Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2270 (31.5.1968)
- Date
- 1968-05-31
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616703-9616177-9616344--5222-9616346- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 — Viernes, 31 de May« de 1968 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AA® XXIX. — N* 217t Die Gesetze gegen das Chaos (Schluss von Seite 1) Friedenswald eingeweiht Jerusalem. — Auf einem freiliegenden Hügel, der die Stadt Jerusalem überragt, wurde der „Friedenswald“ eingeweiht. Die Feier bildete einen Teil der festlichen Veranstaltungen am „Tag Jerusalems“, der nach dem Jüdischen Kalender auf den Tag der Befreiung der Stadt und ihre Vereinigung durch die israelischen Streitkräfte fällt. Der Friedenswald liegt nahe dem Sitz der UN in einer ehemals entmilitarisierten Zone. Die Zeremonie leitete der KKL-Präsident Jaakow Tsur in Anwesenheit zahlreicher Angehöriger der bei der Eroberung der Altstadt gefallenen Soldaten. Aussenminister Abba Eban, Bürgermeister Teddy Kollek, der Kommandant der Zone General Usi Narkis und hohe Offiziere, die an den Kämpfen im vergangenen Jahr teilnahmen, wohnten der Einweihung bei. (ITA) iiann. Die „Erklärung der ^Menschen- und Bürgerrechte44 von 1789 reicht heute flicht aus. Sie lautete: „Ein '(Staat, in dem die Gewährleistung der Rechte des Menschen und des Bürgers nicht gesichert wird und die Tren-; »ung der Gewalten nich* verordnet ist, hat keine Verfassung.“ Die Jugend will sich aber nicht mehr mit der theoretischen Gewährleistung de" Bürgerrechte zufrieden geben Sie verlangt die Realisierung der Gleichheit und sehnt sich nach Frieden. ¿Nicht weil sie der Jkommujiistischen Propaganda erlegen wäre, ist sie gegen den Krieg in Vietnam. Sie Will ernsthaft den Frieden. Dass sich die herrschende Schicht ihre Sache leicht macht, ergibt sich aus der einfachen Tatsache, dass die Kommunisten die Rebellion der Jugend als das Produkt westlicher Machenschaften bezeichnen, während die westlichen Demokratien sofort die Kommunisten bezichtigen, sie hätten die Jugend aufgewiegelt. So leicht kann man aber diese betrüblichen Phänomene nicht abtun. Man muss sich schon die Mühe nehmen, eine tiefere Anlayse anzustellen. Man sollte auch nicht tibersehen, dass viele, die nicht mehr als Jugendliche bezeichnet werden können, mit diesen Bestrebungen der Jugend, wenn auch nicht mit den Formen ihrer Auseinandersetzungen, sympathisieren. Der Verusch, aus dem Chaos der Kriege und des Hungers herauszukommen und die Fundamente für eine bessere Welt zu legen. in der nicht iür Rü¬ Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 l? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spazialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 stung, sondern für Hilfeleistung an die Hungerndei und Kranken gesorgt wird, ist ein Zeichen dafür, dass cs noch Menschen mit Verantwortung, Vernunft und dem gesunden Gefühl gibt, dass der eingeschlagene Weg ins Chaos führt, auf dem die Völker jetzt ihrem eigenen Unglück entgegentreiben, wenn nicht entgegenjagen. Dieser Versuch, eile Verhältnisse zu ändern, ist vielleicht der letzte, der gemacht werden kann, bevor es wirklich zu spät ist und jene 25. Stunde anbricht, vor der sich alle fürchten, gegen deren Herannahen aber nichts Entscheidendes geschieht. Dass Millionen Menschen sich um ihre Hoffnungen betragen fühlen ,ist kein Geheimnis. Alle Versprechungen, die während des Zweiten Weltkrieges gemacht wurden, alle Erwartungen, ede man an die Gründung der United Nations geknüpft hat, sind nicht erfüllt worden Für ein Gefühl der Mutlosigkeit, der Verzweiflung, der tiefen Enttäuschung ist Grund genug vorhanden. Dabei richtet sich die Verbitterung ebenso gegen Moskau wie gegen Washington. Die führenden