Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2278 (26.7.1968)
- Date
- 1968-07-26
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viera««, 26 de Julio de 1968 SEMANA ISRAELITA A«« XXIX. — N« 2278 Ereignisse der Woche Eine merkwürdige Veroeffentlichung Musik in Buenos Aires ln der in Buenos Aires erscheinenden Zeitung „Buenos Aires Herald“, die in englischer Sprache veröffentlicht wird, konnte man vor kurzem eine Nachricht aus La Plata, der Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, mit dem Titel „Jew ish gang arrested“ lesen, was man wohl am besten übersetzt mit .Jüdische Bande verhaftet“. In der Veröffentlichung wird im einzelnen mitgeteilt, dass ..eine Schmugglerbande, die als jüdische Bande bekannt ist...“ mit paraguayischen Flugzeugen Schmuggelwaren ins Land gebracht hat. Einer der Führer dieser Bande trägt auch jüdische Vornamen, während sein Familiennamen mehr deutsch als jüdisch klingt, und die Namen aller anderer Beteiligten gute spanische Namen sind. Angeblich habe diese Schmugglerbande ihre Bestellungen nach Paraguay in hebräischer Sprache aufgegeben. Die ganze Aufmachung dieses Berichts, der dem „Buenos Aires Herald“ nach seiner Mitteilung von offizieller Seite gegeben wurde, trägt einen auffallend antisemitischen Charakter, obwohl man mit Sicherheit behaupten darf, dass der Zigarettenschmuggel in Südamerika nicht nur blüht, sondern meistens von solchen Elementen betrieben wird, die noch nicht einmal jüdische Namen tragen, geschweige denn Juden sind. Aus welchen Gründen plötzlich Mitteilungen dieses Inhalts mit antisemitischer Färbung gegeben werden, ist nicht ersichtlich. Wir wissen, dass nicht nur Nobelpreisträger Juden sind, sondern dass es auch jüdische Elemente gibt, die mit den Gesetzen in Konflikt kommen. Hierdurch unterscheidet sich aber weder das jüdische Volk noch die jüdische Gemeinschaft von irgendwelchen anderen Völkern oder Gemeinschaften. Es gibt überall gute und weniger gute Elemente. Dass aber wichtige telefonische Mitteilungen, wenn sie wirklich abgehört werden, in hebräischer Sprache weniger verständlich sein sollen als in einer anderen Sprache, ist weder bei den modernen Abhör- Methoden noch bei der allgemeinen Kenntnis des Hebräischen glaubwürdig. Es wäre naiv, wenn Verbrecher annehmen würden, sie seien deswegen sicherer, weil sie nun Hebräisch und nicht etwa eine andere Sprache sprechen. Uebersetzer gibt es überall und für alle Sprachen der Welt. Dass eine Zeitung wie der „Buenos Aires Herald“ diese Ueberschrift gewählt hat, dürfte allerdings nicht mit dem Hinweis erklärt werden können, es handele sich um eine offizielle Mitteilung, denn die Ueberschrift ist sicherlich nicht offiziell gegeben und dem „Buenos Aires Herald“ aufgezwungen worden. Man kann also nur annehmen, dass es sich um eine gewollte oder unbewusste Fehlleistung der Redaktion handelt. Obwohl es sicherlich nicht von entscheidender Bedeutung ist, in welcher Form der „Buenos Aires Herald“ oder eine andere Zeitung ihre Nachrichten präsentiert, ist es interessant zu beobachten, dass keine der anderen Tageszeitungen einen so billigen Sensationstitel ’für eine Polizeinachricht gewählt hat. Veranstaltung des Hilfsvereins Der Hilfsvereine (Asociación Filantrópica Israelita) hat aus Anlass seines 35jährigen Bestehens eine Film-Erstaufführung veranstaltet, die in dem neuen bonaerenser Kino „Cine América“ durchgeführt wurde. Die Veranstaltung durfte sich eines sehr guten Besuchs erfreuen, worin sich zugleich auch eine Anerkennung der jüdischen Oeffentlichkeit für die segensreichen Arbeiten des Hilfsver. eins ausdrückte. Im Vorprogramm trat das „Conjunto Rina“ auf, das israelische Folklore zu Gehör brachte und reichen Beifall fand. Der dann gezeigte Film, der das Hauptprogramm darstellte, „¿Sabes quien viene a cenar?”, kann als ein wirkliches Kunstwerk bezeichnet werden, da die mitwirkenden Schauspieler, insbesondere Spencer Tracy, Sidney Poi* tier, Katharine Hepburn und Katharine Hougthon so natürlich und künstlerisch hochwertig gespielt haben, dass man vergessen konnte, einen Film zu sehen. Im übrigen waren alle Rollen hervorragend besetzt; der Film als ganzes ist durch seine Aufnahmen und durch seine Wiedergabe als erstklassig anzusehen. Das Thema des Films, insbesondere die Schlussrede, gesprochen von dem inzwischen leider verstorbenen Schauspielers Spencer Tracy, ist eine Predigt der Toleranz, der Menschenwürde, des Verstehens und der Liebe der Menschen und der Rassen untereinander, die in der schlichten Form ihrer Präsentation und des Vortrags ergreifend würkte GOLDA MEIR TRITT ZURUECK Tel Aviv. — Golda Meir hat dem Sekretariat der Arbeiterpartei mitgeteilt, dass ihr Rücktritt als Generalsekretärin der Partei unwiderruflich ist. Premierminister Eshkol und andere Politiker erklärten, sie hätten „viel Energie darauf verwandt, um Frau Meir von ihrem Entschluss abzubringen, doch alle Bemühungen seien vergebens gewesen.