Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2280 (9.8.1968)
- Date
- 1968-08-09
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 9 de Agosto de 1968 SEMANA S R A E L I T A Aii« XXIX. — N» 2280 — 3 Golda Meir zieht sich zurück Ein Auto raste auf der Chaussee von Jerusalem nach Tel Aviv — die Bremsen kreischten, als Glassplitter von dem zerschlagenen Fenster über die Strasse flogen: eine Kugel war durch das Fenster gedrungen, hatte aber keine der Insassen des Wagens verletzt. Ein paar Zentimeter weiter und der arabische Scharfschütze, der aus dem Hinterhalt geschossen hat te, wäre zum Helden ei klärt worden... wenn es ihm gelungen wäre, Golda Meir, um jene Zeit — man schrieb das Jahr 1948 — Gouverneur des jüdischen Jerusalem und einziges weibliches Mitglied des damals noch Provisorischen Rates der Israel-Regierung. Goldas Freunde beschworen sie, ihre Biitztouren zwischen dem belagerten Jerusalem und dem Rest des Landes einzustellen, aber sie tauchte im Süden und Norden auf, und nahm an Besprechungen teil, die die Verwaltung des neugegründeten jüdischen Staates betrafen. Als der Unabhängigkeitskrieg des Jahres 1948 eine Gewissheit schien und fünf CAJA POPULAR DEBELGRANO COOPERATIVA . OE CREDITO LTDA. DESDE 1932 ’ MERECE SUCONflANZA CASA CENTRAL' AMENABAR 2968 AGENCIA N« 1: CABILDO 3102 etq. IBERA AGENCIA W 2: * CORRIENTES 2294, P. i» es«. PASTEUR AGENCIA N* 3: CORRIENTES. 532? M«rarw: Dias hábiles it 10 á 17 hs. Sábados de 10 112.30 ks. (•tenpai« w triadle ee el ’ Nefistro de EnMadee fin«*«?« De beaorát beata Ceatrel_ CAPITAL ALIZADO' ACTUAL Y RESERVAS $ 444.000.000,- arabische Armeen sich an den Grenzen zusammenzogen, um den jungen jüdischen Staat bei seiner Geburt zu zerstören, wurde Golda Meir von Ben Gurion mit einer Aufgabe betraut, die phantastisch schien: sie sollte heimlich nach Transjordanien gehen, um eine Aussprache mit König Abdulla zu haben. Fünf Tage vor der arabischen Invasion Palästinas überschritt sie, tief verschleiert wie eine Araberin die Grenze, zu dem Hause eines Freundes Abdullas, wo die Zusammenkunft stattfinden sollte. In der Tat, der König kam, und sie beschwor ihn, das drohende Blutbad zu verhindern und die beiden Völker, die Jordanier und Israelis, in Frieden Seite an Seite leben zu lassen. Aber der alternde König, aschgrau und müde, gab zur Antwort, dass er zumindest noch weitere zwei Jahre benötige, um eine friedliche Lösung herbeizuführen. Als sie zurückfuhr, rollten an ihr bereits die Tanks und Geschütze der Arabischen Legion vorüber, um ihre Positionen an der palästinensischen Grenze einzunehmen. Mit der Errichtung des jüdischen Staates im Jahre 1948 wurde sie ein international bekannter Diplomat _ Israels erster Botschafter in Moskau. Doch zu Hause wartete bereits eine andere Aufgabe auf sie: für die vielen Tausende neuer Einwanderer Arbeit zu schaffen und sie in den Wirtschaftsprozess des jungen Staates einzuordnen, und so wurde sie Israels erstes — und bisher einziges — weibliches Mitglied des Kabinetts, Arbeitsminister, ein Posten, den sie sieben Jahre hindurch bekleidete. Dann machte Ministerpräsident Ben Gurion sie zum Aussenminister, und sie wusste, welche Verantwortung sie damit übernahm. Sie leitete die israelische Aussenpolitik auch, nachdem Ben Gurion mit der sozia.demokratischen Mapai brach und Levi Eshkol die Führung der Regierung übernahm. Niemals hat sie Ben Gurion diesen Bruch mit der Partei verziehen, allerdings noch weniger seinen Anhängern Dajan und Peres. Vor zweieinhalb Jahren gab sie das Aussenministerium an den jüngeren Abba Eban ab und wurde Generalsekretärin der Mapai. Ihr Einfluss — in den elf Jahren ihrer Amtszeit in der Regierung auch jenseits ihres jeweiligen Fachressorts spürbar — stieg damit noch. Sie wurde zur „grauen Eminenz“, die hinter den Kulissen die Fäden spann und ohne deren Rat Eshkol nichts entschied- Ihre erste Niederlage erlitt sie im Mai 1967, am Vorabend des Sechstagekrieges. Die Gefahr, in der sich Israel damals befand, erfordete die Bildung einer nationalen Koalitionsregierung und besonders einen Wechsel im Sicherheitsministerium, das von Eshkol betreut wurde. Golda Meir versuchte, diese Schlüsselstellung Allon zuzuschanzen, der militärische Erfahrung als einer der Kommandeure im israelischen Befreiungskrieg hatte und unter der jüngeren Führerschaft der Arbeiterparteien als. einer der Begabtesten gilt. Aber die anderen Parteien, gestärkt von der öffentlichen Meinung, bestanden auf Mosche Dajan. Die kritische Situation liess keine Streitigkeiten zu, und Golda Meir musste nachgeben. Vor ein paar Wochen hat Israels Aussenhandel Der Netto-Import Israels im Jahre 1967 belief sich auf 733,7 Millionen Dollar, gegenüber etwa je 811 Millionen Dollar in den beiden vorausgegangenen Jahren. Dank diesem Rückgang der Einfuhren konnte das Defizit in der Handelsbilanz, das sich 1965 noch auf fest ALFRED0 STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—19 UHR OM AUSSTELLUNGSRAUM (ALLE ANDONAEGU! 