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Jüdische Wochenschau · 1968-07-26 · 2278 (26.7.1968) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2278 (26.7.1968)
Date
1968-07-26
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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AW 15. AW 16- AW nachas Vlerncia, 26 de Jutio de 196* ASCHER PEARLMAN: SEMANA ISRAELITA Alle XXIX. — N® 2278 — 5 Aufgaben unserer Jugend Es ist der Mühe wert, mit diesem Volk zu leben Wir bringen die Ansprache im Auszug, welche Dr. Ascher Perlman bei der dem Seehstagekrieg gewidmeten Sondersitzung des 27. Zionistenkongresses hielt. Dr. Perlman, ein Einwandererr aus Argentinien, der seine medizinischen Studien in Jerusalem beendet hat. dient als Arzt in der israelischen Armee. Er wurde wegen Tapferkeit vor dem Feind vom Generalstabschef lobend erwähnt — die höchste Auszeichnung, die Zahal kennt. Dr. Perlman sagte: Als ich heute durch die Wandelgänge des Kongresseebäudes in Jerusalem ging, stiess ich auf viele junge Leute aus verschiedenen Ländern der Welt, die zum Kongress als Delegierte gekommen waren. Als ich sie m»r in ihrer unkonventionellen Haartracht und Kleidung ansah und die vielen Sprachen hörte, die sie sprachen, da musste ich mich an die Zeit vor zehn Jahren erinnern, als ich als junger Student aus Argentinien nach Israel kam und nicht viel anders aussah. Als junger Mediziner schloss ich mich dem Kibbuz Mischmar Hanegev an, dem ich noch heute angehöre. Nachdem ich dort 18 Monate landwirtschaftliche Arbeit geleistet hatte, bei Bewässerung, in Obstpflanzungen und im Kuhstall, setzte ich meine medizinischen Studien in Jerusalem fort. Nach meiner Promotion rückte ich ins Militär als Arzt ein. Ich habe gehört, dass Ihr junge Studenten eine entsprechende Vertretung in der Exekutive der Jewish Agency fordert. Vielleicht habt Ihr darauf ein Recht, ich kann das nicht beurtei len. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Euch aber einige Plätze offerieren, wo Ihr sofort nach Euerer Ankunft eine angemessene Vertretung bekommen wer det. Kommt in den Negew, in die Berge von Golan; ich kann noch andere passende Plätze nennen, in den Kibbuzim und auch in der Stadt. Wir befinden uns jetzt in der Situation, dass wir ein eigenes Land haben, aber nicht genug Leute. Ich kann noch eine Stelle nennen, wo Ihr die angemessenste Vertretung bekommen könnt, in der Verteidigungsarmee Israels. Zum Unterschied von Studenten in anderen Ländern, die sich erst ein Ventil für alle mög liehen Komplexe und Spannungen suchen müssen, werdet Ihr Euch dort auch geistig zu Euerer vollständigen Befriedigung ausleben können. Man wird Euch nicht schicken, dass Ihr die Grenzen anderer schützt oder die Ideale anderer verteidigt: Ihr werdet für Euere eigenen Grenzen kämpfen, für Euere Familien, für Euere Heimat und was besonders wichtig ist; Ihr werdet dort Euer eigenes Volk kennen lernen. Wenn ich früher Erzählungen über die Männer der israelischen Armee und überhaupt über das Volk von Israel hörte, da klangen sie in meinen Ohren wie Propaganda oder schöne Reien. Im Sechstagekrieg war ich als Arzt einer Panzerdivision im Sinai-Gebiet zugeteilt. Es war das erste Mal, dass ich einen Krieg sah und an ihm teilnahm. Dort habe ich die Menschen, ganz einfache Menschen, kennengelernt