Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2286 (20.9.1968)
- Date
- 1968-09-20
- Page
- [Seite 18] (sequence 18)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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18 Viertle», d« Septlemhr«* de 1(Wg P. WALTER JACOB: '»»'»"II W <> CH B „ AU» XXIX. — MT» 2S)t MAX REINHARDT MERAN Neue Büch (Schluss von Seite 13) für Maeterlinck die verschwendenden stimmen des modernen, vom ..Rundhorizont' und Scheinwerferlicht beherrschten Rühnenraums geschaffen, für das antike Drama und das französische Revolutionsstück eine neue Arena gebaut, so weiss et auch die geistlichen und weltlichen Herren Salzburgs für seine Festspielpläne zu gewinnen; Auf ein Zeichen des Regisseurs Reinhardts stehen alle Räder in dieser Stadt still, wenn .Jedermann“ im mittelalterlichen Mysterienspiel vor dem ßarockportal des Domes sein „Vater unser“ spricht: auf Seine Zeichen beginnen in allen Kirchen Salzburgs die Glocken zu läuten .in Venedigs Strassen, in den Gärten seines eigenen Schlosses, in Riesenbauten, die amerikanische Millionäre für ihn errichten lassen, lässt Reinhardt die Schau" spieler, die Theaterkünstler der ganzen Welt spielen... ein All-Mimiker, ein Zaube" rer, berstend von Ideen, das gleiche Werk drei-, vierfünfmal in verschiedenen Inszenierungen, in immer neuem Rahmen, mit stets verändertem Regieplan, mit . neuen, immer wieder sein Interesse fesselnden Darstellern erstehen lassend, so zieht er durch die Welt, ein Theaterfürst. Anregungen aufnehmend, verwertend .So steht er an diesem Abend Seines Jubiläums in seiner Direktionsloge des Berliner ..Deutschen Theaters”, umbraust vom Jubel der Tbeatermenschen, der Künstler und Wissenschaftler, der Diplomaten und Zeitungsleute , ein Buch von hundert Seiten umfasst die Titel, nur die Titel der von ihm inszenierten Werke, ein anderer vielseitiger Band enthält Bilder seiner Arbeit, die Namen seiner Mitarbeiter aus aller Welt, zwei, drei Generationen von Theaterkünst lern sehen zu ihm als ihrem Meister, Förderer, Anreger auf ., kein Theater der Welt, in dem der Name Reinhardt nicht bekannt wäre, keine Theaterepoche, aus der er nicht Werke als Anregungen für seine Neuschöpfungen hervorgeholt hätte, das Wunder des Theaters, der weltbeherrschenden Bühne, seit Jahrhunderten hat es sich nirgends deutlicher, mächtiger, leuchtender manifestiert als im Werk dieses Mannes, der j Wien nach Berlin, Berlin nach Wien und das deutsche j Theater in die Welt getragen hat!! oOo Dreizehn Jahre sind seit dem denkwürdigen Berliner Reinhardt-Jubiläum vergangen, vier Jahrzehnte seit jenem Abend im Café Monopol .. wieder hat der Schauplatz gewechselt, wieder hat sich die Welt verändart, nicht nur die des Theaters, sondern die Welt draussen, die harte, unbarmherzige der Tatsachen, und in einem Jahrzehnt gründlicher, grausamer, irrsinniger als in einem Jahrhundert zuvor. Die Barbarei ist im Herzen Europas auferstanden. ihre intellektuellen Helfershelfer haben jahrhundertealte Traditionen zerstört. gewachsenes Kulturgut zerschlagen... Die Theater, die Reinhardt geschaffen, sind keine Reinhardt- Bühnen mehr, die Helfer früherer Jahre sind in alle Winde verweht, die Ensembles verstreut .. Edmund, der sorgende Bruder, Kahare, der Dramaturg, Harden, der Generalproben - Tiger der Schumannstrasse, Siegfried Jacobsohn, der Kritiker-Freund, sie alle sind lange tot..., weit .weg von den Stätten der; Triumphe, der