Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2285 (13.9.1968)
- Date
- 1968-09-13
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 13 de Septiembre öe JÜDISCHE WOCHENSCHAU Interessen und Probleme AB« XXIX. — N* 22« (Schliss von Seite 1) dieser Welt muss gesagt wenden, dass der Völkermord auch heute «och kein seltenes Verbrechen ist. Auch jetzt sind wir schweigende Zeugen des Völkermordes, der an verschiedenen Stellen der Erde begangen wird Aber die Völker sehen ruhig zu, -ohne durchzugreifen, und dulden auf ihren internationalen Konferenzen die Repräsentanten derer, die den Völkermord begehen ., III. SA marschiert... Die Frage des Anwachsens -der rechtsradikalen NPD in allen deutschen Bundesländern hat in der internationa’en Welt, keinesfalls nur unter Juden, Aufmerksamkeit und mitunter Bestürzung hervorgerufen. Sind doch erst 23 Jahr« nach dem Zusammenbruch des blutigen Dritten Reiches vergangen, und schon haben die Deutschen vergessen, was sie getan und angerichtet haben. Würde es sich jedoch nur um eine interne, innerdeutsche Frage handeln, wäre die Behandlung dieser Entwicklung nicht von der Bedeutung, die man ihr wegen der internationalen Auswirkung der Geschehnisse beizumessen hat. Man ist sich zwar darüber im klaren, dass die Gefahr nicht so akut ist, um mit einer sofortigen neuen „Machtergreifung“ alter «der neuer Nazis rechnen zu müssen. Die vorhandenen Tendenzen genügen, um zur Wachsamkeit aufzurufen. Sogar in Berlin, dem „roten Berlin“ haben es die neuen Rechtsradikalen Dr. FREY ABOCADO PUEYRREDON 2190 i? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaelt CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES WEINSTEIN Ciudad de la Paz 1960 (EX-PROPIEDADES FRANKENBERG SRL.) erwartet Sie in seinem neuen Büro zu einer un verbindlichen Aussprache, um Ihre Grundstück- und Wohnungsprobleme schnell und fachmännisch zu lösen. Montag bis Freitag 9—12 15—19 gewagt, demonstrierend durch die Strassen der ehemaligen Reichshauptstadt zu marschieren und mit ihren poetischen Gegnern in Strassenkämpfe einzutreten. Das war in den zwanziger und zu Anfang der dreissiger Jahren eine alltägliche Erscheinung, obwohl es in Berlin gewisse Arbeitergegenden gab, in denen die uniformierten Nazis erst Monate nach der Machtübernahme offen aufzutreten wagten. Dass sich nichts «der reichlich wenig geändert hat, konnte man den Berichten entnehmen, die sämtlich darin übereinstimmten, dass die Polizei gegen die Gegner der NPD und keinesfalls gegen die Ruhestörer dieser Partei einschritten. Das war auch damals So mit all den Folgen, die man heute im einzelnen nicht mehr aufzuführen braucht... Die Frage der Verjährung hat mit dem Anwachsen der NPD direkt oder indirekt zu tun. Denn selbstverständlich tritt die NPD für die Verjährung und für eine Beendigung der NS-Prozesse Hierbei dürfte es sich durchaus nicht allein um propagandistisch wirksame Argumente handeln. Auf diese billige Weise verschafft man sich die Sympathie weitester Kreise, die man mit einfachen Redensarten für sich gewinnen kann: Wozu taugen diese kostspieligen Prozesse? Es werden doch nur diejenigen vor Gericht gestellt, die Befehlen folgten. Man soll schon endlich einen Sehlusstrich unter die Vergangenheit setzen. Es gibt doch auch andere Völker oder Regierungen, die während des Krieges verbrecherische Massnahmen ergriffen haben, und ähnliche Hinweise, mit denen man Stimmen der Wähler langen und Anhänger gewinnen will. Dass mitunter eigene Interessen einflussreicher Leute der NPD eine Rolle spielen, unentdeckt zu bleiben und durch Verjährung jeder Unannehmlichkeit aus dem Wege zu gehen, mag bei