Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2285 (13.9.1968)
- Date
- 1968-09-13
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 13 de Septiembre de 196# SEMANA ISRAELITA AS« XXIX. — N* 2jjs¡ Ereignisse der Woche Die grosse Tagung Der Verband der argentinisch-israelischen Gemeinden <Vaad Hakehilot) hat «um 8- Kongress dieses Verbandes eingeladen, der gestern Nacheröffnet worden ist. Mit einer besonderen Sorgfalt wurden die Vorbereitungen getroffen, um diesen Kongress zu einem vollen Erfolg für die künftige Gemeindearbeit werden zu lassen. Seit Monaten haben die zuständigen Instanzen unter der Leitung des Präsidenten Dr. Tobias Kamenszain und des Generalsekretärs Hirsch Triwaks unermüdlich dafür gearbeitet, dass dieser Kongress unter Mitwirkung einer Reihe besonders hervorragender Persönlichkeiten des internationalen jüdischen Lebens bleibende Werte schafft und Richtlinien aufstellt, nach denen sich die Gemeindearbeit nicht nur in Lateinamerika orientieren sollte. Neben der Mitwirkung des Botschafters Israels in Argentinien D. Mosche Alon war es gelungen, den israelischen Kultusminister (Religionsminister) Dr. Zerach Warhaftig, den rumänischen ©berrabbiner und Präsidenten des dortigen Gemeindeverbandes Dr. Moses Rosen, den Rektor der Hebräischen Universität in Jerusalem, Prof. Nathan Rottenstreich, und den Repräsentanten der Jewish Agency in London, Dr. S. Levenberg, als Gäste *’j gewinnen, die diesem Kongress eine besondere Note und einen besonderen Glanz verleihen werden. Neben zahlreichen repräsentativen Veranstaltungen, bei denen die Ehrengäste zu Worte kommen werden, sind Arbeitssitzungen vorgesehen welche den praktischen Aufgaben des Kongresses zu dienen haben. Die wichtigsten Themen, die zur Behandlungen kommen, umfassen die Gebiete der Erziehung und Kultur, für die neben anderen lokalen Rednern Herr Jaime Finkeistein gewonnen wurde, der sich als der Direktor der Scholem Aleichem Schule in Buenos Aires einen grossen Namen verschafft hat und heute als einer der führen, den jüdischen Pädagogen anzusehen ist. Seine Ernennung zum Direktor des Erziehungs- und Kulturdepartaments der Jewish Agency in Jerusalem, die während des letzten Zionisten-Kongresses erfolgt ist, unterstreicht das Ansehen, das Finkeistein heute geniesst. Eine weitere Arbeitssitzung ist dem Thema „Israel und die Diaspora“ gewidmet, zu dem der Botschafter Alon, Dr. Levenberg, Ing. Radzichowski, der Präsident der Zionistischen Organisation Argentiniens, sowie Mark Turkow das Wort ergreifen werden. Ueber die religiösen Probleme der jüdischen Welt werden unter anderem Dr. Warhaftig sowie der Oberrabbiner der Kehilla von Buenos Aires Dr. Kahana sprechen. Eine besondere Sitzung ist dem Fragenkreis „Jugend CA TEC A S. A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma! und neue Generationen“ gewidmet. Auch über die Lage der Juden in Argentinien wird auf einer Sondersitzung gesprochen werden, die von Dr. Kamenszain eingeleitet wird und auf der ua. die Herren Gregorio Fainguersch, Ing. Glasserman und der Präsident der jüdischen Gemeinde in Córdoba sprechen werden. Das gesamte Programm wurde von uns bereits in der vorigen Wocheveröffentlicht, sodass wir auf diese Publikation Bezug nehmen können. Rabb. Dr. Rosen Als erster der Ehrengäste traf der Oberrabbiner Rumäniens, Dr. Moses Rosen, in Buenos Aires ein, dessen Besuch auch in der argentinischen Oeffentlichkeit grosses Interesse ausgelöst hat. Ist doch Oberrabbiner Rosen nicht nur der führende Mann der jüdischen Gemeinden in Rumänien, sondern gleichzeitig Senator des rumänischen Parlaments, der es durch sein ausgleichendes Wirken verstanden hat, gute Beziehungen zwischen dem kommunistischen Rumänien und den Juden sowie zwischen Rumänien und Israel herzustellen. Rosen ist in der jüdischen Welt kein Unbekannter. Er ist Mitglied der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses und hat an verschiedenen