Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2292 (1.11.1968)
- Date
- 1968-11-01
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 “ Viernes, I* de Noviembre de 1908 JÜDISCHE WOCHENSCHAU A«e XXIX. — N* jasa Ereignisse der Woche s Der glanzende Verlauf der Konferenz des Jüdischen Weltkongresses in Montevideo, der von der lateinamerikanischen Executive und der Jewish Agency gemeinsam vorbereitet und durchgeführt worden ist. hat nicht »ur einen tiefen Eindruck auf alle Teilnenmer ausgedbt, sondern dürfte sich auch auf die praktische Arbeit aller Gemeinden in nächster Zukunft positiv auswirken. Im Mittelpunkt des Kongresses stand die gross angelegte Rede Dr. Nachum (JoMmanns, in der er einen Ueberblick iibeT die Lage der Juden jn der Welt gab und auf die besonderen Probleme unserer jüdischen Gegenwart eingmg. Mit der Erfahrung und dem siche- ' ren Blick eines hervorragenden Politikers verstand es Goldmann, seinen Zuhörern auch durch seine Schlussworte oen grossen Ztisammenhang der Probleme unseres Volkes mit den aktuellen allgemeinen Zeitfrager. zu vermitteln. Ueber weitere Einzelheiten dieser Konferenz werden wir laufend berichten. Mit besonderer Genugtuung wurde auch der Besuch Goldmanns in Argentinien aufgenommen, wo er bei verschiedenen Gelegenheiten zu führenden Persönlichkeiten unserer Gemeinschaft und zu einem grossen Publikum sprach, das seine Ausführungen mit grösstem Interesse aufgenommen hat. Leider war es nicht möglich, all denen Zutritt zu den Veranstaltungen zu verschaffen, die hierum gebeten haben. Aus technischen Gründen werden wir die Einzelheiten dieser Veranstaltungen erst später veröffentlichen können. Einei weiteren Erwähnung bedarf der Besuch, den der Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, Dr. Gerhard Riegner, hier in Argentinien machte. Langjähriger und bewährter Mitarbeiter des Kongresses wurde Dr. Riegner auf der letzten Weltkonferenz in Brüssel mit dem wichtigen und schweren Amt des Generalsekretärs beauftragt. Sein grosses Organisationstalent, seine Hingabe für die Arbeiten des Kongresses und seine Kenntnisse der einzelnen Judenheiten in der Welt befähigen ihn, dieses Amt hervorragend zu führen. Neuer Nachrichten- Dienst Mit dem Ziel, die neuesten Nachrichten über Errungenschaften auf technischem und wissenschaftlichem Geoiet in Israel zu verbreiten, wurde eine neue Nachrichtenstelle eingerichtet, die ihren Sitz für alle südamerikanischen LänderJn Buenos Aires hat. Der Nachrichtendienst arbeitet unter der Abkürzung S1CLA. was Servicio Informative Científico Latino Americano bedeutet. Der Nachrichten-Dienst «teht in engem Zusammenhang mit dem Lateinamerikanischen Rat des Wissenschaftlichen Weizmann-Instituts. — Grundsteinlegung Am vergangenen Sonntag fand trotz ungünstigen Wetters die angekündigte Grund steinlegung des Wohnheims Vidalinda unter starker Pubfkumsteilnahme statt. — Nachdem Herr Rabb. Dr. Oppenheimer die argentinische Flagge gehisst hatte und die Nationalhymne gespielt worden war, ergriff der Vorsitzende der Asociación Mutual Israelita Vidalinda. Herr Juan Caro, das Wort und gab in anschaulicher Form einen kurzen Ueberblick über die Entstehung. Ziele und Zwecke dieser Institution, die in ihrer Form völlig neu ist und ein Vorbild für dir Schaffung weiterer ähnlicher Gemeinschaftsheime sein dürfte. Herr Rabbiner Hanns Harf unterstrich den konstruktiven Gedanken, der diesem Beginnen