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Jüdische Wochenschau · 1968-10-04 · 2288 (4.10.1968) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2288 (4.10.1968)
Date
1968-10-04
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 4 de Octubre de 1968 SEMANA A LITA AS« XXIX. — N* 228B I 8 R Die Kette der Generationen (Schluss von Seite 1) Zustimmung mit Vorbehalt Jerusalem. — Das Kabinett beschloss, den neuen UN-Emissär, der die Lage der Araber in den besetzten Gebieten prüfen soll, nur unter den gleichen Bedingungen wie den ersten Abgesandten der UN zu akzeptieren, nämlich wann dieser mit der Aufgabe betraut würde, sich über die Lage der Juden in den arabischen Ländern zu informieren. Offizielle Kreise lehnten ab, sieh eingehender hierzu zu äussern, doch aus autorisierter Quelle verlautete, dass Israel seine Annahme in dieser Form ausdrückte, um nicht eait einem unumwundenen Nein antworten zu müssen. Die Resolution, die den Generalsekretär zur Ernennung eines neuen Emissärs auffordert, welcher die Lage der Araber in den von Israel besetzten Gebieten prüfen soll, wurde mit 12 zu 0 Stimmen im Sicherheitsrat angenommen. Israel hat nichts dagegen einzuwenden, dass irgendein Abgesandter sich über 4»ie Lage der Araber in diesen Territorien unterrichtet. Dagegen steht es auf dem Standpunkt, dass die heutige Tragödie der Juden in den arabischen Staaten eine direkte Folge des Sechstagekrieges ist, »nd hat daher verlangt, dass die dort herrschenden Bedingungen in den Aufgabenkreis eines UN-Emissärs einbezogen werden. Der erste Beauftragte der UN, Nils Goran Gussing, besuchte die betreffenden Bezirke im vergangenen Jahre und stattete auch Aegypten und Libanon einen Besuch ab. (ITA) jaen Entwicklung, dass dieses Gesetz für den Kreis seiner Menschen aufgehoben sei. Dann bekannte es sich wiederum zu seinem jüdischen (Gesamt-)Schicksal... Die Frage, wer ist ein Jude, oder was ist das Wesen des Judentums verstummte. Jeder wusste e«, jeder fühlte es, jeder erlebte es. Eine neue, andere Jugend kehrte au unseren eigenen Werten zurück. Inzwischen sind deeissig Jahre verstrichen. Sn der Ga lut wuchs eine neue Generation heran, die sieh den alten Fragen gegenübersah, mit denen die Jugenden während der Emanzipationsepoche i es Judentums ln Europa : ringen hatten. Wieder standen die alten Fragen i uns, auf die wir heute der agend Antwort geben müssen, was ist das eigentlich: Jude sein?, Was ist das Wesen de« Judentums?, Wozu brauchen wir das alles?, sind wir nicht alle nur Menschen?, Kann man zwei Kulturen angehören?, Kann es eine doppelte Loyalität geben? Die Beweggründe, die damals und die heute zu ähnlichen Fragestellungen geführt haben, sind durchaus verschiedene. Die Fraggn der Jugend des vergangenen Jahrhunderts gingen von einem erblassenden, immer schwächer werdenden jüdischen Gemeinschaftsbewusstseins aus, die Fragen der heutigen Jugend nehmen ihren Ursprung in der Begegnung zweier Kreise, denen sie sich durchaus positiv zugehörig fühlen: der jüdischen Gemeinschaft mit Ihren starken, meist sentimentalen Bindungen zu Israel und ihrer Umwelt, in Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 693« REAL PEN FüOhaltex REPARATUREN Spezlalgeechaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES WEINSTEIN Ciudad de la Paz 1960 < ex-propiedades FRANKENBERG SRL.) erwartet Sie in seinem neuen Büro zu einer unverbindlichen Aussprache, um Ihre Grundstück- und Wohnungsprobleme schnell und fachmännisch zu lösen. Montag bis Freitag *-12 15—19 der auch ihre Väter lebten, aber meist nicht