Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2298 (13.12.1968)
- Date
- 1968-12-13
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 13 de Diciembre d- 1968 SEMANA ISRAELITA A »e XXIX. — N* 2298 Ein '"’ Verlust Die Biun en, die er zu seinem 6b CJeburtstag erhielt, Ware» kaum verwelkt, die sc .riftiiehen Glückwünsche lagen noch in der Schale »m Essziir mer in dem wir so viele hede' und interessante Stunden verbracht und »n dem wir Menschen aus S'- len Landern kennengelerm oder wiedergetroffen haben nun ist er von un, gegangen; Dr. Hardi Swarsensky, unser „Hardi“, unser Freund, unser Führer, Lehrer uni Berater schied am vergangenen Donnerstag aus ierr Leber so plötzlich und unerwartet, so sinnlos un ungerecht dass wir es »ich» glauben wollen und nicht verstehen können. Am gleichen Nachmittag überführten wir ihn in die Nuevr Con unidad Israelita, deren Präsioent er so viele Jahrs hindurch und deren Ebrenp ‘äsiden er bis zum letzter Tage war Präsident durch viel* Jahre des Neubeginnens und des Aufbaus n uen jüdischen Lebens in einem füi uns neuen Lande. Und es kamen Hunderte, um von Hardi Swarsensky Abschied zu nehmen. Eis kamen junge und alte Freunde, viel, noch von jenen, denen e in den Zeiten der Verfolgung und des Kriege.' durch seine Artikel Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 i? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaefi CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 in öei „Jüdischen Wochenschau“ Trost und Hoffnung a f ein bessere Zukunft für unser Volk gegeben hatte. Eis kämet die leitenden Persönlichkeiten des argentinischen Jischuw, der DAIA, der AM1A und der OSa denn er war schon seit langem nicht mehr der Repräsentant eines einzigen Sektors. Ei kamen die Mitglieder des Präsidiums des Kerer, Hajessod die während der ganzen Nacht die Ehrenwache an seinem Sarge ni- Iten. Es kamen die Mitglieder und Leiter unserer c :ntr?leur««päischen Organisationen. zum letzten Abschied unp un Dank abzusti;ti,en für all das, was er der Gemeinschaft gegeben hat Und es kamen alle die, welch. die schrecklichen Verfolgungen unseres Volkes erlitten und überlebt haben, uni denen er geholfen hat durch seinen Rat und seine Tat dami’ sie wieder ein menschenwürdiges Dasein führen können. Und alle stellten dieselbe Frage; „Ist es denn möglich...?“ In de Mittagsstunden des darauffolgenden Freitags war der grosse Saal des Gemeindehauses überfüllt. Die jikPscht Tagespresse und die staatlichen Zeitungen und Radiostationen hatten die unfassbare Nachricht verbreitet. Es kamen die Menschen, die ihn gekannt hawei als Präsidenten des Keren Hajessod im vergangenen Kriegsjahr, als Präsidenten der THG, als Mitglied der Exekutive derDAIA und anderer grosser jüdischer Organisationen, denen er ratgebend und tatkräftig zu- Seite gestanden hat. Es sprachen der Gemeindepräsident Adolf Brück und im Namen aller Organisationen unseres Sp achkreises Manfred Ansbach, Präsident der ACIBA, wundervolle Worte des Abschieds und des Dankes. LMd niemand schämte sich, Tränet zu vergiessen, denn jeder hatte einen Freund verloren. Hunderte begleiteten Hardi Swarsensky auf seinem letzten Wege nach Tablada, w. eso oft Abschied genommen hatte von Freunden, denen er ein letztes liebes V ort sagte. Der Tempel könntdie Menschenmenge nicht fassen, und die Trauerfeier musste in der grossen Eingangshalle stattfinden. Dort umringten wir seine Witwe, unsere Eva, seine bereits aus dem Ausland eingetroffene Tochter Minam und ihren Mann, welcl er eist vor wenigen Wochen seinei Vater, den Botschafte Arie Eshel, verloren