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Jüdische Wochenschau · 1968-07-12 · 2276 (12.7.1968) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2276 (12.7.1968)
Date
1968-07-12
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viornes, 12 de Julio de 1968 SEMANA ISRAELITA Año XXIX. — N* 2276 — 3 Eine alte Koenigs-Residenz Zu den historisch und landschaftlich interessantesten Stätten, die in Israel in den letzten Monaten dem Besucher zugänglich gewor den sind, gehört die alte Königs-Residenz von Samaria. Sie liegt in landschaft ich herrlicher Lage auf einer etwa 450 Meter hoben Bergkuppe des samaritanischen Berglands, von der mar nach allen Himmelsrichtungen eine gute Fernsicht über die Täler und den umliegenden Bergkranz hat, Weite Höhen, Felsen und Olivenbäume geben der Landschaft ihre Prägung. Von der Küstenebene aus gelangt man nach Samaria bequem auf der Autostrasse, die in 45 Kilometern von Natania über Tulkarem hinauf führt. Man erreicht die gut erhaltenen Ausgrabungsstätten mit ansehnlichen antiken Gebäuderesten über ein am Berghang gelegenes arabisches Dorf, in dessen Namen Sebastie sich bis heute der griechische Name Sebastie erhalten ha*, den einst der jüdische König Herodes seiner nahegelegenen Königsresidenz zu Ehren seines kaiserlichen UMHNUI* DIMIGUMO» CAJA POPULAR DEBELGRANO COOPERATIVA DE CREDITO LTDA. DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA JUEVES 18 -19 lis. INAUGURACION AGENCIA N* 3 CORRIENTES 5322 y como siempre: CASA CENTRAL: AMENABAR 2968 AGENCIA N9 1: CABILDO 3102 esq. IBERA AGENCIA N» 2: CORRIENTES 2294, P. 1» esq. PASTEUR von Dr. FRITZ BERGER Freunues Augustus gab. Denn Sebaste ist die griechische Form des Ehrentitels „Augustus“, was „der Erhabene“ bedeutet. Aber Herodes war nicht der er ste, der dort eine jüdische Königsresidenz erbaute, sondern König Omri, der etwa im Jahre 875 v.d.g.Z. diese Stadt gründete. Im ersten Buch der Könige 16, 24 wird hierüber berichtet. Omri, so heisst es, kaufte den noch völlig unbebauten Berg Samaria (Schomron) von dem bisherigen Eigentümer namens Schemer iür 2 Talente Silber, was heute etwa 20 000 schweizer Goldfranken entspräche. Er befestigte den Berg, dessen Name von dem früheren Besitzer abgeleitet war. Dieser Name ist dann in die späteren Bibelübersetzungen in der lateinischen Form als Samaria eingegangen. Manche Forscher wollen diesen Namen auch ethymologisch als „Wachtposen“ und Professor Galling als „Wartburg“ deuten. Samaria also war die stattliche Residenz im Berg land von Ephraim, in der seit Omri und seinem Sohn und Nachfolger, König Ahab. die alt-israelischen Könige regierten. Wichtige archäologische Ausgrabungen haben hier stattgefunden. In den Jahren 1908—1910 ermöglichte eine grosszügige Spende des jüdischen Philanthropen Jacob Henry Schiff die Forschungsarbeiten der Harvard Universität. Seinem Andenken sind die umfangreichen und reich illustrierten grosser. Werke gewidmet, die die Ausgrabungsleiter Reisner, Fisher und Lyon der Oeffentlichkeit übergaben. In den Jahren 1931—1933 folgten erneute Ausgrabungen. Diesmal hatte sich die Hebräische Universität in Jerusalem mit der nordamerikanischen Harvard Universität und der British School of Archäology in Je rusalem zu einer Gemeinschaftsarbeit zusammengetan, an der Prof. E. L. Sukenik von der Hebräischen Universität, der Vater Prof. Jigal Jadins, wesentlichen Anteil hatte. In mehreren stattlichen Bänden liegt das Ergebnis dieser Forschungsarbeiten vor. Einer der ALFREDOSTERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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Schon zwischen den Häusern des Dorfes Sebastie trifft man einen Kreuzfah rerbau, die jetzt als Moschee benutzte Johannes- Kathedrale aus dea» 12. Jahrhundert, die man auf Grund der in einer Krypta aufgefundenen Wandfresken mit der Geschichte der Enthauptung Johannes des Täu fers in Zusammenhang brachte. Hier wurdde einst das Grab Johannes des Täufers verehrt. Die bekannte Legende von Salome und der Enthauptung des Johannes kann nach den histori sehen BorictPen nicht