grossen Regie-Taten, der Huldigungen, ■ der Arbeit eines ganzen Lebens I sitzt Reinhardt, der Siebzi- ' ger, nun als Emigrant in Blick in die Weit vtn HAROLD StiHWARCZ CSR-Prenrtier Oldrich Cernik erklärte, die Kontrolle der gesamten Presse werde wieder hergestellt-..werden. NEUE UNRUHEN waren in Montevideo zu. verzeich ne«. — DIE KAEMPFE in Vietnam haben erneut an Heftigkeit zugenommen. — NACH EINEM Dammbruch in Mexiko wurden drei Dörfer durch die Fluten weggespült. — DIE INTERparlamentarische Weltkonferenz in Lima verurteilte den russischen Ueberfall auf die CSR. — EXFILMSTAR Shirley Temple, jetzt USA'Politikerin, reiste nach Europa, um dort unter den Amerikanern Wahlpropaganda für Nixon zu machen... — DE GAULLE klagte die Amerikaner, Russen und Engländer an, durch das Yalta-Abkommen (1945') Europa in Einflusszonen aufgeteilt zu habën, — ZU SCHWEREN Tumulten kam es an verschiedenen Schulen in New York. — U THANT verlangte auf der afrikanischen Konferenz in Algier die sofortige Beilegung des Konflikts mife.Biafra. HAITA KLAGTE die venezolanische Regierung an, eine Invasion exilierter Gruppen gegen Haiti vorzubereiten. — DER TSCHECHISCHE Aussenminister Jirl Hajek ist zurückgetreten. — FRANKREICHS Aussenminister Michel Debré erklärte. die Aussenpolitik werde nicht geändert, auch nicht die ablehnende Haltung gegen die Aufnahme Englands in die EWG. — DIE ZIVILbevölkerung der ägyptischen Stadt Suez sei evakuiert worden, meldeten die Zeitungën Kairos. — DIE RUSSEN behaupteten, ihre Truppen aus der CSR zurückgezogen zu haben. — SCHWERE Zusammenstösse zwischen def Falange Francos und der katholischen Organisation „Opus dei“ werden aus Madrid gemeldet. — DER UN-Sicherheitsrat erklärte, die Bestimmungen des Waffenstillstandes im Mittleren Osten müssten genau eingehalten werden. — SCHON WIEDER wurde versucht, ein Flugzeug zu kapern, aber diesmal vergeblich. — DER PRAESIDENT Frankreichs'beschuldigte die Russen, sie würden mit Gewalt ihre europäischen Satelliten unterdrücken. — «111*51 a«»« 1CI Nordamerika. Am Sunset Boulevard in Hollywood hat er sich ein neues Haus ge" | baut. Ein k’eines Haus, keij nen Palast, keine Arena, i keinen Dom. Zu den Anfän- ¡ gen jener Berliner Jahre ' um die Jahrhundertwende, zur Experimentierbühne im kleinsten Rahmen ist der Siebzigjährige nun zurück" S gekehrt. j Und um ihn, der fünfund- I zwanzig Jahre der erste ' Theatermann Europas war, '. schart sich jetzt die Jugend i des amerikanischen Thea- : ters, der Nachwuchs des! nordamerikanischen Films. I Die Reinhardt - Seminare, einst der Stolz Berlins und Wiens, sie sind an der kalifornischen Küste wiedererstanden. Nicht vor Prachtdekorationen, nicht in Riesenräumen, sondern in gewöhnlichen Zimmern massiger Dimensionen haben die ersten Schulaufführungen stattgefunden; aus ihnen sind die ersten amerikanischen Reinhardt-Darsteller hervorgegangen. Alte und neue Freunde unterrichten diesen neuen Reinhardt- Nachwuchs; Muni, Sokoloff, Dieterle, Korngold und viele andere gehörten zum Lehrerstab des „Max Reinhardt Workshop“, und der Zauberer selbst sitzt wieder am Regiepult, lehrend, leitend, Talente entdeckend und formend . Denn eines ist gleichgeblieben in diesem Schauspieler, der zum grössten Regisseur seiner Epoche wurde: ob er 1902 den Jugendfreunden seine Pläne verriet, ob er 1930 die Huldigung der Welt entgegen, nahm oder 1943 junge Amerikaner auf die Bühnen- und Filmlaufbabn in einer ihm neuen, fremden