Verantwortlichen haben versagt. Sie hielten ihre grossen oder kleinlichen Interessen fürwichtiger als den Frieden und das „Glück der ganzen Menschheit, sie begegneten sich in einem demoralisierenden Kalten Krieg und veranstalteten einen Rüstungswettlauf Jetz^ stehen sie verwundert, vor der Tatsache, dass ihnen das Vertrauen versagt wird. Wahrlich, hierfür liegt hinreichende Veranlassung vor. Wenn man sich darum bemüht, die Verhältnisse ein wenig genauer und gründlicher zu betrachten und sich nicht allein mit Vorwürfen gegen Jugendliche beschäftigt, so wird man schnell erkennen, dass nur im eignen Verhalten der Grund für die Reaktion der Jugend liegt. Weder haben die Verantwortlichen jemals der Jugend gezeigt, in welcher Form die eigene Gemeinschaft aufzubauen ist, noch haben sie durch ihre Haltung den Weg zur Be friedung des internationalen Lebens gewiesen. Die im Dekalog niederge- Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76.5842 legten Postulate haben die jtnigen, die zur Erziehung der Jugend berufen sind, — und das sind nicht nur Regierungen, Politiker, Lehrer und geistige Führer eines Volkes, sondern ebenso die Eltern und damit jeder, der Vorbild und Beispiel für die Jugend sein sollte, — nicht gehalten, nicht beherzigt, noch vorgelebt. Wäre die Familie wirklich als kleinste gesellschaftliche Zelle der grösseren Gemeinschaft des Volkes in sich und an sich gesund, intakt und jenes musterhafte Beispiel, an dem sich heranwachsende Menschen orientieren können. dann würden Vater und Mutter geehrt werden, dann würde ihr Wort für die Jugend etwas gelten, dann würde die Mahnung der Eltern nicht im W7inde verwehen Aber nicht nur die Ehrung der Eltern wird vom Zehngebot verlangt. Die Reinheit der Ehe — „Du sollst nich^ ehebrechen“ ist auch eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Norm des jugendlichen Verhaltens. Wer heiligt schon den Schabbat?, und gibt damit seiner Familie jenes Glücksgefühl der Geborgenheit und der Sicherheit im jüdischen Hause, In dem sich die Familie versammelt, um den Schabbat zu begrüssen, damit von den Strahlen der Schabbat - Lichter Wärme und das Bewusstsein des innigen Zusammenhanges zwischen Eltern und Kindern sowie zwischen der Familie und der grösseren Gemein schaft ausgehen, die der heranwaehsenden Jugend eine Richtschnur im Leben sein kann. Wer daran zweifelt, dass auf diese „altmodische“ oder „überholte“ Weise die Jugend an Judesein und Judentum, an Eltern und Familie, an Gemeinschaft und Volk gefesselt werden könnte, der sei gefragt, welche Rezepte er anzubieten hat. Wer den Schabbat hält, der schafft sich und seinen Kindern den Respekt vor dem Gesetz auch dann, wenn er nicht gläubig ist, wenn er „davon nichts hält“, wenn er solches Tun mit seinen rationalen Ueberlegungen nicht in Einklang zu bringen vermag. Was hat er schon mit seinem „Rationalismus“ erreicht? Jetzt versucht man mit Polizeigewalt die Jugend zu zügeln, aber nicht nur die Jugend. Das ist immer die ultima ratio, der letzte Ausweg, jenem Vater zu vergleichen, der den Sohn verprügelt, den er mit Vernunftsgründen nicht zu überzeugen vermag. Das sind die veralteten Methoden der Jugenderziehung, der Führung eines Volkes, der Lösung internationaler Fragen. Waum schaffen die UN eine doppelte Moral und verurteilen denjenigen, den sie für den Schwächeren halten? Warum klagen Regierungen Unsehuddige an t ur weil sie nicht fähig sind, die Geschäfte ihres Staates zu führen? Die Völker sind mündig geworden, die Jugendlichen von heute sind keine Kinder, die erst lernen müssten Der Hinweis auf solche Lehren ist immer der Ersatz für richtige Argumente. Niemand, der zu fragen versteht, ist noch zu klein, um einer richtigen Antwort würdig zu sein Prügel, moralisierende