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Israelitisches Predigt-Magazin · 1877-01-01 · 1 (1877) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
3 (1877)
Issue
1 (1877)
Date
1877-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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gegeben, und da stellen denn die Alten ihre eigenen Vermuthungen auf. Der Eine sagt: עץ שאכל ממנד אדם הראשון ״ ,גפן היהder Baum, dessen Frucht der erste Mensch gegessen, wäre ein Weinstock gewesen," der Andere ״ הטה הייdie Frucht des Weizens" wäre ihm untersagt worden. Nun, wenn auch die beiden Lehrer in ihren Ansichten abweichen, so haben sie doch dem Wesen nach beide das Richtige getroffen. Ist es nicht besonders oft der Wein, das Sinnbild der G e n u ß s u ch t, welcher den Menschen zur Sünde treibt? Es verfolgt unser Herz das Gelüste, uns in der Freude zu berauschen, und in! Taumel der Lust, da hören wir auf zu scheiden Erlaubtes von Unerlaubtem. Ist es nicht ebenso oft der Weizen, das Edelste der menschlichen Nahrungsmittel, welches uns zur Sünde führt? Die Sucht, recht viel Weizen- und Getreidekörner zu sammeln, mit recht vielen Vorräthen die Scheuern zu füllen, — 0, wie viele bringt sie dahin, ihre Mitmenschen zu hintergehen, zu übervortheilen, die natürlichsten Gottesgebote mit Füßen zu treten! Und wenn wir nun wenigstens, immer nur für unsere Person fehlten, wenn die Sünde immer nur bei uns bliebe und sich nicht weiter verbreitete! Aber nein: ותתן גם לאישה ״ עמד.Das Weib gab auch dem Manne von der verbotenen Frucht, daß er aß." Ist es heute anders? Lernt nicht das Weib die Fehltritte, die der Mann begeht, ihm ab, und der Mann von ihr die Fehltritte, deren sie sich schuldig macht! Und die Sünden Beider, des Mannes und des Weibes, gehen sie nicht wie ein Erbe über auf ihre Kinder, auf ihre ganze Umgebung? Giebt es nicht mehr solche, welche durch schlechtes Beispiel verderben, als solche, die aus eigener Eingebung sich vergangen? Hat nicht die verderbliche Strömung, die von Wenigen ausgegangen, Unzählige, ganze Geschlechter weiter fortgerissen? — Ja, alle diese Wahrnehmungen, m. Fr., sie treten jetzt vor uns in frischer Lebendigkeit, und wer fühlte sich nicht in diesem feierlichen Augenblicke tief gebeugt im Bewußtsein, die eine oder die andere der bezeichneten Sünden N a h m e r , Israelitisches Predigt-Mannin III. Jahrg. 1. Heft. 2

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