Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2281 (16.8.1968)
- Date
- 1968-08-16
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9616177-9616443--5321-9616445- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 — Vient««, I« de Agoste de 196« JÜDISCHE WOCHENSCHAU A »• XXIX. — tr 2»1 Die Welt vor dem Abgrund (Schkss von Seite 1) Wirklich aufzeigen kann. Denn auch die „Alten“ sind anit sich und ihrer Welt nicht zufrieden. Sie sind weder blind noch töricht genug, echte Verbesserungsvorschläge abzulehnen, die aus der Sackgasse herausfuhren können, in die sich die Menschheit verirrt hat. Nicht grandiose oder blendende politische Programme oder noch so verlockende Rezepte zur Hebung und Gesundung der Wirtschaft werden den Weg zur inneren Freiheit der Menschen und damit der Völker öffnen. Marx hat einmal ge- I sagt, dass radikal rein be- | deutet, ,die Sache an der j Wurzel zu fassen. Die Wur- | ael für den Menschen ist a-ber der Mensch selbst. Dieses Wort Marxens klingt aus der Feder des Schöpfers der materialistischen Weltanschauung wie ein Paradoxon. weil es von einem hohen menschlichen Ideal ausgeht, an das nur ein humanistischer Idealist zu glauben vermag. Dass es Marx geschrieben hat, kann niemanden davon abhalten, diesen tiefen Gedanken zu prüfen und seinen wirklichen Wahrheitsgehalt zu erkennen. Für wahr, die Wurzel für den Menschen ist der Mensch selbst. Hierin finden wir die eigene These wieder, dass nicht Programme oder Parolen der Politiker oder Wirtschaftskapitäne ausreichen können oder werden, um die Menschheit aus ihrer schweren Krise zu befreien, sondern der Mensch selbst, der sich alte oder Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1® izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 k neue Maxime fiir seine Lebensführung und Zukunftsgestaltung zu setzen hat. Die Zeit ist vorbei, wo ein Volk oder eine Gruppe sich das Recht anmaseen könnte, über ein anderes Volk oder eine andere Gruppe zu herrschen. Wenn wir die Gleichheit aller Menschen als eine allgemeine Erkenntnis betrachten, muss auch endlich der Mut aufgebracht werden, diese Erkenntnis in die Praxis des alltäglichen Lebens zu übertragen. Ob wir diese Gleichheit der Rassen aus religiösen Anschauungen, aus Gründen der Logik und des Verstandes oder aus Erwägungen des Gefühls und der allgemeinen Menschenwürde ableiten, ist völlig gleichgültig. Nicht auf das Denken und Postulieren, sondern ausschliesslich auf das Tun kommt es an. Die weissen Völker, sämtlich von religiösen Vorstellungen geformt, mitgeformt oder beeinflusst, haben gerade auf dem Gebiet der Gleichberechtigung der Rassen den entscheidenden Schritt von ihren theoretischen Betrachtungen und gesetzlichen Anerkennungen zur Verwirklichung im Leben noch nicht vollzogen. Dass die Farbigen auf diesen Zustand reagieren, ist eine bedauerliche Erscheinung, aber die Folge einer Haltung, die immer noch nicht überwunden ist. Dass wiederum Gewalt angewandt wird, ist ein weiteres Zeichen fiir die Erkrankung der heutigen Gesellschaft und steht eine primitive Antwort auf das dar, was die Weissen den Vätern und Grossvätern der schwarzen Bevölkerung angetan haben, oder was man heute noch mit ihnen selbst tut. Die Rebellion hat aber keineswegs nur die Jugend oder die unterdrückten, vernachlässigten oder um ihr Recht kämpfenden Minderheiten, Rassen oder Schichten erfasst, wir begegnen ungewohnten Tönen einer Opposition selbst dort, wo bisher das „göttliche Recht“ der Patriarchen geherrscht hat, sogar in der Katholi- REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES WEINSTEIN Ciudad de la Paz 1960 (EX-PROPIEDADES FRANKENBERG SRL.) erwartet Sie in seinem neuen Büro zu einer unverbindlichen Aussprache, um Ihre Grundstück- und Wohnungsprobleme schnell und fachmännisch zu lösen. Montag bis Freitag 9—12 15—19 CARLOS W. HECHT Contabilidades Impuestos Asuntos Laborales ESTUDIO BERNARDO ZYLBERSZTEJN Contador Público Nacional Asesora miento Integral de empresas. Auditorias CORRIENTES 3019 6® piso oi. 61 T. E. 89-1641, int. 61 Hir Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0266 73-1049 sehen Kirche. Die letzte päpstliche Enzyklika, deren Quintessenz das Verbot aller, die Empfängnis verhütenden Mittel ist, hat in kirchlichen Kreisen — keineswegs nur unter den Massen der Gläubigen _ eine lebhafte Diskussion ausgelöst, die zum offenen Widerstand gegen diese alle Katholiken bindende Richtlinie des Papstes auf ruft, als« zu einem neuen Schisma führen kann. 87 Geistliche und Theologen in den USA haben erklärt, die Katholiken hätten das Recht zum Ungehorsam gegenüber dieser päpstlichen Anweisung. Die Stellungnahme des Papstes zu einem der brennenden Weltprobleme, der Uetoerbevölkerung der Erde, war selbst für die Gläubigen eine Ueberrasehung. Aus diesem Grunde kann die Opposition weiter Kreise hiergegen nicht weiter wundernehmen. Aber die Form, in der diese Gegnerschaft sich Gehör zu verschaffen versucht, ist unüblieh und entspricht in gewisser Beziehungen den violenten Ausdrucksformen der täglichen politischen und sonstigen Auseinandersetzungen und Gegnerschaften. Wenden wir unsere Aufmerksamkeit kurz einer ganz anderen Erscheinung unseres heutigen Lebens zu, einer Erscheinung, die auf den ersten Blick mit all den erregenden Problemen nichts zu tun hat, die hier beispielhaft erwähnt worden sind: die fliegenden Teller. Vielleicht ist nicht allen bekannt. dass die Beobachtung von „Himmelsboten“ oder Himmelskörpern, die andere, uns nicht bekannte Lebewesen von fremden Welten auf die Erde bringen, schon in früheren Jahrhunderten gemacht worden ist. Gerade im Hinblick auf dieses Argument meinen viele, dass solche vermeintlichen Feststellungen immer in Zeiten getroffen werden, in denen eine Massenhysterie festgestellt werden muss. Gewiss leben wir in einer solchen Zeit der Massen, psychose, der Beeinflussung des Massen und , ihrer Gleichschaltung in Auffassungen, ' Forderungen und HOMBRE de buena posición busca señorita, viuda o divori eiada desde 40 años, no J importa posición econó- * mica. — Llamar después de 19 horas: 54-2942 Gefühlen. Alles, was uns jetzt von den sogenannten „fliegenden Tellern“ gemeldet wird, beruht nach diesen Kommentatoren auf Einbildung, gegenseitiger Beeinflussung und Hysterie. Ohne in eine Diskussion darüber eintreten zu wollen, ob diese Auffassung richtig ist. wäre doch zu überlegen, dass zu viele Menschen, unter ihnen durchaus nicht nur hypersensible oder hysterische Typen, behaupten, einen solchen seltsamen Körper gesehen zu haben, wie auch weitere Einzelheiten zu berichten wissen. Der Mensch träumt seit den Zeiten der Antike davon, die Reise zum Mond oder zu anderen Planeten a nzu treten. Regierungen kündigen heute an, dass die Vorbereitungen zur ersten Mondfahrt vorgeschritten sind, und man damit rechnen kann, dass der Mensch in kurzen Jahren seinen Fuss auf einen Stern zu setzen vermag. Unsere Wissenschaftler neigen schon seit langer Zeit zu der Auffas- I sung, dass auch auf ande-! ren Planeten ein menschli- | ehes oder dem menschli"! chen ähnliches Leben möglich sei. Phantasievolle Romanciers haben schon vor Jahrzehnten Bücher ,,Die Marsmenschen kommen!