“ Das Parteisekretariat wird zur Ernennung eines neuen Chefs schreiten. Ein bestimmter Kandidat wurde noch nicht in Betracht gezogen. Unter den Anwärtern, die genannt werden, befindet sich auch Finanzminister Pinchas Sapir. (ITA) und sicherlich eine gewisse erzieherische Resonanz in den Vereinigten Staaten haben kann, in denen die Rassenprobleme heute in aller Schärfe zu schweren Konflikten führen. — Ein Wort zur Arbeit Man kann darüber verschiedener Meinung sein, ob nicht auch ein Wort über die Arbeit des HilfsVereins im Rahmen einer solchen Veranstaltung angebracht gewesen wäre. Da es nicht gesprochen wurde, soll an dieser Stelle kurz die Bedeutung der Tätigkeit des Hilfsvereins nicht nur, aber besonders für unsere Kollektivität unterstrichen werden. Wir haben schon häufig über die vielseitigen Arbeiten auf dem Gebiet der Hilfe und des gegenseitigen Beistandes berichtet. Man soll nicht glauben, dass diese Hilfsarbeit sich heute nur auf das Eltern- Der American Jewish Congress drohte in New York mit einem „weltweiten Boykott“ der Passionsfestspiele von Oberammergau 1970, wenn die Dorfbewohner weiter an dem „antisemitischer Spieltext“ festhalten. Ein Sprecher der jüdischen Organisation erklärte nunmehr, die Oberammergauer hätten sich bisher geweigert, die von jüdischen Organisationen beanstandeten Passagen aus dem Spieltexf zu entfernen. Der Bürgermeister von Oberammergau, Ernst Zwink, kündigte daraufhin eine Ueberarbeitung des Festspieltextes noch vor den Passionsspielen für 1970 an, nachdem kurz zuvor der Festspielausschuss erklärt hatte, dass die Passionsspiele auch 1970 unverändert aufgeführt werden sollen. Bürgermeister Zwink betonte, dass Pater Stephan Schaller vom Kloster Ettal die „eventuellen antisemiti sehen Passagen“ der Spiel Vorlage überprüfen und gegebenenfalls ändern soll. Nach Auffassung des münchener Prälaten Michael Höck, Referent für ökonomische Fragen im münchener Ordinariat, ist die Androhung eines weltweiten Boykotts der Oberammergrauer Passionsspiele unbegründet, da die Ueberarbei- 1. SCHREIBER bietet Ihnen sein irfodernes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlich keiten an. Geht auch in die Provinz MEDRANO 852. VI. ß T. E. 86-5036 BEFREMDENDE „CARMEN“ IM COLON Die unsterbliche Bizet- Oper fehlt nach ihrem unbegreiflichen Pariser Uraufführungs - „Durchfall“ (1875) seither auf keiner Opernbühne; sie stellt höchste Anforderungen an ihre Interpreten. Bei dem zün. denden Werk erwartet sich jedermann ein Fest, das in der langweiligen, unlogischen, kontrastarmen und mit Denkfehlern durchsetzten Regie von Jean-Jacques Etcheverry nicht stattfand, in welcher sich Chöre und Komparsen gegenseitig überrannten und Escamillos Einzug zur Schmiere geriet. Grace Bumbry war eine vorzügliche Protagonistin mit ebensöicher Stimme, an der sie sich selbst berauscht und dadurch zuweilen ungenau intoniert. Jon Vickers spielte den „Don Jose“ — wie schon vor einigen Jahren — glänzend und sang seinen Part trotz gelegentlichen Forcierens voll aus Herrlich singende und rührend spielende Joan Carlyle als Micaela mit Extrabeifall. Der Met-Bariton (hier im Debüt) Robert Merrill und Altersheim oder auf das Jugendheim erstreckt, da sich das durchschnittliche Lebensniveau der zu unserem Kreis gehörigen Familien im Lauf dreier Jahrzehnte wesentlich gehoben hat, und da die Anfangs- Schwierigkeiten der Emigration und der Einordnung überwunden sind. Mehr als vielen bewusst und bekannt ist, herrscht auch heute noch in unserer Gemeinschaft Not und Elend, so~ dass die Hilfsbereitschaft der Gemeinschaft, zum Aus- Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) tung des Textes schon vor längerer Zeit in Auftrag gegeben worden sei. Der Text solle