hatte, seine Geschwister und die anderen Familie »mitgiieder. — Unseren Schmerz biachten Rabbiner Hanr Hart und Mark Turk„w. Sekretär der lateinamerikanischer. Exekutive der Jüdischen Weltkongreßes mit tiefer Erschütterung zum Ausdruck. Der Bo.schafter Israels Don Mosche Aion ergriff das Wort, um im Namen seiner Regierung Abschied zu nehmen veinem Menschen, der „miteeholfen hat, dass aus einem Ti’aur Wirklichkeit urde‘‘ Ferner sprach der Vizepräsident des Keren hijessod, Isaac Mizrach, u*ir alle gaben in ihren W irtei den Gefühlen aller derei Ausoruck. die gekommjs waren, um Hardi Swarsensky das letzte Geleit zu geben. In der Ehrenreihe des Friedhofes. ganz nahe dem Monument für die sechs Millionen unserer ermordeten Brüder ruhen nun seine Geneine bis zu ihrer UeberfüVung nach Israel. Hardi Swarsensky ist nicht mehr unter uns! Aber wir sind ir unseren Gedanken bei ihm und werden es imme, sein Wir legen das Versprechen ab. sein Werk und seine Arbeit mit allen u-iSv-rei i räften weiterzufiihrei-, aber wir wissen, dass sein Tod eine Lücke hinrerlässt, di« niemals zu schüessen sein wird. Schaiom, Hardi Swarsensky! Cur- Hamburger JACOB LAPIDUS dipl. Mohel Viamonte 2037 4? ß T. E. 46-1716 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78.4784 PR0PIEDADES WEINSTEIN Ciudad de kx Paz 1960 T. E. 781-2174 781 -2377 erwartet Sie in seinem neuen Büro zu einer un verbindlichen Ausspra che, um Ihre Grundstück- und Wohnungsprobleme schnell und fachmännisch zu lösen. r"Eit;r-- -V.. Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73.8782 u. 73 6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde v Sonnabend: 14—16 Uhr Confitería NIZA Servicios 'de lunch de categoría [ SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0286 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Beileid des Deutschen Botschafters Folgendes Schreiben liess der Botschafter der Republik Deutschland Frau Eva Swarsensky überbringen; Buenos Aires, den 6. Dezember 1968 LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltaa. Sehr verehrte gnädige Frau, es ist mir eine traurige Pflicht, Ihnen und Ihren Angehörigen zu dem plötzlichen Tode Ihres Gatten mein Beileid auszasyrechen. Ihr Gatte hatte in Argentinien in Israel, in der Bundesrepublik Deutschland und über die Grenzen dieser Länder hinaus einer. Namen. Die Botschaft kannte ihn vor a.lem als Herausgeber und geistig prägende Kraft cer „Jüdischer Wochenschau“, als Anwalt in Wiedergutmachungssacfcen und als Helfer sowie Berater in Fragen des Verhältnisses der Botschaft zur jüdischen Kolonie in Buenos Aires. Meine Regierung weiäs auch, dass wir Ihrem Gatten, der als Deutscher geboren wurde, und dessen Muttersprache die deutsche Sprache war, für die Klärurg der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel viel zu verdanken haben. In der Arbeit Ihres Gat*er als Schriftsteller und Journalist sehen wir — gerade auch wegen der Analyse und Kritik der jüngsten deutschen geschichtlichen Vergangenheit _ einen bedeutsamen Beitrag rier Besinnung und der geistigen Klärung. Er hat in selten anzutrefferder Weiss die Fähigkeit der geschichtlichen Schau und der Beziehung des Historischen auf die Gegeov art mit einer ausgezeichneten Feder verbunden Wir wissen, dass seine und auch unsere Tragik als Deutsche nichtjüdischen Glaubens die ist, dk Ihr Gatte in meisterhafter Weise in seiner Arbeit über Walther Rathenau am Beispiel dieses grossen deutschen Politikers umschrieben hat. Die Botschaft betrauert mit Ihnen den Verlust eines kritischen Freundes i>nt, eines Mahners zur Humanität, der