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Jüdische Wochenschau · 1968-05-31 · 2270 (31.5.1968) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2270 (31.5.1968)
Date
1968-05-31
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Vieri»«*, 31 de Mayo de 1968 SEMANA ISRAELITA Afio XXIX, — N? 217© Ereignisse der Woche Antisemiten wieder aktiv Das Wohnheim in Buenos Aires Nachdem vor etwa einem dreiviertel Jahr die Idee eines Wohnheimes für ältere Menschen unseres Kreises auftauchte, eine Idee, die in Israel, Europa und Nordamerika seit vielen Jahren mit grösstem Erfolg verwirklicht worden ist, wurde in Buenos Aires die ASOCIACION MUTUAL ISRAELITA VID ALINDA (en formación) begründet die dieselben Zwecke verfolgt Das Bestreben der Gründer dieser Asociación ist, älteren Menschen eine Wohnmöglichkeit zu bieten, ir: der sie völlig unabhängig in ihrer eigenen Wohnung sind und die Möglichkeit haben, im Kreise gleichgesinnter Menschen in Geborgenheit zu leben. Das Wohnheim wird auf dem von der Asociación Mutual Israelita VIDALINDA bereits erworbenen Grundstück in Belgrano, Vidal 2362 errichtet werden. Für das Gebäude wurde ein Preisausschreiben unter Zuziehung von erstklassigen Architekten veranstaltet. Das beste Projekt eines 15stöckigen Turmhauses mit 106 Ein- Zweizimmerwohnungen, Restaurant, mehreren Gesellschaftsräumen, Geschäftslokalen und Garagen wird in Kürze zur Ausführung gelangen. Die Pläne für diesen Bau sind bereits in Bearbeitung. Jede Wohnung ist mit allem Komfort ausgestattet: geräumiger Balkon, der windgeschützt ist, komplett eingerichtete Küche mit Bad, Kofferraum, Zentralheizung, individuelle Warmwasserversorgung. Die monatlichen Spensen werden durch die Vermietung der Garagen und Läden, etc. sehr niedrig gehalten werden können. Jeder Bewohner des Hauses oder derjenige, der es in Zukunft sein will, muss Mitglied der ASOCIA¬ CION MUTUAL ISRAELITA VIDALINDA werden. Die Asociación bietet ihren Mitgliedern ausser den« Wohnheim noch eine Reihe von Vorteilen, die hie" einzeln aufzuführen, zu weit führen würde. Da von den 105 Wohnungen nur noch ganz wenige Ein- und Zweizimmerwohnungen zur Verfügung stehen, können sich Interessenten postwendend an P.T. Casilla Correo 3927 (Correo Central) wenden. Die Antisemiten aller Schattierungen haben sich au neuen Schandtaten, von ihnen Aktionen, genannt bereit gefunden. Gewöhnliche Antisemiten, Kommuni- «ten, alte und neue Faschisten versuchen, ihre politischen Geschäfte hinter dem billigen Deckmantel des Antisemitismus zu betreiben. Da haben wir die Regierung in Warschau, die keinen besseren Vorwand findet, um die Unzufriedenheit der Massen, vor allem der Studenten, abzubiegen, als Ihnen die Juden als Opferlämmer hinzuwerfen. Aber siehe da: diese Parole zieht nicht mehr sonderlich, wenigstens in Polen. ln Kanada veranstalteten die Nazis eine Kundgebung für ihre Zwecke. Nordamerikanische Neonazis drohen, jetzt auch gegen die Neger einschreiten zu wollen. Eine neue Partei „Nationalsozialistische Partei für Weisse“ ist auf den Plan getreten Der neue Führer ist nach dem Tode von George Lincoln Rockwell ein Matthias Koehl, der u. a. erklärte: „Wir werden die weisse Bevölkerung in Washington schützen. Wir hassen die Neger genau so wie die Juden.“ Um die Verwirrung in den Köpfen zu steigern, erklärte Adolph von Thadden, der Führer der NPD in Deutschland, er wolle seine Partei von Nazis und Neonazis „reinigen“. Dagegen entfaltet die Arabische Liga in Argentinien wieder eine rege Tätigkeit. ihre eigene Presse wir! nicht müde, die Zionisten zu beschimpfen und Israel zu verleumden In der Sonne demokratischer Freiheiten regen sich munter die antidemokratischen Kräfte. Bekannte und unbekannte Gruppierungen verteilen oder werfen auf die Strasse antisemitische Zettel und Drucksachen, in denen man gegen die Juden mit Schlagwörtern wettert, um sie zu erniedrigen und zu