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Jüdische Wochenschau · 1968-06-14 · 2272 (14.6.1968) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2272 (14.6.1968)
Date
1968-06-14
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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* — Viernes, 14 de Junio de 1968 SEMANA ISRAELITA Año XXIX. — N? 2172 nisse der Wache Rolf Vogel .11 tv C. W.J — Vom 6. bis 10 Juni wellte der bekannte deutsche Publizist und eifrige. Befürworter der deutschisraelischen Verständigung als Gast unserer Centra-Organisationen in Buenos Aires. Seine Zusammenkünfte mit einer ganzen Reihe jüdischer Persönlicheiten gestalteten sich zu Ereignissen in unserem jüdischen Leben in dieser Stadt. Hiervon seien die bedeutsamsten an dieser Stelle kurz zusammengefasst. Oeffentlicher Vortragsabend Vor mehr als 400 Anwesenden, unter denen sich auch der Herr Geschäftsträger der Deutschen Bundesrepublik und deren hiesiger Kulturdezernent befanden, hielt Herr Vogel einen fesselnden Vortrag, welchem die Vorführung seines neuesten Israel - Films folgte. Nachdem im Namen der „Centra“ deren Exekutivmitglied, Herr Heinz Braun, die Ehrengäste begrüsst und in bewegten Worten der Welttrauer um Robert Kennedy Ausdruck gegeben hatte, nahm Herr Vogel, stürmisch applaudiert, das Wort In einem halbstündigen Referat gab er einen gedrängten Ueberblick über die Anbahnung der deutschisraelischen Beziehungen und deren Weiterentwicklung. Er erwähnte Dr. Adenauers erstes Interview in dieser Frage von Ende 1949 die neuen Kontakte, die sich aus der Unterzeichnung des Luxemburger Abkommens von 1952 ergeben hatten, und wies kurz auf die ihn sehr beglückende Tatsache hin, dass er als erster Journalist aus der Bundesrepublik im Jahre 1954 Israel hatte besuchen dürfen. Seit' her ist er insgesamt 36 Male im Lande gewesen, wo er zahlreiche Kontakte mit allen Schichten der Bevölkerung aufnehmen konnte. Er befand sich auch unter den 50 Journalisten, die dem Eichmann-Prozess in Jerusalem beiwohnten, und hatte die Möglichkeit, in Deutschland bei zahlreichen Gelegenheiten zu Nichtjuden der verschiedensten Kreise über den jungen Staat und seine Probleme zu sprechen. Da^ Interesse für Israel sei dort ungewöhnlich lebhaft, schon lange vor dem ..Sechstagekrieg“. Die Bundesrepublik sei heute der zweitgrösste Abnehmer für Zitrusfrüchte, und mehr als 400 israelische Studenten würden gegenwärtig an deutschen Universitäten studieren. Sehr stark sei das Interesse deutscher Offiziere an den israelischen Sicherheitsfragen; wichtig sei auch, dass jährlich etwa 8 000 bis 10 000 junge Deutsche auf Gruppenreisen Israel kennenlernen. Der Red ner erwähnte in aller Bescheidenheit seine häufigen Unterhaltungen mit führenden israelischen Persönlichkeiten und seine Anwesenheit im Lande in Begleitung deutscher Staatsmänner, die nach Israel gereist waren. „Deutschlands Weg nach Israel“ CA TEC A S. A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma Der anschliessend an die sh Ausführungen im ..Bet Israel“ vorgeführte neueste Film Rolf Vogels darf als ein Meisterwerk bezeichnet werden, das in etwa 70 Mi nuten durch eine grossartige Zusammenfassung historischer Augenblicke und Wiedergabe von Stimmungsbildern 20 Jahre Staatsaufbau am Zuschauer vorüberziehen lässt. Unmöglich, die Fülle, die niemals ein ..Zuviel“ ist, wiederzugeben Man erlebt mit, wie sich Verbindungen anbahnen, die diplomatischen Einführungen vor sich