Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2268 (17.5.1968)
- Date
- 1968-05-17
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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jüDimomn £x Je*nxüfä*ZsA&jelUa PUEYRREDON 2190 — 1* izq. Año XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 17 DE MAYO DE 1968 N® 2*f>8 Bewegungen und Stroemungen van JEHLDA GOTTHEIMER Judíos en Países Arabes Nueva York. — El gobierno iraqués se ha embarcado en una política de estrangulación económica de los 2.500 judíos que han permanecido en ese país, desde la guerra de los 6 días, informó aquí el American Jewish Committee. Según la información recibida de la oficina del AJC en Paris, las nuevas medidas adoptadas en Bagdad privan a los judíos de todos los derechos de control sobre su propiedad, congelan todos sus créditos y les ponen ua plafón de probreza en salarios máximos que pueden ser pagados a judíos. Con tales medidas, dice el Committee, el gobierno iraqués ha abandonado todo pretexto de ser “antisionista, pero no antijudío“. Una nueva enmienda a la ley ira* quesa prohíbe a los judíos vender o disponer en otra forma ninguna propiedad inmueble o de tratar de obtener hipotecas, préstamos o alquileres sobre las mismas sin previo permiso del ministro del interior. Otra disposición establece que las oficinas públicas y el comercio privado “no deben pagar ningún importe debido a judíos“, sino de notificar al ministro Son excluidos los sueldos debidos a judíos, pero se ha dictáis» un sueldo máximo de 100 denares (28*1 dolares) mensuales. El Committee destaca que este es aproximadamente ti sueldo pagado a un principiante en este país plagado por la inflación y no alcanza para la ‘•.ubsistencia de una familia. Además muy pocos judíos iraquíes ocupan puestos asalariados, ya que en su mayor’'« han sido despedíaos el año pasado. Las medidas han sido publicadas et. la gaceta oficial, cuyo último ejempla*- ha llegado a Paris SHLOMO S. TANGER Juden in arabischen Laendem New York. — Die irakische Regierung betreibt eine Politik der wirtschaftlichen Drosselung der 2.500 Juden, welche seit dem Sechstagekrieg in diesem Lande verblieben sind, wie das American Jewish Committee hier berichtete. Laut der vom Büro des AJC in Paris empfangenen Information berauben die neuen, in Bagdad ergriffenen Massnahmen die Juden a ler Rechte der Kontrolle über ihr Eigentum, frieren alle ihre Kredite ein und verfügen armselige Höchstgehälter, die an Juden gezahlt werden dürfen. Mit diesen Massnahmen, so bemerkt das Committee, hat die irakische Regierung jeden Prätext fallen lassen, dass sie „antizionistisch, doch nicht antijüdisch“ ist. Ein neuer Zusatz zum irakischen Gesetz verbietet den Juden, auf andere Weise irgendwelct en Grundbesitz zu verkaufen oder darüber zu verfügen oder zu versuchen, auf diesen Hypotheken, Anleihen oder Mieten zu erhalten als ohne vorherige Erlaubnis des Innenministers. Eine andere Verordnung besagt, dass die öffentlichen Aemter und der private Handel „kernen an Juden geschuldeten Betrag zahlen dürfen“ sondern dem Minister Mitteilung machen müssen .. Ausgeschlossen sind die Juden geschuldeten Gehälter, aber es wurde ein Höchstgehalt von monatlich 100 Dinar (280 Dollar) festgesetzt. Das Committee betont, dass dies ungefähr das einem in d’esem Land von der Inflation heimgesuchten Land gezahlten Gehalt für einen Anfänger entspricht und nicht für den Unterhalt einer Familie ausreicht. Ausserdem sind sehr wenige irakische Juden in bezahlten Ste'lungen, da sie in ihrer Mehrzahl im vergangenen Jahr entlassen worden sind. Die Massnahmen wurden im Amtsblatt veröffentlicht, dessen letzte Ausgabe nach Paris gelangt ist. SHLOMO S. TANGER I. Ein Kriminologe Der amerikanische Kriminologe John Bartlow Martin gelangte zu der