Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2280 (9.8.1968)
- Date
- 1968-08-09
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 9 de Agosto ne J!M»8 SEMANA S R A E L I r A Alie XXIX. — N? 2280 Ereignisse der Woche Symposion für Freiheit Vor wenigen Wochen fand In Santiago de Chile ein Symposion für die Freiheit der Juden in der Sowjetunion statt, an dem Intellektuelle und andere bekannte Persönlichkeiten aus lateinamerikanischen Ländern teilgenommen haben, unter ihnen der berühmte Schriftsteller Jorge Luis Borges. Die Konferenz hat in der Presse der südamerikanischen Länder ein ungewöhnlich starkes Echo gefunden. Nicht nur die Beschlüsse der Konferenz gelangten zum Ausdruck. Alle Zeitungen brachten Kommentare und Berichte; sie publizierten die Resolutionen, die darin gipfelten, dass die Sowjetunion nunmehr endlich der jüdischen Bevölkerung die gleichen Rechte einräumen sollte w'ie allen anderen Minderheiten auch. Eine weitere Forderung, die aufgestellt worden ist. in Wirklichkeitaber nur wiederholt zu werden brauchte, bestand in dem Ersuchen der Moskauer Regierung, man solle die Auswanderung der Juden erlauben, die sich auf diesem Wege mit ihren Familien zu vereinen beabsichtigen würden. Alle waren sich darin einig, dass diese Resolutionen mit ihren oftmals vorgebrachten Forderungen angenommen w-erden sollen und sogar angenommen werden müssen. Nur über den Ton gab es eine Diskussion, Denn verschiedene der Anwesenden wollten einen sehr energischen Ton anschlagen, so vor allem die liberalen und die antikommunistischen Kreise; diejenigen aber, die irgendwelche Sympathien für das rote System hegten, traten für einen gemässigten Ton ein, um die Herrschaften in Moskau nicht zu verärgern. Seit vielen Jahren bemüht sich vor allem der Jüdische Weltkongress, aber auch die Zionistische Organisation darum, von den Russen eine Mässigung und die Gleichstellung der Jüden in der Sowjetunion zu erreichen. Was die Kommunisten mit ihrer antijüdischen Haltung bezwecken, ist nicht ersichtlich. war niemals klar und bleibt im Angesicht ihrer eigenen Theorien unverständlich. Die Tatsache einer stets antijüdischen Haltung ist aber nicht zu leugnen. Dass die Bemühungen der zentralen jüdischen Stellen und einiger Regierungen, die zugunsten der Juden intervenierten, ohne rechten Erfolg blieben, ist ebenfalls eine unleugbare Tatsache. Mittel zum Zweck Die Politik gegenüber den Juden ist für die Sowjets mit keinerlei Prinzipien belastet, wie man den Eindruck gewinnen könnte, sondern nur Mittel zum Zweck. Eben zu dem Zw'eck, die eigene Herrschaft auf allen Wegen und mithilfe aller zur Verfügung stehenden Mittel zu festigen. Wie weit I hinter der antijüdischen I Kampagne in Polen auch I die Sowjets stanlen, ist nicht j sicher. Das aber haben alle I Völker schon gelernt, dass mitunter eine nicht alzu starke Dosis Judenfeindschaft genügt, um die Völker zu beruhigen und von den wahren Sündern und Schuldigen abzulenken. Die Polen haben ihre eigene antisemitische Praxis, sie brauchen jedenfalls für den Anfangsgebrauch nichts von anderen zu lernen. Die russische antijüdische Politik ist seit längerer Zeit zumindestens seit dem Sechstagekrieg, mit der antiisraelischen Haltung der Russen verbunden. Das Bindeglied ist der Zionismus, der mit seiner „imperialistischen Politik“ auch die Sowjetinteressen stören würde .. Es bleibt nur noch die Frage zu prüfen, ob mit Konferenzen wie derjenigen in Santiago de Chile das Problem gelöst werden kann, und die Russen zu bewegen sein w'erden, eine andere, den Juden, den Zionisten und dem Staat Israel gegenüber freundlichere Haltung einzunehmen. Hierauf allein aber dürfte es ankommen. Die Bedeutung einer Konferenz wie der in Santiago de Chile liegt darin, dass eine grosse Reihe bedeutender, anerkannter und einflussreicher Persönlichkeiten ihre Solidarität mit den jüdischen Interessen und mit den gerechten Forderungen des jüdischen Volkes bekunden. Möglicherweise haben diese Art internationaler Versammlungen auch einen gewissen Einfluss auf die Meinungsbildung in kommunistischen Kreisen. Möglicherweise... Dennoch dürfte die Frage immer wieder zu prüfen sein, ob es nicht auch andere, und vielleicht sogar wichtigere und wirksamere Methoden gibt, die Russen zu einer Aenderung ihres Standpunktes zu veranlassen. Nicht unmoeglich Man soll nicht sagen, dies sei unmöglich. Nirgends stand geschrieben, dass ausgerechnet das kommunisti, sehe Russland einen Freund- C ATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAV ANO 4R el calzado legítimo de espuma de goma ^r^fo»tsr ^%/?