und begriffen, dass im Vergleich zur Wirklichkeit alles Gehörte blass und unzureichend war. Ich werde niemals den Tankkommandanten vergessen, der Gas gab, als er bei schossen wurde. Er stand im Tankturm und musste dann drinnen Deckung suchen: Ein Geschoss hatte ihm eine Hand abgerissen, aber er erteilte weiter Befehle: seine einzige Sorge war, den Tank in Sicherheit wurde er durch eine Maschinengewehrgarbe getötet. Vor sechs Wochen führten wir die Karameh-Aktion durch und wieder war ich Zeuge des gleichen Mutes, der im Sechstagekrieg bewiesen worden war. Wiederum sah ich Soldaten, die mit der grössten Hingabe und Opferbereitschaft am Boden krochen, um verwundete Kameraden zu retten und zurückzubringen. Sie gingen unter einem mörderischen Feuer vor, obgleich es keineswegs sicher war, nie besondere Aufmerksamkeit geschenkt hatte: „Der Mensch ist Stahl, Panzer ist blosses Metall“. Meine eigene Erfahrung hat mir gezeigt, wie wahr das ist. So ist unser Volk. Ich glaube, es muss für jeden von Euch eine Ehre sein, in seiner Mitte zu leben, in seiner Gesellschaft zu sein, an seiner Seite zu kämpfen. Ein älterer Arzt erzählte mir unlängst, dass man einen Soldaten operieren musste, dessen Hand abgeschossen worden war. Als man mit der Operation be- Teilansicht der grossen Kongresshalle zu bringen und erst, nachdem er das erreicht hatte, liess er sich erste Hilfe geben. Als der Kommandant der Einheit vorbeikam und fragte, was geschehen ist, hielt es der Soldat für notwendig, sich zu rechtfertigen und zu sagen, dass er sein Bestes getan habe. Ich werde nie den Offizier vergessen, der am ersten Kriegstag an beiden Händen verwundet wurde. In der einen Hand blieb die Kugel stecken, aber er weigerte sich ausser einem einfachen Verband irgendeine Behandlung anzunehmen und kämpfte noch weitere zwei Tage. Am dritten Tag ob sie ihre Kameraden noch am Leben finden werden. Sie wollten auch keine toten Kameraden dem Feind zurücklassen. Bei dieser Karameh-Aktion — bei der ich selbst eine Hand verlor — hat ein unbekannter Soldat unter schwerstem Beschuss Zeit und Mut gefunden, um an eine an sich unwichtige und kleine Sache zu denken: Er entfernte den Ring von dem Finger der abgeschos. senen Hand und steckte ihn an einen Finger der rechten Hand, die heil geblieben war. In unserem Militärlager gibt es an der Anschlagtafel eine Inschrift, der ich ginnen wollte, wurde plötzlich das Radio auf volle Lautstärke gestellt und jeder im Raum hörte deutlich die Meldung von Kol Jisrael, dass die Jerusalemer Altstadt in unserem Besitz ist. Ein Taumel der Freude und Begeisterung ergriff alle Anwesenden. Auch der Verletzte erwachte plötzlich aus seiner Betäubung. Er hob seinen in blutige Verbände gehüllten Armstumpf und rief: „Es war der Mühe wert!“ Alles war der Mühe wert. Das wollte ich Euch sagen. Es lohnt sich in unserem Land zu leben, es ist der Mühe wert, einem solchen Volke anzugehören. — Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse der Woche von Seite 4) druck gebracht durch den Hilfsverein, auch jetzt noch bedeutsam ist und erhebliche Mittel erfordert. Dass der Hilfsverein davon absieht, von der Aufbringung der notwendigen Beträge grosses Aufheben zu machen, unterstreicht die Ernsthaftigkeit seiner Tätigkeit und die Bereitschaft aller, die sich für den Erfolg dieser Arbeit ein,setzen. 