hineingeboren worden sind wie sie. Früher zogen die heranwachsende Jugend, und keineswegs nur die jüdische, die Ideen der Weltverbrüderung, des Liberalismus und eines konstruktiven Kosmopolitismus an, die in den Gedanken der modernen Demokratie ihren Niederschlag fanden, von denen das ganze 19. Jahrhundert träumte. Heute sind an die Stelle des evolutionären Kosmopolitismus (Weltbürgertum) die auch aus dem vorigen Jahrhundert stammenden Ideen oes revolutionären Kommu- Friedtnsplan Die verschiedenen Tageszeitungen meldeten, dass Israel einen Friedensplan vorgelegt und seine Bereitschaft erklärt hat, grosse Teile der besetzten Territorien zurückzugebei». Die Nachricht wurde dementiert. Ein Sprecher des jerusalemer Aussen. ministeriums bestritt erstmals die im „Daily Telegraph“ erschienene Meldung, dass Aussenmister Abba Eban der UN Generalversammlung den sogen. „Allon. Plan“ vorlegen dürfte, der eine Aufteilung des Westbezirks zwischen Israel und Transjordanien beinhaltet. nismus (Weltproletariat) getreten, die sich als eine politische Bedrohung für alle Nationen herauskristallisiert haben. Beide Bewegungen erklärten oder erklären, für eine gerechte menschliche Gesellschaft einzutreten, in der die Unterschiede und Gegensätze einer ungerechten Macht- oder Güterverteilung im Zeichen der Gerechtigkeit beseitigt werden sollen. Beide Ideen, die in ihrer gedanklichen Konzeption nicht different sind, wurzeln, wenn man sie analysiert, auch oder ausschliesslich auf jüdischem Gedankengut, auf der Forderung nach Gerechtigkeit, nach Freiheit und Frieden für den einzelnen Menschen, fjr jedes Volk und für die CARLOS W. HECHT Contabilidades Impuestos Asuntos Laborales ESTUDIO BERNARDO ZYLBERSZTEJN Contador Público Nacional Asesoramiento integral de empresas. Auditorias CORRIENTES 3019 6? piso of. 61 T. E. 89 1641, int. 61 Hir Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76.5842 ganze Menschheit. Auch das Bestreben einer jüdischen Jugend, über den eigenen nationalen Kreis hinaus wirksam zu sein und das gleiche Recht für alle Völker zu fordern, ist eine urjüdische Erscheinung; denn das Gesetz, das wir am Sinai erhielten, wurde zwar uns, aber für alle gegeben. Dass sich Juden stets den Deklassierten, den Armen, den Unterdrückten verbunden gefühlt haben, ist auch aus der Tatsache ihrer eigenen Deklassierung und ihrer eigenen Unterdrückung zu erklären, die sie sehr häufig in eine Opposition gegen die herrschende Gesellschaftsordnung gedrängt hat. Die vielfachen Symptome einer schweren Erkrankung der menschlichen Gesellschaft werden uns täglich sehr eindringlich vorgeführt. Die Rebellion der Jugend ist ein sichtbares Zeichen hierfür, aber nur eines. Dass diese Jugend keine rechte Vorstellung davon hat, was sie eigentlich an die Stelle des Bekämpften setzen will, ist inzwischen klar geworden. Rebellion allein ist keine Weltanschauung und kein Heilmittel. Die Motive der zur Tagesordnung gewordenen Studentenunruhen sind weder eindeutig noch sichtlich. Man gebraucht kein Schlagwort, wenn man im Angesicht dieser Entwicklung von einem drohenden Chaos spricht. An die Stelle der echten Auseinandersetzung ist bereits die Gewalt getreten. Bürgerkrieg zu führen, Sprengbomben zu werfen und Autos anzuzünden, ist kein Ersatz für eine Ideologie. Man geht nicht fehl in der Annahme, dass das Gesetz des Handelns dieser Jugend inzwischen aus der Hand gewunden wurde. Die Besetzung der CSR zeigt bereits, wo der Sturm entfacht worden ist und wohin der Weg (in den Abgrund) führt... Die Brandbomben, die seit Beginn des neuen jüdischen