/AS DE e i encía* W economices ’ contador** públicos nation*!** consultores de 'empresa* ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES . ANONIMAS a i» :,l!AI|l!|H|l¡l IA FOREST A fORESTAf Beilage für die Jugend Die Jüdische Wochenschau wird, beginnend im Monat September, künftig eine Sonderbeilage für unsere Jugend in SPANISCHER SPRACHE herausgeben, um auf diesem Wege zur Verbreitung jüdischen Wissens und zur Belebung der jüdischen Interessen unter unserer Jugend beizutragen. Die Beilage wird vier Seiten umfassen und sich in erster Linie an unsere Zweite Generation wenden, die nicht mehr Zeitungen in deutscher Sprache zu lesen gewohnt ist. Zur selben Zeit werden die Organisationen der Jugend die Möglichkeit haben, sich an unsere Jugendlichen zu w'enden, die ihre Nachrichten in dieser Beilage veröffentlichen können. Die Beilage wird unter dem Titel SEGUNDA GENERACION den hohen Zielen unserer Zeitung dienen, um die Liebe an jüdischer Tradition zu stärken oder zu wekken, die Verbindung mit der jüdischen Welt aufrecht zu erhalten, jüdisches Wissen zu verbreiten und einen engen Zusammenhang zwischen den Generationen zu schaffen, durch den allein die Kontinuität unseres Leben gew'ahrt werden kann. Wir bitten die Gemeinden und Vereinigungen, ihren Jugendgruppen und jugendlichen Mitarbeitern von dieser neuen Publikationsmöglichkeit Mitteilung zu machen und sie zur Mitarbeit aufzufordern. Jeder Leser der Jüdischen Wochenschau ist aufgefordert, die Beilage seinen Kindern oder anderen Jugendlichen in die Hand zu geben, damit ein möglichst grosser Kreis erfasst wird. schaftspakt mit den arabi- , falIs aber auf anderen Wesehen Ländern, den Hochburgen des sozialen Rückschritts, der Reaktion, des Feudalsystems, der antikommunistischen Diktaturen und der Konzentrationslager für die Mitglieder der kommunistischen Parteien schliessen würde. Die Logik spricht hiergegen. Die Logik und die tatsächlichen Gegebenheiten würden eher rechtfertigen, dass sich die Sowjetunion mit Israel gut versteht, einem Lande mit sozialistischen Prinzipien im täglichen Leben, in der Wirtschaft. bei seiner Arbeit, die den Grundsätzen der Moskauer Theorien nicht in der Weise entgegengesetzt sind wie die Verhältnisse in allen arabischen Ländern. Aus diesen und manchen anderen Gründen wäre es deshalb durchaus verständlich und gerechtfertigt, dass der Kreml seine Sympathien dem Staat Israel und nicht den arabischen Scheichs,, den Effendis und Latifundienbesitzern erzeigt, Es mag sein, dass das arabische Oel stärker als ideologische Bindungen auf die Politik der Grossmäehte ein wirkt. Dennoch wäre eine Analyse der Situation sehr angebracht und die Ueberlegung nicht verfehlt, ob es richtig ist, denjenigen mit den schwersten Angriffen und Geschossen zu belegen, dessen Stellungswechsel angestrebt wird- Mit anderen Worten; es wäre zu prüfen, ob es auch noch andere Wege und Möglichkeiten gibt, die Russen zu einer Revision ihres Standpunktes zu bewegen oder von der Notwendigkeit einer Wandlung ihrer Haltung uns gegenüber zu überzeugen, als die internationalen Konferenzen, die lokalen Tagungen, die ständigen Besuche bei russischen Diplomaten und die Proteste, in denen immer wieder die gleichen Beschuldigungen erhoben werden. Es wäre zu untershuchen, ob durch diese Methode, die seit Jahrzehnten ohne jeden Erfolg angewandt wird, in absehbarer Zeit ein Resultat gezeitigt werden kann, oder ob es nicht angebracht ist, einmal auf neuen, jedengen zu versuchen, mit den Sowjets ins Gespräch