zugrundeliegt, der ein Ausdruck des schöpferischen Wi lens unserer Gemeinschaft ist. CENTRA-Kongress Der am 1. November in Port« Alegre (Brasilien) beginnende Kongress der CENTRA wird von Delegationen aus vielen lateinamerikanischen Ländern besucht CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aire» T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma , werden. Soweit bekannt, j werden aus Argentinien eti wa 20 Delegierte teilnehmen, unter ihnen auch einige Jui gendliche. was als beson- | ders erfreulich hervorgehoben sei. Die folgenden Gemeinden und Organisationen aus Argentinien werden Delegierte entsenden: Hilfsverein (AFI), ACIBA, Bet Israel. Gemeinde Leo Baeck. Nueva Comunidad Israelita und Theodor Herz] Gesellschaft. Ja cobo B. Mur mis s.A. Vor kurzem verstarb in Buenos Aires Jacobe B. j Murmis. der im jüdischen l Leben dieser Stadt. Argentiniens und darüber hinaus lange Jahre eine wichtige Rolle gespielt bat. Murmis war in der Congregación | Israelita, in der DA1A, der I Loge, in der Campaña Uni- : da, im KKL. im Weizmann- Institut und in der Liga con-! tra Tuberculosis aktiv tätig I und hat überall durch seine! emsige Arbeit, seinen klu-! gen Rat, seine Umsicht und seine Ergebenheit, für die jüdischen Interessen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der argentinischen Judenheit geleistet. Im Luna Park Mit einer Festveranstaltung im Luna Park verabschiedete ein zahlreiches Publikum die argentinische Delegation zu den olympischen Spielen für Körperbehinderte, die in wenigen Tagen in Israel statt finden werden. Als die jungen Sportler in ihren Rollstühlen auf der Bühne erschienen. wurden sie mit warmem Applaus begriisst. Sie unternehmen ihre Reise unter den Auspizien der DA1A und ACIR (Asociación Cooperadora del Instituto de Rehabilitación del Lisiado). Nachdem den Paten der Sportler, die für die Reise und den Aufenthalt eines jeden der Teilnehmer 1000 Dollar gespenoet hatten, eine goldene Nadel überreicht worden war, wurde ein Festprogramm abgewickelt, zu dem sich zahlreiche bekannte Künstler nnentgeltlich zur Verfügung gestellt hatten. Auch die Mannschaft des Fussballklubs Estudiantes de La Plata, die soeben die Weltmeisterschaft errungen hat, w’ar erschienen. Die Abschiedsreden und künstlerischen Darbietungen bildeten einen würdigen Rahmen für diese Kundgebung menschlicher Solidarität. In den Golanbergen Haifa. — Israelische Beobachter an der Feuereinstellungs-Grenze in den Golanbergen berichten, dass die Syrer neue Befestigungen bauen, welche denen ähneln, welche die Israelis im Sechstagekrieg eroberten und inzwischen zerstört haben. (JCNS) \\>W C,^ Wie ich mich sehe H. Sw.: — Als mir ein Freund einen Artikel über mich brachte, versuchte ich ihm klarzumachen, dass man selbst einen so freundlichen „Nachruf“ über sich selbst nicht veröffentlichen kann. Im übrigen halte ich es für kein besonderes Verdienst, sechzig Jahre alt zu werden. Er entgegnete mir. dass es nicht darauf ankommt, eine bestimmte Anzahl von Lebensjahren zu erreichen, sondern allein darauf, wie man sein Leben geführt und was man geleistet bat. Dieser Einwand überzeugte mich. Jedoch bin ich der Auffassung. dass hierüber niemand besser berichten kann als ich selbst. Deswegen habe ich mich entschlossen, diese wenigen Zeilen für meine treuen Leser, ob Anhänger oder Gegner, und für meine vielen guten Freunde niederzuschi eiben. Die letzten sechs