uns unvergesslich bleiben wird. In aufrichtiger Anteilnahme Ihr sehi ergebener E. G. MOHR Director: Arnold« W. B. Swarsensky Pueyrredón 21%, 1* izq. T. E. 83-2613 Abono- Preise Argentinien: $ 1.200,— pro Jahr Ausl, t 1.800-— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar- Republik« 10 Dollar jährlich Hardi Swarsensky- WaM Kurz vor Redaktionsschlusswurde uns mitgeteilt, das-i sich ein Eh- •enconriiie für Dr. Hardi Swarsensky s. A. unter dem Vorsitz von Mark Turkow gebildet hat, um den bereits anlässlich des 60. Geburstages von Dr. Swarsensky gestifteten Wa'd auf 10-000 Bäume zu erweitern. Der Jishuw von Argentinien will auf diesem Wege dem Verewigten die An. erkennung für alle seine Verdienste zum Ausdruck bringe! Weitere Einzelneite“ werden noch bekannt gegeben. 25jaehrige Freundschaft Eine 25jährige Freundschafverband mich mit dt 'i seligen Hardi Swarsensky unu seiner Familie. Ich karnte nicht nur den Mann auf der Rednertribüne und auf dem Pult der Gottesdienste der Theodor Herzl Gesellschaft, sondern auch den Freunden wohlw'oilenden, lächelnden Causeur. den liebevollen Ehemann, den verstehenden Vater. Ich kannte ihn in den ersten Jahren der „Wochenschau“, als er von wirtscnaftliche •. Problemen nicht vers -hont wurde, aber auch damals hat er dieselbe feste Haltung gehabt, die ihn bis zuletzt gekennzeichnet hat. Er war nicht gedrückt in schwierigen Zeitte-, nicht überheblich, als der Wohlstand zu ihm kam. In den Jahren unserer Treundschaftraf ich in seinem Hau'» fast immer denselben Kreis, dann da ihm jedweder Snobismus vollkommen fremd war, zog er den Kontakt mit Menschen gle:cher I’ teressen vor und kümmerte sich nicht darum, ob sie „hochgestellt“ oder begütert waren. Und wenn e eiren Freundschaftsdienst brauchte, so war es nicht für ihn selbst, sondern um einem Emigranten zu helfen. Da er seinen eigener- Wer kannte, erschien er n anchen als unbescheiden und schroff. Wer ihn aber nähe, kannte, wusste, dass er sien leicht in die Lage anoerer zu versetzen wusste; er verstand nicht nur zu rec.en, sondern auch zuzuhörei- und die persönlichen Probleme seiner Mitmenschen zu erfassen. Hardi Swarsensky war zuerst und zuletzt ein Jude. Die Einheit des jüdischen Volkes war für ihn das Wichtigste. Desv egen hat er, obgleich er In der deutschen Kultur verwurzelt war, immer dafür gekämpft, dass zwischen „hiesigen“ und zentraleuropäischen Juden keinerle. Barrieren bestehen son.ichen Umgang gab es für ihn keine ,„leckes“ und „Ostjuden“ sondern nur Söhne desselben Volkes. AP le, d:e mi ihm verbunden - -aren, können es nicht fassen, dass dieser arbeitsbesessene, nie ruhende Mensch ni. .t melrsein soll. Wie sovielt in dieser Stadt .Oio in de ganzen Welt, sagen meine Frau und ich: Wir habet' einen grossen ireund verloren. Einen besseren finden wir nicht. Alfred« und Anita Korn I. SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorchester *u allen Ihren Festlichkeiten an. Geht auch in die Provinz MEDRANO 852, VL B T. E. 86-5036 INr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 Dr. L. KLEIN - Medico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN R0ENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag. Dienstag, Mittwoch tt Freitag von 16—19 Ob* Es wird gebeten, »ob rorfiei telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 1. E. 44-9493 u. 44-1542 Estudio Dr. Hardi Swarsensky PUEYRREDON 2190 Tel. 83-2613 Herr RECHTSANWALT CHODZIESNER atfendierl ab Montag, den 16. XII. von 15-18 Uhr in unserem Büro Wir bitten, telefonisch Stunde zu verlangen von 9—12 unter 83-2613 i i 1 19296361