40 Jahre IWO Das Jüdisch-Wissenschaftliche Institut IWO kann in diesen Tagen auf eine 4(1 jährige Tätigkeit zurückblicken. Es dürfte für jeden interessant sein, über die Arbeit dieses Instituts Näheres zu erfahren. Das Institut besitzt in Buenos Aires zwei Bibliotheken. Die „Zentrale Bibliothek“, die öffentlich und deren Benutzung gratis ist, umfasst mehr als 50.000 Bände in jiddischer, hebräischer, spanischer und anderen Sprachen, unter diesen auch in deutscher. Ausserdem gibt es eine „biblioteca circulante“, die auch Bücher an die Mitglieder des Instituts ausleiht, die immerhin auch über 20 000 Bände verfügt. Neben den Bibliotheken sei das Museum Minkowski mit Bilder- und Statuensammlungen, antiken Gegenständen des jüdischen Kultus und jüdischer Kunst erwähnt. Ergänzt werden diese Schätze des Instituts durch reichhaltige Dokumenten-Sammlungen. Das Institut bringt auch Veröffentlichungen in jiddischer und spanischer Sprache heraus. An der Spitze des IWO stehen heute zwei bedeutende jüdische Schriftsteller und Journalisten, die Herren Abraham Zack als Präsident und Samuel Rollansky als Vizepräsident, die gemeinsam mit ihren Mitarbeitern die Tradition des IWO fortsetzen und eine kulturelle Aufgabe erfüllen, deren Bedeutung undiskutierbar ist, aber oftmals nicht recht beachtet wird. Mesa Redonda der Universitaet Die Organisation der Freunde der Hebräischen Universität in Buenos Aires widmete einen Aussprache- Nachmittag dem heutzutage viel diskutierten Thema der Uebertragung menschlicher Organe von einem auf den anderen menschlichen Körper. An dieser Debatte, die unter das Motto .Leben und Tod“ gestellt war, beteiligten sich bekannte Gelehrte, Aerzte und für den jüdischen moralischen und reli- Blick in die Welt v*n HAROLD SCHWARCZ DER TSCHECHISCHE Kommunismus versprach einmütig, die Politik seines Chefs Alexander Duboek zu unterstützen. — AM VERGANGENEN Wochenende versuchten wieder arabische Kommandos auf israelisches Gebiet zu gelangen, wurden aber zurückgeworfen. — ANTONIO ARGUEDAS, ehemaliger bolivianischer Innenminister, flüchtete unter dem Verdacht, das Tagebuch Guevaras Castro in die Hände gespielt zu haben... IN SEINEM DISPUT mit Venezuela zeigte sich Guayana bereit, kubanische Hilfe in Anspruch zu nehmen ... — DAS BUNDESdeutsche Aussenministerium bestritt, dass amerikanische Waffen nach Böhmen durch Deutsche gebracht worden seien. — PRAESIDENT JOHNSON verhandelte mit dem südvietnamesischen Präsidenten Vhan Thieu, ohne dass nähere Einzelheiten bekannt gegeben wurden. — IRAKS PRAESIDENT. Marschall Aref, wurde von seinem bisherigen Vizepräsidenten Ahmed Hassan al Bakr gestürzt. — DIE ENGLAENDER wollen Gibraltar eine neue Konstitution geben. — ITALIENS PREMIER Leone konnte sich erneut im Parlament durchsetzen. — DER PAPST hat sich in seine Sommerresidenz zurückgezogen. — NEUE BEWAFFNETE Zusammenstösse waren in Rotchina zu verzeichnen. — VELASCO IBARRA wurde als gewählter Präsident Ecuadors ausgerufen. — IN PAKISTAN und Indien waren schwere Ueberschwemmungen zu verzeichnen. — EINE GRAUSAME Hungersnot herrscht in Biafra. VENEZUELA und die CSR haben ihre Beziehungen wieder aufgenommen. — DIREKT-FLUGZEUGE verkehren jetzt zwischen Moskau und New York. — DIE FRANZOSEN machten wieder einmal einen Atombomben-Versuch. — DIE