Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2271 (7.6.1968)
- Date
- 1968-06-07
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9616177-9616353--5232-9616356- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
SEMANA ISRAELITA Vientes, T de JtHti» de IMS Aft« XXIX. - W t\ Gespensterwelt am Suez-Kanal Ein paar Moscheen, zwei koptische Kirchen — Kantara. Kein Mensch ist auf der Strasse, nicht ■ einmal ein Hund. Die Geschäfte sind mit Rolläden gesperrt, die Häuser leer oder zerschossen. Es heisst, dass von den J5 000 Einwohnern der Stadt et-.va tausend geblieben sind Aber die einzigen Zivilisten, die wir sehen, sind drei Araber, die in der Kantine kalte Getränke verkaufen. Einer von ihnen hat ein von Krankheit entstelltes Auge — ein Trachom. Der Kantine sieht man die bessren Tage an, sie liegt in einem schattigen Gartenlokal an einem baumbestandenen Boulevard. Dann lassen wir unseren Wagen stehen und gehen zum Schlagbaum. Der israelische Posten, dem wir den Erlaubnisschein zeigen, telefoniert. Ein junger Leutnant kommt uns entgegen. Der Schlagbaum hebt sich. Der Leutnant heiss* Joram und stammt aus einem Kibbuz im Galil. Wir folgen ihm durch eine schmale Gasse, die zum Suez-Kanal führt. In den Bars und Kneipen, von denen nur Schilder übrig geblieben sind, haben sich einst Matrosen und Seeleu- ■ UM MWUt»| ¿«áfdÍI CAJA POPULAR DEBELGRANO COOPERATIVA CE CREDITO LTOf, DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA CASA CENTRAL; AMENABAR 2968 AGENCIA N? 1: CABILDO 3102 esq. IBERA AGENCIA N? Z: CORRIENTES 2294 P. I* esq. PASTEUR Horario: . Oías Hábiles de 10 a 17 hs. Sábados db 10 a 12,30 hs. Inscripción en ((imite en et Registro ti Entidades Financieras! no bancjrias del Sanco Central CAPITAL REALIZADO ^ACTUAL Y RESERVAS^ t 402.000.000.u von HERBERT FREEDEN te amüsiert; in den ausge brannte« Läden wurde einmal mit Touristen gefeilscht. Plötzlich stehen wir vor «er Wasserstrasse, die hier etwa 100 Meter breit ist. Auf vier anderen Seite liegt Kantara West Die beiden Hälften der Stadt waren durch Brucken verbunden, die gesprengt wurden. Ein Hafenkran ragt verbogen in die Luft „Sie können auf den Kai hmuntersteigen, aber nur nach rechts“, sagt Joram. Wir schauen nach links, sehen keinen Unterschied zwischen den beiden Seiten, doch gehorsam halten wir uns rechts. „Machen Sie keine Faxen und stecken Sie nicht etwa einen Fuss ins Wasser“, warnt er dann. In 100 Meter Entfernung cind die ägyptischen Stellungen, die jede Bewegung auf dem östlichen Ufer durch Fernrohre verfolgen. Drüben wie hüben weht auf je einem der Häuser die Fahne der Vereinten Nationen, die hier ihre Beobachter stationiert haben. Aber zuerst wird geschossen, dann gefragt. Tödliche Ruhe liegt über dem Wasser. Kein Kahn bewegt sich, kein Ruiterschlag, kein Schiff. Nichts ist zu hören, nicht einmal das Summen eines Motors. „Dürfen wir fotografieren?“ „Ja.“ „Dürfen wir durch den Fe'dstecher gucken?“ „Ja.“ „Schiessen die Aegypten manchmal?“ „Manchmal.“ „Ich kann drüben niemand sehen.“ „Die zeigen sich nicht gern.“ „Aber wir hier laufen doch auf dem Kai herum.“ „Die Aegypter haben ein anderes Temperament.“ 40 Kilometer südlich liegt Ismalia, zwar nicht die grösste, aber die eleganteste der vier Kanalstädte. Auf unserer Seite gibt es nur die ruinierten Häuser eines ärmlichen Vorortes. Auf einer Tafel mit einem Wegweiser hat jemand zum Scherz gekritzelt; „Diskothek zum Sonnenaufgang“, Wir klettern ein paar Stufen hinauf Oben sitzen ein paar israelische Soldaten in der Sonne. Einer spielt Guitarre. Unten glitzert der Kanal. Gegenüber, wie vom Kriege unberührt, die eigentliche Stadt — die Strandpromenade, ein Park, Häuser mit prunkvoll orientalischen Fassaden, andere in modern funktionellem Stil, auf einem evaku- Interview mit General Rabin Jerusalem. — Ein „be deutsamer Wandel“ hat sich am vergangenen 9. Mai in der ägyptischen Position zu Verhandlungen mit Israel vollzogen, als die Aegypter afikündigten, sie seien zu Gesprächen über die Durchführung einer den Mittelosten betreffenden Resolution des Sicherheitsrates be reit, erklärte der israelische Botschafter in den USA, General Jizchak Rabin, vor seiner Rückkehr nach Washington. In einem Interview mit der Zeitung „Haaretz“ versicherte Rabin, die Position vom 9. Mai sei ein Abweichen von der früheren ägyptischen Haltung, denn bis zu diesem Tage hatte Aegypten d^n Rückzug der israelische Truppen aus den besetzten Gebieten, der in der Resolution des Sicherheitsrates vom 22. November fi ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76^9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein _ wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE AND0NAEGUI2083 TEIL.: 52-2993 4 Quader von Station Urguisa