Sitzungen der Exekutive sowie an der letzten grossen Weltkonferenz des Jüdischen Weltkongresses in Brüssel teilgenommen. Dr. Rosen gab zwei grosse Pressekonferenzen, auf denen er mit Fragen überschüttet worden ist. Vor allem wollte man wissen, wie es in einem kommunistischen Lande möglich war, ein so gutes Verhältnis zwischen der Regierung und dem jüdischen Bevölkerungsteil herzustellen, zumal die Juden in den meisten kommunistischen Ländern hart bedrängt sind und häufigen antisemitischen Angriffen ausgesetzt werden. Eine noch grössere Anzahl von Fragen konzentrierte ESTUDIO SANTA FE 2224, I' T. E.: 80-0149 ¡I W económicas ' contadores públicos nacionales consultores de;empresas ESPECIALISTAS EN L SOCIEDADES J ANONIMAS Æ TUL r°H(Sf4 d( A FORESTA Gratulieren Sie Ihren Verwandten und Freunden in Israel, Amerika und Europa zu Rosch Haschana mit einer nmid n:w Glückwunsch-Anzeige in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU Die SONDERNUMMER erscheint am Freitag, den 20. September Annahme von Anzeigen in unserem Büro PUEYRREDON 2190, I. Stock links B ODER TELEFONISCH UNTER 83-2613 sich auf das Verhältnis Rumäniens zu Israel. War doch Rumänien das einzige kommunistische Land, das seine diplomatischen Beziehungen zu Israel nach dem Sechstage-Krieg nicht abgebrochen hat. Dr. Rosen gab bereitwillig Antwort auf alle Fragen, aus der man entnehmen konnte, dass auch ein kommunistisch regiertes Land seine jüdische Minderheit gerecht behandeln kann, und dass ein kommunistisches Land nicht unbedingt sich der Moskauer Linie der internationalen Politik zu fügen braucht. — Die Kehila von Buenos Aires veranstaltete einen Empfang zu Ehren von Herrn Dr. Rosen und seiner Gattin, auf dem u. ader israelische Botschafter sprach und die besonderen Verdienste Rosens hervorhob, die er sich bei der Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zu Israel erworben hat. Dr. Kahana würdigte ebenso wie Dr. Kamenszain die besondere Persönlichkeit des rumänischen Oberrabbiners, der dann die Notwen- Juan José Castro Q. E. P. D. Ein grosser Musiker, ein grosser Mensch ist nicht mehr. Der argentinische Komponist und Dirigent Juan José Castro hat im Alter von 73 Jahren nach langem Leiden seine Augen für immer geschlossen. Vorkämpfer für alles Fortschrittliche, sei es in der Kunst — er eilte in seinen Werken oft der Zeit weit voraus — oder im täglichen Leben, wurde er zum Streiter gegen jegliche Unterdrückung. Er zog freiwilliges, entbehrungsreiches Exil dem bequemen Leben des Kollaborateurs vor, zu welchem ihn zu gewinnen man sich jahrelang vergeblich mühte. Die unerschöpfliche, energetische Schaffenskraft des Komponisten ruhte auch in der Fremde nicht. Er gewann viele und bedeutende internationale Preise, u. a. den weltbekannten an der Mailänder Scala für seine Oper „Proserpina y el Extranjero“. Castros Wirken und Ruf als überall begehrter Orchesterleiter führten ihn nach den entlegensten Kulturwinkeln der Erde. Nach der Befreiungsrevolution wurde der im Triumphzug Zurückgekehrte zum Chefdirigenten des Nationalen Symphonieorchesters ernannt, das er auf ungeahnte Höhe zu bringen vermochfür Australien erstaufgeführt und bot sie nun i960 (100. Geburtstag ihres Schöpfers) als argentinische Premiere im Teatro Colön. Dem Orchestermaterial hat te damals keine Dirigen-' ten-, sondern nur die kleine Studienpartitur beigelegen; da hier nirgends eine aufzutreiben war, erbat sich Castro das Grossformat aus meiner Bibliothek und studierte Mahlers Abschiedsgesang aus meiner Dirigentenpartitur ein, sie mit unzähligen wertvollen Anmerkungen und Einzelheiten versehend. Nach dem denkwürdigen Konzert (es hatte absichtlich kein weiteres Werk auf dem Programm gestanden), reichte er mir sie mit folgender Widmung (in spanischer Sprache) zurück, die nui-, teuerstes Andenken an Juan José Castro geworden ist: „Dem glücklichen Besitzer dieses Exemplares des Opus Maximum von Gustav Mahler, in welchem sich die Kampfspuren unserer Arbeitsproben widerspiegeln, um dem Werk Leben einzuhauchen. Die anderen, sehr tiefen, in meinem Gefühl verankerten, teilen sich — wenn sie Empfänger finden — jenen mit, die diesen reinen und grossartigen Künstler lieben, und dort wird mein Freund W. seinen Teil finden.