gehen, von den bekannten und verständlichen Misstönen begleitet, wie der 90jährige Dr. Adenauer seinen nur 10 Jahre jüngeren einstigen Kollegen Ben Gurion besucht, im Weizmann-Institut die Doktorwürde empfängt. Immer wieder wechselt das Bild von Israel nach Deutschland hinüber und wieder zurück, und vieles fast Vergessene kehrt in die Erinnerung zurück. Der Film ist so grundehrlich, dass er niemals Bedenken verschweigt, die da und dort, vielfach von Jugendlichen, geäussert werden. Rolf Vogel, der schon zahlreiche Dokumentarfilme geschaffen hat, u. a einen, der „Israel, Staat der Hoffnung“, heisst, wüll auch dieses kurzskizzierte Werk mit einem spanischen Text versehen, um es der jüngeren Generation zugänglich zu machen. Rund um den Aufenthalt Vogels Die wenigen Besuchstage des Gastes, der buchstäblich „im Fluge“ Freundschaften erwarb, waren voll ausgefüllt. Eine Audienz beim Botschafter Israels, zu der ihn mehrere unserer Organisationsleiter begleiteten, führte zu einem einstündl gen Gespräch über „Die Bundesrepublik und wir Ju den“. Dieses Thema stand auch im Mittelpunkt eines Abends, zu dem Herr Anspach die wuchtigsten Vorstandsmitglieder unserer Gemeinden in die ACIBA eincioncim* ESTUDIO : v, oconómic**,^ , contador** públicos 1 national«* consultora* doi’oiriprosp* 1 PASTEUR 254 - 2’ y 5’ piso» TEC «8-7168, 137? e fUENOS AIRES iSPCCIAllSTÂS EN SOCIEDADES I ANONIMAS H U BEILHDSBOTSCHAFT DER DMA Anlaesslich des Todes von Senator Robert F. Kennedy hat die DAIA dem Botschaftsrat der USA-Botschaft in Buenos Aires, Herrn Leonardo Saccio, folgendes Beileidsschreiben zugehen lassen, dessen Inhalt wir in deutscher Uebersetzung im folgenden wiedergeben: „Unter dem entsetzlichen Eindruck, der nicht weichen will und von der unerhörten Tragödie hervorgerufen ist, welche die Ermordung des Senators Robert Kennedy darstellt, übermittelt Ihnen die DAIA im Namen der jüdischen Kollektivität den tiefen Schmerz, mit dem in ihren Kreisen die unglaubliche und traurige Nachricht empfangen w'urde. „Wenn die Vereinigten Staaten eine Persönlichkeit von aussergewöhnlicher Begabung für die Staatsführung und die Verwirklichung der Demokratie verloren haben, so verliert die freie Welt eine aussergewöhnliche Erscheinung, die von Idealen menschlicher Grösse zugleich mit dem höchsten Streben nach Glauben und Hoffnung für alle Menschen geleitet war. Wir vereinen unsere Stimme mit der Stimme all derer, die von Entsetzen über dieses Verbrechen erfüllt sind, das von der unsinnigen Hand jener verübt wurde, die Hass und Gewalt predigen, der Förderer des blinden Fanatismus, jener, die das Ideal des Friedens verleugnen. „Im unglücklichen Augenblick seines tragischen Ablebens kann den Schmerz seines Landes und aller, die ihn teilen, die Sicherheit mildern, dass sein Beispiel denen als Leitstern dienen möge, die in seinem Vaterland und in der Welt die hohen und edlen Ideale teilten, welche er mit soviel Stolz und Ueberzeugung verteidigte. „In diesem Augenblick der allgemeinen Traue' spricht die DAIA Ihnen und durch Ihre würdige Vermittlung dem grossen Lande, welches Sie vertreten, ihre aufrichtigste Anteilnahme und ihre völlige Solidarität in dieser schmerzlichen Stunde aus.