Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2268 (17.5.1968)
- Date
- 1968-05-17
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 17 de Mayo de 1968 JÜDISCHE WOCHENSCHAU A*o XXIX. _ N® 21« Bewegungen und Stroemungen (Schluss von Seite 1) ständigen kämpferischen Auseinandersetzung mit anderen Glaubensgemeinschaf ten, die er allerdings nicht Allein mit geistigen, sondern anit sehr weltlichen und polizeilichen Methoden angreift und niederzuringen hofft, was ihm allerdings an keiner Stelle gelungen ist. Die jüdische Position ist klar. Nach mehr als 50 Jahren kommunistischer Herrschaft ist es den Machthabern des Kreml trotz blutiger Methoden nicht gelungen, die Juden als die Träger ihrer Geisteswelt zu eliminieren. Man hat ihre Führer dahingemetzelt, man hat Verbote zur Ausübung religiöser Funktionen erlassen, man hat die jiddische Sprache bekämpft, die jüdische Presse und Literatur unterdrückt oder „verstaatlicht“ Aber die Juden sind geblieben, obwohl doch die Mehrheit der heute in der Sowjetunion lebenden Juden schon unter der roten Herrschaft geboren sind. Das Schicksal und das Phänomen der russischen Juden ist für uns eine vitale Frage, die uns alle aufs tiefste berührt und anspricht. Für die Russen und die westliche Welt jedoch handelt es sich hierbei nur um ein Randproblem, obwohl aus dem Ueberleben der russischen Judenheit in der Sowjetunion wichtigste Rückschlüsse für die Allgemeinheit gezogen werden können Als Faktor oder gar als JVfachtfaktor fällt aber die Judenfrage in Russland nicht »ns Gewicht, jedenfalls nicht wenn man Vergleiche mit den christlichen Glaubensbekenntnissen zieht. Im Gegensatz zum offiziellen Judentum, wenn man Dr. FREY I ABOGADO! PUEYRREDON 2190 1? izq. i ( nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 I REAL PEN ' Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 dies so ausdrücken darf, hat die Kirche, insbesondere die Katholische Kirche, versucht, den ideologischen Angriff des Kommunismus gegen ihre Glaubenslehren abzufangen, und hat dabei eine bemerkenswerte Geschmeidigkeit gezeigt. Hierbei geht es uns nicht darmu zu bewerten, ob das Fehlen oder Vorhandensein dieser Geschmeidigkeit wünschenswert ist oder nicht, sondern nur um die Feststellung der Tatsache als solcher. Hierzu äusserte sich I Kryvelev in weitschweifigen Ausführungen über „Gegenwärtige Versuche, die religiöse Mythologie zu modernisieren“, die in einer Moskauer Zeitschrift erschienen sind. Dort heisst es u. a.: „Die Verkünder und Ideologen der Religion versuchen mit allen Mitteln die Tatsachen zu bemänteln oder sogar einfach zu verbergen, dass zwischen der religiösen Weltanschauung und bestimmten Vorstellungen über den Bau des Weltalls — mit dem, was man als Weltbild bezeichnen könnte — ein Zusammenhang besteht Wenn sie davon sprechen, was die Religion dem Menschen gibt, dann stellen sie entweder die religiöse Moral in den Vordergrund (die Religion erzieht angeblich zu einer hohen Sittlichkeit) oder bestimmte emotionale Erlebnisse; das „Empfinden“ des geistigen Einswerdens mit der Gottheit, das Gefühl der Freude und Begeisterung angesichts der Schönheit und Vollkommenheit der Natur usw. Und das tun sie nicht nur so zum Zeitvertreib. Von Jahr zu Jahr erkennen breiteste Kreise der Bevölkerung immer deutlicher die völlige Unhaltbarkeit des religiösen Weltbildes. Deswegen sind die Diener der Kirche auch zu mancherlei Manövern gezwungen, w'enn sie ihren ' EUROPAREISE Aus gutem Milieu stammender pensionierter Herr wünscht Partnerin für mehrmonatliche Reise kennen zu lernen. — Getrennte Kosten. — Interessierte Dame (65—75) wolle sich frdll. über Casilla Correo Central 3236 melden. Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76-5842 Einfluss auf die Massen behalten wollen. Diesem Umstand muss in der atheistischen Propaganda Rechnung getragen werden.“ — In diesem Zusammenhang wird auch Bulber zitiert, der gesagt haben soll: „Ich habe keine Lehre, ich kann nur auf eine Funktion hinweisen... Mir scheint, dass es in der gegenwärtigen Geschichtsetappe nicht darum geht, einen festen Glauben zu haben, sondern darum, die ewige Wirklichkeit zu erkennen,. Es geht nicht darum, in dieser Wüstennacht einen Weg zu weisen, sondern darum zu helfen, mit bereiter Seele bis zum Tagesanbruch auszuharren, wenn der Weg dort sichtbar werden wird, wo ihn niemand vermutet hat“. Daran knöpft Kryvelev die Bemerkung, Martin Buber vermag nichts Bestimmtes darüber auszusagen, woran man glauben sollte, er fordert zum Ausharren auf, vielleicht werde sich irgendwann irgend etwas aufklären. Der französische Jesuitenpater Teilhard de Chardin glaubte, „dass Weltall Entwicklung sich auf den Geist hin bewegt; ich glaube, dass der Geist seine Vollendung im Menschen und in der Persönlichkeit erfährt; ich glaube, dass die höchste Individualität des kosmischen Christus das organische Zentrum des Universums ist“. Man wird zugeben, dass die Definitionen Bubers und de Chardins nicht klar sind und mystische Elemente enthalten. Ob aber die Stellung nähme der kommunistischen