dieser Argumentation auch eine Rolle spie'en. Aber auch unter den traditionellen bun- CARL0S W. HECHT Contabilidades Impuestos Asuntos Laborales E S T U D I O BERNARDO ZYLBERSZTEJN Contador Público Nacional Asesoramiento integral de empresas. Auditorias CORRIENTES 3019 6o piso oí. 61 T. E. 89-1641, int. 61 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0286 73-1049 desdeutschen Parteien sind Strömungen vorhanden, mit den NS-Prozessen aus diesen oder anderen politischen Gründen Schluss zu machen, z. B. deswegen, um einen weiteren Stimmenzu wachs der NPD zu vereiteln. Dass man in der Bekämpfung einer radikalen Partei zur Aufgabe rechtsstaatlicher Notwendigkeiten bereit ist, muss bedenklich stimmen. — IV. 3.000 Untersuchungen Bemerkenswert ist eine weitere Stimme, die sich bei der Debatte um die Aufhebung der Verjährungsfristen zu Wort gemeldet hat; die polnische Hauptkommission zur Verfolgung von nationalsozialistischen Verbrechen, die gegen die Verjährung bei der Bundesregieiung in Bonn protestierte. Aus den von dieser Kommission publizierten Tatsachen kann man den Umfang des Problems erkennen, denn diese Kommission allein führt noch 3.000 Untersuchungen gegen 10.000 Personen, die bisher nicht zur Verantwortung gezogen worden sind, und gegen die bis heute kein Verfahren eröffnet wurde. Polen habe den deutschen Justizorganen 50.000 Mikrofilme mit Beweisen zur Verfügung gestellt, ohne dass in den meisten Fällen eine Untersuchung eingeleitet worden wäre, vor allem nicht gegen die Schreibtischmörder. Ob die gegen die Regierung in Bonn erhobenen Vorwürfe, die Verfolgung und Bestrafung von NS-Verbrechen zu verschleppen oder Verurteilte unter verseniedenen Vorwänden vorzeitig zu entlassen, zutreften oder nicht, kann dahingestellt bleiben. Die Vorwürfe wären eher gegen die bundesdeutsche Justiz als gegen die bundesdeutsche Regierung zu richten. Dass es ausgerechnet die Polen sind, die solche Anklagen erheben und diese Feststellungen treffen, mag grotesk oder provokativ wirken, ändert aber nichts an den Tatsachen. V. Andere Sorgen Dass die Welt heute andere Sorgen als die NS-Prozesse hat, wird von keiner Seite bestritten. Aber diese neuen Nöte schliessen nicht .aus, dass altes Unrecht gesühnt wird. Wenn die Menschheit von ihren Schlakken befreit werden soll, ist die Herstellung des Rechtes und die Erneuerung des Rechtsbewusstseins unbedingt erforderlich. Das gilt für das internationale Leben in einem besonderen Masse. Die Vorgänge in der CSR, der Ueberfall auf ein kleines Land und das ohnmächtige Schweigen der Grossmächte stellt eine peinliche Wiederholung der Vorgänge dar, die sich vor 30 Jahren abgespielt haben. Im Angesicht dieser Tatsache erhebt sich die Frage, ob sich dieses Ereignis in der heutigen Situation wiederholen kann, ob nicht auch andere Folgen auftreten können, die vor Jahrzehnten die westliche Welt erschütterten und zu einem verzweifelten Kampf um ihre Existenz und ihre Lebensformen führten. Man kann nicht Frieden predigen und Kriege führen. Man kann nicht ungestraft Zusehen, wie kleine Völker überfallen und geknechtet werden, und gleichzeitig vom Lebensrecht aller Nationen sprechen. Und man kann nicht tatenlos bleiben, wenn Terror und Gewalt offen proklamiert werden. Warum schweigen die Demokratien zu Nassers letzten Reden, zu Truppenaufmärschen in Transjordanien und zu dauernden Terrorakten in Israel und rings um Israels Grenzen. Warten sie wieder, bis eine neue Runde geführt wird? Bleiben Sie untätig, bis die Russen ihre Positionen ausbauen, wie sie es in der CSR, aber auch im Mittelmeer bereits getan haben? Die westliche Politik, die eigenen