Sprache, in einem kleinen, unscheinbaren Hause yorbe-. reitet; Die Theaterbessesenheit,. die Verliebtheit in das schauspielerische Talent, die Jagd nach der Persönlichkeit des Darstellers, die Vision der Bühne als eines gesteigerten, verdichteten, verklärten Abbildes des Menschen und seines Lebens. Der Tod, der Max Reinhardt am 31- Oktober 1943, inmitten neuer, reifer, Theatergedanken und Theaterpläne, in New York ereilte, enthebt uns der Frage, zu welchen neuen Ufern der Weg dieses Künstlers, seine Bühnen- und vielleicht seine Film-Arbeit in diesen schicksalsschweren Jahrzehnten noch hätte führen können. Vor fünfundzwanzig Jahren haben sich die Augen des junggebliebenen Siebzigers für immer geschlossen. Wohin sie je blickten, da war Theater, da wurden Talente entdeckt, Schauspieler geformt, Bühnenräume geschaffen. Von Shakespeare bis zum Wiener Volkstheater, vom antiken Chordrama bis zum naturalistischen Kammerspiel, von der Mysterienbühne bis zur Operette. von Maxim Gorki bis Frank Wedekind, von Hof* mannsthal bis Moliere reichte sein Arbeitsfeld. Kaum eine Persönlichkeit im ganzen Bereich der Weltgeschichte des Theaters, deren Lebenskreis weiter gespannt, deren Wirkung grösser, deren Einfluss reicher als der seine gewesen wäre! Ein nationalistischer Kritiker meinte einst, das „Deutsche Theater“ des Ausländers und Juden Reinhardt in Berlin habe kein Recht auf diesen Namen; man solle es je nach dem Programm der betreffenden Spielzeit in „Französisches“ oder „Englisches“ Theater umbenennen. Dieser Chauvinist hat mit seiner sicherlich witzig gemeinten gefährlichen Gehässigkeit Max Reinhardt unbewusst das grösste nur denkbare Lob gespendet. Ein Lob, das ihn und seine Theaterwelt gerade heute wieder aktuell im besten Sinne des Wortes erscheinen lässt. Denn wenn das Theater im zukünftigen Weltgeschehen einen Sinn behalten soll, so kann es nu ■ der sein, zu versöhnen, Menschen und Völker durch gegenseitiges Verstehen sich erkennen und gegenseitig schätzen zu lernen. Gewiss, gerade der Schauspieler ist und bleibt dem Material seiner Sprache verbunden wie kaum ein anderer Künstler. Aber wenn ein neuer Humanismus, eine neue Schätzung und Wertung des Menschen nach der Epoche der grössten Menschenverachtung und Menschenschändung da? Ziel aller Fortschrittlichen und Vorwärtsschreitenden bleibt, so muss gerade das Theater mit seinem menschlichsten Kunstmaterial immer wieder das eine grosse Ziel verfolgen; Menschen und Völker einander näherzubringen, Brücken der Verständigung zu schlagen. Mittel zur Menschwerdung über alle Grenzen und Schranken hinaus zu sein. Mag man den Einzelleistungen wie immer gegenüberstehen, mag man ihm im Vergleich zu der grossen naturalistischen Aera eines Brahm, eines Antoine, eines Stanislawsky „Verspieitheit und einen Hang zur Ueberbetonung des Technischen und Dekorativen vorwerfen, die Universalität und Internationalität seines Wirkens steht ausser und über aller Diskussion. Der Mann,, der fast ohne Kenntnis der französischen Sprache mit franzöischen Schauspielern meisterhaft gearbeitet hat, der Regisseur, der englisch und italienisch sprechende Mensehen auf die deutsche Bühne führte, mit Italienern und Amerikanern mit notdürftiger Kenntnis ihrer Idiome herrliche Kunstle:- stungen vollbrachte, dieser grosse Küstnler hat bewiesen, dass nicht nur die Musik, nicht nur die wortlose bildende Kunst und Panto mime, nicht nur die aller dings der Uebersetzung