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Jüdische Wochenschau · 1968-07-05 · 2275 (5.7.1968) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2275 (5.7.1968)
Date
1968-07-05
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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' Vier ness, 5 de Juli« de 1968 SEMANA ISRAELITA Am XXIX. — N° 2275 — 2 Die Freunde Israels Es gibt wohl kaum auf der Welt eine buntere Gesellschaft, als die der Freunde Israels. Sie rekrutiert sich aus Angehörigen aller Nationen und Rassen, aller Stände und Klassen, aller Altersgruppen und den verschiedensten gesellschaftlichen und beruflichen Schichten. Am stärksten sind in ihr allerdings die Ehemaligen und die Künftigen vertreten, jene Persönuichkei ten also, die früher einmal eine hohe Stellung innehatten, in der sie aus dem einen oder anderen Grunde gezögert haben, ihrer Sympathie für Israel Ausdruck zu verleihen, oder die noch auf einen hohen Staatsposten oder sonstige Position reflektieren und sich von der offen zur Schau getragenen Sympathie für Israel etwas versprechen. Das ist nicht als Vorwurf gemeint, sondern nur als Tatsache festgestellt. Keiner wird die Aufrichtigkeit der Gefühle all dieser Persönlichkeiten in Frage stellen wollen. Aber man kanr sich trotzdem nicht eines merkwürdigen Gefühls erwehren, wenn man von dem plötzlichen Interesse des bri tischen konservativen Abgeordneten Enoch Powell für Israel liest, just nachdem er von seiner Stellung als Verteidigungsminister verdrängt wurde. Warum, wird man sich mit Recht fragen, hat Powell jahrelang von der Einladung der israelischen Regierung zu einem offiziellen Besuch im Lande keinen Gebrauch gemacht und zieht sie plötzlich aus der Schub lade, nachdem rund urr seine Persönlichkeit ein politischer Sturm entstanden ist und er sein Amt zu räumen hatte? Wieso ist jetzt erst George Brown an einem Israel-Besuch interessiert, seit er nicht mehr Aussenminister Ihrer Majestät ist? Wieso kommt es, dass bei den Feiern des israelischen Unabhängigkeitstages in Pari-, plötzlich nur Ex-Minister das Wort ergriffen haben? Diese und ähnliche Gedan ken drängen sich auf, wenn man die ausgesprochen proisraelischen Erklärungen aller Kandidaten der beiden grossen amerikanischen Parteien für die Präsidentschaft betrachtet. Richard Nixon, der aussichtsreichste Kandidat der Republikaner, äussert sich jetzt mit grösster Vehemenz zu Gunsten amerikanischer Waffenlieferungen an Israel, zur Ausbalancierung der sowjetischen Aufrüstung der arabischen Staaten. Richard Nixon war vor zehn Jahren Vizepräsident der USA. Auch damals war die Sowjetunion be müht, das nahöstliche Kräftegleichgewicht durch Waffenlieferungen an Aegypten m zerstören, aber seine Stimme war nicht zu vernehmen. Man wird ein Gefühl der Befriedigung nicht unterdrücken können, wenn man die heutigen Stellungnahmen der Humphrey, McCarthy, Nixon oder Rockefeller liest Sie unterscheiden sich von einander nur durch eine persönliche Note. Sachlich äu ssern sie sich mit mehr oder weniger Temperament sämtlich so proisraelisch, dass man im Grunde der Präsidentschaftswahl in den USA mit grösster Ruhe entgegensehen könnte. Vielmehr hie- Besorgnis in Frankreich CAJA POPULAR DE BELGRANO COOPERATIVA DE CREDITO LTDA, DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA CASA CENTRAL AMENABAR 296S AGENCIA N« 1: CABILDO 3102 esq, IBERA AGENCIA N? t CORRIENTES 2294, P. i?« esq. PASTEUR AGENCIA. N» 3: •CORRIENTES 5322 Horario: Oías hábiles.de 10 a 17 hs, Sábados de '10 a 12.30 lis» Inscripción tu trámite en el Registro le EnWadei Fmandcm M binarias bel Banco Central CAPITAL REAUZÁOO ACTUAL Y RESERVAS $ 428.000.000.* Paris. — Die französischen Juden sind seit den turbulenten Streiks nerös und dies mit gutem Grund. Ihre Nervosität ist den antisemi. tischen Tendenzen zuzu schreiben, die während der Unruhen bei den Junggaullisten zutage traten, sowie dem gründlichen Hass, den General de Gaulle dem Expremierminister Pierre Mendes France bezeugt, einem Juden, welchen er als seinen hauptsächlichsten po litischen Gegner erachtet. Die Junggaullisten haben versucht, die Studenten Kundgebungen in eine „jü dische Frage“ umzubiegen Ihre Propaganda konzentrierte sich darauf, den! „Juden“ Daniel Cohn-Ben- , dit, den anarchistischen Stu-! dentenführer, anzuprangern, i Dieser ist jüdischer Abstammung, doch er betrach- , tet sich selbst nicht als Jude. Die Propaganda der 1 Junggaullisten nahm derari tige Proportionen an, dass jüdische Studentengruppen in Paris Fahnen mit der Aufschrift „Wir sind alle Juden“ trugen. Präsident de Gaulle bezog I sich