TROCKENHEIT in Chile bedroht die Landesversorgung. — COUVE DE MURVILLE verlangte Opfer vom französischen Volk, um die Wirtschaft des Landes zu retten. MARSCHALL TITO zauderte, seine Position im tschechisch-sowjetischen Konflikt zu definieren. — DER VERSUCH eines Generalstreiks in Uruguay ist zusammengebrochen. — EINE NEUE ERUPTION des Aetna war in der letzten Woche zu beobachten. — DIE AMERIKANER hätten nichts dagegen, dass ein Frieden auf Kosten politischer Konzessionen Israels zustande käme. — DREI POLNISCHE Minister sind zurückgetreten. — giösen Standpunkt bei dieser Problematik, Herr Rabbiner Hanns Harf, dessen Ausführungen von der Presse breit erörtert wurden. Foto-Ausstellung Die sehr aktive Leitung des Argentinisch - Israelischen Kulturinstituts führt eine Foto-Ausstellung „Menschen in der Wüste“ durch, die vom früheren argentinischen Botschafter in Israel, Dr. Gregorio Topolewsky, dem Kopräsidenten des Instituts eröffnet wurde. Die Ausstellung umfasst 70 Aufnahmen und ist bis zum 30. August geöffnet (Montag bis Donnerstag von 10 bis 19 Uhr und Freitags von 10 bis 14 Uhr, Paraguay 1535). — Initiative der Kehilla In ihrem Bestreben, insbesondere den wirtschaftlich nicht gut gestellten Mitgliedern der Kehilla zu helfen, hat die Mitgliederabteilung unter Leitung von Dr. David Drelewitsch den Kontakt mit einigen Handelshäusern aufgenommen, die bereit sind, bei Vorweisung der Mitgliedskarte der AMIA gewisse finanzielle Vorteile beim Kauf von Konsumgütern zu gewähren. Es wurde bereits eine Unter - Kommission bei der AMIA gebildet, der neben Dr. Drelewitsch die Herren G. Himmelblau, J. Brecher und S. Wainerman angehören, die täglich von ll Uhr 30 bis 13 Uhr den Interssierten in den Räumen der AMIA- Pasteur 347, Auskünfte erteilen, damit auch sie an dem Plan teilnehmen können. Eine Reihe von Firmen haben sich bereits diesem Projekt angeschlossen. — Oelleitung Tel Aviv. — Der Plan für die Oelleitung von 42 Zoll zwischen Elat und Aschdod wurde fertiggestellt. Die Kosten werden sich auf 113 Millionen Dollar belaufen. Die israelische Wassergesellschaft Tahal, die das Projekt ausarbeüete. teilte mit, dass der Bau bald beginnen dürfte und die Oelleitung in ihrer ersten Etappe jährlich 20.000 Tonnen Petroleum vom Roten Meer zum Mittelmeer befördern könne. Wenn die Installationen einmal fertiggestellt sind, wird sich diese Menge auf 60.000 Tonnen im Jahr erhöhen. Der Oleodukt würd den Weg vom Suezkanal nach den europäischen Häfen um etwa 20.000 Kilometer abkürzen. (ITA) Empoerung in Kanada Toronto. — „Wer die Juden Polens Verräter nennt verrät selbst die höchsten Ideale dieses Landes“, heisst es in einer Resolution, welche auf einer Protestversammlung gegen den von den Behörden geschürten Antisemitismus in Polen angenommen wurde. Auf diesem Meeting, das der Kanadische Jüdische Kongress zusammen mit anderen Organisationen einberufen hatte, sprachen u. a. der Präsident des Verbandas der ehemaligen Ghettokämpfer in Israel, Scholem Grajek, ui«d der frühere Bürgermei. ster von Toronto Philip Givens. (OJI) Neue Lehrer Tel Aviv. — In den ersten Monaten des laufenden Schuljahres wurdsn 1.400 neue Lehrer in cf«« öffentlichen Schulen lsrae's eingestellt gegenüber 2.050 in der gleichen Zeit des Vorjahres. %

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