“ Curt B. M. Weissstein digheit der Einheit und Einigkeit des jüdischen Volkes hervorhob. MdK Baram Wie bereits mitgeteilt wurde, befindet sich der Knesset-Abgeordnete Moshe Baram in Argentinien, wo er einige Tage im Dienst der Dringlichkeits - Kampagne (Keren Hajessod) tätig war. MdK Maram hat auf zahli eichen Veranstaltungen gesprochen, auf denen er die schwierige Situation Israels im Kampf gegen den arabischen Terror ’darstellte. Baram sprach insbesondere auch über die Notwendigkeit einer breiten Einwanderung nach Israel, um die jüdische Position zu stärken. Die Entwicklungsgebiete sowie neue Industrien, die in den letzten Monaten entstanden sind, warten auf Einwanderer, die dort eine erfolgreiche Zukunft haben werden. Der Präsident der jüdischen Gesellschaft „Olam“, Herr Moses Beermann, gab zu Ehren Barams einen Empfang, auf dem der Gast für die herzliche Aufnahme dankte und einige grundsätzliche Ausführungen machte. Empfang für Dr. Lerner Dr. Na tan Lerner, ein junger argentinischer Intellektueller, ist vor einigen Jahren im Dienste des Jüdischen Weltkongresses zunächst nach Nordamerika gegangen, wo er einige Jahre blieb, bis er vor etwa fünf Jahren seinen ständigen Sitz nach Israel verlegte. Dr. Lerner wurde einer der angesehensten Spezialisten auf dem Gebiet der Menschenrechte. Als Repräsentant des JWK hat Dr. Lerner auf zahlreichen Sitzungen der zuständigen Kommissionen in den UN teilgenommen und kam jetzt nach Argentinien als Repräsentant Israels zu ei- (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Jüdischer Abreisskalender Die Jüdischen Altersheime und Waisenhäuser in Burzaco haben bereits auch in diesem Jahr ihren Abreisskalender herausgegeben, der die jüdischen Daten neben den weltlichen mit allen jüdischen Feiertagen, Anfangszeiten der Freitagabende sowie Abschnitte der Thoravorlesungen etc. enthält. Der Kalender ist sehr übersichtlich und gut gedruckt. Die Leitung der Institute bittet alle Interessenten, diesen Kalender in ihrem Büro Viamonte 2341 (nachmittags) zu kaufen und dadurch zu der Erhaltung diesses grossartigen Unternehmens, das eine kleine Stadt für sich darstellt, beizusteuern. Dieser einzige jüdische Abreisskalender ist auch in den jüdischen Buchhandlungen erhältlich. te. Castro folgte dem Ruf seines persönlichen Freundes Pablo Casais, um als Direktor, Dozent, Interpret und schaffender Musiker das Nationale Konservatorium in San Juan (Puerto Rico) zu leiten. Dort erlitt er einen Schlaganfall. Ein gefällter Riese kehrte nach Buenos Aires zurück. Juan José Castro war unser aller Freund; seine Zuneigung zu uns ist Familienerbschaft. José Maria, der ihm Vorausgegangene, Washington, der überlebende Bruder, seine Witwe: Alle halten sie an dieser Tradition. Auch mich hat er mit seiner Freundschaft ausgezeichnet. Er hatte seinerzeit in Sidney die Neunte Symphonie von Gustav Mahler LUACH — (KALENDER) f Freitag, den 13. September 20. Elul I Sonnabend, den 14. September 21. Elul Schabbat KI TAWO Haftara: Jesaja, Kap. 60 Sonntag, den 15. September 22. Elul Montag, den 16. September 23. Elul Dienstag, den 17. September 24. Elul Mittwoch, den 18. September 25. Elul Donnerstag, den 19. September 26. Elul Freitag, den 20. September 27. Elul Sonnabend, den 21. September 28. Elul Schabbat NIZAWIM Haftara: Jesaja, Kap. 61 Sonntag, den 22. September 29. Elul EREW ROSCH HASCHANA Montag, den 23. September 1- Tischri 5729 1. TAG ROSCH HASCHANA Dienstag, den 24. September 2. Tischri 2. TAG ROSCH HASCHANA Mittwoch, den 25. September 3. Tischri Zorn Gedalja ^9999999999999999999999999999999999999999999999999999985