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Jüdische Wochenschau · 1968-09-20 · 2286 (20.9.1968) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2286 (20.9.1968)
Date
1968-09-20
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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P. WALTER JACOB; MAX R Ein Spätsommer abend des Jahres 1902: Im Café Monopol in Berlin sitzen am groasen Stammtisch in der Mitte des heute längst verschwundenen Lokals Maler, Schriftsteller, Literaten imd Schauspieler. Die Theaterleute sind erregt, denn die Neugründung einer Bühne steht zur Debatte, oder besser gesagt, man berät gerade, wie man das neue Theater eröffnen und einweihen wird, das aus der Kleinkunstbühne ,.Schall und Rauch“ jetzt hervorgehen soll. Max Reinherdt, von Otto Brahm, dem Meister des Naturalismus, vor genau acht Jahren vom Stadttheater Salzburg nach Berlin geholt, einer der begabtesten jüngeren Darsteller des Brahmscheri Ensembles, ist der spiritus rector der Schauspielergruppe, die das literarische Kabarett nun in das Kleine Theater verwandeln, statt der Ueberbrettl Improvisationen in Zukunft richtige, abendfüllende Theaterstücke spielen will. Ihm zur Seite sitzen Edmund Reinhardt, der dem Bruder die finanziellen Sorgen schon damals abnimmt, für ihn rechnet, Geld zu* sammenbringt, für ihn die nicht immer angenehmen Bittgänge macht, die Verhandlungen mit Schauspielerkollegen führt, und Arthur Kahane, der theaterberessene Literat, der die Theaterstücke, die Bühnenliteratur aller Länder verschlingt. wie kein anderer literarische, dichterische Talente entdeckt, ahnt, zutage fördert. Lange hat man gesprochen, das heisst alle haben gesprochen.. Nur Reinhardt hat geschwiegen. Die Hände tief in den Hosentaschen, den Blick irgendwo zur Dekke, auf einen der altmodischen Gaskandelaber gerichtet, sitzt er sinnend da, oder vielleicht auch schlafend, träumend. Denn niemand weiss — heute nicht und Jahrzehnte später nicht — wann dieser Mann eigentlich schläft. Jetzt scheint Zum 25. Todestag Kurz nach dem Todestag dieses Fürsten des Theaters, der Max Reinhardt gewesen ist, veranstaltete am 17. November 1943 der damalige Direktor der FDB (Freien Deutschen Bühne) und Autor unseres heutigen Gedenkartikels, der bekannte Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller Paul Walter Jacob im Cine Gran Sp’.endid eine Gedächtnisfeier, an der über tausend Menschen, unter ihnen bekannte Per sönlichkeiten der internationalen und argentinischen Kunst, teilgenommen haben. Nach der Veranstaltung wurde ein Dokument unterzeichnet, das als posthume Ehrung des Meisters seiner Witwe, Helene Thimig, übermittelt wurde. er etwas auf dem Herzen zu haben, jetzt sieht man, wie die linke, dann die rechte Gesichtshälfte dicker v ird, denn die Zunge kreist in seinem Munde, wie immer, wenn er nachdenkt, M’enn er zusieht, beobachtet, Studien macht. Man hat an diesem Abend, in dieser Nacht kaum über etwas anderes geredet als über das neue Theater, das auf dem _ heissen Berliner Pfiaster sich auftun soll. Mat hat ein bisschen geraten, was dieser Reinhardt eigentlich vorhat, womit er den Sprung von der „kleinen“ zur ..grossen“ Kunst auf den Brettern, die die Welt bedeuten, wagen wird. Und nun scheint der neue Direktor selbst etwas darüber sagen zu wollen. Er sieht die zunächst Sitzenden an, beginnt, ist mit den