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Jüdische Wochenschau · 1968-12-06 · 2297 (6.12.1968) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2297 (6.12.1968)
Date
1968-12-06
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE (IHM) PUEYRREDON 2190 — 19 izq. JfoJemxuuiD&uisslUa T. E. 83 - 2613 Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 6 OE DICIEMBRE DE 1968 N* 2297 Tiefgehende Umwaelzungen Die Zeitungen melden Tag für Tag Unruhen, Demonatrationen und Krawalle der Jugend, meist der Studenten. Vielleicht gibt es nicht ein Land, das von solchen Erschütterungen verschont wird. Auf den amerikanischen Kontinenten, im alten Europa, in Asien und Afrika, kurz gesagt überall hört man über die rebellierende Jugend, die ihre Unzufriedenheit mit den bestehenden Zustanden durch laute Gewaltakte zum Ausdruck bringt und die sich auf manchesmal eigenartige, garniclit' sehr jugendliche Weise Gehör verschafft. Interessant ist an dieser zu beobachtenden Bewegung, dass sie sich keineswegs auf Länder beschränkt, die freiheitlich regiert werden, sondern gle.'chermassen in Staaten auftritt, die diktatorial verwaltet und geführt werden, also — um nur einige Beispiele zu nennen — in Spanien und den arabischen Ländern, vor allem -in Aegypten. Aber auch an der ost-westlichen Demarkationslinie ha* diese Bewegung nicht Halt gemacht. In einigen östlichen Ländern haben die Studenten rebelliert, was die Reaktion der Regierungen herausforderte, die nach alten antisemitischen Rezepten die Juden für die Aufhetzung der kommunistischen Jugend verantwortlic; gemacht haben. Aber auch die Regierungen in den kommunistischen Satellitenländern konnten an den Tatsachen nichts ändern: die Jugend rebellierte, verlangte grössere Freiheiten und Liberalisierung der herrschenden Zustände. Man hat die Frage aufgeworfen, aus welchen Gründen die israelische studierende Jugend an diesen Vorgängen nur geringen Anteil nehmen würde. Berufene Experten, Universitätslehrer und israelische Soziologen haben zu dieser auffallenden Erscheinung Stellung genommen und übereinstimmend eine überzeugende, garnicht komplizierte Begründung gegeben; die Verbundenheit der studierenden Jugend Israels mit dem Staat, seinen Sorgen und Notwendigkeiten ist so gross, dass es zu einem Konflikt zwischen von JEHUDA GOTTHEIMER Staat unv Jugend oder zwischen der Gesellschaft und der hera1-v achsenden Generation nicht kommt. Während die Quelle der Unzufriedenheit der meisten Jugenden anderer Länder darin liegt, dass die Integration, dass der Einordnungsprozess der Jugend in das gesellschaftliche Leben und in die staatliche Verantwortung viele Wünsche offen lässt, existiert dieses Problem in Israel nicht, wo die Jugend an der Veranthachlassen und abklingen werden. Mar, wird sogar sagen können dass diejenigen Versuche zu einer Aenderung de_ konventionellen Jugendinstitutionen erfolgreicher sein werden, die ohne Lärm, aber zielbewusst unternommen werden. In diesem Zusammenhang sei auf das „Norwegische Versuchsgymnasium“ hingewiesen, mit dem ein völlig neuer Schultyp geschaffen werden soll — und mit einem erheblichen Erfolg bereits zen abgelöst die sich ihren Weg von der Theorie zur Praxis zu bahnen suchen. Aber selbst die klassischen kommunistischen Länder sind voi- Neuerungstendenzen nicht verschont, wie sie vor allen von Studenten und Arbeitern vorgetragen v'erden. Die tschechische Regierung musste zugeben, dass es antikommunistische Gruppen in der CSR gäbe, die nicht bedeutungslos seien. Und sie fügte hinzu, die