Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2272 (14.6.1968)
- Date
- 1968-06-14
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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i Vientes, 14 de Junio de 1968 SEMANA ISRAELITA Año XXIX. — N“ 2172 — 3 3Bi*skn as Sehsit&jwden Auch in diesen Zeitläuften geschehen noch Zeichen und Wunder. Die moskauer Pharaoen-Clique gestattet zwar keinen Auszug der Kinder Israel aus ihrem Machtbereich, aber sie erklärt sich plötzlich bereit, einer jüdischen Delegation religiöser Führer die Reise nach den Vereinigten Staaten zu ermöglichen. Es liegt eine Einladung des American Council for Judaism vor, je ner jüdischen Splittergruppe iron Assimilanten unter Führung ihres Rabbi Elmo Berger zu deren 25. Landesta gung. Der moskauer Ober ’-abbiner, der im Prinzip die Einladung akzeptierte (akzeptieren durfte), erklärte sich allerdings aus Gesundheitsrücksichten fiir ausser Stande, ihr Folge zu leisten, bat aber, an seiner Statt seine Stellvertreter zu empfangen. Die sowjetische Botschaft in Washington hat die Tatsache der Einladung und ihre Annahme mit Fanfaren unter Beweis zu stellen, womit sie nur die eigene Unsicherheit verdecken. Nunmehr aber hat sie ihre Israelfeindschaft auf der. Vveg zur Sowjetunion geführt, und man fragt sich nur, ob soviel Naivität überhaupt denkbar ist, ob es sich nur um sträftliches Verkennen der wahren Situation handelt, oder ob sie sich bewusst in die globalen Ziele der sowjetischen Politik einspannen lassen, in Links: Jüdische Pilger durchschreiten das Zionstor auf ihrem Wege zur Tempelmauer. — Rechts: Christliche Pilger, die hölzerne Kreuze in ihren Händen tragen, strömen bei der Osterprozession in die Heilige Grabeskirche CAJA POPULAR DEBELGRANO cmperhwm OE CREDITO LTDl DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA CASA CENTRAL: AMENA8AR 2968 AGENCIA r 1: CABILDO 3102 esq. IBERA AGENCIA N" 2: CORRIENTES 2294 P. 1» m PASTEUft Horario: . Oías Hábiles de ID a 17 hs. Sábados (Te 10 a 12.30 hs. Inscripción «n trímite en eT Rejisir» tfe Entidades Financieías| lio bancadas del?anc» Central CAPITAL REALIZADO ..ACTUAL Y RESERVAS^ J 402.000.000.-, in die Welt hinausposaunt, sieht sie doch in ihr eine ausgezeichnete propagandi stische Massnahme gegen die wachsende Erbitterung der Weltjudenheit über die zunehmenden Schikanen und Bedrückungen der Juden im Sowjetreich, auch wenn diese antisemitischen Massnahmen bisher nicht zu Pogromen ausgeartet sind. Der Council nimmt seit 194i8 eine anti-israelische Haltung ein. Er entspricht >n seiner Mentalität etwa den „nationaldeutschen“ Juden der Naumann-Gruppe unseligen Andenkens in den Jahren der Weimarer Republik. Seine Haltung zu innerjüdischen Fragen ist durch Ueberbetonung der Loyalität zu Amerika charakterisiert. Er kennt und anerkennt keine gesamt jüdische Solidarität, und er distanziert sich bewusst und gewollt von jüdischen Gemeinschaftsaktionen, die auch nur im entferntesten von Nichtjuden für „unpatriotisch“ gehalten werden könnten. Superpatrioten werden nicht müde, ihre Treue zu Amerika immer wieder Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG. AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Masrhinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON »—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM TEL. 52-2993 4 Quader von Station Urquiza denen die Israel-Feindschaft obenan steht. Die 'berufenen Wortführer und Vertreter der amerikanischen Judenheit haben sofort das Verhalten der Leute um Elmo Berger gebrandmarkt. Man muss dem Mann nicht erst seine, wenn auch nur gelegentliche, Mitarbeit an der „Deutschen National* und