Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2297 (6.12.1968)
- Date
- 1968-12-06
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9616177-9616615--5493-9616617- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 — Viernes, 6 de Diciembre de l%8 ë E M A N A ISRAELITA Ano XXIX — N? 2297 Tiefgehende Umwaelzungen (Schluss von Seite 1) »er Revision unterzogen werden, wem dieser Prozess fortschreitet. Hier handelt es sich um eine langsame Umgestaltung der Fronten, die wir mit grosser Aufmerksamkeit. aber auch mit viel Geduld beobachte« miissen. Eines wenigstens hat uns die Entwicklung der letzten Jahre mit aller Deutlichkeit gezeigt und gelehrt: Endgültige Erkenntnisse und Entscheidungen gibt es nicht, endgültige politische Kräfte waren nirgends am Werk und werden es niemals sein, /lies Menschliche und jede menschliche Macht ist dem Untergang geweiht früher oder später, jedoch immer. Zu den ältesten Mächten, die durch viele Jahrhunderte bis am unsere Zeit wirken. gehört die Katholische Kirche, die dank ihrer straffen und hierarchischen Organisator ihren Einfluss bewahrt hat. Eine Macht, die aus geistigen und geistlichen Elementen ebenso wie aus weltlicher. Machtfaktoren zusammengesetzt ist, bat es die Kirche mit wechselndem Erfolg verstanden sich in die Probleme der jeweiligen Gegenwart einzuschalten. Je zeitnäher und volkstümlicher ein Papst wai. desto grösser wurde auch sein Einfluss auf die Massen und die Gestaltung der allgemeinen weltpohtischer. Verhältnisse. Das hat das Beispiel des Papstes Johannes XXIII. bewiesen, der die Kirche gegenwartsnah machte und ihr durch Einschaltung in die Zeitströmungen auch ei- Dr. FREY ABOBADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80^930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES WEINSTEIN ne politische Aktualität verlieh. Heute befindet sich die Kirche in einem schweren Kampf um die Erhaltung ihrer Einheit und die Vermeidung eines neue« Schisma (Kirchenspaltung), eine Gefahr, die auf verschiedene Faktoren des kirchlichen ü»d des internationalen Lebens zurückzuführen ist. Da sich das Judentum trotz mancher, meist missglückter Annäherungs- und Angleichungsversuche von kirchlicher Seite in einem sich über beinahe zweitausend Jahre erstreckenden Abwehrkamp; gegen die Kirche befindet, — und übrigens auch heute noch befindet —, was der Klarheit halber ausgesprochen werden mus-, ist es angebracht, dass wir nicht kritisch Stellung nehmen sondern nur berichten, zumal eine kritische Position nicht in einem Zeitungsartikel, sondern in einer gründlichen Analyse gegeben werden müsste. Bei der Betrachtung kirchlicher Stellungnahmen, die in den letzten Jahren während und nach dem II. Vatikanischen Konzi eine Rolle gespielt haben, war auch das jüdische P oblem wiederholt Gegenstand kirchlicher Diskussionen. Es dürfte verständlich sein, dass wir Juden uns fü diese Frage und ihre Debatte interessieren, aber wir sollten dennoch nich-. vergessen, dass es sich im Rahmen der grossen kirchlichen Auseinandersetzungen nur um eine Diskussion am Rande handelt, die für die Kirche von zweitrangiger Bedeutung ist. Zu einem echten Gespräch zwischen Katholiken und Juden ist es bisher nicht gekommen, wenn man von gelegentlichen Begegnungen zwischen katholischen Geistlichen und Rabbinern absieht, 1 t-gegnungen, die interessant waren im Grunde jedoci nur mit einer erschreckenden Klarheit ge- I. SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsarchester zu allen Ihren Festlichkeiten an. Geht auch in die Provinz MEDRANO 852. VL B T. E 86-5036 Ihr Fr ¡stur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 