Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1968-09-06 · 2284 (6.9.1968) · p. [Seite 3]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2284 (6.9.1968)
Date
1968-09-06
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9616177-9616470--5349-9616473
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Viernes, i de Septiembre de 196* SEMANA ISRAELITA A«« XXIX. — N* 22*4 — 3 Wir sind alle nur Menschen Die Allfnby-Brücke hatte jüngst ihre Sensation: Eine Frau aus Amman in Trans. ordanien, die ihre Familie in den besetzten Gebieten besuchen wollte, überschritt die Brücke und sagte lachend zu den israelischen Grenzbeamten in einem ausgezeichneten Hebräisch: „Schalom, Frieden sei mit euch.“ Was Wunder, dass das brünette charmante Wesen seinbald von Journalisten, ja sogar von Kameraleuten des israelischen Fernsehens umringt war und mit Fragen bestürmt wurde! Woher sie so gut Hebräisch könne wollte man vor allem wissen. Emili arbeitet als Sekretärin einer Regierungsbehörde in Amman. Sehr selbstbewusst und anscheinend die S-'nsation und das Aufsehen um ihre Person gemessener entgegnete sie: „Als ich jung war, lernte ich Hebräisch an der St. Josef Schul-: in Ostjerusalem. Jetzt besuche ich zum ersten Mal seit drei Jahren meine Eltern in Bet Chanina. Vor ueun Jahren habe ich Bet Chanina verlassen, da ich in Amman Arbeit fand.“ Und auf eine weitere Frage: „Hebräisch höre ich manchmal im Kol Israel“. Ein Journalist fragte, von AWIGDOR JESHA CAIA POPULAR DEBELGRANO COOPERATIVA . OE CREDITO LTDA. DESDE 1932 ’ MERECE SU CONFIANZA CASA CENTRAL: AMENABAR 2963 AGENCIA N« 1: CABILDO 3102 esq. IBERA AGENCIA N* 2: ' CORRIENTES 2294, P. P esq. PASTEUR AGENCIA N» 3: CORRIENTES. 5322 Horado: Días hábiles de 10 a 17 hs. Sábados de 10 a 12.30 hs. Inscripción en trámite en et Registro de Entidades Financieras DO bancarias del Banco Central^ CAPITAL REALIZADO ACTUAL Y RESERVAS % 444.000.000.- wie sie über den Frieden mit Israel denke. Emili wollte die3e Frage nicht beantworten, machte aber dennoch die Bemerkung^ „Wir sind nur Menschen...“ Jeder konnte sich den Rest denken. Was wollen Menschen andeies als Frieden? In letzter Zeit bahnen sich menschliche Beziehungen stärker als in den ersten zwanzig Jahren zwischen Juden und Arabern in Israel an. Man besucht einander und kommt in engeren Koni ¡Kt. Und langsam kommt man darauf, wie ähnlich sit sich sind und wie gern beide Volksteile einander kennen lernen wollen. Die arabische Gastfreundschaft und das angeborene gute Benehmen der Araber machen sogar auf die israel'schen Kinder Eindruck. Letzthin arbeiten sehr viele Araber in Höfen und Gärten Sie verlassen ihre Dörfer in den frühen Morgenstunden und fahren jeden Abend spät nach Hause. Die Ki-ider in den jüdischen Siedlungen und Städten, die in den Kindergärten und Scnulen nicht allzu viel über ihre arabischen Nachbarn erfahren hatten, unterhaltet’ sich mit den Ar- Deitem, die ihnen aus den Dörfern Obst mitbringen und eine „Affenliebe“ für Kinder an den Tag legen. Ein aramscher Arbeiter machte kürz vor Ende dieses Schuljahres den Vorschlag, jüdische Kinder einer Schme in Givatajim möchten doch seine Schule in Kfar Kassem besuchen, wonach die Kinder aus seinem Dor — Kfar Kassem — die Gegenvisite unternehmen sai'ten Daran wä’-e an und für sich nichts besonders Interessantes. Aber wer sich an die Geschichte von Kfar Kassem erinnert, weiss, dass in diesem Dorf ein furchtbares Missverständnis vor Jahren eine Schiesserei ausiö'te, bei der nicht r,ur Bewohner von Kfar Kassem uir Leben verloren, sondern evige auch auf Lebenszeit Krüppel geworden sind. Regierung und Sicherheitsministerium Hessen inzwischen an die Betroffenen grosszügig Entschädigungen auszahlen und unternehmen alles, damit die Bewohner dieses an ihnen verübte Un_ ALFRED0 STERN MALERARBEITEN Büros, Departamentos, Häuser, Tapezieren Fachmännische Ausführung — Kostenlose Beratung VIDAL 1575 — FAST ECKE PIN0 Tel.: 76-9088 y 76.7281 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Helm. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VOREUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Masrhinenteppiche in allen Farben und Grössen Austegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON »-19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE AND0NAEGUI2083 TEL.: 52-2993 4 Quader von Station Urquixa recht verziehen. Der Mann, der den gegenseitigen Besuch von Schülern vorgeschlagen hat, ist selbst ein Krüppel seit diesem unglückliches Tag und trägt eine Prottvese anstatt des amputierten Füsses. In seinem Vorschlag ist ein Symbol der „verheilten Wunde“ zu sehen. Auch er meint: „Wir sind nur Menschen“. ♦ In Asc^kclon fand kürzlich ein Kurs für Lehrer über „.Judentumskunde“ statt, vom Erziehungsministerium veranstaltet. Lehrer, Schuldirektoren und Interview in Wien Paris. — Ida Kaminska vom Jüdischen Volkstheater in Polen traf auf ihrer Reise nach Israel zusammen mit mehreren Schauspielern ihrer Truppe, die Polen ebenfalls verlassen haben, in Wien ein, wie die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet. Das Warschauer Jüdische Theater wurde endgültig geschlossen. Vor ihrer Ausreise aus Polen bemühten sich die dortigen Behörden, Ida Kaminska für die offizielle antiisraelische Propaganda zu gewinnen, wie es heisst. Aus der gleichen Quelle kommt die Nachricht, dass insgesamt etwa 45 jüdische Intellektuelle beschlossen haben, wegen des in Polen herrschenden Antisemitismus das Land zu verlassen. (ITA) Schulinspektoren aus dem ganzen L.;nd nahmen an dem Kurs teil der auf überraschend hohem Niveau stand. M.-m lernte von früh bis abendJ und unternahm auch einige lehrreiche Ausflüge die mit den Themen des Kurses in Zusammenhang standen Der Schuldirektor ei 1er grossen arabischen Siedlung befand sich unter den Kursteilnehmern und zeigte erstaunliches Wissen über „Toda’a Jehudit“. „Wir sinj nur Menschen“ sagte dieier Tage auch ein Araber in einem überfüllten Autobus, ais er vor einer schwangeren jüdischen Frau aufstand und ihr seinen Piatz anbet Er selbst war bereits ein alter Mann und blickte erstaunt auf junge Mädchen und Burschen, die nicht einmal den Versuch machten, vor der Schwangeren aufzjstehen, und die sich auch nicht rührten, als der alte Mann die lange Fahrt in dem stickigen Egged-Autobus neben ihnen stand. Der Israeli hat seinen arabischen MHmenschen noch CARLT0N- KLEIDUNG ■ CARLTON-Kleidung Ist aussen und innen höchste Qualität. Beim Smoking, beim Strassenan zug, beim Sportsakko ■ Ihr guter Freund an kalten Tagen, der CARLTON-Mantel. MASSKLEIDUNG FERTIGKLEIDUNG * Carlton Maipu 982 — 31-7845 nicht näher kennen gelernt, aber in T'.i Aviv hat sich vor einigen Jahren ein Kreis von Juden etabliert, der für Besuche und Gegenbesuche mit den arabischen Nachbarn wirbt. Es gibt aber auch individuelle Fälle beispielgebender Nächstenliebe. Vor einiger Zeit wurde ein jüdischer Vorarbeiter eines Unternehmens bei der Arl>eit verletzt. Er arbeitete m einem Betrieb, in dem die Majorität der Arbeiter Araber sind. Jeden Tag erschienen im Beilinson Spital Gruppen arabischer Kollegen, die ihn besuchten und ihm Sücsigkeiten, Zigaretten und Obst brachten. Allerdings gab es auch gute Ursachen für diesen Ausdruck der Freundschaft. Als im Sechstugekrieg in dem ara bische .1 Dorf unweit der transjordanischen Grenze Nervosität und Besorgnis geherrscht hatten und es vor allem an Brot und anderen Nahrungsmitteln mangelte, war der jüdische Arbeiter