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Jüdische Wochenschau · 1968-11-15 · 2294 (15.11.1968) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2294 (15.11.1968)
Date
1968-11-15
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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SEMANA ISRAELITA AS* XXIX. — N* 2 — Vi««««, 15 A* N»vi«mÍM'« 4« MR Es kommt eine neue Welt (Schluss von Seite 1) Hiebt ..gläubige'* Obren &u fallen. Die Weissrussen, die deutschen Monarchisten, die ^Entmachteten aller Länder fanden sich in dieser einen Anklage gegen „die“ Juden zusammen, s<> scharf -ihre Gegensätze auch sonst auf- •inanderprasseln sollten. Jehi hunderte lange Vorurteile vermengten sich mit «verletztem nationalen Stolz «md sonstigen Enttäuschungen zu jenem eigenartigen Gemisch eine« neuen Antisemitismus, der zu seinen alten Elementen noch den Rassenhass hinzunahm. Man entdeckte die magnetische Anziehungskraft antisemitischer Parolen auf die Masse «er Deklassierten, der Hungernden, der Unbeschäftigten, die der Krieg als Sumpfboden der Unzufriedenheit, der Unruhe und Vnsicherheit zurückgelassen hatte. Wie stark die Tiefenwirkung dieser Propaganda, die vor allem von den Nazis lanziert worden war, bis in die heutige Zeit gewesen ist, bewiesen Bemerkungen, die ein hoher Kirchenfürst *n durchaus nichtantisemitischer Absicht erst vor Jahresfrist bei einem Gespräch mit einem Rabbiner gemacht hat. Der Zweite Weltkrieg bat an dieser Situation durchaus nichts Grundlegendes geändert. Wiederum gab es eine kaum übersehbare Schar Ausgestossener, die ihrer Macht beraubt und aus ihren Aemtem ausgestossen waren, die aus ihren Heimatländern flüchteten, weil sie mit Recht befürchteten wegen ihrer masslosen Verbrechen von der Dr. FREY ABOGADO PUEYBREDON 2190 1? ixq. nach. 1«—19 Ihr Tel. 80 693# REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES WEINSTEIN Ciudad de la Paz 1960 T. E. 781-2174 781 - 2377 erwartet Sie in seinem neuen Büro zu einer un verbindlichen Ausspra che, um Ihre Grundstück- und Wohnungsprobleme schnell und fachmännisch zu lösen. Justiz zur Verantwortung gezogen zu weiden. Diese „Ehemaligen“ aller faschistischen Systeme sitzen über .ihre Exilsländer in aller Welt verstreut und treiben wieder einen Keil des Hasses unter die Völker. Sie, die Unterdrücker von gestern, demonstrieren für die Freiheit, sie, die Menschenschläcbter von gestern, erheben Blutanklage gegen die heutigen Machthaber ihrer einstigen Heimatländer. Und sie schüren den Hass und träufeln ihr altes Gift von neuem in die Herzen der Völker mit der Hoffnung, auf diesem Umwege noch einmal die Macht an sich zu reissen, die von ihnen in schändlicher Weise missbraucht worden ist. Wir dürfen aber nicht annehmen, dass sich das Schicksal der Welt um uns oder um die „jüdische Frage“ drehen würde. Seitdem die Ideale der Freiheit, der Brüderlichkeit und der Menschlichkeit in der Französischen Revolution verkündet worden sind, hat der Kampt um die Freiheit nicht geruht. So bedeutsam die Ereignisse auch gewesen sein mögen, die sich vor 50 Jahren im November 1918 abgespielt haben, sie waren nur ein neuer und wichtiger Einschnitt, ein Höhe¬ oder ein Tiefpunkt, in diesem gewaltigen Ringen um die Freiheit, das mit dem Sturm auf die Bastille begann und bis heute nicht zum Abschluss gekommen ist. Mit dem Kampf um die Rechte des ..Dritten Standes“, des damaligen Bürgertums, begann es. Dann folgten die Kämpfe um die Freiheit des Individuums, der gesellschaftlichen Klassen, der Arbeiterschaft, der Völker, der kleinen Nationen, der Frauen, der Rassen und auch der Kampf um die Freiheit unseres