errten Worten mitten im Thema, entwickelt sein Pro gramm. Er spricht von jener neuen Art Theater, die ihm vorschwebt, ein Theater, das den Menschen wieder Freude gibt, das sie aus der grauen Alltagsmisere über sich selbst hinausführt, in eine heitere und klare Luft' der Schönheit;' ,,Ich fühle, es, wie die Menschen es satt haben, im Theater immer wieder das eigene Elend wiederzufinden, und sie sich nach hel'eren Far- , ben und einem erhöhten Leben sehnen. Das heisst nicht, AUFRUF an alle Ueberlebenden von Theresienstadt und an a!le, die Angehoerige dort verloren haben Am 21. Mai 1965 trafen sich Ueberlebende des Ghettos Theresienstadt im Kibbuz Givat-Chaim (Ichud), um aus Anlass des 20. Jahrestages der Befreiung das Andenken derer zu ehren, die Opfer der Verfolgung wurden. Einstimmig wurde beschlossen, eine Stätte der Erinnerung zu schaffen, die zrgleich konstruktiven Zwecken dienen soil. Gedacht ist an ein „Beth-Terezin“ in Givat-Chaim. Dieses soll zu einem kleineren Forschungs- und Publikationszentrum mit einer Bibliothek, Studien- und Gasträumen und einem Gedenkzimmer mit Verzeichnis aller früheren Theresienstädter ausgestaitet werden, das sich mit der Katastrophe der jüdischen Gemeinschaft in Mitteleuropa, besonders der Geschichte des Ghettos Theresienstadt, befassen soll. Es wurde eine „Gesellschaft zum ehrenden Gedächtnis an die Opfer des Ghettos Theresienstadt“ (Theresienstadt Martyrs Remembrance Association) gegründet, deren Vorsitzender der derzeitige Botschafter des Staates Israel in Wien — Seew Shek — ist. Ihr Zie. ist, die Verwirklichung und Finanzierung dieses Projekts zu sichern. Die in Israel lebenden früheren Theresienstädter haben sichverpflichtet, ein Drittel des veranschlagten Gesamtbudgets durch Selbstbesteuerung aufzubringen. Sie appellieren in erster Linie an alle Ueberlebenden von Theresienstadt in der Welt, ihr dabei zu helfen und damit zugleich ihren umgekommenen Angehörigen ein würdiges und sinnv© les Denkmal zu setzen. Alle, die beitragen wollen, dass diese würdige Gedächtnisstätte für Theresienstadt und seine früheren Insassen Wirklichkeit wird, werden gebeten, sich mit dem Unterzeichneten (Adresse untenstehend) in Verbindung zu setzen. Für das Comité: Prof. Dr. Berthold Sinnsohn 6 Frankfurt/Main 1 — Grüneburgweg 139 dass ich auf die gewaltige Errungenschaft der naturalistischen Schauspielkunst, auf die nie vorher erreichte Wahrheit und Echtheit verzichten will. Das könnte ich nicht, auch wenn ich es wollte. Denn die strenge Erziehung zu unerbittlicher Wahrhaftigkeit ist aus der Entwicklung des Theaters nicht mehr wegzudenken; und es gibt keinen, der an ihr je vorübergehen könnte. Aber ich möchte diese stren. ge Erziehung weiterführen, diese Entwicklung für anderes furchtbar machen als nur Zustands- und Umwelt. Schilderung; ich möchte denselben höchsten Grad von Wahrheit und Echtheit an das rein Menschliche wenden, in einer tiefen und verfeinerten Seelenkunst, und möchte das Leben auch von einer anderen Seite zeigen als der pessimistischer Verneinung, ebenso echt und wahr auch im Heiteren und erfüllt von Farbe und Licht!