Jahres in argentinischen Städten gegen jüdische Institutionen platzten, zeigen uns nicht nur gleichnishaft, dass wir von neuem die Wanderung durch die Wüste angetreten haben, durch die Wüste des Hasses und der persönlichen, gegen die Juden gerichteten Auseinandersetzungen. Dass wir, dass die Juden, gemeint waren, ist unzweifelhaft. Für Zufälligkeiten ist kein Platz. Das Attentat gegen das zionistische Zentrum in Rosario spricht eine zu deutliche Sprache. Die Fabrikation der Bomben und ihre Fabrikanten sind dieselben. Auch die Richtung, in die man die Bomben warf, ist die glei- Viamonte 2037 4° B T. E. 46-1716 JACOB LAPIDUS M0HELN. PLAKSfN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 che: gegen die Juden. Es sind auch nicht die ersten Bomben, die in lateinamerikanischen Ländern gegen die jüdischen Gemeinschaften geschleudert werden. Dabei dürfte es für uns von zweitrangiger Bedeutung sein, ob es die Rechts¬ oder Linksextremisten waren, unter denen die Täter zu suchen sind. Heute berühren sich noch stärker als vorher die Extreme. Vielleicht soll der Kampf zwischen diesen beiden Tendenzen auf dem Rücken der Juden ausgetragen werden? Keine der vielen Regierungen, welches auch deren Ursprung gewesen sein mag, war antisemitisch. Dass derartige Vorfälle aber eintreten und nicht bekämpft, das heisst verhindert werden können, stimmt bedenklich. Dass die Regierung in Bonn antijüdische Tendenzen habe, wird niemand erstlich behaupten können. Dass sie aber nicht in der Lage war und ist, z. B. die Friedhofschändungen zu verhindern und dass die Polizei nur spielende Kinder ermittelte, das ist bedenklich, denn es weist auf eine den Juden wenig freundliche Stimmung hin. Dass die jüdischen Gemeinschaften zu allen Zeiten unter Ungerechtigkeiten und Verfolgungen durch ihre meist unwirtlichen Gastvölker gelitten haben, ist eines der unabänderlichen Gesetze unserer Galutgeschichte. Jahrhunderte lang haben die Juden mit Protesten und Appellen an die Gerechtigkeit gekämpft, meist vergeblich. Heute können wir über Proteste hinaus, die wichtig und notwendig sind, auf die von der Jugend an uns gerichteten Fragen eine andere, eine konstruktivere Antwort erteilen: Aus der Wüsten- Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Wanderung in alter Zeit, an die uns die Tage de« Sukkotfestes erinnern, erwuchs das Volk. Aus der Wanderung durch die furchtbare Wüste der Verfolgung unseres Jahrhunderts entstand der Staat, die neue Heimat Israels. An der Existenz der Galut und ihrer Gesetze hat sich nichts geändert. Unsere Po- LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece ios Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltüa. Director: Amoldo W. B. Swarseaskg Pueyrredón 2190, 1* izq T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1-200.— pro Jahr Ausl. 9 1.800.— jänrl. Luftpofit-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich sition im Sturm dieser Zeit ist letztenendes unberührt die gleiche geblieben. Es liegt in unserer Hand, die richtige Antwort zu erteilen und den gerechten Weg einzuschlagen. Einen Kompromiss gibt es nicht. Wir müssen und wir wollen wieder einmal ein deutliches Ja sagen und zu unserem Judesein und zu unserem Judentum. Dann wird die Kette der Generationen nicht abbrechen, sondern unserem Volk neue Kräfte verleihen, um für sein Recht und für das Recht aller Menschen zu kämpfen. Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, em¡. CONDE 76.0286 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. 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