Ideologien klarer ist, muss schon deshalb dahingestellt bleiben, weil unsere Kenntnisse vom „Weltall“ noch in ihren Anfänge stekken. Die Religionen sprechen zum Menschen von seinen Pflichten; sie sind also erdgebunden und werden es bleiben, auch wenn die Durchforschung des Kosmos zu anderen als den bisherigen Vorstellungen und Feststellungen führt. Auch der Kommunismus ist ein von Menschen formuliertes und gedachtes Weltbild, dessen wissenschaftliche Voraussetzungen und Konsequenzen heute zu einem erheblichen Teil überholt sind. Auch der Kommunismus wird von vielen Anhängern mit Fanatismus vertreten. Fanatismus aber ist immer dort, wo Ueberzeugung und Glauben an die Richtigkeit der eigenen Vorstellungen obwalten. Ob man diese Form des Glaubens auch als religiös bezeichnen kann, bleibe dahingestellt. Die Wurzeln dieses (kommu- JAC0B LAPIDUS Gegen Diskriminierung London. — Die Einwanderungsbestim.mungen für englische Bürger asiatischer Herkunft, die vor kurzem vom Parlament verabschie det wurden, haben in der englischen Oeffentlichkeit steigende Opposition und weitgehende Erregung hervorgerufen. Dieses fremdenfeindliche Gesetz hat auch begreiflicherweise unter den Juden entsprechende Verurteilung gefunden, ist doch die berühmte „Aliens Bill“ (Das Fremdengesetz) von 1905, die der jüdischen Einwanderung aus Osteuropa einen Riegel vorgeschoben hat, bei vielen noch in Erinnerung. Wie heute die „Asiaten“ aus Kenya, so waren damals die Juden, die vor der Not und den politischen Verfolgungen des zaristischen Russlands geflohen sind, ein „unerwünschtes Element“, das ferngehalten werden sollte. Die Juden sind gegen einen derartig eklatanten Dis kriminierungsakt besonders empfindlich, und die Stellungnahme des Hauptorgans der englischen Judenheit, des „Jewish Chronicle“, ist eindeutig und klar. Die londoner „Times“ schreibt in einem Leitartikel, wenn eine Regierung in dieser Eile ein derartig konstitutionell anfechtbares Gesetz gegen englische Bürger durchzusetzen vermag, was kann nicht al les in der Zukunft als Staatsräson und berechtigt erscheinen, um es in aller Eile mit einer parlamentarischen Majorität durehzufüh ren? Bezeichnend für die Stimmung waren auch die mutigen und würdevollen Worte, die die Baroness Gaitskell in der Debatte im Oberhaus aussprach. In aller Offenheit erklärte sie, dass weder sie noch ihr Vater in England geboren wurden Ihr Grossvater habe nicht einmal England gekannt. Das Gesetz in seiner gegenwärtigen Fassung gebe ihr das Gefühl einer Fremden; es rieche nach Apartneid. Es sei hier daran erinnert, dass die gegenwärtige Baroness Gaitskell, Gattin des verstorbenen Hugh Gaitskell, die nistischen) Glaubens liegen genau so in der menschlichen Natur begründet wie bei anderen Glaubensvorstellungen auch. Mit diesen Bewegungen, Tendenzen und Strömungen müssen wir uns ständig auseinandersetzen, nicht um uns oder unsere Jugend die für rationalistische Gedankengänge immer zugänglich ist, gegen einen uns fremden Kommunismus „abzuschirmen“, sondern um unseren eigenen Standort zu kennen und zu vertreten. Tochter von eingewanderten osteuropäischen Juden ist. Zusammen mit ihrem Vater, S. L. Creditor, der bis zu seinem Tode vor wenigen Jahren in London gelebt hat und ein bekannter jiddischhebräischer Schriftsteller und Lehrer war, kam sie als Kind auf der Flucht vor den zaristischen Verfolgungen in Russland nach England. Für die Opposition im Oberhaus hat z. B. Lord Beaumont „diese Rassengesetzgebung“ als einen schwarzen Tag in der Geschichte Englands bezeichnet, und kein geringerer als der Erzbischof von Canterbury verdammte das Gesetz mit den Worten, dass es das Rassenvorurteil eher verstärken als bannen werde. Libyen toetete Juden London. — Unter Duldung der Regierung veranstaltete eine Pro-Nasser-Bewegun« gegen die in Libyen zurück gebliebenen Juden unlängst eine ,Palästina-Woche' mit Mord- und Raub-Ueberfällen, bei denen mindestens 16 Juden den Tod fanden. Die jüdische Ansiedlung in Libyen datiert bis auf die Zeit nach der Zerstörung des LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltáa. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien; $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800,— jänrl. Luftpost-Abono f. d N a chbar-Republiken 10 Dollar jährlich Zweiten Tempels zurück. “Vor einigen Monaten gab es dort noch 4.600 Juden; davon sind 200 nach Italien geflüchtet, wo sich die meisten in Uebergangslagern befinden. Die etwa 2.000 in Libyen verbliebenen Juden wurden ins Lager Gurgi bei Tripolis eingewiesen. Die jüdischen Geschäfte und Wohnungen wurden geplündert und gebrandschatzt. Vor der Unabhängigkeit im Jahre 1961 waren 60 Prozent der kaufmännischen Agenten und 90 Prozent der Importeure und Exporteure Juden. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe de) Servicio de Ortopedia y Traumatología de) Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES 41 2331 — 2240 47-5875 I. E. URIBURU 285 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. 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