folgenden Feststellung: „Wie Konrad Lorenz nachgewiesen hat, gibt es unter den Fleischfressern nur zwei Arten, die keine natürlichen Hemmungen haben, ihresgleichen zu töten: die Ratten i_nd die Menschen. Alle menschlichen Gesellschaftsformen unterscheiden zwischen der Tötung von Fremden und von Angehörigen der eigenen Gruppe; die erstere wird „Krieg“ genannt, die letztere „Mord“. Da dem Menschen die natürliche Hemmung fehlt, Artgenossen umzubringen, hat er Gesetze dagegen erlassen. Wir bestrafen den Mord. Trotzdem finden wir uns alb mit Morden aus Gewinnsucht, Rache oder Eifersucht. Was uns zutiefst erschreckt, ist ein „Mord ohne Grund“. — Ueber diese wenigen Zeilen nachzudenken, dürfte sich für die ganze Menschheit als nützlich erweisen. Denn ausser den hier genannten Motiven wurde der politische Mord gerade in unserer Zeit zu einer Bürgerkriegswaffe, deren Rolle bei den Auseinandersetzungen der verschiedenen Ideologien oder Machtkämpfe innerhalb der eigenen Gruppe immer erschreckender wird. Die Erkenntnis des „Du sollst nicht töten!“ ist ein Gemeingut aller Menschen und Nationen geworden. Die Umsetzung dieser Forderung in die Wirklichkeit des täglichen Lebens ist nicht gelungen. Das Gebot „Du sollst nicht töten!“ ist nicht auf die eigene Familie, nicht auf die eigene Gemeinschaft und nicht auf das eigene Volk begrenzt. Es ist .eine absolute und totale, d h. nicht eingeschränkte sittliche, aber auch strafrechtliche Forderung. Der Mangel an Respekt vor dem Recht und dem Leben des einzelnen Menschen bat viele Ursachen; sie liegen auch, wenn auch nicht ausschliesslich, auf gesellschaftlich-politischer Ebene. Die „Vermassung“ der Begriffe, die Ueberbetonung der staatlichen Funktionen, besonders in den kommunistischen Ländern, der moderne. Polizeistaat und die Begrenzung der; Freiheitssphäie des Individuums haben zu einer Verringerung NUR DIREKTE VERHANDLUNGEN Jerusalem. — Premierminister Levi Eshkol widersprach energisch den Informationen, dass Israel zu indirekten Verhandlungen mit den Arabern bereit sei. Er machte diese Erklärung während der Kabinettssitzung, die am vergangenen Sonntag stattfand. Israel steht auch heute noch auf dem Standpunkt, so führte Eshkol aus, dass eine Regelung der bestehenden Probleme nur im Wege direkter Verhandlungen zu erreichen ist. (ITA) der Verantwortung und Verantwortlichkeit des einzelnen Menschen sich selbst und seiner Gemeinschaft gegenüber geführt. Das aufgeworfene Problem ist nicht (nur) Gegenstand für die Untersuchungen eines Kriminologen, sondern ebenso des Arztes, des Psychologen, des Soziologen, des Erziehers und des Politikers. Im übrigen aber sollte sich jeder Mensch mit dieser Frage beschäftigen und über die Feststellungen John Bartlow Martins nachdenken. II. Prozesse Der amerikanische Journalist Paul Moor berichtet in der Zeitschrift „Der Monat“, Märzheft 1968, folgendes: In der ersten Dezemberhälfte des Jahres 1967 verbrachte Hein Möller, ein jugendlicher, intelligenter, sympathischer Strafverteidiger in Wuppertal, den Montag, Mittwoch und Freitag jeder Woche in der Jugendkammer des dortigen Landgerichts und die übrigen Tage der Woche in einem grossen, improvisierten Verhandlungsraum des Polizeipräsidiums. Der eine Prozess versuchte die Schuld oder Unschuld von mehreren früheren Polizeibeamten festzustellen (einige sind noch im Dienst), die auf Befehl der Wehrmacht am 27. Juni 1941 etwa 900 bis 2.000 Juden in die Synagoge von Bialystok getrieben und lebend verbrannt sowie weitere Hunderte in den Parkanlagen der Stadt erschossen hatten. Der Prozess, dem nur wenige Zuhörer folgten, fand in den Zeitungen eine ziemlich dürftige Berichterstattung . „In dem anderen Prozess verteidigte Möller den 21jährigen Jürgen Bartsch, der trotz zahlreicher vorangegangener Versuche die relativ bescheidene Zahl von vier Morden begangen und e’ngestanden hatte. Zu diesen Sitzungen strömte das Publikum jeden Tag in Scharen; manche standen lange vor der Sonne auf, um pünktlich zum Prozessbeginn... aus der weiteren Umgebung der Stadt zu sein, und die Fresse berichtete über den Prozess mit beispielloser Ausführlichkeit Die Zeitungen erhielten zahllose Briefe, in denen die Wiedereinführung der Todesstrafe gefordert wurde...