Lage in anderen Ländern sei durchaus keine andere. Wenn auch durch die Inva- Gestern, am 5. Dezember, wurde mein über alles geliebter Mann, unser geliebter und treusorgencler Vater una Grossvater, unser lieber Bruder, Schwager, Schwiegervater, Cousin und Onkel Dr. Hardi Swarsensky r? kurz nach seinem 60. Geburtstage aus einem arbeitsvoUen, aufopfernden und pflichtbewussten Leben gerissen. In tiefer Trauer, im Namen aller Hinterbliebenen EVA SWARSENSKY geb. LABOSCHIN Die Beisetzung findet heute Freitag, den 6. Dezember, um 13 Uhr 30 vom Gemeindehaus der Nueva Comunidad Israelita, Arcos 2319, aus in Tablada statt. wortung für das Leben den Bestand, das Schicksal und die Zukunft in vollem Umfang teilnimmt, sodass sie nicht für gesellschaftliche Rechte zu kämpfen braucht, die sie ohnehin besitzt. So erfreulich diest Erscheinung auch sein mag, sie nimmt der israelischen Jugend im Angesicht der ständig drohenden Gefahr ein gutes Stück ihrer Jugend und ihrer jugendlichen Hoffnungen. De- Ernst ihres Lebens zwischen Büchern und Kanonen zwingt sie, manches von der jugendlichen Ungebundenheit aufzugeben, was andere Jugenden auszeichnet. Man braucht nicht zu verkennen, das-: die allgemeine Rebellion der Jugend zu weittragenden Folgerungen führen kann, selbst wenn man annehmen möchte, dass viele der rüden, ungezogenen, radaupolitischen Aktionen im Lauf der Zeit ABBA EBAN VOR DER KNESSET Jerusalem. — Aussenminister Abba Eban bestätigte auf Fragen zweier Mapam-Delegierter in der Knesset, dass Aegypten von Israels Entschluss unterrichtet wurde, auf den Grenzen zu bestehen, welche die Freiheit der Durchfahrt israelischer Schiffe durch die Meerenge von Tiran in den Golf von Akaba gewährleisten. Diese Information wurde Kairo durch den UN-Schlichter Dr. Jarring überbracht, so fügte er hinzu. Er bestätigte ferner, dass der ägyptische Aussenminister Mohammed Riad aus der Hand Dr. Jarrings eine Liste mit sieben Fragen empfing, die sich im wesentlichen darauf beziehen zu erfahren, wann Aegypten bereit sei, einen gerechten und dauerhaften Frieden zu schlossen, der Kairos Vorschläge, für die freie Durchfahrt durch die internationalen Wasserstrassen einschliesslich des Suezkanals beinhalten würde. Eban kündigte an, er werde in Kürze wieder mit Jarring über die Probleme verhandeln, die sich aus dem Ausbleiben der Antwort Aegyptens auf die m der Liste enthaltenen Fragen ergeben haben. (ITA) arbeitet —, der mit allem bricht, was früher üblich war die alten Erfahrungen übe" Born wirft und neue Wege beschritten hat. Jedenfalls wird mit dem alten, in den herkömmlichen Schulen üblichen Autoritätssystem gründlich gebrochen, Schüler und Studienräte haben grundsätzlich die gleichen Rechte. Einzelheiten können hier nicht geschilder. werden, so interessant sie auch sein mögen. Das ganze Schulsystem beruht auf Freiwilligkeit, und... das Merkwürdige ist, dass grosse Erfolge dieser neuen Methode des Lernens un1 Lehrens, des Zusammenwirkens von Lehrern und Schülern gemeldet werden können. Nur mit einem kurzen Hinweis soll die Bedeutung einer solchen Schulreform unterstrichen werden, durch welche jahrhundertelanges Lerne-i und Lehren in seiner Totalität umgewandelt wird. Die Folgen dieser Umstellung vom Autoritäts- Gymnasium zu einer solchen neuen Schule kann in ihren Auswirkungen garnieht hoch genug eingeschätzt werden. — Nicht nur die Jugend rebelliert. In vielen Kontinenten ist ein Prozess sozialer Um- und Neugestaltung im Gange, der sich bisher in seinen Anfängen befindet. Schon wird es