und vielleicht sogar zu einer Verständigung zu kommen. Ernesto Oppenheimer Kurz vor Redaktionsschluss erreicht uns die traurige Nachricht vom Ableben des Herrn Ernesto Oppenheimer, dessen Tod einen schweren Verlust für unsere ganze Gemeinschaft bedeutet. Ein ungewöhnlich erfolgreicher Mann hat Don Ernesto mehr als drei Jahrzehnte hindurch seine Tatkraft, sein grosses Können und seine stete Hilfsbereitschaft allen jüdischen Aufgaben gewidmet und sich für die einmal von ihm als richtig erkannten Aufgaben und Ziele mit einer ehrlichen Hingabe und bewundernswerten Energie eingesetzt. Sein besonderes Interesse galt immer dem Hilfsverein, mit dessen grossem Werk der Namen Ernst Gppenheimer für alle Zeiten verbunden sein wird. Mit einem klaren, unbestechlichen Blick für das Wesentliche war er immer ein Kämpfer für das Recht, um das Recht des jüdischen Volkes auf sein Land, um das Recht einer jüdischen Gemeinschaft auf ein Leben in Freiheit und Würde, und um das Recht des einzelnen Menschen, der sich hilfesuchend an seine Gemeinschaft gewandt hatte. Das machte die menschliche Grösse Ernst Oppenheimers aus, dass er nicht nur den grossen Ideen zugänglich war, sondern die Kraft, den Mut und die erforderliche Zeit aufbrachte, auch dem Schwachen in seiner Not beizustehen. Sein Tod reisst eine fühlbare Lücke. Ihn zu ehren und ihm ein ehrendes Andenken zu bewahren, wird nur möglich sein, wenn man in gemeinsamer P istrengung versucht, für die Aufgaben weiterzuarbeiten, für die er sich selbst in einer so beispielgebenden Weise eingesetzt hat. Carlos M. Grünberg s.A. Noch nicht 65 Jahre alt verstarb in Buenos Aires der jüdisch - argentinische Dichter Carlos M. Grünberg, der in sich eine innige Verbindung zwischen seinem Geburtsland Argentinien und seinem Judentum darstellte. Grünberg war ein glühender Zionist, den die erste israelische Regierung dazu erwählte, Israel inoffiziell zu vertreten, bis dann Argentinien den Staat Israel anerkannte. Grünberg, der vielseitig gebildet war, hat zahlreiche wichtige Funktionen im nationalen wie internationalen Leben ausgefüllt, viele Wer-, ke veröffentlicht und eine umfangreiche journalistische Tätigkeit, u. a. als Mitarbeiter der „La Naciön“, entfaltet. Oberkantor Bluhm Wie wir erfahren, hat Oberkantor Walter Bluhm seine Tätigkeit bei der Nueva Comunidad Israelita in Buenos Aires eingestellt und sich anderen Aufgaben zugewandt, die im Rahmen seiner Fachgebiete liegen. Walter Bluhm hat seine Ausbildung als Kantor noch auf der zuständigen Lehranstalt in Berlin erhalten, wo er ebenfalls auf den Beruf eines jüdischen Lehrers vorbereitet worden ist. Dort hat er sich grosse Kenntnisse in allen jüdischen Wissenszweigen erworben, die er dann Jahre und Jahrzehnte durch emsiges Stu- (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Die glückliche Geburt unseres Sohnes ROBERTO ARIEL zeigen hocherfreut an: Dr. Edgardo Manguel Susana S. Tobias de Manguel 31. 7. 1968 Pampa 2779, IV. II. I. SCHREIBER bietet Ihnen sein nfodcrnes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlich keiten an. Geht auch in die Provinz MEDRANO 852. VI. ß T. E. 86-5036 LUACH — (KALENDER) Freitag, den 9. August 15. Aw Sonnabend, den 10. August 16- Aw Schabbat WAETCHANAN — Schabbat NACH AMU Haftara: Jesaja, Kap. 40 Sonntag, den 11. August Montag, den 12. August Dienstag, den 13. August Mittwoch, den 14. August Donnerstag, den 15. August Freitag, den 16. August Sonnabend, den 17. August Schabbat EKEW Haftara: Jesaja, Kap. 49 Sonntag, den 18. August Montag, den 19. August Dienstag, den 20. August Mitfwocn, den 21. August Donnerstag, den 22. August Freitag, den 23. August Sonnabend, den 24. August Schabbat RE’Eh Haftara: Jesaja, Kap. 66 Sonntag, den 25. August Montag, den 26. August Dienstag, den 27. August Mittwoch, den 28. August 17. Aw 18. Aw 19. Aw 20. Aw 21. Aw 22. Aw 23. Aw 24 Aw 25. Aw 26. Aw 27. Aw 28 AW 29. Aw 30. Aw 1. Elul 2. Elul 3. Elul 4. Elul 010002000503040111091005040600080504100301000500020201020102000202000002010001010100005353020001010002005348010200