Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1968-09-06 · 2284 (6.9.1968) · p. [Seite 4]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2284 (6.9.1968)
Date
1968-09-06
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9616703-9616177-9616470--5350-9616474
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

4 — Viernes, 6 de Septiembre de 1968 SEMANA ISRAELITA A He XXIX. — N* 2284 in Mittelamerika Alle zwei Jahre findet in irgendeinem mittelamerikanischen Land eine Konvention der Föderation Jiidr scher Gemeinden von Mittelamerika und Panama statt. Es handelt sich um insgesamt sechs Gemeinden, die von Gutemala, El Salvador, Nicaragua, Honduras, Costa Rica und Pa' nama, welche zusammen nicht mehr als 6.000 Mitglieder zählen. Aber so winzig auch diese Gemeinden sein mögen, so besitzen sie treue »nd ergebene Führer, die »ich die Aufgabe gestellt haben, ein Gemeindeleben •ufrecht zu erhalten, das die kulturellen, religiösen und sozialen Bedürfnisse befriedigt. Sie bekämpfen auch den Antisemitismus, der hin und wieder mehr «der weniger stark auflebt. Die Föderation der Gemeinden wurde vor 6 Jahren auf gemeinsame Initiative der Organisations-Abteilung der Zionistischen Weltorganisation und der Südamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses gegründet. Dank der entsprechenden Koordinierung der Gemeindearbeit in internationalem Massstab wurde eine unnötige Doppelgleisigkeit vermieden. Der ersten Konvention der Föderation, die eigentlich ihre konstitutive Versammlung darstellte, wohnte als Ehrengast der ehemalige Ministerpräsident von Israel und seinerzeitige Präsident der Zionistischen Exekutive in Jerusalem, Mosche Sharett s. A., bei. An der zweiten Konvention, die 3964 in Guatemala statt von MARC TURKOW fand, nahmen Leon Dultzin namens der jerusalemer Exekutive und der Schreiber dieser Zeilen als Vertreter des JWK teil. Ich durfte auch der dritten Konvention vor zwei Jahren in El Salvador beiwohnen und ebenso der 4. Konvention, die kürzlich in San José de Costa Rica tagte. Zu dieser Versammlung, an die sich sicherlich die kleinen Gemeinden dieser Region noch viele Jahre erinnern werden, erschien auch kein Geringerer als der Held und Sieger des Sechstagekrieges General Jizchak Rabin, der im Juni i%7 Chef des israelischen Generalstabs war und heute das hohe Amt des Israel-Botschafters in Washington bekleidet. Während meiner Tätigkeit in jenem Teil des Kontinents hatte ich Gelegenheit, die charakteristischen Merkmale dieser einzelnen Kleingemeinden kennenzulernen. Hierbei ist zu bemerken, dass sie recht verschieden voneinander sind, was aus der ethnischen Herkunft ihrer einstigen Gründer herrühren dürfte. Die Gemeinde von Guatemala z.B. zählte zu ihren Pionieren Juden aus Deutschland, die bis heute noch im Gemeindeleben vorherrschen. Diese aus etwa 1.80Ö Seelen bestehende Kollektivität inkliniert zum Reformjudentum, obwohl ihr neuer Rabbiner, David Algase, ein junger Sefarde aus dem Rabbinerseminar von Buenos Aires ist. Dagegen sind die aus Osteuropa stammenden Juden immer noch CAT EC A S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAV ANDAR el calzado legítimo de espuma de goma dem orthodoxen Judentum treu, obwohl sie keinen eigenen Rabbiner haben. Sie besitzen eine jüdische Schule in einem schönen Gebäude, die bis vor kurzem jedoch wenig Erfolg hatte. Erst im letzten Schuljahr konnte diese Anstalt ihre Schülerzahl sprunghaft vergrössern, als ein argentinischer Pädagoge Pablo Kaplowitz, und seine aus der Provinz Entre R'os stammende Frau die Leitung übernahmen. Ihm gelang es auch, der jüdischen Schule in San José de Costa Rica zu einem beträchtlichen Aufschwung zu verhelfen. Auch diese zweite Schule wird jetzt von einem anderen