gurierle, als Vorbedingung für alles andere gefordert. Heute, so fügte er hinzu, scheinen die Aegypter geneigt, über die Resolution zu diskutieren, ohne auf der vorherigen Räumung zu bestehen. Der Botschafter bemerkte auch, dass die USA im allgemeinen mit Israel übereinstimmen, dass Jerusalem nicht wieder geteil* werden dürfe, doch sie seien über die israelischen Massnahmen der Wiedervereinigung verstimmt. Sie seien euch nicht mit Israel über das Verlangen nach direkten Verhandlungen mit den Arabern als Verbedingung für jegliche Regelung einig. Dies sei der Grund, bemerkte er, für die Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Israel, doch die Resolution des Sicherheitsrates müsse als ein „Ganzes“ betrachtet werden und ein Abkommen sei nur dann zu erreichen, wenr, es auch die Anerkennun < der territorialen Unverletzlichkeit Israels und sein Recht auf ein Leben in Frieden beinhaltet. General Rabin fügte noch hinzu, er glaube, dass die Sowjetunion einen mässigenden Einfluss auf Aegypten ausübt, weil sie überzeugt Pt, dass die heutige arabisch-israelische Lage per manent weiter bestehen wird, wenn die Araber ihre Taktik nicht ändern. (ITA) CARLT0N- KLEIDUNG ■ CARLTON-Kleidung ist aussen und innen höchste Qualität. Beim Smoking, beim Strassenan zug, beim Sportsakko ■ Ihr guter Freund an kalten Tagen, der CARLTON-Mantel. MASSKLEIDUNG FERTIGKLEIDUNG R Carlton Mcnpu 982 — 31-7845 iet ten Hotel ist die UN-Fahne gehisst. „Sehen Sie auf der ägyptischen Seite jemals Men sehen?“ fragen wir die Soldaten. „Zivilisten niemals.“ „Sie haben hier eine herrliche Aussicht“, sagen wir. „Schauen Sie einmal wochenlang auf die gleichen leeren Häuser“, gibt uns einer zur Antwort und macht ein saures Gesicht. Weiter geht’s nach Süden, am grossen und kleinen Salzsee vorbei und an den Silhouetten der 14 steckengebliebenen Frachter, die hier in den arabisch-israelischen Konflikt hineingeraten sind und seitdem fest liegen. Der Wüstenwind treibt den Sand wie Wellen über die Chaussee und hier und da schiebt ein Traktor in der Art eines Schneepfluges den Sand an den Rand des Fahrweges zurück. Am Ausgang des Kanals in den Golf streckt sich am Westufer die Stadt Suez. Jede Stadt am toten Kanal scheint ausgestorben. Wer von den 200 000 Einwohnern geblieben ist, lässt sich nur schwer sagen. Hier weitet sich das Wasser bereits und d’e Strassenzüge auf der anderen Seite sind nur undeutlich zu erkennen. Gespenstisch ragen die schwarzen Skelette der Oel-Raffinerle auf, die von den Israelis unter vernichtenden Be- A, LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INOE-PEND'ENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* l*q. - 83-261* 11. Siwan 5728 7. Juni 1968 \ \ A schuss genommen worden war, nachdem die Aegypter d"n Zerstörer „Elat“ versenkt hatten Wo immer wir fahren — gelber Wüstenstaub in grellem Sonnenlicht, Tag um Tag, Nacht um Nacht schüttet der Sand des Sinai die Strassen zu, löscht Wege aus, dringt ins Wasser und langsam lässt er auch den Kanal versanden, den seit einem Jahr kein Bagger berührt hat. In neun Monaten hat die 13 Meter tiefe Fahrrinne über zwanzig Zentimeter verloren. Im November 1969 jährt sich die feierliche Eröffnung des Suez-Kanals durch die Kaiserin Eugenie von Frankreich zum hundersten Mal Damals schloss der Khedive von Aegypten mit der Suezkanal - Gesellschaft einen Konzessionsvertrag über 90 Jahre ab. Als Präsident Nasser im Jahre 1956 diesen Vertrag brach und den Kanal nationalisierte, unternahmen Frankreich und Gross'britc.nnien ihre militärische Aktion gegen Aegypten, Heute, kaum zwölf Jahre später, hat die Frage, ob der Suez-Kanal für die internationale Schiffahrt wieder zugänglich gemacht wird, viel von ihrer Bedeutung Export Jerusalem. — Zur Förderung des Exports israelischer Agrar-Produkte stellt das Landwirtschaftsministerium im kommenden Jahr 50 Mil* Honen IL zur Verfügung. verloren... denn dieser Verbindungsweg, einst ein Symbol des Fortschritts, ist selbst in Gefahr, vom Fortschritt überholt zu werden. MOEBELHAUS WATERMANN Das HanS der t Geschäfte mit der grösstes Auswahl SARMIENT0 1147 T. e U . 10*3 CABILD0 2614 PAMPA 4979 fast Ecke »Tinurfrate Zahlungserle<ahter&ngea 7 Eigene Werkstäi ten 11 Zuvorkommende tacb- 1 männlsche Bedienung Fiambres Finos “FRIG UINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA Estudio Jurídico Internacional Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN BUEROSTUNDEN: von 15 — 19 Ukr NUR Dienstag und Mittwoch jflch bitte nicht vor 14 Uhr za erscheinenJ •der nach Vereinbarung T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS ERBSCHAFTSSACHEN - VERTRAEGE - VERWALTUN¬ GEN - MIET5-, ZIVIL- UND HANDELSSACHEN T. E.: 80 - 6930 PUE7HRE00N 2190 esq. Av. LAS HERAS