Predigten und Polizeimassnahmen sind nicht die Lösung derjenigen Probleme, deren Existenz niemand ernstlich bestreiten wird. Ob es gut oder schlecht ist, mag dahingestellt sein heute wird keine Autorität anerkannt, nur weil sie Autorität ist oder sich als solche ausgibt. Der Vater und die Mutter werden Autorität gemessen, wenn sie durch ihre Lebensführung und ihr Vorbild Autorität sind. Die vielen Revolutionen, die unsere Jugend mitgemacht oder von denen sie gehört hat, sind die Ursache dafür, dass das vielleicht früher einmal existente Autoritätsgefühl und die Ehrfurcht vor der Autorität zerstört worden sind. Ihr wart doch alle dabei, als gemordet wurde, ihr habt doch alle mitgemacht oder geschwiegen. Weil ihr solches tatet oder geduldet habt, wurde eure Autorität vor der Jugend durch euch selbst zerstört. Das ist das Problem Europas, und leider nicht nur des alten Kontinents. Wir leben in einer Zeit, die zutiefst aufgewühlt, aber auch dem richtigen Wort aufgeschlossen ist. Dieses erlösende, befreiende, den Weg weisende Wort ist noch i icht gesprochen worden. Zu solchen Zeiten sind früher die grossen Künder der Menschheit aufgetreten, die selbst den Weg durch die >\7üste durchschritten haben Das Mysterium der Wüste schwebt aber heute über der ganzen Menschheit. In solchen Zeiten erklingt — vielleicht nur einmal in einem Jahrtausend — das Wort zur Besinnung, die Mah nung zur Einsicht, die Umkehr zur Vernunft und die Warnung, das Gesetz wiederherzustellen, das durch die Schwächen der Menschen und der Völker zer ^tört worden ist LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernss Editado por Estrellas Editorial Ltda. ¿ Director: j Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, l9 izq. 1 T. E. 83-2613 Abono- Preise Argentinien; $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800 — jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich v ar das erste, das an die Menschheit gerichtet war. Es hat nichts von seiner Gültigkeit oder Richtigkeit verloren, es gilt heute wie am ersten Tag. Das ist der Ruf zur Erkenntnis, die Offenbarung der Vernunft, die Kündung jener ewig gültigen Gesetze, auf derem festen Fundament allein eine neue Gesellschaft aller Völker und Menschen aufgebaut werden kann, in der Frieden und Recht an die Stelle des Chaos treten wird. — Das Zehnwort vom Sinai CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeH (Director) Jefe de! Servido de Ortopedia y Traumatología de) Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médica« de Bueno« Airea. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47.5875 v Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73 6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 PR0PIEDADES FRANKENBEAG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 , T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, cs<¡. CONDE 7 3.0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel Dr. Bernardo Viaznonte 2037 4? B 5CHWARCZ T. E. 46-1716 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 M0HELN. PLAKSIN RAYOS X Superi 2719 PARADENTOSE NEUES TELEFON: TELEF. 78.4784 VORANMELDUNG BERNARDO stern Ausführung saemtíicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY j ZAHNARZT j ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE- FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN- \ STELLUNG — KIEFERORTHOP AEDIE J Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend j nach vorheriger Vereinbarung; JOSE HERN ANDEZ 2518, T.E. 76.8673 u. 73-0500 j Dr. L. KLEIN - Medico; MAGEN- und OARMKRANKHEITEN R0ENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag. Mittwoch u Freitag von 15—19 Uln < Es wird gebeten sich vorbei telefonisch anzumelden SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 i