“ (gez.): José Kestelman amtierender Prosekretär (gez.: Isaac Goldenberg Präsident Buenos Aires, den 6. Juni 1968 geladen hatte, sowie der Privatveranstaltung im Hause des Herrn Klaus Pfoertner, wo etwa 40 Personen, Vertreter unserer zentraleuropäischen Organisationen einerseits und deutsche Gäste mit Botschaftsrat Dr. Halter und Kulturattache Dohms ein fast dreistündiges Gespräch in sehr harmonischer Weise miteinander führten und mit grosser Aufrichtigkeit über Möglichkeiten künftiger menschlicher Kontakte, parallel denen, welche Israel und die Bundesrepublik aufnahmen, diskutierten. Der Gast hatte auch Gelegenheit, von Herrn Mark Turkow, dem Reprä- -entanten des Jüdischen Weltkongresses, empfangen und ein wenig mit dem „jüdischen Buenos Aires“ ver-, traut gemacht zu werden. So sah er den Tempel „Liberlad“, die Cbaim Weizmann Synagoge und das Elternheim des Hilfsvereins in San Miguel. Dieser kurze Bericht darf nicht abgeschlossen werden ohne ein herzliches Wort des Dankes an den Gast selbst in erster Linie, aber auch an Herrn Werner Rosenberg, der im Aufträge der Centra-Leitung bei uns da-. Programm des Besuches geschickt vorbereitet und so zum Gelingen erheblich beigetragen hatte. Von der DAIA Auf der allmonatlich stattfirdenden Sitzung des Leitenden Ausschusses der DAIA, der Mitglieder der Exekutive und verschiede- Mitteilung Der Jüdische Verband der Ueberlebenden der NS-Verfolgungen (Sherit Hapleta) teilt mit, dass die Weltkonvention der ehemaligen Häftlinge der KZ-Lager ’Ghetti, Zwangsarbeitslager und jüdischer Kämpfer gegen die Nazis, die in der zweiten Julihälfte in Jerusalem stattfinden sollte, auf ein späteres Datum vertagt worden ist. Laut einer Benachrichtigung des Jad Waschern haben sich eine so unerwartet grossen Zahl von Teilnehmern zu dieser Konvention angemeldet, dass ihre Unterbringung in so kurzer Zeit technisch unmöglich ist. Das Datum der Konvention wird noch bekanntgegeben. nen Kommissionen sowie die Präsidenten der angeschlossenen Institutionen beiwohnten, informierte der Präsi dent Dr. Isaac Goldenberg über die von der Dachorganisation des argentinischen Judentums im letzten Monat entwickelten Aktivitäten. Er teilte ferner mit. dass noch keine Antwort auf ein am 9. Mai an den Innenminister gerichtetes Schreiben eingelaufen sei, in dem dieser um Massnahmen gegen das Anwachsen der an tisemitischen Literatur im Nazistil ersucht wurde. Im Zusammenhang mit einem Protestschreiben an das Unternehmen FIAT wegen der ciskriminatorischen Haltung seine Zweigstelle berichtete er, dass die DAIA eine nicht sehr befriedigende Antwort erhalten habe, die im Informationsblatt ebenso wie der an den Innenminister gesandte Brief veröffentlicht werden solle. Anschliessend informierte Dr Kestelman, dass eine Note, die dem Botschafter Polens mit der zur gleicher Zeit bei der Versammlung im Luna Park vom 25. April an genommenen Deklaration gegen die antisemitische Kampagne in Polen zugestellt wurde, der DAIA durch die Post zurückgesandt worden ist. U. a. wurde mitgeteüt dass die 5. Konferenz der Jüdischen Gemeinden in Lateinamerika unter Teilnahme von Dr. Nachum Goldmann vom 26. bis 30. Oktober ds. Jrs. in Buenos Aires stattfinden wird. Schliesslich verlautete, dass das Datum für die Abhaltung der Territorialkonvention, welche vom 20. bis 23. Juni in Mar del Piata stattfinden sollte, angesichts des Umstandes, dass eine zahlreiche argentinische Delegation am Zionistenkongress in Jerusalem teilnimmt, auf die Zeit vom 6. bis 9. Juli verlegt wurde. Bankett in der Rural In den Räumen der Sociedad Rural Argentina fand anlässlich des 20. Jahrestages der Unabhängigkeit Israels und des 1. Jahrestages der Befreiung der heiligen Stadt