eigenen, des jüdischen Volkes. In dieser weltweiten Auseinandersetzung brachen die Kolonialreiche zusammen, um nur ein Beispiel heraus- I. SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlichkeiten an. I Geht auch in die Provinz MEDRANO 852. VL B T. E. 86-5036 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 78-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken . Tallisbeutel - Käppchen * Mazzot-Tasehen Hand- und Maschinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 T. E. 73-9155 (fr. Bebedero) zuheben. Es erhielten aber auch die kleinen Nationen, ais eines der sichtbaren Ergebnisse des Ersten Weltkrieges, ihr „Selbstbestimmungsrecht“. Eine solche Bewegung zur Freiheit verläuft jedoch nicht geradlinig, sondern in Wellenform. Das alte Joch wurde abgeschüt-telt, aber die Gefahr, unter ein neues Joch zu fallen sollte vor allem in Europa Gestalt annehmen. Die vielen jungen Kleinstaaten, die nach 1918 geschaffen worden sind, mussten ihre Freiheit gegen neue Unterdrücker verteidigen, die mithilfe ihrer militärischen und wirtschaftlichen Ueberlegenheit diese Länder unter irgendwelchen Vorwändem besetzten. Keines dieser Länder, ob die baltischen Staaten oder di« Ungarn, Tschechen und Rumänen konnten den sich ablösenden Besatzungen ernsthaften Widerstand leisten und mussten russische, deutsche und dann wieder russische Herren anerkennen. Die Sowjets, die sich als die Befreier der Menschheit betrachten haben soeben der Welt mit der Okkupation der CSR ein Musterbeispiel internationaler und imperialistischer Macht- Politik geliefert. Mit ihren Tanks glauben sie die Sehnsucht eines Volkes nach (relativer) Freiheit austreiben zu können. Mit Gewaltmassnahmen versuchen sie, das Unrecht, die Unterdrükkung, die Versklavung eines Volkes durchzusetzen. Es gibt aber gewisse Gesetze in der Geschichte der Menschheit, die von keinem Machtkoloss geändert werden können. Zu diesen Gesetzen gehört der endliche Triumph der Freiheit über die Unterjochung. Deswegen besteht die Gewissheit, dass auch die Sowjetunion eines Tages diesem Gesetz weichen und zusammenbrechen wird; mag dieser Tag nahe oder noch fern sein, er kommt. Die Ketten der Sklaverei und der Bevormundung sind auf allen Kontinenten zerbrochen worden. In einer rasanten Entwicklung haben kleine und grössere Länder ihre politische Souveränität erhalten. Der schwarze Kontinent, bis gestern Symbol ständigei Versklavung, wurde befreit. Asiatische Länder nehmen wachsenden Einfluss. Die vom grossen JACOB LAPIDUS Jipi. Makel Viamonte 2037 4? B T. E. 46-1716 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Theoretiker Oswald Spengler vorausgesagte „Gelbe Gefahr“, das neue China, bedroht die bestehende internationale Ordnung und hebt langsam das bisherige Kräfteverhältnis aus den Angeln, wodurch in erster Linie nicht der Westen, sondern die Sowjetunion getroffen werden wird ... Neben diesen politischen und zugleich wirtschaftlichen Auseinandersetzungen um cie Macht ist auch dec Kampf um die Freiheit und Gleichheit aller menschlichen Rassen in eine neue Phase getreten. Hier zeigt sich heutzutage mit aller Deutlichkeit, dass der Schritt von der Erkenntnis der Wahrheit zu ihrer Realisierung schwierig und dornenreich ist. Niemand zweifelt an der Gleichheit aller Menschen, aber man gewährt sie den anderen nicht. Vom politischen, philosophischen und vor allem vom religiösen Standpunkt aus sind die in aller Praxis bestehenden Unterscheidungen zwischen den Rassen, vor allem zwischen Schwarz und Weiss, nicht zu rechtfertigen. Dennoch beherrschen diese Gegensätze nicht nur die Auseinandersetzungen zwischen