jeden Tag trotz aller Warnungen in dem Dorf erschienen und hatte in Körben und Taschen Nahrungsmittel mitgebracht, die er dem Dorfältesten für die Kinder des Dorfes übergab. Das können die Bewohner nicht vergossen. Als ich ihn fragte, warum er dies ge*an hatte, sagte der jüdische Arbeiter mit einer Selbstverständlichkeit, die ich auca von Holländern und Dänen im „Jad wa- Sehern“ vernahm, die Juden während des Weltkrieges gerettet hatten; „Wir sind nur Menschen“, — und er fügte hinz”. „Jahrelang arbeite ich mit diesen Leuten. Ich sah, in welch furchtbarer Situation sie sich in den Junitagen 1967 befanden. Sie hatten mit dem Krieg nichts zu tun und gerieten in arge Lage. Da ich nicht mehr militärpflichtig bin und Zeit hatte, dachte ich an sie und wollte einer menschlichen Pflicht nachkommen. Heute freue ich mich, dass -ch damals meinem Gewissen folgte. Ich glaube, mit dieser Tat habe ich für Israel und für un. sere Beziehungen mit unseren Nachbarn mehr getan, als in den Jahren, als ich an Aktionen teilnahm, die mit der Erhaltung unserer Sicherheit cv tun hatten.“ Ein arabischer Lehrer aus Taibe bemerkt: „Die junge Generation ’m Lande muss sich erst kennenlernen. Ich möchte gerne mit meinen Schüle n jüdische Schulen besuchen und im kom. menden Schuljahr bei uns jüdische Schüler begrüssen. Die Herzen müssen einan. der näher gebracht werden.“ Und jüdische Lehrer rea. gierten; „Gerne werden wir diese Einladung annehmen. Sie könnte unser Lehrfach .Heimatkunde* bereichern und den Funken des Verstehens und Uinanderkennenlernens auHösen, der so dringend benötigt wird.“ I LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO IN OE PE ND‘ENTE Bs Aires - PUEYRREDON 219C, i» Izq - 83-zo13 13. Fluí 5728 6. September 196* Bombenanschlaege in Tel Aviv Tel Aviv. — Vier Bombenexplosionen erschütterten die zentrale Autobusstation zur Zeit des stärksten Verkehrs in den Mittagsstunden. Tausende Menschen suchten Deckung. Die Polizeit riegelte sofort die umliegenden Strassen ab. Ein Toter wurde gemeldet, und 51 Personen wurden verletzt. Mehrere Autobusse wurden beschädigt, und der Verkehr wurde für 2 Stunden eingestellt. Die Explosionen folgten einander im Abstand von wenigen Minuten. Ambulanzen und Privatautos brachten blutüberströmte Menschen, darunter auch einige Araber, in die Rettungswachen und Hospitäler. Die erregte Menge traktierte mehrere Araber mit Schlägen und verletzte einen israelischen Polizisten, der sie schützen wollte. Ein Auto mit einem Nummernschild aus Gaza wurde zertrümmert. Die Polizei verbrach- Bananen Tel Aviv. — In den vergangenen 15 Jahren ist die Produktion von Bananen in Israel pro Dunam von 1,1 auf 2,3 Tonen gestiegen. te etwa 60 Araber in die Polizeistationen, vor denen sich wütende Israelis ansammelten und Rache forderten. Vier Araber wurden in der Nähe des Tatortes als verdächtig verhaftet. Die ersten Informationen besagten, dass die Bomben „von kleinen, unschuldig aussehenden Kindern“, in Mülleimern versteckt worden waren. (ITA) M0EBELHAUS WATERMANN Das Baus der I Geschäfte mit der 'rösrten Ausw&hj SARftHENTO 1147 1 f 35. 103i CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke ' riuuvirate Zanl un gser icchte." ,.ngen Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung CONOZCA “O MAIOR SHOW DA TERRA” CARNAVAL DO RIO 15 DIAS INOLVIDABLES! -del 10 al 24 de febrero de 1969en el moderno hotel flotante s/s THEODOR HERZL con programa permanente de entretenimientos Fiestas - Shows - Juegos EXCURSIONES En Brasil: Río, Brasilia, San Pablo, Santos. En Uruguay: Montevideo, Punta del Este. AMPLIOS PLANES DE. FINANCIACIÓN Consulte a su agente de viajes Organiza Fiambres Finos “FRIGUINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.