Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 3 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 uns einzwängt, uns alles Schöne und Anmuthige verschlossen hat, denn er hat uns ja Alles gestattet bis auf Weniges und Vereinzeltes, das unter dem Uebrigen fast verschwindet — kann es uns entgehen, daß denn והנחש היה ערם die Schlange listig und verschlagen anschlägt den Ton der Ueberklugheit, der vermeintlichen Weisheit? ״Die Schlange sprach zum Weibe: Nein, ihr werdet nicht sterben; sondern Gott weiß, daß am Tage, da ihr davon genießet, da werden sich öffnen eure Augen und ihr werdet sein wie Gott, erkennend das Gute und das Böse׳!" Ist es merkmürdig, daß sich die verführerische Schlange bis zum heutigen Tage in ihrem Wesen noch nicht geändert hat? Flüstert sie uns nicht noch immerzu: Nein, ihr werdet nicht sterben vom Genüsse der verbotenen Frucht und werdet dadurch weder eurem Leibe noch eurer Seele Schaden erwachsen! Wie könnet ihr nur so thöricht, so beschränkten Geistes sein, zu glauben, daß ihr dadurch ein strafwürdiges Unrecht begeht? Nein, scheidet nicht zwischen Reinem und Unreinem, zwischen Erlaubtem und Unerlaubten: und dann erst — ונפקחו עיניםם, am Tage, da ihr davon genießet, dann erst wird sich zeigen, daß geöffnet sind eure Augen, dann werdet ihr sein die Einsichtigen und Erleuchtete::, והייתם כאלהים dann werdet ihr sein gleich Gott, den höchsten Grad der Weisheit euch erworben haben! Wenn aber anch diese Einflüsterungen nichts fruchten, so giebt es noch ein Drittes, welches au: häufigsten und leichtesten seine Wirkung erreicht. ״Das Weib sah, daß gut wäre der Baum zum Genüsse und eine Lust für die Augen und lieblich der Baum zu betrachten, da nahn: sie von der Frucht und aß." Können wir es leugnen, daß in den :::eisten Fällen unsere Sünden ganz denselben Ursachen enspringen? Das Verbotene duftet uns so schön zu, es strahlt uns im schönsten Glanze entgegen, der Anblick ist ein herrlicher, uns bezaubernder, da verlieren wir förmlich unsere Besinnung, da können wir nicht dämpfen die Gelüste unseres Herzens Imd strecken die Hand aus nach der Frucht. M. A.! Die heilige Schrift hat uns nicht den Namen des verbotenen Baumes an-