zeigt haben, wie weit entfernt die Standpunkte noch immer sind. Wir werden uns hier nicht auf die Vorfrage einlassen, ob die Gesprächspaitner von ihren entsprechenden Instanzen autorisier waren oder nicht, denn wir meinen, dass die Vorbereitung eines Friedens immer eir gutes Werk ist, selbst dann wenn die Autorisation nicht vorhanden war. Aber hier geht es weder um Autorisation noch um „Friedens - Gespräche“, da leider auch heute alle Voraussetzungen hierfür fehlen. Denn noch immer betrachtet die Kirche die Eingliederung des jüdischen Volkes in das Volk Christi als ihre Aufgabe, was mit anderen Worten bedeutet, dass die Juden zum Christentum überzutreten haben. Dieser Hinweis allein genügt um die Problematik diese , sicherlich gutgemeinten Einzelgespräche zu kennzeichnen, die von einzelnen katholischen Geistlichen, nicht aber von der Kirche geführt werden. Ue'ber jüdische Probleme wurde in der Kirche und mit der Kirche zu allen Jahrhunderten diskutiert. Auch die Behauptung der „jüdischer Blutschuld“ am Tode Christi und die Frage, ob die Juden auch jetzt noch hierfür verantwortlich zu mache.r sind, hat zu verschiedenen Zeiten eine verschiedene Antwort gefunden, sogar eine freundlichere als die de letzten Konzils. Aber zu keinem Zeitpunkt hat die Erörterung dieser Frage zu einer Erschütterung der innerkirchlichen Position geführt. Es gibt jedoch andere Probleme, die heute an den Grundfesten der Kirche rütteln und die zu beobachten unsere Aufgabe ist. Wir sehen uns einem Phänomen gegenüber, das man vielleicht als eine Rebellion gegen den Papst bezeichnen kann. Der katholische Schriftsteller Walter Dirks, dem man wegen seiner Leistungen für die Kirche jüngst den Ehrendoktor für Theologie verliehen hat, publizierte im September dieses Jahres einen Artikel unter dem Titel ,,Der Papst gegen die Kirche“, in dem sich der / utor mit einer ungewohnten Schärfe gegen den Papst Paul VI. wandte, der in seinem Sendschrei- JAC0B LAPIDUS dipl. Möbel Viamonte 2037 4° ß T. E. 46-1716 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 Noch eine Synagoge weniger Washington. — Die Hauptsynagoge von Odessa geriet in Brand und wurde am 26. November bis auf die Grundmauern von den Flammen zerstört. Ein offizieller Bericht der sowjetischen Nachrichten-Agentur Novosti schreibt das Feuer einem Kurzschluss zu, der in den Kabeln des Ofens entstanden sei. in dem Mazzot gebacken werden. (ITA) ben „Humanae vitae“ die Einheit des katholischen Volkes gefäbroe Diese Enzyklika beschäftigt sich bekanntlich mit der Ehe und untersagt die Anwendung von Schwangerschaftsunterbreehungs- und Verhütungsmitteln. I.i diesem Zusammenhang schreibt Dirks: „Der Papst spricht von der Liebe wie der Blinde von der Farbe“. Die We't steht der Gefahr einer Uebervölkerung gegenüber. Eines der wirksamsten Mittel, um die weitere Verelendung der Massen und den ständig wachsenden Hunger zu bekämpfen, ist die Geburtenregelung. gegen die sich der Papst mit aller Entschiedenheit ausgesprochen hat. Wirklichkeitsfremd bezeichnten weit! katholische Kreise diese Entscheidung, die der drohenden „Bevölkerungsexplosion“ Vorschub leistet. Die Episkopate verschiedener Länder haben die Wirkung der Enzyklika „Humanaf vitae“ dadurch abzuschwächen versucht, dass man sie nicht als verbindlich bezeichnete, da es sich nicht um ein Dogma handele, bei dessen Verkündung der Papst seine Unfehlbarkeit in Anspruch nehmen dürfe, wenn er „ex cathedra“ predigt. — Ausserhalb der kirchlichen Diskussion über das Thema der Geburtenregelung meldeten sich einige Länder die unterentwickelten Staaten „Entwicklungshilfe“ leisten und erklärten, mit diese Hilfeleistung nur fortzufahren, wenn eine Geburtenkontrolle ausgeübt werden würde..., was hier nur nebenbei bemerkt sei.