Argentinier, dem bonaerenser Lehrer Jehuda Rzezak, geleitet. Die kleine Gemeinde der Republik EI Salvador besteht in der Mehrzahl aus Juden, die aus Elsass-Lothringen stammen und vorwiegend deutsch und französisch sprechen. Die gezählten Juden aus Osteuropa, die unter ihnen leben, haben gänzlich die Sprache und Gewohnheiten der Mehrheit angenommen, und selbst der Rabbiner und der aus Osteuropa stammende Kantor wurden aus Strassburg hierhergebracht, um die geistige Betreuung dieser Gemeinde zu übernehmen, deren Lebensweise und Kultur auf einem völlig westlichen Niveau stehen. In Honduras leben ca. 50 jüdische Familien mit insgesamt weniger als 140 Seelen. Die Hälfte von ihnen wohnt, in Tegucigalpa, der Hauptstadt, und die andere Hälfte in San Pedro Sula, dem Ausfuhrzentrum des Landes. Die Gemeinden dieser beiden Städte schickten zu allen Konventionen der Föderation ihre Repräsentanten. Die Gemeinde von Nicaragua zählt nicht mehr als rund 120 Seelen. Ihre ökonomische Lage ist gedeihlich, nicht so jedoch ihre kulturelle Situation, vor allem wegen der Unmöglichkeit, der jungen Generation eine jüdische Erziehung zu geben. Es muss daran erinnert werden, dass sowohl ESTUDIO SANTA FE 2224, I? T. E.: 80-0149 LA di die Juden von Honduras wie ihre Glaubensbrüder in Nicaragua aus Osteuropa, meist aus Bessarabien und der Ukraine stammen, w'as ihrem Gemeindeleben einen besonderen Stempel aufdrückt. Sehr verschieden ist die Gemeinde von Panama (ca. 2.000 Seelen), die neben der Kollektivität von Brasilien die älteste jüdische Gemeinschaft des amerikanischen Kontinents darstellt. Aus Brasilien wanderten vor ungefähr drei Jahrhunderten die ersten 13 jüdischen Familien nach New Amsterdam, dem heutigen New York, aus, die den Grundstein der heute zahlreichsten und mächtigsten jüdischen Gemeinde der Welt legten. Nach Panama kamen die ersten Juden von den holländischen Inseln Aruba und Curaçao, die vor der sie bedrängenden Inquisition flüchteten. Diese ersten Einwanderer drückten für immer der Gemeinschaft ihren besonderen Stempel auf, und diese hat bis in unsere Tage die besten Züge der jüdischen Tradition bewahrt. In Panama gibt es also eine alte Gemeinde portugiesischen und holländischen Ursprungs, sowie eine gut organisierte sefardische Gemeinde mit levantinischen Juden und ferner eine Gemeinde osteuropäischer Juden und eine weitere Gemeinde von Juden aus Deutschland. Das junge und sehr aktive Gemisch von Juden in Costa Rica bewahrt noch immer deutlich die Eigenart des polnischen Judentums und im besonderen der kleinen Stadt Zelechow, die auf die in ihr geborenen grossen Persönlichkeiten siolz war, wie z. B. auf den jüdischen Weisen Rabbi Levi-Jizchek Bardichewer, den jiddischen Schriftsteller A- M. Weisenberg und den Märtyrer und Dichter Je" chiel Lerer u.v.a. Obwohl nicht alle, die aus Zelechow stammen, an ihren heutigen Wohnorten das hohe geistige Niveau ihrer Mitbürger erreicht haben, welche den Ruhm des Städtchens begründeten, so bilden sie doch in Costa Rica eine Gemeinde, die dem Judentum treu ergeben ist. Diese Gemeinde zählt nur etwa 300 Familien und ist die einzige Gemeinschaft in Mittelamerika, in der Jiddisch noch heute als Umgangssprache dient, obwohl zugegeben werden muss, dass dies nur auf die ältere Generation zutrifft. Ihre Kinder verstehen das Jiddische sehr gut, aber sie gebrauchen es nicht. Selbst nicht in der von ihnen gegründeten jüdischen Chaim- Weizmann-Schule wird Jiddisch gelehrt. Allerdings ist zum Unterschied von vielen anderen Schulen des Kontinents, wo der jiddische Unterricht eingestellt und durch spanische Stunden über Judentum ersetzt worden ist, in Costa Rica das Hebräische an seine Stelle getreten. Während der Konvention der Föderation der jüdischen