verdächtigen. Die Demokratie aber reagiert nicht.Aliquid haeret, haben die alten Römer gesagt, irgendetwas bleibt hängen. Und das ist es, was die Leute wollen Irgendetwas soll gegen die Juden übrig bleiben, und wenn es nur ein Nasenrümpfen ist. Das wollen sie und das erreichen sie auch meistens. Lamroth Hakol Die Gemeinde Lamroth Hakol verschickte im Monat Mai ein Zirkular, mit welchem sie ihre Mitglieder über die vielfältige Tätigkeit informieren wollte, die vom Vorstand und der Gemeinde in der letzten Zeit entfaltet worden ist. Der Kultur- und erzieherischen Arbeit wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Aus einer Vorschau über bevorstehende Veranstaltungen kann man Einzelheiten über die Planung der Arbeit entnehmen. Besonders begrüssenswert erscheint uns die Arbeit, die von und für die studierende Jugend geleistet wird. „Grupo Universitario“ verschickt ein eigenes Programm über i,eine beabsichtigten Tätigkeiten, das sich durch Vielseitigkeit auszeichnet und ein ebenso geeignetes wie zweckmässiges Mittel zur Gewinnung der Universitätskreise ist, für die Sonderanstrengungen notwendig und lohnenswert sind, um sie in das Leben unserer Gemeinschaft einzuführen und einzuordnen. — Besuch Rolf Vogel Die CENTRA mit Sitz in Montevideo hat den bekannten deutschen Schriftsteller und Journalisten, Herrn Rolf Vogel, dafür gewonnen, auf einer Südamerika-Reise zu den deutschsprechenden Juden über sein Spezialarbeitsgebiet „Israel“ zu sprechen. Nicht weniger als 36 Mal hat Vogel von Deutschland aus Israel besucht. Er hat bedeutende deutsche Persönlichkeiten wie Dr. Adenauer und Prof. Erhard in Israel begleitet und sein letztes Buch „Deutschlands Weg nach Israel“ wird zugleich der Titel des Vortrages sein, den er in der nächsten Woche in Buenos Aires halten wird (vgl. die Anzeige in dieser Ausgabe ». Der neueste von Rolf Vogel in Israel aufgenommene Farbfilm soll ganz ausgezeichnet und sehenswert sein. Vogel, dessen Einsatz für Israel bekannt ist, gibt regelmässige Informationen „deutschland-berichte“ über die Beziehungen der Bundesrepublik zu Israel und Fragen deutsch-jüdisch-israelischen Interesses heraus. Weizmann Institut Das Argentinische Weizmann-Institut unter der umsichtigen Leitung seines Präsidenten, des Escribano Abraham Maler, hat die Bemühungen zum argentinischisraelischen Kulturaustausch in den letzten Monaten erheblich verstärkt. Der Betuch berühmter israelischer Gelehrter in Argentinien und die von ihnen gehaltenen Vorlesungen in Universitäten und anderen Lehranstalten verstärkten nicht allein die freundschaftlichen Musik in Buenos Aires GEDRAENGTE KONZERT-UEBERSICHT Igor Markewitch, der vor 15 Jahren einen unauslöschlichen Eindruck besonders als Deuter der Moderne gemacht hat, leitete 4 Konzerte mit dem unter ihm immer i echt erfreulich gelösten Philharmonischen Orchester. Gestochene Interpretationen, aber ohne rechte Emotion, hörten wir bei Mozarts „Prager“ und Haydns „London“- Symphonien. Bei Britten prasselte in dessen „voung person’s guide to the Orchestra on a thema of Purcell“ ein Feuerwerk geistreicher Wendungen und Wirkungen auf das Auditorium nieder, ebenso wie in Berlioz’ „Symphonie Fantastique“, während Brahms’ „Erste“ an mangelnder Romantik darbte. Als versierfer Begleiter erwies sich Markevitch bei Ravels Klavierkonzert ( ausgezeichnete Pianistin; Pia Sebastiani) und Tschaikovskys „erstem“ — brillanter Solis^ am Flü gel: Ronale Turini, der auch in einem Rezital bei einem von Bach und Mozart über Prokofieff und Debussy bis zu Rachmaninoff und Liszt reichenden Programm technisch und expressiv bestach Damals wie heute gipfelte der Zyklus in Strawinskys noch immer umwerfendem „Sacre“, in dessen Interpretation derzeit Markewitch kein Kollege auch nur nahe- Beziehungen zwischen den beiden Ländern, sondern dienen der wissenschaftlichen Erkenntnis und damit dem Fortschritt. Für die Besucher Professor