Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2286 (20.9.1968)
- Date
- 1968-09-20
- Page
- [Seite 19] (sequence 19)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Wesentlich sind ¡«leitenden Kapitel, wie en verschiedenen Komiten einer Zeit, die der •riode vorausging, das und die Programme S geformt worden sind, ät hat man verstanvozu die in der „guten Zeit“ entstandenen :hen Ideen führen und tatsächlich geiahen. - ir Tettner: Megilia •Solle), Verlag Al- Tdpelmann, Berlin, de Gruyter, 1964- — Viens««, 20 de Septíemhre de 1968 jltDIgt H E ,W,0 C H E N S C H A V hfit> 3txix. — w? me -rr i» Debersetliehe Er. gehenden d sprachen und nbängefl, Professotengstorf t heraus* ler Band;r- Rolle) vielleicht auch ifangekeni und tadelt ctaaft- Korn' ¡cima' rleichiweise christ- Theodor Sigo, del Estero 454, IX, of. 36 I. E. 38- Zwischen Israel and Galut Man hat vor dem Zionistischen Kongress in Jerusalem, der im Juni dieses Jahres stattgefunden hat, lebhaft über die Frage debattiert, ob-'die Zionistische Organisation -(ZO).auch heute noch, zwanzig Jahre nach der Gründung des Staates Israel, eine Existenzberechtigung hat. Der Kongress bat durch seinen Ablauf, seine lebhaften Diskussionen und seine- Ergebnisse den lebendigen Beweis dafür erbracht; dass auch heute noch der ZO wesentliche Aufgaben zufallen, die nur von dieser Organisation gelöst werden können Zwei Nebenerscheinungen des Kongresses Verdienen hervorgehoben zu werden.- das lebhafte Interesse, das der Kongress in der jüdischen Welt auslöste und die Resonanz, die er gefunden hat. Man muss es als einen schweren” Fehler bezeichnen, dass so viel über eine „Krise“ der zionistischen Bewegung und über die Frage nach der Existenzberechtigung dér ZO gesprochen worden ist. Hierbei spielten nicht zuletzt mannigfaltige politische Gründe eine unglückliche Rolle. Jedenfalls ist es schwer zu erklären, dass man von einer Bewegung viel verlangte, die man gleichzeitig für überflüssig oder für tot erklärte. Wenn nicht diese Kritiken allein ein deutlicher Hinweis darauf waren, dass man von der ZO etwas Entscheidendes für das Le- Jahrzehnt um Jahrzehnt hierzu aufgefordert und erzogen worden. Die Einstellung der breiten Massen zur diesjährigen Kampagne zeigt, dass die grosse Mehrheit der Inter- Ministerpräsident Levi Eshkol eröffnet die grosse Wirtschaflskonferenz in Jerusalem vor zahlreichen Gästen aus aller Welt THEODOR HERZL GESELLSCHAFT GOTTESDIENST an den Hohen Feiertagen nH Oberkantor ALE) ANDRO ROSENBERG und Chor unter Leitung von Herrn Deeiderio Dani sowi« unseres Baal Schacharit Simon Gurevich ANSPRACHEN EREW ROSCH HASCHANA. Sonntag. 22. Sept. Herr CURT WILK 1. Tag ROSCH HASCHANA. Montag. 23. Sept Dr» T. KAMENSZAIN, Praesident der AMIA (en castellano) 2. Tag ROSCH HASCHANA. Dienstag. 24. Sept Dr. HARDI SWARSENSKY KOL NID RE, Dienstag. 1. Oktober, 18 Uhr 35 Rabb. Dr. ESTEBAN BEGHAZI (en castellano) JOM K1PUR, Mittwoch. 2. Oktober, 12 und 16 Uhr Dr. HARDI SWARSENSKY LETZTE KARTEN-AUSGABEN sonntags, 15. und 22. Sept 10—12 Uhr im Salon Pahäderoe, Sarmiento 2523 JISCOR Di« su verlesenden Namen der Verstorbenen, bit* ten wir, UMGEHEND Herrn Oscar Schwan, Juramento 3255 Dto. B. Capital (28) susustellen, weil später eingehende Anträge in keinem Fall berücksichtigt werden können. Auskünfte nur durch Herr Jullo Tonn, TeL 72-3779 ben des jüdischen Volkes und etwas Grosses für die Entwicklung Israels erwartet, so lieferte der Kongress selbst den notwendigen Beweis, dass die ZO eine Lebensberechtigung hat und sich nunmehr anstrengen muss, ihre Aufgaben zu erfüllen. Wenn man über die jetzigen Aufgaben der ZO spricht, braucht man keinesfalls abstrakt zu bleiben und sich nur in allgemeinen Redensarten zu verlieren. Die Aufgaben der ZO sind konkrete; sie sind Sofortaufgaben, denn unsere Geschichte war immer ein politisches Wettrennen mit oder gegen die Zeit. Wir dürfen nicht übersehen, dass es uns niemals vergönnt war, wie dies bei manchen anderen Völkern der Fall ist, in Ruhe den Ablauf der Ereignisse abzuwarten. Dieser Wettlauf gegen die Zeit zwingt uns zu schnellen Entscheidungen und zu schnellem Eingreifen, und dies auf allen Lebensgebieten unserer Gemeinschaft. Dass Israel sofort grosse Mittel benötigt, um seinen vielfachen Notwendigkeiten gerecht zu werden, unter ihnen für seine Verteidigung zu sorgen, ist ein klares und einleuchtendes Beispiel. Deswegen fällt auch auf diesem Gebiet der ZO die unabweisbare Aufgabe zu sich für die Aufbringung dieser Mittel überall einzusetzen wo jüdische Gemeinschaften leben. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass Appelle nicht genügen, dass eine erzieherische und informative Vorarbeit geleistet werden muss, die nur von den zionistischen Instanzen bewältigt werden kann. Der Aufbruch der Massen während des Sechstagekrieges war einmalig. Und es musste erst jüdisches Blut fliessen und es musste erst unsere gesamte Zukunft gefährdet sein, bis sich das Volk selbst mobilisierte, um seinen Beitrag zu leisten, den es aber auch nicht geleistet hätte, wäre es laicht Jahr um Jahr, essierten, die aber nicht zur Bewegung gehören, noch immer nicht begriffen hat, dass die Dringlichkeit in diesem Jahr in Wirklichkeit grösser als während des Krieges ist, der bereits beendet war, bevor die aufgebrachten Mittel ihren Zwekken zugewandt werden konnten. Die nationalpolitische Erziehung, die nur von der zionistischen Bewegung geleistet werden kann, ist längst nicht abgeschlossen.*' Wir haben dieses Beispiel der Geld auf bringung an erste Stelle gestellt, weil es am klarsten für sich spricht. In der Wertskala unserer Aufgaben und unserer Arbeit stehen andere von uns zu erfüllende Ziele mindestens auf der gleichen Stufe, wenn nicht an einem bevorzugten Platz. An erster Stelle ist in diesem Zusammenhang die Heranbildung der nächsten Generationen zu nennen, die den Kontakt mit dem jüdischen Leben nicht verlieren dürfen. Hier, bei fällt den Gemeinden und ihren Organisationen eine wichtige Rolle zu, was von uns immer wieder unterstrichen worden ist. Tradition und Glauben sind feste Säulen, auf denen durch alle Zeiten unserer Galut das jüdische Leben ruhte und die jüdische Zukunft aufgebaut war. Diese Gemeinden mit dem auf die Zukunft ausgeriehteten Geist zu erfüllen, ist und war eine der entscheidenden Aufgaben der ZO. Nur die zionistische Bewegung kann die unbedingt erforderliche Verbindung zwischen Israel und den Judenheiten in der Galut herstellen. Die zionistische Wahrheit hat nichts an ihrer Bedeutung und nichts an ihrer Berechtigung durch die Schaffung des Staates Israel eingebüsst; die Sicherung der jüdischen Zukunft und die Sicherung der Zukunft jedes einzelnen Juden in seinem Leben kann nur im jüdischen Lande erfolgen. Jetzt ist die Zeit für eine breite jüdische Massenein- Ein Strukturwandel THG: — Die Zionistische Organisation ist heute — wie vor vielen Jahren — auf dem Parteisystem aufgetaut. All die Parteien, die vor der Staatsgründung um die Richtung des Aufbauwerkes miteinander diskutierten und rivalisierten, sind dann später als Grundlage einer wahrhaft demokratischen Ordnung im Staat organisch weitergewachsen, dessen Knesset (Parlament) von diesen Parteien gebildet wird. Aber sie haben auch ihre Funktionen irh Rahmen der Zionistischen Organisation weiter ausgeübt, was naturgemäss zu einer Reihe von Schwierigkeiten und UnZuträglichkeiten geführt hat. Während Israel mit Recht ängstlich darauf bedacht ist, seine Souveränität auch ' gegenüber dem jüdischen Volk und seinen Instanzen zu wahren, haben die israelischen Parteien in allen Fragen der Galutarbeit interveniert, als wären die einzelnen Judenheiten ihr Kolonialgebiet. Hierdurch kamen Ueberschneidungen: zustande, die nicht nur Israel störten, wenn beispielsweise der ZO-Präsident Dr. Goldmann , aussenpolitische“ Verhandlungen führte, die von der israelischen Regierung nicht gern gesehen wurden, weil Aussenpolitjk ohne Zweifel ein Ausdruck der israelischen Souveränität ist. Andrerseits mischten sich israelische Parteien in interne Fragen der ZO ein, wie