Gemeinden wurde mir die Ehre zuteil, diese Schule in Begleitung des Botschafters und Generals Jizchak Rabin zu besichtigen. Bei unserem Besuch konnten wir feststellen, dass keine Schwierigkeiten vorhanden waren, sich mit den Kindern auf Hebräisch zu verständigen, welche ein natürliches und wortreiches Hebräisch sprachen und keine Sätze plapperten, die sie für diese Gelegenheit etwa auswendig gelernt hatten. In den letzten Jahren ha* Gratulieren Sie Ihren Verwandten und Freunden in Israel, Amerika und Europa zu Rosch Haschana mit einer n m id nw Glückwunsch-Anzeige ixt der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU Die SONDERNUMMER erscheint am Freitag, den 20. September Annahme von Anzeigen in unserem Büro PUEYRRED0N 2190. I, Stock links B ODER TELEFONISCH UNTER 83-2613 ben die Juden von Costa Rica ein grosses Gemeindehaus errichtet, das der Sitz ihrer Kehilla ist und die Synagoge und Schule beherbergt. Zum Unterschied von allen anderen jüdischen Gemeinden in der Welt nennt sich die Gemeinde von Costa Rica mit Stolz „Centro Israelita Sionista“, um auf diese Weise ihre Identifizierung mit dem Wiederaufbau des modernen Staates Israel auszudrücken. Die Weizmann-Schule, die vom argentinischen Pädagogen Jehuda Rzezak geleitet wird, ist schon zu klein für ihre ständig wachsende Zahl von Schülern und Klassen, da sie ausser der Grundschule schon drei Gymnasialklassen aufzuweisen hat. Unter diesen Umständen und angespornt von der Gegenwart General Rabins war die Gemeinde von Costa Rica praktisch mit allen ihren Mitgliedern jeglichen Alters bemüht, die Konvention der Gemeinden zu einem historischen Ereignis zu gestalten. Die Konven- Vom Weizmann-Institut Rechowot. — Prof. Joseph Gillis vom Institut für angewandte Mathematik des Weizmann-Instituts gab die Namen für Gewinner der ersten israelischen „Olympiade“ fü Mathematik bekannt. Die Gewinner wurden unter 40 noch nicht 18jährigen Mathematikern ausgesucht, die drei Stunden lan geprüft wurden. Den ersten Preis von 1.500 IL erhiel. Schabtai Grachik aus Haifa, während Ilan Hamal aus Kiriat Motzkin und Josef Teterman aus Aschkalon den zweiten Preis von 1.175 IL teilten. (ITA) tion mit ihren dreitägigen Sitzungen, Beratungen und Debatten war eine eindrucksvolle Veranstaltung. Sie stand auf einem hohen intellektuellen Niveau und war von einem Enthusiasmus ohnegleichen getragen. In manchen Augenblicken hatte man den Eindruck, einem grossen jüdischen Kongress beizuwohnen. Die glückliche Geburt unserer Tochter ANA KARIN zeigen in dankbarer Freude an René und Beatriz Baumann, geb. Hirsch 2. September 1968 Virrey del Pino 1730, 2° E. statt karten Für die uns anlässlich unserer Vermählung so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir auf diesem Wege allen Verwandten, Freunden und Bekannten recht herzlich. Roberto Strauss Rita Rosenberg de Strauss Olazabal 3195, 3. A. LUACH — (KALENDER) Freitag, den 6. September Schabbat KI TEZE Haftara: Jesaja, Kap. 54 Sonnabend, den 7. September Sonntag, den 8. September Montag, den 9. September Dienstag, den 10. September Mittwoch, den 11. September Donnerstag, den 12. Septemhei Freitag, den 13. September Sonnabend, den 14. September Schabbat KI TAWO Haftara: Jesaja, Kap. 60 Sonntag, den 15. September Montag, den 16. September Dienstag, den 17. September Mittwoch, den 18. September Donnerstag, den 19. September Freitag, den 20. September Sonnabend, den 21. September Schabbat NIZAWIM Haftara: Jesaja, Kap. 61 Sonntag, den 22. September EREW ROSCH HASCHANA 13. Elul 14. Elul 15. Elul 16. Elul 17. Elul 18. Elul 19. Elul 20. Elul 21. Elul 22. Elul 23. Elul 24. Elul 25. Elul 26- Elul 27. Elul 28. Elul 29. EM 555555555555555555U555H5

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.