bedürftige Literatur, sondern auch das Theater eine universelle, von allen sprachlichen Trennungen unabhängige, ganz und gar internationale Kunst ist. In diesem Sinne einer Kontinente, Völker und Menschen verbindenden Thea ter-Kunst, einer Bühnen* Arbeit, die allen Hass, alles Unverständnis, alle seeli jehen und materiellen Grenzen überwindet durch die Allmenschlichkeit, ist Name und Werk Max Reinhardts nicht zur Erinnerung und abgeschlossene historisch-* Grösse, in diesem Sinne bleibt seine Lebensarbeit eine Mahnung und ein Programm für das Theater der Gegenwart und Zukunft. Und in diesem Sinne mögen die Worte interpretiert sein, die ein Theatertnstorr ker einst über Reinhardt schrieb: „Seit den Tagen, da Calderón aus den Han den des Königs Philipp IV. den Mantel de« Santiago- Ritters empfing, ist niemand im Bereiche des Theaters so hoch gestiegen wie er, Max Reinhardt!“ Meran, ein Kurort im italienischen Süd-Tirol, hatte vor dem letzten Weltkrieg gegen 700 jüdische Einwohner; jetzt nur 30. Diese Stadt war einst bei Juden populär, da hier ein .Jüdisches Sanatorium“ war, welches durch eine kurze Zeit durch den „Joint” subventioniert wurde. Leider wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das Sanatorium geschlossen und jetzt befindet sich dort ein Hotel. Peretz Smolensky, der hebräische Schriftsteller und Herausgeber der hebräischen Zeitschrift „Haschachar“ (Wien) hatte im Sanatorium Heilung gesucht, aber er starb hier im Jahre 1885, im Alter von .kaum 43 Jahren. Franz Kafka unterzog sich im Sanatorium einer Kur. Sein Doktor, Dr. Josef Kohn, verliess Meran nach dem letzten Weltkrieg und Hess sich in Israel nieder. Auch Chaim Weizmann pflegte seine Ferien in Meran zu verbringen. Meran hat einen schönen Tempel, der im Jahre 1901 eröffnet wurde. Dieses Gotteshaus ist jetzt selten offen, gewöhnlich nur an den Hohen Feiertagen. Vor einigen Jahren wurde der Tempel mit antisemitischen Losungen und Hakenkreuzen beschmiert. Meraa hat keinen Rabbiner mehr, nicht einmal einen hebräischen Lehrer. Für die Hohen Feiertage ladet die jüdische Gemeinde einen Rabbiner oder einen Kantor aus Verona oder aus einer anderen Stadt ein. Die deutschsprechenden Einwohner aus Meran, im Gegensatz zu den italienischen Bürgern, sind als Antisemiten bekannt. Als die deutschen Soldaten im September 1943 in Meran einmarschierten, halfen sie begierig, um die Juden zu deportieren. Die italienische Polizei dagegen warnte | rechtzeitig die Juden vor j drohenden Verhaftungen, so dass sich manche rechtzeitig retten konnten. Ein Denkmal für 50 Juden, die in Konzentrationslagern umgekömmen waren, wurde am 'jüdischen Friedhof errichtet. Ein anderes Denkmal zur Ehrung vop „Professor Boris“, der Juden geholfen hatte, nach Palästina zu gehen, wurde hier von den „Mitgliedern der Bricha“ aufgestellt. Da ein Teil der Bevölkerung Sympathien für den Nationalsozialismus gezeigt hatte, flüchteten etwa 100 Naziverbrecher nach Meran und fanden hier und in der Umgebung Aufnahme. Der Kurort wurde eine Zufluchtstätte für Nazis. Die Frau von Dr. Josef Mengele lebt in Meran, ist die Besitzerin einer Fabrik von Traktoren, macht gute Geschäfte und soll sehr reich sein. Die Frau von Martin Bormann starb in Meran. Seine Tochter wurde durch die Heirat mit einem Mitglied einer nazistischen und terroristischen Familie italienische Staatsbürgerin. Sie ist Lehrerin einer deutschen Volksschule in Meran. Auch Mitglieder