Jerusalem ein Bankett statt, das von der Jüdischen Vereinigung der Ueberlebenden der nazistischen Verfolgungen veranstaltet wurde. Nach dem Einzug der argentinischen und israelischen Fahnen, die von Kindern in den Saal getragen wurden, und dem Absingen der Nationalhymne beider Länder sprach der Präsident der Vereinigung, der die Leiden der Ueberlebenden der NS-Verfolgungen schilderte, ihre verzweifelten Bemühungen, den rettenden Boden der jüdischen Heimat zu erreichen und ihre Rolle im Kampf um den jüdischen Staat, der ihnen und vor allem ihren Kindern eine sichere Zukunft bieten sollte. Der Redner würdigte den Anlass zu dieser Veranstaltung und wies auf die Bedeutung des 20. Staatsjubiläums Israels und der Wiedervereinigung der Ewigen Stadt hin, die sich in diesen Tagen zum ersten Mal jährte, wobei er auf die Jugend als Trägerin der Zukunft oes Judenstaates hinwies, dessen Ringen um eine Existenz in Frieden mit seinen Nachbarn und der. ganzen Welt noch nicht beendet ist. Hierauf wandte sich ein Vertreter der Jugend an die jungen Menschen, die er auf forderte, in echtem Makkabäergeist den Frieden für Israel und für alle Völker dieser Erde durch ihren ganzen Einsatz für die hohen Ideale des Judentums zu erobern. Die Anwesenden bewahrten eine Minute des Schwei gens im Andenken an die Märtyrer und Opfer des jü dischen Volkes und zu Ehren des ermordeten Senators Robert Francis Kennedy, der sich für die Rechte Israels eingesetzt hatte. Nach einer Ansprache des Präsidenten der AMIA verlas der Wirtschafts-Attache der Israel-Botschaft in Buenos Aires, Herr Mosche Jehuda, eine Begrüssung des israelischen Botschafters in Argentinien, Don Mosche Aion, in der dieser feststellie, dass 20 Jahre nach der Gründung Israels und ein Jahr nach der Wiedervereinigung Jerusalems dem jüdischen Land immer noch kein Frieden beschert ist, während der Antisemitismus nicht nur in traditionell antisemitischen Ländern sondern überall in der Welt ■wieder auflebt, so dass die Solidarität aller Juden heute wie eh und je das Gebot der Stunde ist. Dem offiziellen Teil des Abends, der bis in die frühen Morgenstunden währte, schloss sich ein reichhaltiges künstlerisches Programm (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) LUACH —(KALENDER) Freitag, den 14. Juni Sonnabend, den 15. Juni 18. Siwan 19. Siwan Schabbat B’HAALOTCHA Hafrara: Sechafja Cap. 2 Sonntag, den 16. Juni Montag, den 17. Juni Dienstag, den 18. Juni Mittwoch, den 19. Juni v Donnerstag, den 20. Juni Freitag, den 21. Juni Sonnabend, den 22. Juni Schabbat SCH’LACH L’CHA Haftara: Jehoschua Cap. 22 20. Siwaa 21. Siwan 22. Siwan 23. Siwan 24. Siwan 25. Siwan 26. Siwan Sonntag, den 23. Juni Montag, den 24. Juni 27. Siwan 28. Siwan ««VGoldm gW»? i*3 hervor denen , ■ j, welche?e Dem°kra Sismusi« Ssenüert heut« neue Sale* For ju seinlo seiner Goldmann, jius stets „ewesen sei Tendenzen bestanden ¿er Wunsch Juden einen 0 gründen. Acbad Haa-ns geistige Asp £bendwaruni Israel vor alle ms Zentrum «he Volk" Keiner Auffa ¡o führte der Jiegi die Lösu allein ¡n einer beiden Tenden Zeit der souve: gebilde m»ssi Staat haben, andere Staat gleicher Zeit darauf bedacht eicht nur wie et sondern Ideale und bes te unserer schichte und pflegt, um sich slige Zentrum Volkes zu ver ein solcher St« grosse Zahl ind vor allem Teil der ideal ten Jugend de jüdischen Gen Dr. Goldir gangs daran ser Kongress eien von d: Gedenktage! 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