“ „Ich denke nicht daran, mich auf ein bestimmtes literarische« Programm festzulegen, auf den Naturalismus so wenig wie auf ein anderes. Ich fühle, dass die mir höchste Kunst unserer Zeit, die Tolstois, weit über den Naturalismus hinausgewachsen ist, dass Strindberg, Maeterlinck, Wilde neue Töne angeschlagen haben, dass Wedelrind und Hofmannsthal neue Wege gehen. Und ich spüre überall neue, junge Kräfte im Wachsen. Alle diese neuen, jungen Begabungen, von wo immer sie mir Zuströmen, sollen mir willkommen sein; selbst das literarische Experiment werde ich nicht scheuen, wenn ich an seinen Wert glaube.“ „Freilich, das eine muss ich heute sagen: Mir ist das Theater mehr als nur eine Hilfskunst anderer Künste. Es gibt für mich nur einen einzigen Zweck des Theaters; Das Theater, und ich glaube an ein Theater, das dem Schauspieler gehört. Das Theater schuldet dem Schauspieler das Recht, sich nicht nur nach einer bestimmten literarischen Doktrin, sondern nach allen Seiten zu betätigen, seiner Freude am Spiel, an der Verwandlung freien Lauf zu lassen. Ich kenne die spielerischen, die schöpferischen Kräfte der Schauspieler, und ich hätte manchmal nicht übel Lust, etwas von der alten Commedia dell’arte *n unsere allzu disziplinierte Zeit zu retten, nur um dem Schauspieler wieder von Zeit zu Zeit die Gelegenheit zu geben, zu improvisieren und über die Stränge zu schlagen.“ „Ich werde an meine Schauspieler die höchsten Ansprüche stellen. Wahrheit und Echtheit verstehen sich von selbst; aber ich verlange mehr. Ich will schöne Menschen um mich haben, LITERATUR»!* und ich will vor allem schöne Stimmen hören . . eine gepflegte Kunst der Sprache, wie es sie einmal am alten Burgtheater gab, nur nicht mit dem Pathos von damals, sondern mit dem Pathos von heute. Ich denke mir ein kleines Ensemble der besten Schauspieler. Intime Stücke, von guten Schauspielern gut gespielt und so sorgfältig einstudiert, dass schliesslich auch die stärksten und auseinanderstrebendsten Individualitäten wie in einem Akkord zusammenklingen. Und dann, wenn ich mir dieses Instrument, mein Schauspieler- Ensemble, geschaffen habe, dann kommt erst das Eigentliche: dann spiele ich Klassiker! “ „Sie sehen mich erstaunt an? Ja, ich halte die Klassiker für den heiligsten Besitz des Theaters. Ich sehe in den Werken der klassischen Dichter den naturgegebenen, eisernen Grundbestand des Repertoires. Und für mich beginnt Schauspielkunst erst da, wo sie sich an den grossen klassischen Aufgaben bewährt. — Gewiss, ich kenne den Geruch von Langeweile, der den üblichen Klassiker - Aufführungen anhaftet, und ich verstehe das Publikum, wenn es dr aussen bleibt; ich weiss, welche Patina von Pathos und leerer Deklamation eine erstarrte Hofthea-' 1er - Tradition über diese Werke gelegt hat. Dieser Staub muss weg!“ „Man muss die Klassiker neu spielen; man muss sie so spielen, wie wenn es Dichter von heute, ihre Werke Leben von heute wäretv! Man muss sie mit neuen Augen anschauen, mit derselben Frische und Unbekümmertheit. anpacken, wie wenn es neue Werke wäre, man muss sie aus dem Geiste unserer Zeit begreifen, mit den Mitteln de« Theaters von heute, mit den besten .Errungenschaften unserer heutigen Schauspiel- . kunst und Bühnentechnik spielen! Dann wird von den Klassikern her neues Leben 1 über die Bühne kommen: Farbe und Musik und Grösse und Pracht und Heiterkeit!