das beim letzten Kongress bei der Präsidentenwahl geschah, die durch das Verhalten eines Parteisekretariats verhindert wurde, als ob gar kein Präsident besser für eine Organisation sein könnte als eine so starke und bewährte Persönlichkeit wie Nachum Goldmann. Die in Israel selbstverständliche Existenz von polit sehen Parteien ist für die Zionistische Galut-Orgänisation längst gegenstandslos geworden, dem! die Parteiprogramme, die für die israelischen Verhältnisse gelten, haben für die Judenheiten in der Diaspora keine Bedeutung. Hier wären Parteigruppierungen nach anderen Gesichtspunkten verständlich: religiöse Differenzierungen, Zionisten und Nichtzionisten, und ähnliche Gruppierungen. Um diese internen Schattierungen zwischen zionistischen Gruppen zu vermeiden und an Stelle dessen eine starke und einheitliche zionistische Partei oder Bewegung zu schaffen, hat der Vorstand der THG Vorgeschlagen, einen radikalen Strukturwandel bei der ZO vorzunehmen. Die Grundlage der ZO soll geändert werden. Die Parteien sollen nicht mehr die ZO bilden, sondern die Mitglieder. Es soll nicht Mitgliedschaft zur ZO über die Parteien geben, sondern jeder Zionist soll ohne Parteienvermittlung Mitglied der ZO werden oder sein können. Damit wird die Stosskraft der ZO auf das eine Ziel; auf ISRAEL konzentriert und die Ausrichtung der - zionistischen Bewegung, als dem entscheidenden Faktor im Leben der Galutjudenheiten siehergesteltt. Damit ist zugleich eine einheitliche Führung garantiert, die »ich unabhängig von irgendwelchen Darteiisehen Interessen auf ihre wichtigen zionistischen Arbeiten -konzentrieren kann; Erziehung der Jugend, Hebraieier-ung. jüdische Kulturarbeit, zionistische Orientierung der Galut. Alija und Israel-Arbeit, um nur einige Programmpunkte zu nennen, die übrigens von allen Parteien ohnehin verfolgt werden. Wozu also die Zersplitterung, für die heute kein Raum mehr ist. Man muss den Mut haben, selbst liebgewordene Anachronismen zu beseitigen und den Erfordernissen der Zeit Rechnung tragen, die eine Zusammenfassung aller unserer zionistischen Kräfte verlangt. Htbratiscli in dtr Diaspora Jerusalem. — Ueber 10.000 Studenten lernen in den Ländern der Diaspora heute unter den Auspizien der Er. Z'ehungsableilung der Jew Ish Agency Hebräisch, wie ceren Chef Jizchak Arkavi ln einer Pressekonferenz mitteilte. 2.000 Lehrer wurden in 26 Länder entsandt. Das Grinberg-Seminar für Lehrer aus dem Ausland hat in den letzten drei Jahren 450 Lehrer aus der Dia spora aufgenommen, hiervon 150 aus den USA und 300 aus Lateinamerika. — Wanderung nach Israel angebrochen, jetzt und nicht erst dann, wenn die bittere Notwendigkeit der Aufgabe -unserer Wohnsitze gekomj men ist, wenn die Judenheiten in ihrer geistigen, wirtschaftlichen oder gar physischen Existenz bedroht sein sollten. Eines der unabwendbaren Gesetze unseres zweitausendjährigen Galutschicksals ist der immer wieder auftretende Zwang, zum Wanderstab zu greifen und nach neuen Heimaten Ausschau xu halten. Das auszusprechen oder niederzuschreiben, bedeutet keine Schwarzmalerei, sondern die mutige Konfrontation mit unserer eigenen Geschichte. Aber die Juden haben noch immer nicht verstanden, ihr Schicksal zu meistern. Sie sind nicht nach dem Ersten Weltkrieg in Massen aufgestanden und sind nicht dem Ruf gefolgt, in ihr Land zu ziehen, als es noch Zeit war, als sie die Möglichkeiten gehabt hätten auszuwandern anstatt vor ihren Verfolgern zu entfliehen. Und viele haben gewartet, bis ihnen selbst diese Fluchtmöglichkeiten ge" nommen waren... Aufrufen zur Alija Ist keftl Appell zugunsten Dritte*, wa zugunsten dee Staatep Israel. Aufrufen aut AH]#; bedeutet, unserer GeschicJjr te dieser chaotischen Eeff und dieser Stunde gerecht zu. werden, in der wir nocll aufgrund eigenen Entschließ ssens die Chance haben, u**> sere Zukunft in unserem eigenen Lande zu sichern. In diesem Sinn die Juden aufzuklären und zu wirken, ist eine der wesentlichen Aufgaben, die heute von der zionistischen Bewegung zu erfüllen sind. —