nicht namentlich auf! Mendes France, als er in! seiner öffentlichen Deklara-! tion während des General- | Streiks abfällige Bemerkun- \ gen über ihn machte. Aber jedermann wusste, wen de Gaulle meinte. Was die Juden Frankreichs besorgt, ist die Tat Sache, dass viele der Gaullisten mit ihren Angriffen ALFRED0 STERN MALERARBEITEN FA CHM AENNISCHE AUSFUEHRUNG VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76^9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE AND0NAEGUI2083 TEL.: 52-2993 4 Quader von Station Urquiza gegen Mendes France in Wirklichkeit ihren Antisemitismus zu betonen wün sehen. Die französischen Juden können nicht vergessen, dass bei einer Meinungsumfrage vor einem Jahr 44 % des französischen Publikums mit den Worten des Tragischer Unfall Jerusalem. — Fünf Re serveoffiziere wurden Opfer eines Autounfalls, als der Privatwagen, den einer von ihnen lenkte, am frühen Morgen auf der Autostrasse nach Jerusalem gegen eine Zementsäule stiess Die Toten sind ein Hauptmann und vier Leutnants, die alle in Jerusalem lebten und von Reserveübungen auf dem Wege nach Hause wa ren.. Die Polizei, die den Unfall untersuchte, ver mutet, dass die Insassen des Autos übermüdet waren und der Offizier, der den Wagen lenkte am Volant vom Schlaf übermannt wurde. (ITA Antisemiten sind. Viele sind mit der heutigen Einstellung de Gaulles gegen Israel nicht einverstanden. Aber es steht ausser Zweifel, dass heute eine versteckte Animosität gegen die Juden in den Reihen der Rechtsparteien in Frankreich existiert. Aus diesem Grunde fragen sich die Juden mit einer gewissen Besorgnis, welche Folgen die letzten Wahlen, aus denen de Gaulle als Sieger hervorging, nach sich ziehen wer den. Sie sind nicht ausgesprochen alarmiert, doch sie sind misstrauisch. BORIS SMOLAR LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPEND1 ENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* izq 83-2619 9. Tarrfus 5728 5. Juli 1968 sse es, geradezu das Ausscheiden Johnsons aus seinem Amte zu begrüssen. denn schliesslich üben jetzt alle Kandidaten Kritik an seiner Regierung, weil er nicht genug für Israel tut, und weil sie sich noch nicht entschliessen konnte, die begehrten Phantom-Flugzeuge für die israelische Luftwaffe zu liefern. Die Frage, die bestehen bleibt, lautet aber: Was wird das Schicksal all dieser schönen und vielversprechenden Worte sein, wenn einer von den Kandidaten ins Weisse Haus eingezogen sein wird, sobald er nicht mehr der illustren Gesellschaft der Einstigen und Künftigen angehört, sondern über die Macht verfügt, seine Worte in Taten umzusetzen? Gewiss, ein Präsident der USA muss auf viele und ver schiedene Interessen seines Landes Rücksicht nehmen die er nicht zu beachten hatte, solange er sich nur um die Kandidatur bewarb. Er muss nicht zu all den Worten stehen, die er vor sei nem Amtseid gesagt und geschrieben hat. Doch gerade das Bewusstsein dieser Tatsache zwingt uns eine gewisse Skepsis gegenübei Versprechungen auf, wie freundlich sie auch klingen, wie aufrichtig sie auch gemeint sein mögen. Ob einmal die Zeit kommen wird, in der ausländische Ministerpräsidenten, Regierungsmitglieder, führende Parlamentarier und sonstige einflussreiche Persönlichkeiten sich zu einem Israel-Besuch drängen wer den, solange sie im Amte sind? Man wird kaum wagen ,auf diese Frage eine Antwort zu gehen. M0EBELHAUS WATERMANN Das Hans der 9 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENT0 II47 T F 35 - 7033 . CABILD0 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Tiuuvirat« Zanlungserie'chte.'i.ngeD Eigene w^rkstä'ten Zuvorkommende fachmännische Brdienui-g Präsidenten üeberemstimmte, dass die Juden „eine herrschsüchtige Elite“ bilden. Sie haben auch nichf vergessen, dass eine Meinungsumfrage vor zwei Jahren ergab, dass 20 Prozent der Franzosen „ernste“ An. tisemiten sind, von denen die Hälfte mit ihrem Antisemitismus prahlt Viele Juden in Frankreich vergessen weiter nicht, dass der französische Geheimdienst im vergangenen Jahr alle Juden überwachte, die in Verteidigungs- und Atom anlagen arbeiteten, und dass die Regierung insgeheim den angeblichen „jüdischen Einfluss“ auf die Verkehrsmittel untersuchte. Inoffizielle Kreise wiesen darauf h:n, dass die Polizei eifriger als üblich die Tätigkeit der jüdischen Organisationen beobachtete. Natürlich gibt es auch viele GaullLsten, die keine CARLT0N- KLEIDUNG ■ CARLTON-Kleidung ist aussen und innen höchste Qualität. Beim Smoking, beim Strassenan zug, beim Sportsakko ■ Ihr guter Freund an kalten Tagen, der CARLTON-Mantel. 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