Soldaten-Zeitung“ Vorhalten, um zu wissen, wes Geistes Kind er ist Die wichtigtuerische Kontaktaufnahme mit dem moskauer Oberrabbinat verfolgt — von den Leuten des Council aus gesehen — selbstverständlich in erster Linie ihre eigene Aufwertung. Vom Standpunkt der Sowjetunion aus werden diese Juden in schamloser Weise für ganz andere politische Ziele ausgenützt. Man will, wie es in der Verlautbarung des jüdischen Weltkongresses mit Recht heisst, der Weltöffentlichkeit Sand in die Augen streuen und ihr ein Bild von Wohlstand, Zufriedenheit und Freizügigkeit der Juder. im Sowjetreich vorgaitkeln, das in Wirklichkeit gar nicht besteht. CARLT0N- KLEIDUNG ■ CARLTON-Kleidung ist aussen und innen höchste Qualität. Beim Smoking, beim Strassenan zug, beim Sportsakko ■ Ihr guter Freund an kalten Tagen, der CARLTON-Mantel. MASSKLEIDUNG « FERTIGKLEIDUNG « Carlton Maipü 982 — 31-7845 Wenn diese „Schutzjuden“ Delegation nach den USA kommt, wird sie dort nicht müde werden, das Loblied der Sowjetunion zu singen, des Paradieses der Werktätigen und der nationalen Minderheiten, und wenn man auch den Grossteil der harthörigen, „unverbesserlichen“ Juden nicht zu täuschen vermögen wird — auf weite Kreise der Weltöffentlichkeit wird die Tatsache dieser Delegation doch ihren Eindruck nicht verfehlen. Ausserdem wird erneut demonstriert werden, dass die Juden im Sowjetreich gar keinen Wunsch nach Auswanderung haben und schon gar nicht nach Israel, die sem Vortrupp des kapitalistischen Zionismus, Expansionsdranges und Kolonialismus und wie die anderen schmückenden Beiworte des sowjetischen Vokabulars alle heissen, mit denen man Israel zu bedenken beliebt. Wir müssen abwarten, wer und wieviele auf diesen hinterhältigen' Trick hereinfallen. Israels sogenanntes .Image“ ist nicht mehr so fleckenrein wie zur Zeit des Sechstagekrieges, und es steht uns nicht an, diese sowjetischen Manöver mit Juden zu bagatellisieren, die für ihre „Mission“ in den USA geeicht und sicherlich gründlich propagandistisch vorbereitet werden. Im Ostblock weht wieder- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INOEPEND'ENTE B*. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* Izq. - 83-2614 18. Siwan 5728 14. Juni 1968 um scharfer Wind. Nicht nur Moskau ergeht sich in antiisraelischen Tiraden, auch in Polen nimmt die Säuberungsaktion ihren Fortgang, die die Entfernung aller „unsicheren“ und dem Regime unzuverlässig erscheinenden Elemente zum Ziel hat. Dass dabei vor allem Juden betroffen werden, kann nur den erstaunen, der sich über den Charakter dieses Regimes nicht im klarer ist, und der sich von Propagandalügen einlullen liess. Die antisemitische Einstellung der Machthaber in Warschau geht nunmehr so weit, dass sie sogar letzthin eine scharfe Erklärung Dr. Goldmanns wegen des Termins der Denkmalsenthüllung in Auschwitz herausgefordert hat, — eine Tatsache, die um so bemerkenswerter ist, als sich Dr. Gold mann in seinen Aeusserungen über die Vorgänge im Ostblock in letzter Zeit ziemlicher Zurückhaltung befleissigte. Er wollte, wie es niess, immer wieder Schlimmeres verhüten und sich die Möglichkeit zu neuer Kontaktnahme niemals ganz verbauen. Offenbar hat auch er nunmehr eingesehen, dass man mit diesen Fanatikern, deren Antiisraelismus in einem bösartigen Antisemitismus wurzelt, doch nicht reden kann. Dass man ihr Verhal ten anprangern muss, weil sie, wenn überhaupt, dann doch gelegentlich auf die VVeltmeinung achten, dass aber jede Hoffnung, sie durch Zurückhaltung zu einer gemässigteren Judenpolitik zu veranlassen, trügerisch war und immer bleiben wird. 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