entsprechend der Konzils-Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nicht christlichen Religionen sowie gemäss den Berichten des Neuen Testaments abgeändert und verbessert werden. Zu der Entscheidung, antisemitische Passagen aus dem Spieltext zu streichen, hat man sich in Oberam mergau offenbar jetzt durch gerungen, da das Schicksal der fünftausend Bewohner umfassenden Gemeinde eng mit dem Erfolg der Pas sionsspiele verknüpft ist und ein weltweiter Boykott einen erheblichen finanziellen Verlust bedeuten könn te. 1960 haben mehr als ei ne halb Million Menschen die Spiele besucht und dem Dorf einen geschätzten Umsatz von 30 Millionen DM eingebracht. gab einen Escamillo, ein wenig reif schon. Mustergültige Schmuggler; Nino Falzetti und Gui Gallardo, weniger mustergültige Partnerinnen; Isabel Casay und Nelly Romanella. Ausreichend Jean-Charles Gebelin als „Zufiiga“. Der Rest sei Schweigen. Gediegen vorbereitet: Der Colön-Chor, Chö. re von Romano Gandolfi, und Valdo Sciamarella (Kinderchor). Georges Pretre, zur Zeit als der bedeutendste französische Dirigent angesehen. leitete das recht gut intakte Colön-orchester mit energiegeladenem Temperament und allzuoft rasenden Tempi, die manchen Kontrast unausgespielt dessen; nichtsdestoweniger war er die gute Seele dieser nichtssagenden „Carmen“, welche die harte Belastungsprobe bestand, wie aus dem stürmischen Beifall hervorging. GÉRARD SOUZAY Der französische Bariton mit seiner herrlichen, einmaligen Stimme war uns allzulange ferngeblieben. — Platzmangel verbietet uns leider die Würdigung, die der grosse Künstler für seine Konzerte im Colon, der „lVagneriana“ und den „Pro Musicis“ verdient. Schuberts „Winterreise“ — er wurde vom Pianisten Dalton Baldwin kongenial begleitet — in der letzteren Gesellschaft verdient als ein Höhepunkt unserer ereignisreichen Saison genannt zu werden. Tiefe Einfühlung verband sich in alien Veranstaltungen mit perfekter Diktion, herrlicher Stimme und grosser Musikalität. Wann werden wir ihn auf der Opernbühne zu hören bekommen? („Pro Musici“ hatten kurz vorher in einem schönen Privatkonzert des Kammerchors vom „Collegium Musicum“ unter Jean Schültis ihre „temporada“ begonnen). WUERDIGE EHRUNG FUER CIRILO GRASSI DIAZ Die städtischen Behörden Hessen im Teatro Municipal San Martin dem schwerkranken Greis eine wohlverdiente Ehrung zuteil werden. Der städtische Kultur' Sekretär, der Theaterdirektor, die Präsidentin des „Mozarteum Argentino“ liessen in ihren Ansprachen das der Musik geweihte Leben des Jubilars gegenwärtig werden, der in den letzten Dezennien dem bonaerenzer Kunstleben oft entscheidende Impulse gegeben hat. Chöre, Kammermusikvereinigungen, Orchester und Tanzdarbietungen gaben der Veranstaltung, bei welcher auch eine Adresse von Victoria Oeampo verlesen w'urde, einen würdigen Rahmen. Sichtlich bewegt dankte Cirilo Grassi Diaz in poetischen Worten. Curt B. M. Weissstein C ATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aire» T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma _ ESTUDIO ciencias 1 económicas, contadores púbtfcos ñac lona/e*; consultores de .’empresa! SANTA FE 2224, I? T. E.: 80-0149 1 ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS Día forest m di t* Um die Passionsspiele LUACH — (KALENDER) Freitag, den 26. Juli 1. Aw Sonnabend, den 27. Juli 2. Aw Schabbat MATTOT-MASS’E Haftara: Jeremias, Kap. 2 Sonntag, den 28. Juli 3. Aw Montag, den 29. Juli 4. Aw Dienstag, den 30. Juli 5. Aw Mittw'och, den 31. Juli 6. Aw Donnerstag, den 1. August 7. Aw Freitag, den 2. August 8. Aw Sonnabend, den 3. August 9. Aw Schabbat D'WARIM — Schabbat CHASON Haftara: Jesaja, Kap- 1 TISCHA B’AW (Tempelzerstörung 586 V. U. 70 n.d g.Z. Sonntag, den 4. August 10. Aw Montag, den 5. August 11. Aw Dienstag, den 6. August 12. Aw Mittwoch, den 7. August 13. Aw Donnerstag, den 8. August 14. Aw Freitag, den 9. August 15. Aw Sonnabend, den 10. August 16. Aw Schabbat WAETCHANAN — Schabbat NACHAMU Haftara: Jesaja, Kap. 40 Es: Wir t che D1, gekrieg nisteikc wander< schen S als Arz¡ stabschi jeichnu ich Wd“ ^fler ries*! «f w ern <“* J ress a^s ,en warem in ihrer u! Haartracl ansah und hen hörte, < da musst > Zeit vor: »rn, als id nt aUS Israel kar Kibbu an, de;ehöre. 8 Moni e Arbf Bewä ¡ungen setzte :hen i fort, lotion r als i e gehöi denten e Ver nu ich off