Völkern, sondern auch die politischen Spannungen innerhalb eines Landes, z.B. in den USA, wo die Negerfrage allmählich zu einer Schicksalsfrage heranwächst. In einer merkwürdigen Rede, die der Präsident Senegals. Leopold Sedar Senghor, in Frankfurt gehalten hat, wo man ihm den Frieden-preis des deutschen Buchhandels verlieh, sagte er u.a.: „Im selben Afrika, in dem immer noch allzu oft bei den Weissen das Rassen-, bei den Schwarzen das ' Stammesdenken vorherrscht, hat es das senegalesische Volk verstanden, seine völkischen, sozialen und kulturellen Unterschiede in einer Symbiose zu überwinden, in der sich all diese verschiedenartigen Reichtümer gegenseitig ergänzen“. — In seinem politischen und literarischen Werk hat dieser dichtende Staatspräsident nach einer Harmonie aller Völker auf der Grundlage einer umfassenden Weltkultur gestrebt, wie es in der ihm verliehenen UrT künde heisst. Dass auf dieser Basis die Lösung der aktuellen und der künftigen Weltprobleme zu suchen ist, dürfte überzeugend sein. Wie aber kann bei der augenblicklich herrschenden, Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 74*821« RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Confitería NIZA Ser victos (le lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0286 73 1049 J Dr. PEDRO ALFREDO K0L0DZINSKI Zahnarzt Montag. Mittwoch, Freitag. - San Juan 30 - V. Ballester - T. E. 758-1523 Dienstag. Donnerstag, Sonnabend. - Peña 2585. 1. B T. E. 83-3437 - Höbe Pueyrredön 1800 (Cap.) BERNARDO STERN Aasfükrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGCERA 1915 — T. E. 58-4052 Kanadische UN-Delegation Toronto. — Drei Juden, Marvin Gelber und der Deputierte Robert Kaplan aus Toronto sowie David Gottlieb aus Winnipeg sind zu Mitgliedern der kanadischen 'Delegation vor den UN ernannt worden. (JCNS) chaotischen Situation ein praktisch gangbarer Weg zur Verwirklichung dieses Zieles beschritten werden. Fehlt es der Menschheit doch nicht an der notwendigen Erkenntnis, um zwischen .dem Guten und dem Bösen zu .unterscheiden. Die meist kleinlichen Gegensätze der Interessen erweisen sich hierbei als unüberwindbare Hindernisse, die sowohl die Völker wie die einzelnen Gruppen in immer neue Konflikte hineinstürzen. Sicherlich könnte man auch darüber debattieren, ob und welche Unterschiede zwischen dem weissen Rassen- und dem schwarz-afrikanischen Stammesdenken bestehen. Bei einer entsprechenden Analyse wird man unschwer feststellen können, dass die Wurzeln dieser beiden Betrachtungsweisen die gleichen sind. Auch der Weisse, dessen Kultur mitunter von den Angehörigen anderer Rassen kritiklos LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltaa. Director: Amoldo H. B. Swarsensky Pueyrredón 2190. I9 izg. i T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.200.— pro Jahr Ausl. I 1.800 — jänrl. i Luftpost-Abono f. d | Nachbar-Republiken | 10 Dollar jährlich bewundert und überschätzt wird, ist an ein „Stammesdenkeni* gebunden. Wir sind eben alle noch weit von einer „Weltkultur“ entfernt, weil es nicht gelungen ist, die geistigen und humanitären Voraussetzungen hierfür in der Praxis des täglichen Lebens zu schaffen. Das sind einige Aspekte und Ausblicke auf die neue Welt, die unter Schmerzen heranreift, und für deren Revolution und Evolution die Ereignisse vor 50 Jahren einen wichtigen Ab- 1 schnitt darstellen. — CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I .Blumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E URIBURU 285 41-2331 — 2240 49-5855 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. 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