Interessen der Grossmächte zu schützen und dabei die Ziele der Demokratie, des Rechtes und der Freiheit zu vergessen, ist bisher immer gescheitert. Dafür zeugt der Untergang des Britischen Weltreiches, die hilflose Lage der Franzosen und die vielfachen, traurigen Probleme, mit denen sich heute die USA beschäftigen müssen, mit dem schrecklichen Vietnam-Krieg und mit den immer bedrohlicher werdenden internen Rassenunruhen. VI. Gegen Phrasen Die bis zum Ueberdruss wiederholten Phrasen über die wahren Menschheitsideale werden den Westen vor seiner totalen Bedrohung nicht retten. Worte allein genügen nicht, denn die gleichen schönen Redensarten, die in Washington, London oder Paris zu hören sind, gebrauchen die sowjetischen Imperialisten auch. Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Hauptmächte eine stillschweigende Zerstückelung der Erde in ihre Einflusssphären vorgenommen haben, in Ost und in West, und dass nunmehr die CSR das erste Opfer dieser „Verstänoigungspolitik" geworden ist. Das ist nicht die einzige Front der grossen Phrasen, der Worte nach aussen, der Beschwichtigungen an der Oberfläche, während es weiter gährt, während weiter das Gift in die Seelen der Kinder geträufelt wird. Die Juden sind immer für eine Verständigung zwischen allen Menschen eingetreten, wie jede Minderheit bereit ist, mit der sie umgebenden Mehrheit in Frieden auszukommen, da sie anders in ihrer Existenz bedroht ist. Welchen Sinn als den der Selbstbetäubung kann es es haben, von Verbrüderung zu sprechen, wenn im Nebenhaus der Hass gepredigt wird? Wir sind nicht gegen Verbrüderung und nicht gegen Aussöhnung, wir sind aber gegen den hoffnungslosen Versuch, uns eine Welt vorzugaukeln, die nicht besteht. VII. Unzufriedene Jugend Unsere Zeit, die in konventionelle Lügen verstrickt ist, wie keine Epoche zuvor, hat den Widerspruch der Jugend herausgefordert, den wir als eine positive Erscheinung werten. Aber die Jugend verliert sich in Revolten und Rebellionen, protestiert gegen Aeusserlichkeiten mit neuen Aeusserlichkeiten, setzt Gewalt gegen Gewalt und zeigt nir- LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Arnoldo W. B. Swarsensky Pueyrredén 2190, 1’ izq. T. E. 83-2613 Abono- Preise Argentinien; $ 1.200.—- pro Jahr Ausl. $ 1.800 — jänrl. Luftpost-Abono f. d N a chbar-Republiken 10 Dollar jährlich gends positive Ansätze zur Neugestaltung der von ihr angegriffenen Gesellschaft. In Wahrheit handelt es sich bei der Lösung der Probleme in dieser unruhigen, aufgewühlten und unaufrichtigen Welt aber nicht um ein Generationenproblem. Jeder, ob alt oder jung, ist immer wieder und täglich dazu aufgerufen, in seinem Wirkungskreis gegen Interessenpolitik und gegen Hass aufzutreten, um dabei mitzuhelfen, dass an die Stelle der Macht und der Willkür das Recht, das Menschenrecht, gesetzt wird. — JACOB LAPIDUS dipt. Mohel Viamonte 2037 4° B T. E. 46-1716 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I .Blumenfeld <Direct<*> Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES 41-2331 — 2240 49-5855 J. E URIBURU 285 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T, E. 73-8782 u. 73 6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P- 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIE F E RORTHOP AEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabenc nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Medico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN R0ENT6EN-UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag. Dienstag. Mittwoch a Freitag «wo IS—M Cßn 8b wird gebeten meto vorher teletontseb anzumelden SANTA FE 1391 1. £. 44-9493 u. 44 1542