“ und ähnliche abenteuerliche Geschichten geschrieben. Warum soll es also nicht möglich sein, dass Lebewesen in anderen Welten, deren Existenz für möglich gehalten wird, schon längst in ihren wissenschaftlichen Kenntnissen und technischen Fähigkeiten den Weg auf andere Himmelskörper, also auch zur Erde, gefunden haben? Es erhebt sich also die Frage, ob einige hysterische Menschen Gespenster sehen, oder ob die fliegenden Teller wirklich uns besuchen und die allgemeine Hysterie eine Folge dieser Erscheinung ist. Wir sind also nicht hysterisch, weil wir uns einbilden, diese Monstruen zu sehen, sondern weil die Menschheit durch die uns noch nicht bekannten Einflüsse dieser Fremdkörper hysterisch geworden ist. Ursache und Wirkung oder Wechselwirkung dieser Phänomene sind eben noch nicht erkannt. Dass die Unruhe in allen Teilen der Erde in den letzten Jahren oder Monaten zugenommen hat, kann nicht in Abrede gestellt werden. Eine weitere Erscheinung, die ausserhalb der menschlichen Willenssphäre liegt, dürfte ebenfalls nicht ohne Einfluss auf das Verhalten und die innere Unruhe der Menschen sein: die grossen Naturkatastrophen, insbesondere die Erd'bebem Warum sollte sich nicht das stete Grollen, die heftigen Erdstösse und die gewaltigen Eruptionen der Vulkane auf das Verhalten der Menschen auswirken? Warum sollte sich nicht die Unruhe der Erde auf die Menschen übertragen, die auf ihr leben? — Auf diese Frage wissen wir keine befriedigende Antwort. Aber dass irgendein Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren bestehen könnte, dürfte in keinem Fall ausgeschlossen sein. Es ist an der Zeit, dass die Menschen sich auf sich selbst besinnen, dass sie die Sache, d. h. ihre Sache, an der Wurzel ergreifen und den Mut aufbringen, Lösungen zu suchen, die von einem bleibenden Wert sind. Mit dieser Radikalität sollen auch wir uns und unsere eigene Situation in dieser aufgewühlten Welt betrachten, untersuchen und klären. Für unser Leben und für das Bestehen unserer Gefühls- und Gedankenwelt ist es entscheined, dass wir die Fragen, die von unserer Jugend an uns gerichtet werden, zu beantworten verstehen, indem wir das auf uns Gekommene, die LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece loe Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsenghy Pueyrredón 2190, 1* izq. T, E. 83-2613 Abono- Preise Argentinien: 4 1.200.— pro Jahr Ausl. 6 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich Tradition, mit dem Künftigen zu verbinden uns bemühen. Es ist nicht gerade unsere Stärke, das Wesentliche vom weniger Wichtigen unterscheiden zu vermögen. Die Grenze ist sehr schwer zu ziehen. In dieser unruhigen Zeit müssen wir trotzdem die Kraft aufbringen, diesen Versuch zu wagen, um nicht einen wichtigen Teil der Jugend zu verlieren. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I .Blumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICUL ACIONES I. E URIBURU 285 41-2331 — 2240 49-5855 JACOB LAPIDUS Jipi. Mahal Vi am on te 2037 4® B T. E. 46-1716 MOHEL N. PLAKSIN Superí 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN AtNsfflihruitc saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4Ö52 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73.8782 u. 73 6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 ROENTGENSTR AHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOP AEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. BENJAMIN LI PN I ZK Y Dr. L. KLEIN - Médico MAGENand DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag. Oienstag, Mlttwoeto o Freitag von 18—19 CRu Bs wird gebeten ücto vorbei te letón lscb ansumelden. SANTA FE 1391 I. E. 44-9493 u. 44.1542