immer deutlicher, dass mit den alten Schemen zwischen Kommunismus und Nicht- Kommunismus die heutige Problematik nicht mehr erfasst werden kann. Besonders ki Lateinamerika hat der alte internationale Kommunismus ausgespielt und wurdv. von einer bodenständigen Form nationaler und sozialistischer Tendension der CSR die alte kommunistische Front unter der Führung des Kreml hergestellt werden konnte, dürfte es keinen. Zweifel unterliegen dass ein tiefer Riss geblieben ist. Die Widerstandsnester in der CSR sind nicht ausger >ttet worden, sie mögen nicht sehr bedeutend sein, aber sie sind vorhanden. Aehnliches mag von anderen Satelliten gelten. Eine besondere Position nehmen Rumänien und Jugoslawin ein, die seit längerer Zeit eine eigene Aussenpolitik führen, die vom Kreml unabhängig ist und häufig sogar im Widerspruch mit den Zielen Moskaus steht. Immer noch nicht ist entschieden, ob der Kreml ähnlich wie im Fall Prag nicht schliesslich doch in Bukarest und Belgrad in-1 tervenieren wird. Die NA- TO-Mächte haben sich sogar eingeschaltet und erklärt, sie würden den Rumänen und Jugoslawen Waffenhilfe leisten, wenn sie von den Russen okkupiert werden sollten. Eine solche westliche Warnung haben die Russen noch niemals ruhig hingenommen. Es bleibt abzuwarten, was unternommen wird, obwohl Tito inzwischen erklärte, er werde keine westliche Hilfe annehmen. Jedenfalls steht fest, dass der kommunistische Monolith erhebliche Risse aufweist. Was noch vor wenigen Jahren einfach unvorstellbar war ist heute allgemein bekannt... Hier vollzieht sich ekle gewaltige Umwandlung, deren Auswirkungen bisher keineswegs in ihrer Bedeutung und Tragweite abgeschätzt werden können. Die alte Zweiteilung der Welt könnte ei- (Schluss auf Seite 2) Comentarios en Paris Paris. — Una advertencia reciente, hecha por el jefe del Partido Comunista de Polonia, Wladyslaw Gomulka, en contra del antisemitismo, se ha atribuido aquí, en círculos del Congreso Judío Mundial, a la influencia cel partido francés. Gomulka criticó el 26 de octubre, ante el comité central de su partido en Varsovia. a. quienes “juzgan a la gente por su origen nacional“, hecho que calificó como contrario al Marxismo-Leninismo y a ios intereses de su partido. Se indica que, en esta declaración, Gomulka contradijo sus propias palabras del 19 de marzo cuando intentó dividir a los judíos polacos en “nacionalistas leales Israel”, en “cosmopolitas” que ni se consideran judíos ni polacos, y en “patriotas polacos”. El cambio que se ha operado en la posición de Gomulka se atribuye a los comentarios de Ravmond Guyot, miembro del “Politbüro” francés quien expresó que el Partido Comunista de Francia estaba resuelto a luchar enérgicamente contra el antisemitismo y externó “desaprobación” y “sorpresa e inquietud” de que ciertos países que se dicen socialistas, adapten una actitud antisemita cuando luchan * contra la ideología reaccionaria del sionismo”. (OJI) Kommentare in Paris Paris. —- Eme kürzliche Warnung, die der Chef der Kommunistischen Partei Polens gegen den Antisemitismus aussprach, ist hier in Kreisen des Jüdischen Weltkongresses dem Einfluss der französischen KP zugesehrieben worden. Gomulka kritisierte am 26. Oktober vor dem Zentrab comité seiner Partei in Warschau diejenigen, die „die Menschen nach ihrer nationalen Herkunft" beurteilen, eine Tatsache, die er als dem Marxismus-Leninismus und den Interessen seiner Partei zuwiderlaufend bezeicbr nete. Es wird darauf verwiesen, dass Gomulka in dieser Erklärung seinen eigenen Worten