Chaim L. Pekeris (Mathematik!, Prof. Isaac Berenblum, Krebsforscher und Chef der Abteilung für Experimental - Biologie sowie Dr. Mirón J. Sheskin, der Diicktor des lateinamerikanischen Departaments des Weizmann Instituts ist ein umfangreiches Programm vorgesehen. Prof. Pekeris geboren in Litauen, absolvierte seine wissenschaftliche Laufbahn in Nordame- Tika, bis er ans Weizmann Institut gerufen wurde. Er ist Gewinner verschiedener internationaler Preise und eine in der Welt anerkannte Autorität auf seinem Gebiet Prof. Berenblum wurde in England ausgebildet, wo er auch seine wissenschaftliche Arbeit an der Oxford-Universität begann. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Kerbsforscher in der wissenschaftlichen Welt. — Nachrichten aus Paraguay Die Aufrechterhaltung jüdischer Gemeinden auf diesem Kontinent ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Diese Schwierigkeiten sind für kleine und kleinste Gemeinden beinahe unüberwindlich. Ihre Tätigkeit ist mitunter mit einem aussergewöhnlichen persönlichen Opfer einzelner Menschen verbunden. »Zu diesen Kleingemeinden gehört die Unión de Israelitas pro-socorro Mutuo in Asunción, der Hauptstadt unserer Nachbarrepublik Paraguay, und zu den unentwegten Arbeitern für die jüdische Sache gehört Siegmund Kurz, der uns auch jetzt wieder einmal einige Informatio nen zukommen liess. Besonders weihevoll wurde des 25. Jahrestages des Aufstands im Ghetto Warschau gedacht; an der Feier nahmen Senatoren, Abgeordnete, hohe und höchste (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) frommt, welche dem hevorragenden Dirigenten einen unbeschreiblichen Abschiedsapplaus einbrachte. ★ Der hier ganz besonders beliebte Friedrich Gulda hat nichts von seiner ernsten Reife eingebtisst. In zwei Pianorezitalen erwies er sich wiederum als Bach Mozart, Beethoven und Schubert gleicher massen ge wach sen. Mehr als dies, jede einzelne Darbietung wurde zum Ereignis, als welches man getrost auch die herrliche Wiedergabe von Mozarts Klavierkonzert Nr 21, c-dur, KV 467 bezeichnen darf, in welchem Pedro I. Calderón mit dem Philharmonischen Orchester Gulda — mit dessen eigenen Kadenzen! — einfühlende Sekundanten waren. (Dabei wurde u. a auch Bartoks schwer zu interpretierende und daher selten gehörte „Musik für Streicher,, Schlagzeug und Celesta“ durchaus korrekt geboten.) Gulda begeisterte, belustigte — und schockierte auch! — in einigen eigenen, dem Jazz verhafteten Kompositionen. Auch dieser nur kurze Besuch zeugte von Verehrung und Anerkennung íes Publikums für den gross artigen Künstler CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 -1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma PASTEUR?54 . 2’ y 5o piso* ÎIW 48*7141 >137] t ffUENQS AÍRE* tiendas económicos, contadores públicos » nocional** ' consul totes de'empreto* ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS MIDI Curt B. M. Weissstein Die glückliche Geburt ihres Sohnes OMRI zeigen hocherfreut an HAN KAB1RI und Frau JUDITH geb. SWARSENSKY Jerusalem 95 Shderot Herzl ROLLI SCHAFFRATH-KARLSBERG und Frau SUSI geb. GUEDALEVITSCH VERMAEHLTE Trauung am Sonnabend, den 8. Juni, um 22 Uhr im Gran Templo Paso, Paso 423 Panama 969, 5? dp 17 L. N. Alem 661 3? dp 5 LUACH — (KALENDER) 1 Freitag, den 31. Mai 4. Siwan Sonnabend, den 1. Juni 5. Siwan Schabbat B’MIDBAR Haitara: Hosea Cap. 2 EREW SCHAWUOT Sonntag, den 2. Juni 6. Siwan 1. Tag Schawuot Montag, den 3. Juni 7. Siwan 2. Tag Schawuot Dienstag, den 4. Juni 8. Siwan Isru Chag Mittwoch, den 5. Juni 9. Siwaa Donnerstag, den 6 Juni 10. Siwan Freitag, den 7. Juni 11. Siwan Sonnabend, den 8. Juni 12. Siwan Schabbat NASSO Haftara: Schoftim Cap. 13 Sonntag, den 9. Juni 13. Siwan Montag, den 10. Juni 14. Siwan Dienstag, den 11. Juni 15. Siwan Mittwoch, den 12. Juni 16. Siwan I Donnerstag, den 13 Juni 17. Siwan

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