2083 TEL.: 52-2993 4 Quader von Station Urquizo 405 Millionen Dollar belaufen hatte, im Jahre 1966 auf 344,7 und im letzten Jahre auf 212,2 Millionen Dollar gesenkt werden. Hatte Israel im Jahre 1965 nur 51,1 Prozent seiner Einfuhren durch- Exporte gedeckt, so stieg der Prozentsatz 1966 auf 58 8 Prozent und im letzten Jahr auf 71.1 Prozent. 56 Prozent aller Importwaren kamen 1967 aus Europa, 26 Prozent aus den Vereinigten Staaten, während sieh der Rest auf eine ganze Reihe von Lindern verteilte. Der Export belief sich im Jahre 1967 auf 558,3 Millionen Dollar brutto gegenüber 503,3 Millionen Dollar im Jahre vorher. Die Steigerung machte 11 Prozent aus. Die landwirtschaftliche Ausfuhr erhöhte sich von 94,8 auf 108,4 Millionen Dal lar (13 Prozent mehr). Die Industrie-Ausfuhr einschliesslich Diamanten ist um 41,6 Millionen Dollar und zwar von 4085 auf 449.9 Millionen Dollar angestiegen. 60 Prozent der israelischen Ausfuhr des Jahres 1967 ging in die Länder Europas. Für 70,5 Millionen Dollar nahm Grossbritannien ab, 59,4 Millionen Dollar Deutschland. 36,4 Millionen Dollar Belgien, 31 Millionen Dollar Holland. Israel exportierte für 90 Millionen Dollar (16,1 Prozent der Gesamtausfuhr) nach den Vereinigten Staaten, Australien und anderen Gebieten wurden für 99 Millionen Dollar Waren geliefert (17,8 Prozent der gesamten Ausfuhr). sie diese Schlappe wettgemacht: es gelang ihr, einen „Kronprätendenten“ aufzustellen, wenn Eshkol einmal abtreten wird. Auf ihr Drängen wurde Allon zum Vizeministerpräsidenten ernannt. Es heisst, dass sein „Rivale“ Dajan den gegen ihn gerichteten Schlag gelassen hinnahm. Bis zu den Wahlen im November 1969, so glaubt er, wird sich Allon in seiner neuen Position abgenutzt haben, und die Nachfolge Eshkols wird nach wie vor neu entschieden werden müssen... zumal Eshkol verlauten liess, dass er auch nach 1969 Regierungschef zu bleiben gedenkt. Noch ein zweiter „Coup“ gelang Golda, diesmal auf einer anderen Ebene. Seit je war ihr die eigenmächtige Politik des nonkonformistischen Nachum Goldmann ein Dorn im Auge gewesen. Beim Zionistenkongress im Juni bewog sie ihre Fraktion, gegen Goldmanns erneute Kandidatur zum Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation zu stimmen, Im vergangenen Winter vereinigten sich unter Goldas Aegide die drei sozialistischen Gruppen — Mapai, die linker stehende Achdut Awoda und die unter Ben Gurion abgesplitterte Gruppe — zu einer grossen Ar- LA SEMANA ISRAELITA StMANARlO INDEPENDENTE Bs Aires - PUEYRKEDON 2190, izq - 83-2618 15 Aw 5728 9. August 1968 beiterpartei. Sie wurde Generalsekretärin auch der Vereinigten Partei, aber die Konflikte innerhalb des Sekretariats wuchsen. Sowohl Ben Gurions Leute wie die jüngeren unter den Mapai- Anhängern revoltierten gegen ihre Autorität. So geschah es, dass sie jüngstens in zwei entscheidenden Fragen ihren Willen nicht durchsetzen konnte. Gegen ihre Meinung sprach sich die Partei.eitung für direkte Bürgermeistedwahlen in den Gemeinden aus — statt Parteilisten, Persönlichkeiten —, und ihre Bemühung, die noch unabhängige linkssozialistische Mapam in die Vereinigte Arbeiterpartei zu bringen, wurde ihr zusehends erschwert. In einem privaten Brief teilte sie Eshkol ihre Rücktrittsabsicht mit — der Brief wurde einer Abendzeitung zugespielt und damit veröffentlicht. Wer steckte hinter diesem Manöver? Golda Meir ist 70 Jahre alt, und vielleicht wollte sie mit ihrem Rücktritt dem drei Jahre älteren Levi Eshkol zu verstehen geben, dass ein Generationswechsel auch an der Spitze notwendig sei. Angeblich möchte sie sich ihrer Familie und ihren Enkelkindern widmen, und trotz allen Drängens besteht sie auf ihrem Entschluss. Allerdings sind bereits Gerüchte da, die davon sprechen, dass Golda Meir die ideale Kandidatin für die Staatspräsidentschaft wäre, wenn die Amtsperiode von Salman Shazar abläuft. HERBERT FREEDEN M0EBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENT0 II47 1 E 35 - 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke riuuvirat« ZatiUingserle'ahter.:ngeD Eigene Warkstäiten Zuvorkommende tachmänntsebe Bedienung Fiambres Finos “FRIG UINCIA MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD yy FRIGUINCIA Estudio Jurídico Internacional ►—49—«49D—••••••••••••••«»»» Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN BUEROSTUNDEN: von 15 — 19 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch (Ich bitte, nicht vor 14 Uhr zc erscheinen J oder nach Vereinbarung T. E.: SB - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS ERBSCHAFTSSAÍHEN - VERTRAEGE - VERWALTUN¬ GEN - MIET5-, ZIVIL- UND HANDELSSACHEN T.E..-80 - 6930 PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HERAS