vom 19. März widersprach, als er versuchte, die polnischen Juden in „Israeltreue Nationalisten“, „Weitbürger“ welche sich weder als Juden noch als Polen betrachten und in „polnische Patrioten“ zu teilen. Der Wandel, der sich in Gomulkas Position vollzogen hat, wird den Kommentaren von Raymond Guyofc, einem Mitglied des französischen „Politbüros“ beigemessen, der geäussert hatte, dass die KP Frankreichs energisch gegen den Antisemitismu zu kämpfen entschlossen sei. und der „Missbilligung“ und „Ueberraschung i nd Unruhe“ Ausdruck verlieh, dass gewisse Länder, welche sozialistisch zu sein behaupten, eine antisemitische Haltung einnehmen, wenn sie „gegen die reaktionäre Idee des Zionismus“ kämpfen. (OJI) Bomben gegen Terroristen Am Tage nach den Kämpfen am Jordan, über die wir an anderer Stelle berichten, griffen israelische Flugzeuge sieben verschiedene irakische Stützpunkte auf transjord •uiischem Territorium an. Ein israelischer Sprecher bezeichnete das Bombaider.iente als Repressalie, di< den Irakern zeigen solle, dass sie nicht israelische Ziele attackieren können, ohne hierfür bestraft zu werden. Er gab bekannt, dass die Aktion etwa ein Stunde dauerte und ein israelisches Mirage- Flugzeu0 abgeschossen wurde, der Pilot sich jedoch durch Absprung mit dem Fallschirm rettete und später geborgen wurde. Der Sprecher fügte hinzu, Israel besitze Beweise, dass die Iraker den Hauptanteil an den vor wenigen Tagen erfolgten Angriffen gegen israelische Siedlungen im Beisantal und in den Jordantälern trugen. Aus den Fragmenten der dort gefundene! Geschosse sei ersichtlich gewesen, dass sie aus schweren 122 mm-Kanonea sowjetischer Fabrikation abgefeuert wurden, über die die transjordanisch? Armee nicht verfügt, welche nur mit Geschützen englischer und nordamerikanischer Provinienz ausgestatt is . Die haur-tsächliehen Ziele d is ae’ischen Bombenflugzeuge waren nach Aussage des Sprechers die Gegen voi Iibid, der mit ihren 100.000 Einwohnern zweitgrössten Stadt Transjordaniens die etwa 30 Kilometer westlich des Jordan liegt, unc die Umgebung der 70 Kilometer östlich des Flusses gelegenen Stadt Mahak. In der vergangene.! Woche hatte der israelische Verteidigungsminister Mosche Dajan in der Knesset mitgeteilt, dass sich annähern ' 10.000 irakische Soldaten in Transjordanien befinden, deren Anwesenheit in diesem Land von Israel als „Herausforderung“ angesehen werden müsse. Sondergesandter Nixons in Nahost Washington. — Der gewählte Präsident Richard Nixon hat den früheren Gouverneur von Penpsylva- Clanton> mit der Mission betraut den Mittdosten zu besuchen und in Gesprächen mit den politischen Fuhrein der in die dortige Krise verwikkelten Lander Intormationen zu sammeln. Cranton reist nach Aegypten Transjordanien, Libanon, Saudi Iran und Israel, (ranton ist als möglicher Kandidat für das Amt des Staatssekretärs in der Nixon-Regierung genannt worden. Der Sonderbeauftragte Nixons wird Israel als letztes Land aufsuchen und wahrscheinlich am 9. und 10. Dezember in Jerusalem weilen, um sich mit Premierminister Levi Eshkol und Aussenminister Abba E'ban zu unterhalten. Staatssekretär Dean Rusk enthüllte in einem Fernseh-Interview, dass er -mif dem Sondergesandten des gewählten Präsidenten Richard Nixon gespro chen habe, bevor dieser sein.? Reise antrat Er hege keinen Zweifel, so versicherte Rusk, dass die neue Regierung den Wunsch habe, der Mission des UN Schlichters Dr. Gunnar Jarring ihre Unterstützung zu leihen. (ITA) B

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