“ Es sei nocn ergänzend hinzugefügt, dass Bartsch ein jugendlicher Lustmörder war, dessen Opfer kleine Jungen gewesen sind. Der Sensationslust der breiten Massen war hiermit Genüge getan... Wir brauchen nicht zu unterstellen, dass beim breiten Publikum für einen Prozess wegen Massenmordes an Polen, Zigeunern, Armeniern, Schwarzen oder anderen „klassischen“ Verfolgtengruppen ein grösseres Interesse hervorgerufen worden wäre als dies beim NS- Verbrecherprozess wegen der Geschehnisse in Bialystok der Fall war. Auch die Tatsache, dass Massenschicksale immer weniger als Einzelschicksale interessieren, ist bemerkenswert und alarmierend genug, um J-uch darüber einmal nachzudenken. III. Ungleichheit Eine der entscheidenden Ursachen für die auf der Welt herrschenden Spannungen ist die ungleiche Verteilung der Güter und der enorme Unterschied im Lebensstandard der Völker. Dass es sich hierbei nicht um „unlösbare“ Probleme handelt, hat die Entwicklung der letzten 150 Jahre beim Ausgleich der „Klassenunterschiede“ innerhalb verschiedener Nationen gezeigt. Ein ähnlicher Angleichungsprozess dürfte im internationalen Masstab nicht ausgeschlossen sein. Die Befriedung der Erde ist hiervon s cherlich in erheblichem Umfang abhängig. Mit dem schon als erschreckend zu bezeichnencen Bevölkerungszuwachs, mit dem man rechnen muss, -wird die Menschheit im Jahre zweitausend, also in etwa mehr als nur drei Jahrzehnten, auf mindestens 5,1. bis 6 Milliarden Seelen ansteigen, gegenüber den knapp vier Milliarden der Gegenwart. Legt man diese Zahlen zugrunde, dann werden die jährlichen Einkommen von den Fachleuten wie flögt errechnet: Mit einem jährlichen Einkommen von 4 bis 8.000 Dollar pro Kopf leben 750 Millionen Menschen (Westeuropa, Sowjetunion, Teile Osteuropas und Australien). — Mit einem jährlichen Ein kommen von 1.500 bis 4.000 Dollar pro Kopf der Bevölkerung leben weitere 500 Millionen Menschen in Teilen von Lateinamerika, Formosa, Korea, Hogkong und im restlichen Europa. — Mit einem Jahreseinkommen von 600 bis 1.500 Dollar leben etwa 500 Millionen Menscher, in Ost- und Südostasien, Teilen Lateinamer.kas und in einem Drittel der arabischen Welt. — Die übrigen Zweidrittel der Menschheit (rund 3 Milliarden Menschen) könnten ein Einkommen von 200 bis 600 Dollar im Jahr pro Kopf der Bevölkerung erzielen nämlich in Indien, China. Pakistan. Indonesien, Brasilien und Nigeria. — Weitere 750 Millionen Menschen dürfen nur noch mit einem jährlichen Einkommen von 50 bis 200 Dollar pro Kopf rechnen, nämlich im Schwarzen Afrika, in zwei Dritteln der arabischen Welt, im Rest von Asien und Lateinamerika. — Die Folgen dieser Entwicklung sind in ihren Einzelheiten möglicherweise noch nicht zu übersehen Aber die Tendenzen sind erkennbar. Hunger, Not. Elend sind zu erwarten. Wo werden alle diese Menschen Arbeit, Schutz, äztlichen Beistand, Wohnung und Nahrung finden? IV. Das Weltbild Ungeklärte Fragen, die sich drohend vor die ganze Menschheit stellen. Es wäre an der Zeit, die Energien auf die Sicherung der Zukunft zu richten, anstatt sich in Machtkämpfen gegeneinander zu verlieren .. Die Kämpfe zwischen Ost und West tragen nicht nur einen machtpolitischen Charakter, wenn auch diese Form der Auseinandersetzungen die sichtbarste ist. Der Kommunismus strebt nicht nur nach Beherrschung neuer Territorien. Er will nicht