“ „Und eigentlich müsste man dann zwei Bühnen nebeneinander haben, eine grosse für die Klassiker und eine kleinere, intime, für die Kammerkunst der modernen Dichter. Schon damit der Schauspieler in keinem Stil erstarren und sich immer wieder in beiden Darstellungsarten erproben kann. Ja, lachen Sie bitte nicht, eigentlich müsste es noch eine dritte Bühne geben, und ich sehe sie auch schon vor mir; Eine ganz grosse Bühne für eine Kunst monumentaler Wirkungen, ein Festspielhaus, vom Alltag losgelöst, ein Haus des Lichts und der Weihe, im Geiste der Griechen, aber nicht nur für die griechischen Werke, sondern für die grosse Kunst aller Zeiten bestimmt, in der Form des Amphitheaters, ohne Vorhang, ohne Kulissen, vielleicht sogar ohne Dekorationen, und in der Mitte, ganz auf die reine Wirkung der Persönlichkeit, ganz aufs Wort gestellt, den Schauspieler, mitten im Publikum, und das Publikum selbst, Volk geworden, mit hineingezogen, selbst ein Teil der Handlung, des Stücks. Mir war der Rahmen, der Bühne und Welt trennt, nie etwas Wesentliches, meine Phantasie hat sich seiner Despotie immer nur ungern gefügt; ich ae- JUDEN IS Vl . Auch die nichtjüdische Bevölkerung der CSR befindet sich in einer verzweifelten Sitmmung, aber die Juden haben noch überdies ihre eigenen grossen Sorgen. Soll doch nach aller Wahrscheinlichkeit ihr Schicksal künftighin nicht mehr von der liberalen Regierung, sondern vor allem von den Moskauer Machthabern abbängen, die noch vor kurzem in ihrer Presse die .Juden und Zionisten“ beschuldigt haben, durch ihre Intrigen die Liberalisierung in die Wege geleitet zu haben. Es geht also um die Zukunft der Juden in der Tschechoslowakei als Individuen und als Gemeinschaft. Noch vor den Verhandlungen in Cierna und Bratislava, also in der Hochstimmung der Lifoeralisierungszeit, formulierten die jüdischen Gemeinden in der Republik ihre Wünsche an die Regierung. Spricht man noch davon? 'Wird die Dubcek-Regierung — wie man gehofft hatte — den Weiterbestand des Judentums si' cherstellen? Freilich ergibt sich hierbei die Frage, ob darunter auch die jüdische Religion, die „Jüdischkeit“ gemeint werde. Nach der Schätzung von Ota Heitiinger, einem führenden Prager Juden — so meldet die Jüdische Telegraphenagentur — gäbe es noch etwa 1.500 religiöse Juden in Prag. Offenbar werden hierunter die Juden gemeint, die der Jüdischen Gemeinde angeschlossen sind. Die überwiegende Mehrheit dieser Juden dürfte aüs der Slowakei, wo es noch mehr jüdische Substanz gibt, eingewandert sein. Man nimmt aber an, dass sich tausende Juden in Prag „nicht zu erkennen gaben“ und ihr Judesein leugnen oder verheimlichen, sodass die wirkliche Zahl' der in Prag ansässigen Juden bedeutend’ höher, nach manchen sogar nicht weit von 10.000 sein* dürfte. Ein« Trauung nach jüdischem Ritus fand in Prag schon seit Jahren nicht statt. Eirte Barmizwa-Feier gehört zu den grössten Seltenheiten. Jüdische Speise' Vorschriften? In einem Flügel des 400 Jahre alten jü. dischen Rathauses in Prag gibt es noch ein koscheres Restaurant. Die ältesten Mitglieder der Gemeinschaft pflegen sich hier nach dem Freitagabend - Gottesdienst zum gemeinsamen Abendessen zu versammeln. Der Gottesdienst findet in der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Altneuschul statt, doch überschreitet die Zahl der Beter selbst am Schabbat kaum einen Minjan. Das Gebäude der Alk neuschul, ein Prachtstück mittelalterlicher Gotik, wird von Touristen viel besucht und bewundert. Die künstlerisch geschnitzten Stühle mit hohen Rückenlehnen ion Dr. VOMTOV UBWtf j7. Jahrhunc wu#n m netiscbu1 