hier sich abgespielt haben. Dagegen ist es nicht ausgeschlossen, dass Johannes hier später beerdigt wurde. Grosse verzierte Sarkophage aus der herodianischen Zeit und Felsengrä ber im römischen Baustil sind ebenfalls im Dorf gefunden worden und zugänglich. Auch vor der EinfahU in den Ort sieht der Reisende in den Felswänden Sarkophage, die bei der kürzlich erfolgten Strassenerweiterung freigelegt wurden. Beim Betreten des hoch gelegenen Ausgrabungsgebietes, das sich über die ganze Bergkuppe und bis hinunter in die Seitentäler ersteckt, befindet man sich an der Stelle des alten herodianischea Forums und blickt über die stattlicher, Säulenreste einer dreischiffigen Markt-Basilika, in der einst Gerichtstag gehalten wurde. Die im Norden liegende Aosis mit der Bank euf der das Tribunal sass, ist noch gut erhalten. Am Südende dieses Gerichtsgebäudes sind noch vollständige Mauern aus der israeli. sehen Königszeit erkenntlich, an denen man den Baustil gut studieren kann. Wenn man den Hügel hinaufsteigt, gelangt man zu dem freigelegten Theater aus der herodianisehen Zeit und vorbei an dem bewundernswert gefügten mächtigen Rundturm, der auf is. raelischen Grundmauern in der hellenistischen Periode errichtet wurde, zu der ein- CARLTON- KLEIDUNG ■ CARLTON-Kleidung ist aussen und innen höchste Qualität. Beim Smoking, beim Strassenan zug, beim Sportsakko ■ Ihr guter Freund an kalten Tagen, der CARLTON-Mantel. MASSKLEIDUNG « FERTIGKLEIDUNG Carlton Maipü 982 — 31-7845 drucksvollen breiten Freitreppe, die einst in 24 Stufen zum Augustus-Tempe’ mit der Kaiserstatue hinaufführte. Neben ihm stand auf der Hügelkuppe die Akropolis der antiken Stadt. Nicht weit entfernt bewundert man die umfangreichen Baureste von Omris und Ahabs Königspalästen und die Ueberbleibsel des sogenannten „Elfenbeinhauses“ König Ahabs, aus dem man die kunstvollen Kleinfunde geborgen hat. Ausser ihnen gaben auch mehr als hundert mit Tinte beschriftete Tonscherben sogenannte Ostraka) Aufschluss über die Wein- und Olivenkulturen der damaligen Zeit und zwar zum Grossteil hebräisch. Zwischen malerischen Oelbäumen führt der Weg rund um den Hügel zu einem weiteren Kirchenbau aus dem 11. Jahrhundert, der, genau wie die Kathedrale im Dorf, durch legendäre Ueberlieferungen mit Johannes dem Täufer verbunden ist. Von dem an der Kirche vorbeiführenden Höhenweg hat man reizvolle Tiefblicke auf die im Tal ausgegrabene Unterstadt, zu der man auch von hier hinabsteigen kann. Dort befinden sich die Reste einer 12—15 Meter breiten, von Säulen gesäumten Ladenstrasse. Die Geschäfte waren zum Teil zweistöckig, und zwischen dem Fahrweg LA SEMANA ISRAELITA semanario inoepend-ente Aires - PUEYRREDON 2190. 1* izq - 83-2618 16. Tamos 5728 12. Juli 1968 und den Läden erstreckte sich einst ein gedeckter Fussgängerweg, dessen Säu len und Pflasterung noch heute zu sehen sind. Diese Strasse führt zu einem alten Sfadttor, das auch schon zur Zeit König Omris den Hauptzugang zur Stadt bildete. Die Kolonnadenstrasse dürfte in der herodianisehen Zeit angelegt und dann unter Kaiser Septlmius Severus im 2. Jahrhundert, als Samaria römische Kronkolonie war, teilweise erneuert sein. Auf der nördlichen Seite des Berges in der Nähe der Basilika eröffnet sich ein weiter Blick zu dem sogenannten Stadion in der Tiefe. In der Senke zwischen zwei Hügeln, malerisch zwischen Olivenbäumen eingebettet, markiert sich ein mit Säulen eingefasstes viereckiges Feld in der Grösse von 225x55 Meter. Die ausgrabenden Archäologen haben dieses als Stadion oder Hippodrom bezeichnet, glau ben aber, dass dort auch Raum für Spiele und andere Sportarten vorhanden war, so dass es mehr einer antiken Sportschule, die man seinerzeit Gymnasium nannte, ähneln könnte. Die Ausgrabungen dort Stadt Aschdod Tel Aviv. — Kürzlich wurde Aschdod in einer feierlichen Zeremonie der Status einer Stadt verliehen. sind noch nicht zu Ende geführt. Für den Beschauer ist das Entscheidende der besonders schöne Blick auf die antiken Säulenreihen zwischen dem Grün der Landschaft. 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