nur politischen Einfluss nehmen, er will nicht nur eine politische Vormachtstellung, sondern auch eine geistige. Er will, dass alle Menschen nach dem , Weltbild“ des Kommunismus leben und in kommunistischen Kategorien denken und glauben. Er will die alten Glaubensvorstellungen durch neue, durch seine eigenen ersetzen. Deswegen befindet sich der Kommunismus in einer (Schluss auf Seite 2) Ein Rücktritt Bonn. — In Verrenberg der Stadt in Deutschland wo die meisten Neonazis leben, wie es heisst, hat der Bürgermeister sein Amt niedergelegt. Dies geschah zwei Wochen nach den letzten Stadtwahlen, bei denen 33 Prozent der Bevölkerung für c'ie neonazistische NPD stimmten Der 28jährige Walte. Haiber begründete seir.en Rücktritt mit der Erklärung, er müsse es ablehnen, die Verwaltung einer Stadt zu iei ten, in der die Neonazis einen so grossen Prozentsatz der Stimmen erhalten haben. (ITA) Schweigemarsch in London London. — Vertreter der englischen Judenheit und etwa 4.000 Demonstranten verunstalteten einen Schweigemarsch vom Hyde Park lur Polnischen Botschaft, um dem polnischen BotschaPer ein Protestschreiben gegen die antisemitischen Unterdrückungsmassnahmen seiner Regierung zu überreichen, deren Opfer die noch in Polen verbliebenen Juden sind. Das Schreiben wurde dem diplomatischen Repräsentanten im Botschaftsgebäude von einer Delegation übergeben, die aus Oberrabbiner Emanuel Jakobowitz. Michael Fidler, dem Präsidenten des Board of Deputies, dem Abgeordneten Sir Barnett Jänner, welcher Präsident der Auswärtigen Kommission des Board ist, und Simon Frisner, dem Präsidenten des Verbandes der polnisch-jüdischen Exkombattanten bestand Der Zug der Demonstranten war 80 Meter lang und die Teilnehmer führten Hunderte von Spruchbändern mit sich, auf denen gegen die antijüdische Verfolgug in Polen protestiert wurde. (ITA) Mosche Dajan im Parlament von MEIR FAERBER Das erste Auftreten des Sicherheitsministers Mosche Dajan nach seinem schweren Unfall, den er während einer archäologischen Ausgrabung erlitten hat, im Parlament war nicht nur dadurch interessant, dass man beobachten konnte, wie sich der wegen Rippen brüchen in einem Gipsverband steckende Mann über alle Hindernisse hinwegsetzte, sondern auch wegen der Information, die seine Beantwortung einer Interpellation enthielt. Dajan gab die Statistik de-, arabischen Terrors und seiner Bekämpfung bekannt. Seit dem Sechstagekrieg im Juni 1967 bis zum 3. April 1968 wurden registriert Die Terroristen verübten ,>3 Sabotageakte auf Strassen und Sandwegen, 7 auf Balmschienen, 20 auf Wohngebäude, 28 auf Industrie- und Gewerbebetriebe, auf Bewässerungs- und Elektrizitätsanlagen und Gasrohre und in 26 Fällen wurden Siedlungnn beschossen. Die Sabotage- und Terrorgruppen erlitten folgende Verluste an Mannschaft: 91 Tote, 42 Verwundete und 1.640 gerieten in israelische Gefangenschaft. In der Aktion des israelischen Verteidigungsheeres gegen die Terroristenbasis Karame in transjordanischem Gebiet wurde etwa 100 Mann der Arabischen Legion im Kampfe getötet und 90 verwundet. Ferner verlor die Legion 46 Tanks, ca 10 Geschütze, 10 Fahrzeuge und 3 „Polizeifestungen“ wurde zerstört. Die Zahl der Saboteure, die in diesem Zeitraum von Gerichten in Israel abjeurteilt wurden, beläuft sich auf 330, die Zahl der aufgrund von Administrativverordnungen in Haft befindl’chen auf 219 und vier wurden des Landes verwiesen. Die Liste der Waffen, die in der Berichtszeit aus den Beständen der Fatachu.-.d anderer Sabotageverbände beschlagnahmt wurden, enthält: 157 automatische Handwaffen, 235 Gewehre, 33 leichte Maschinen gewehre, 5 Granatenmörser mit 60 mm Kaliber und 21 Bazookas. Diese Waffen stammen aus der USSR, der CSR, China, Deutschland, Schweden, Aegypten, England, Frankreich. Belgien, Kanada und den USA.