der Familie Hermann Göring fanden Gastfreundschaft in Meran. Nicht weit von Meran wurden falsche Dollars und Pfundnoten gedruckt. Vor etwa zwei Monaten wählten die Mitglieder der jüdischen Gemeinden von Meran, Bozen und von den umgebenden Dörfern — zusammen etwa 50 Personen — einen neuen Präsidenten, den jungen und energischen Dr. Frederico Steinhaus. Sein Buch über die Juden Spaniens, vor und nach der Inquisition, wird noch in diesem Jahr in Bologna erscheinen. Seine Hauptaufgabe als Präsident ist der Schutz des Tempels und des er Ephraim Ktohon; Pobreci- U> Gotiat, erschienen ¡m Verlag Candeiabro, Buenos Aires 1968. — Der bekannte israelische Schriftsteller Ephraim Kishon, dessen unterhaltsame Bücher heute weltbekannt sind, widmete dieses Buch ..allen Völkern, die noch die Kraft haben, über sich selbst zu lachen“. Wie das Werk jedes echten Humoristen gibt Kishon in diesem Buch hinreichendes Material, um nicht nur zu lächeln, sondern auch um nachzudenken. Das macht dieses Werk interessant uodr lesenswert. — Karl r«rah*4 Werner: Das NS-GeschichtsbiW und die deutsche Geschichtswissenschaft. — Kohlhammer- Verlag. 196T. — Das mit grossem wissenschaftlichen Ernst und tiefer Sachkenntnis geschriebene kleine Werk trägt auf seinen wenig mehr als 100 Seiten zum Verständnis einer Epoche bei, die wir alle miterlebten und die für unser Schicksal entscheidend war. Wesentlich sind die einleitenden Kapitel, wie aus den verschiedenen Komponenten einer Zeit, die der NS-Periode vorausging, das Bild und die Programme des NS geformt worden sind- Zu spät hat man verstanden, wozu die in der „guten alten Zeit“ entstandenen völkischen Ideen führen solten und tatsächlich geführt haben. — Lothar Tetaner: Megilla (Esther-Rolle), Verlag Alfred Töpelmann, Berlin, Walter de Gruyter, 1968. — In der Schriftenreihe >PDie Mischna“, Text. Uebersetzung und ausführliche Erklärung mit eingehenden geschichtlichen und sprachlichen Einleitungen und textkritischen Anhängen, die heute von den Professoren Karl Heinrich Rengstorf und Leonhard Rost heraus" gegeben wird, ist der Band MEGILLA (Esther - Rolle) erschienen, der .„vielleicht nur besondere. interessierte Kreise anapricht, abjer auch für den Laien ein umfangreiches, beinahe erdrückende« Material an Wissen und Deutung bringt. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Erläuterung und Kom^ mentierung des Mischna" Traktats Megilla, die gleichzeitig wesentliche Hinweise auf das Purimfest aus christlicher Sicht enthält, ____ Tod eines Juristen Kurz vor Vollendung sei nes 60. Lebensjahres starb in Frankfurt a- M. der Jurist Dr. Max Mandellaub, der in den letzten Jahren erfolgreich als Wirtschaftsjurist tätig war. Bekannt geworden ist er indes als ehemaliger Mitankläger im Nürnberger Prozess und schon vorher, als er, der Flüchtling vor Hitler in die USA, bereits 1942 in der amerikanischen Zeitschrift „Nation“ aufgrund von Informationen auf die kom* mende Vernichtung der Juden hinwies. In den USA wurde er ein hochangesebener Beamter der Behörde für wirtschaftliche Kriegführung, bis er in den Ankla" gestab des KruppVeHab rens gerufen wurde. jüdischen Friedhofes. Er beabsichtigt, zum ersten Mal, einen Seder für die gesamte Judengemeinde zu organisieren und will, von Zeit zu Zeit, Filme aus Israel zeigen, um das jüdische Interesse zu wecken. Dr. Steinhaus ist über das Weiterbe' stehen der jüdischen Gemeinde in Meran sehr pessimistisch. JOSEF FRAENKEL