- Wie tief der kirchliche Konflikt geht, kann man aus T'eldungen ersehen, dass an die Ernennung eines Vizepapstes gedacht werde. Auen fehlen nicht Stimmen, die den Rücktritt des Pap- Dr. Bernardo SCHWANZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE Aus freiem Willen Jerusalem. — Fünf der 16 arabischen Gefangenen, die im Austausch für das Flugzeug befreit worden sind, welches mit Mannschaft und Passagieren im vergangenen Juli nach Algerien entführt wurde, haben es vorgezogen, in den von Israel besetzten Gebieten in Gaza und Nordsinai zu verbleiben. Die übrigen elf sind nach Aegypten, Transjordanien und Libanon entlassen worden. (JCNNS) stes Paul VI. vorschlagen, um die Einheit der Kirche aus diesei Krise in die Zukunft hinüberzuretten. Ein weiterer Vorschlag sieht die Ernennung einer Kommission vor, die aus hervorragenden Theologen bestehen solle uni der die Aufgabe zufalten würde, die tiefen Risse in der Katholischen Kirche zu schliessen, die durch den Streit über verschiedene Glaubensfragen aufgerissen worden sind. — Aus diesen wenigen Tatsacnen, die hier aufgezählt wurden, ergibt sieh bereits ein Bild der Schwierigkeiten und Probleme, mit denen sich heute die Kirche auseinanderzusetzen hat. Von den grossen Umwälzungsprozessen in die sich unsere Zeit verstrickt sieht, ist keine weltliche Macht LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltoa. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190. 1» lzq T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800 — jänrl. Luftpost-Abono f. d N a ehba r- Republiken 10 Dollar jährlich und keine geistige Potenz unberührt geblieben. Die sich bereits andeutenden Veränderungen gehen in die Tiefe. Vielleicht werden wir wieder einmal Zeugen für das Herannahen einer neuen Zeit sein, so wie es der Dichter der Freiheit mit seinen Worten verkündete, die er deralten Attinghausen in den Mund legte: „Das Alte stürzt es ändert sich die Zeit, Und neues Leben blüht aus den Ruinen“.—. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I .Blumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E URIBURU 285 41-2331 — 2240 49-5855 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73.8782 u. 73 6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9288 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 NEUES TELEFON: 78-4784 T’t'T PP VORANMELDUNG Dr. PEDRO ALFREDO K0L0DZINSKI Zahnarzt Ciudad de la Paz 1960 T. E. 781 - 2174 781 - 2377 erwartet Sie in seinem neuen Büro zu einer un verbindlichen Ausspra che, um Ihre Grundstück- und Wohnungsprobleme schnell und fachmännisch zu lösen. JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel Käppchen ■ Mazzot-Taschen Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 T. E. 73-9155 (fr. Bebedero) Montag, Mittwoch, Freitag. - San Juan 30 - V. Ballester - T. E. 758-1523 Dienstag, Donnerstag, Sonnabend. - Peña 2585. 1. B T. E. 83-3437 - Höhe Pueyrredón 1800 (Cap.) Confitería NIZA BERNARDO STERN Servicios ds lunch de categoría Ausführung saemtlicber Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROEXTGENSTR AHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOP AEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE | 76.0286 73-1049 MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 SPRECHSTUNDEN Montag Dienstag, Mittwoch a Freitag ron l»—19 Ota B» wird gebeten, Heb vorbei telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542