Jahrzehnte werden durch Kampf, Unruhen. Revolutionen und durch Entwicklungen gekennzeichnet, die zu einer Wandlung aller Verhältnisse geführt haben, ohne dass man übersehen kann, wohin der Weg der Menschheit führt., die die Kontrolle über sich selbst zu verlieren droht. Als Kind dieser Zeit ist auch mein Leben von diesem Ringen um Erkenntnis und Wahrheit, um Recht und Freiheit, um unsere Zukunft erfüllt. Seit ich mich in meiner frühen Jugend der zionistischen Bewegung angesehlossen habe, nahm ich an dem Kampf um die Durchsetzung dieser Ideale mit echter Leidenschaft teil und stellte mich bedingungslos in den Dienst der Aufgabe, gemeinsam mit allen Gleichgesinnten für das Lebensrecht unseres Volkes einzutreten. Unter Einsaiz meines Lebens, mit Entschlossenheit und einem jugendlichen Elan, der vielfach an Leichtsinnigkeit grenzte, habe ich im Dritten Reich die Rechte der Juden verteidigt, bis ich im letzten Augenblick dem persönlichen Rat des Rabbiners Dr. Baeck im Frühjahr 1939 gefolgt bin und zunächst nach London übersiedelte. Besondere Umstände des Schicksals und der inzwischen ausgebrochene Zweite Weltkrieg brachten mich nach Buenos Aires, wo ich mich vom ersten Tage an dem Wiederaufbau des jüdischen Lebens widmete und als Sprachrohr für die aus Zentraleuropa ausgewanderten, Deutsch sprechenden Juden die „Jüdische Wochenschau“ gründete, die nun schon bald 30 Jahre in ununterbiochener Folge erscheint. Da ich unentwegt Woche für Woche meine Meinung äussere, ist es nach meiner Ansicht nicht erforderlich, hierüber zu berichten. Nur einige Bemerkungen seien gestattet. Wenn man eine Zeitung wie die Jüdische Wochenschau herausgibt muss man mitunter zu gewissen Begebenheiten und Erscheinungen des öffentlichen, insbesondere des jüdischen Lebens Stellung nehmen. Niemals habe ich hierbei einen persönlichen Kampf geführt oder einen Kampf gegen Personen. Ich war immer bestrebt, nur die von mir als richtig erkannte Aufgabe zu sehen, für die ich ebenso bedingungslos eingetreten bin, wie ich das in Zukunft zu tun hoffe. Ich glaube niemals von einem Menschen verlangt zu haben, was ich von mir selbst nicht forderte. Erfolge meiner Arbeit blieben nicht aus; Enttäuschungen wurden mir ebenso wenig erspart wie anderen. Ich habe das Glück, eine Lebensgefährtin zu haben, die mich immer verstanden und die mich stets bei meiner durchaus nicht leichten Arbeit unterstützt hat. Ich habe das Glück, dass meine Gedanken und Ideale bei meinen Kindern auf fruchtbaren Boden fielen, die manches verwirklichen konnten, was mir selbst verwehrt war. Ich habe das Glück, viele gute und treue Freunde zu besitzen, die mich bei meinem Ringen um Recht und Gerechtigkeit begleiteten. Meine Ergebenheit zum Judentum und meine Arbeit für unsere Gemeinschaft beruhen nicht zuletzt auf der Ueberzeugung, dass jeder Mensch und jedes Volk ein Recht zum Leben in Freiheit und Würde haben. Aber diese Anerkennung dürfen wir nicht nur von anderen Menschen und anderen Völkern verlangen, Sondern müssen sie in erster Linie von uns se.bst fordern. Aus dieser Einstellung erwächst meine Haltung gegenüber jener unbewältigten Vergangenheit, die durchaus nicht nur für anständige und einsichtige Deutsche, sondern auch für uns, die wir dort geboren, erzogen und gross geworden sind, zu einem guten Teil noch nicht bewältigt worden ist. Wir alle sind gerufen, den Kampf um die jüdische Zukunft fortzusetzen. Die grosse Sehnsucht des jüdischen Volkes bat sich mit der Schaffung des Staates Israel erfüllt. Hier liegt unsere grösste Verpflichtung. Hierfür zu arbeiten und zu leben, hierfür zu kämpfen und hierbei mitzubauen, das war und ist der Inhalt meines Lebens. — Jetzt wisst Ihr, wie ich mich sehe. Selbstverständlich bleibt es jedem überlassen, sich seine eigene Meinung, auch über mich, zu bilden. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ GENERAL DE GAULLE stattete der Türkei seinen Besuch ab. — DIE AMERIKANER haben die Militärregierung in Perti zwar anerkannt, ihr bisher aber die Hilfeleistung verwehrt. — DIE BRUTALEN Polizeiaktionen in Brasilien wurden hart kritisiert. — RICHARD NIXON behauptet, dass die Friedensbemühungen der USA-Regierung Wahlhilfe für Humphrey! sei . . . — KARDINAL Richard Cushing will vorzeitig zuiüekj treten, da er sich im Fall der Witwe Kennedy zu Unrecht angegriffen fühlt. — HUNDERTE Todesopfer forderten Ueberschwemmungen in Nepal. — UNHEIMLICHE Unruhe wurde in der CSR beobachtet, wo Beobachter neue Komplikationen befürchten. - DIE REISE des Apollo VII durch den Weltraum war ein ungewöhnlicher Erfolg der amerikanischen Wissenschaft. — EXPRAESIDENT Arnulfo Anas, schon dreimal aus Panama verjagt, „besetzte“ die Botschaft seines Landes in Washington... — CHILE PROTESTIERTE vor der bolivianischen Regierung, weil in La Paz chilenische Fahnen während einer Demonstration verbrannt worden sind. — KUWAIT UND SAUDI ARABIEN versuchen, Mbre Petroleum-Interessen zu koordinieren. — UNGARISCHE Truppen wurden aus der CSR zurückgezogen. — VERSCHIEDENE Zeitungen wurden in Uruguay verboten. — IN PANAMA ist es auch weiterhin unruhig geblieben. — I DIE NEONAZISTISCHE NPD hatte auch bei den I letzten Kommunalwahlen nicht den erwarteten Erfolg. — I VERSCHIEDENE Selbstmoide hoher bundesdeut-! scher Militärs in den letzten Tagen haben die Aufmerk-! sarnkeit weitester Kreise erregt. — j CHARLES HELOU, Präsident des Libanon, wollte I zurücktreten, was aber nicht angenommen wurde. — MARSCHALL TITO lehnte ui erwünschte Besucher öffentlich ab, da Jugoslawien nicht auf ausländische Hilfe angewiesen sei... — JOHN VORSTER, der südafrikanische Premierminister, kritisierte zwölf Geistliche, die sich gegen die Apartheid-Politik der Regierung gewandt hatten. — STUDENTEN. Arbeiter und andere Kreise der CSR gaben ihrer Unzufriedenheit mit der Prager Regierung Ausdruck. — EIN SPIONAGERING wurde in der Bundesrepublik aufgedeckt. — EINE RUSSISCHE Zeitschrift behauptete, die Witwe Kennedy habe geheiratet, um der Atmosphäre der Gewalttätigkeiten in den USA zu entfliehen. — Für die uns aus freudigem Anlass so überaus zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten " Glückwünsche und Geschenke - danken wir allen Verwandten, Freunden, Bekannten und Organisationen recht herzlich. Rabbiner Hanns Harf und Familie. LUACH — (KALENDER) Freitag, den 1. November 10 Marchescbwan Sonnabend, den 2. November 11. Marcheschwan Schabbat LECH LECHA Haftara: Jesaja Kap. 40 Sonntag, den 3. November Montag, den 4. November Dienstag, den 5. November Mittwoch, den 6. November Donnerstag, den 7. November Freitag, den 8 November Zerstörung der Synagogen in Deutschland 9. November 1938 Sonnabend, den 9. November 18- Marcheschwan Schabbat WAJERO Haftara: 2. Buch Könige, Kap. 4 12. Marcheschwan 13 Marcheschwan 14. Marcheschwan 15. Marcheschwan 16- Marcheschwan 17. Marcheschwan