen Gott selbst über Israel ausgesprochen. Darunter möchte ich verstanden wissen den Segen, der unmittelbar von Gott kommt, nicht erst durch Thora und Religion vermittelt wird, den auch derjenige genießt, der dessen Ursprung gar nicht weiß, den Ewigen gar nicht kennt, den Segen nämlich in der Natur und an unserem äußeren Leben, an Glücksgütern, Gesundheit und Lebenskraft. Und nach diesem unsere Sehnsucht zu richten, dazu ist das Schlußfest in hervorragendem Maaße angethan. Denn mit ihm geht zu Ende die Zeit, da der unmittelbare göttliche Segen sich uns in besonders reicher Fülle und Mannigfaltigkeit aller Arten offenbart, da ״sich die Triften bekleidet mit Heerden und die Thäler sich gehüllt in Getreide, Alles jubelte, Alles sang". Nun kommt statt des Sanges und Jubels Oede und Vereinsamung, des Bodens Säfte sind erstarrt, die Zweige verdorren und vertrocknen, was ist da natürlicher als der Wunsch, daß der Herr die tobte Masse durch seinen erwärmenden Hauch wieder beleben, auch die rauhe kalte Zeit durch die Sonne seiner Gnade erhellen möge, ein Wunsch, der durch unser heute zum Himmel emporgesendetes תפלת ״ הגשםGebet um deu Regen" zum lebendigen Ausdrucke gelangt. Und brauche ich es euch zu sagen, daß der Regen nur eine Verkörperung ist des Gottessegens überhaupt, den wir herabflehen auf uns und unserer Hände Werk? Was könnte auch dafür für ein besseres und bezeichnenderes Sinnbild gewählt werden! Es giebt eben Nichts, welches sowohl das Bedürfniß des göttlichen Segens wie die Hoffnung auf diesen mehr in unserer Brust erwecken könnte, wie grade er. Sollte vielleicht Jemand glauben, des göttlichen Beistandes entbehreil *zu können, sollte er seine Lebens- und Vernlögensverhältnisse ftir so gesichert und gefestigt ansehen, daß ״er in seinem Herzen spricht, ich kann ninlmer wanken, nie und nie kann etwas Ra hm er, Israelitisches Predigt-Mac!<nin III. Jahrg. 1. Hest. 3 t