ei"g e)le der H< nuDg 7 . jn der 1 des Ate jüdische - Publik >sl i* \[e seit d< geBd m grösseres Secbstag^Ljsche * tere^ur/;slCb a^Weímit dem ) .ITzu dentmf die > ■a® V0ltE bat A“f thrj.n eine" BibeH' safii—- Gebet für Israel Ewiger, G’tt unserer Väter, Erhabener und Allgewaltiger, Gesegnet Dein Name. — Wir beten zu Dir in dieser fei«ikten Stunde Des Gedenkens an die Männeiiad Frauen, An die jungen, lebensstarken Jtnschen, Die in täglicher zäher WerkarM , in Aus Wüste und Sand, aus Sun# und Felsgesie Blühende Felder, fruchtbare A#r' Wälder und Täler, geschaffen; Das heilige Land, das von Dirreiheissene Land: I s r a e Wir beten zu Dir in dieser weitevollen Stande Des Gedenkens an die Unbekarateu und Ungenannt« Deiner Söhne, Die Jahrzehnt um Jahrzehnt taten und wirkten, Dass Wirklichkeit werde Der Traum eines Grossen, Die Vision eines Heimgekehrtet, Die Sehnsucht von Generation«!.' Medinat I i rill, •Wir beten zu Dir in dieser bewgendw StaMi brüderlichen Gedenkens an ah Die im Kampf um die Freiheit Im Kampf um die Unabhängig Israels gefallen, Auf dass unser Volk lebe! Herr der Welt, Du hast an um di; {ross« Wunder getan Dass Dein Volk nach den Jahm Der Verfolgung-, der Deportation 4«-Haast««,- Der Not'und Verzweiflung,- der Fluch.»nd 4tt Leide) Sich aufs Neue aus dem Staube ahofe. Wir erflehen von Dir, G’tt uns«« Väter, Den Segen deiner Liebe, den Segen des Friedens, Gib uns die Kraft, gib uns den Mut Als Dein Volk zu bestehen. Segne unser kleines Israel, Segne die ganze Menschheit Und begnade sie mit dem Lick Deiner Erkenntnis der BrüdeneWt aller Erdenkinder. HANS SILBER he in ihm nur einen Notbehelf der alten Guckkastenbühne, nicht für alle Zeiten gültig. Und alles, was die' sen Rahmen sprengt, die Wirkung erweitert und steigert, den Kontakt mit dem Publikum verstärkt, ob nach der intimen oder monumentalen Seite hin, wird immer willkommen sein. Wie mir alles willkommen sein wird, was die ungeahnten Möglichkeiten des Theaters zu steigern und zu vermehren geeignet ist.“ — oOo Achtundzwanzig Jahre sind seit jener denkwürdigen Nacht im Berliner Café Monopol vergangen; man schreibt den 30. Mai 1930. Was Berlin, was Deutschland, was Europa an Berühmtheiten in Wissenschaft Kunst, Literatur, Musik und Theater besitzt, gibt sich ein Stelldichein im „Deutschen Theater“ in Berlin. Abgesandte aller Länder, die grössten lebenden Dichter, Literaten, Komponisten, Dirigenten, Schauspieler, Journalisten, die Vertreter der jungen Theaterwissenschaft aller Universitäten der Welt strö. men an diesem Mai-Abend in das berühmte Haus in der Schumannstrasse. Einige Minuten nach sieben Uhr verstummt aller Lärmim Zuschauerraum, die Blicke der Zelebritäten zweier Erdteile richten sich auf die erste Parkettloge links. Ein Mann mit grauen Schläfen tritt an die Brüstung, und plötzlich erhebt sich die ganze Zuschauerschaft und bringt dem Mann dort in der Ecke eine minutenlange Huldigung dar: Es ist Max Reinhardt, seit fünfundzwanzig Jahren nun Dhek- ■ tor dieses Hauses, eine europäische, eine Welt - Berühmtheit! Was an jenem Catetiseh vor 28 Jahren gesprochen und versprochen wurde, ist inzwischen Stück für Stück, Etappe auf Etappe durchgeführt, realisiert und zu Ende gebracht worden; Mit Gorkis „Nachtasyl“ Ist damals, im Jahre 1902, das „Kleine Theater“ eröffnet

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