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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 Entbehrungen aufgelegt, die dazu angethan wären, die Freude am Dasein uns zu verkümmern. Auch ohne sie zu genießen, können wir unsere Lebensverhältnisse zu recht angenehmen und behaglichen gestalten. Sollte man demnach nicht meinen, daß der Mensch dem Verbotenen kaum Beachtung schenken, daß ihn gar nicht die Lust anwandeln würde, die Hand nach demselben auszustrecken! Wohl wäre es zu wünschen, daß dem so sei, — aber führt euch, m. A., nicht diese feierliche Stunde vor den Geist, daß die נחש קדמוני, daß jene Schlange 'der Urzeit, welche Adam und Eva verführt, auch heute noch sich erhebt, uns mit ihrem Netze zu umgarnen? Ihr kennt sie, diese Schlange — sie ist der יצר הרע, der böse Trieb, die böse Anwandlung unseres Herzens. Und die Sprache, die sie heute führt, sie ist gleichfalls dieselbe, die sie vor Jahrtausenden gesprochen! — אף ״ כי אמר אל׳ לא תאכלו מכל עצי הגןSie sprach damals zum Weibe: Hat denn wirklich Gott gesagt, daß ihr nicht essen sollt von allen Bäumen des Gartens?" Sie will dem Weibe einreden, daß nicht nur ein einziger Baum, sondern im Grunde alle Bäume dem Menschen durch Gott abgesperrt seien. Und solltet ihr nicht auch jetzt noch ganz ähnliche Worte gehört oder vielleicht gar selbst ausgesprochen haben? Wird's nicht zum Ueberdrusse wiederholt, daß gar zu zahlreich sein die Gebote, die uns der Herr auferlegt, gar zu schwer, sie alle zu beobachten? Das Gesetz — so heißt es oft — ist ein Joch, das tief in das Fleisch einschneidet, Mark und Bein zusammenpreßt, es ist eine beengende Fessel, die uns hindert am freien Gang, uns hemmet in unseren Bewegungen, uns die Freiheit und die Lebenssreudigkeit raubt? Und wenn diese versucherische Schlange nichts ausrichtet mit solcher Rede, wenn wir sie wirklich zum Schweigen bringen mit den Worten des Weibes: ״Von den Früchten des Gartens dürfen wir ja genießen, nur von der Frucht des einen Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat der Herr gesagt: Effet nicht davon und rührt ihn auch nicht an, daß ihr nicht sterbet" — es ist nicht wahr, daß das göttliche Gebot

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