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Jüdische Wochenschau · 1968-04-26 · 2265 (26.4.1968) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2265 (26.4.1968)
Date
1968-04-26
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes, 26 de Abril de 1968 A«« XXIX. _ N" 2165 — 7 »Cs;»«».- Gefahr hih ^r8^r ln si« Zeit v! I ^ten v5”' > GeWSied,ulll der 1 Gebiete, Für LT a"kengang « den betast« dlf Schrillt-»Ugen ™- 2 i:" * «5 . Territormn,? Die 1 Pri^n?" Er - Politische Kom- 2U drehten, so»- '. .'f14 jüdische hke't . Vielleicht, lenkin, garantieren n, Grenzen keinen aber die alten haineg ausgelöst. S ist Ministerprä* rikol angeblich da- «Itigt, mit ejnzel. stei'n «das Protudieren“ und das laltnis im Kabinieren. Er ist sich der Tatsache be- ■s voreilige Komden Fortbestand en Koalition gend zumindest die iktion veranlassen de Regierung zu Aber auch inneren erst vereinig- -Partei sind erninandersetzunges leschlossen, weil r linke Flügel Awodal als auch tRafi) nach wie lern Standpunkt itweder Frieden quo, aber keine promisse. SEMANA ISRAELITA 'teg rbeiten achtvogel: Nach den Altstadt’ ib Glückt nicht zu.; Kinder mnend: erobert, machen m Soldamal tältt Noch ist n Bunker, Schuljahr) im heim, Auge: id fiel, ehren, d siegte, ,and, ff FIEDLER AUF DEM DACH“ Man braucht dem Leser nicht zu sagen, dass Scholem Alechems ,Tevje, der Milchmann“ eine der rührendsten und zugleich echtesten Erzählungen über das Dasein der aus dem Zarenreich vertriebenen russischen Judenheit ist, dass der Dichter selbst das Schicksal seiner ..Anatevka “-Juden erleben musste, nach dem Pogrom im Jahre 1905 nach Amerika kam und in New York ein Jahrzehnt später, verarmt, aber ungebrochen im Glauben an sein Volk und dessen Berufung, starb. „Tevje, der Milchmann“ ist heute seit langem als ein klassisches Stück jüdischer Erzählung und Literatur geschätzt, es ist oft dramatisiert und — vor allem in j’ddischer Sprache — auf der Bühne dargestellt worden, bis es unter dem neu en, Chagall -entlehnten Titel „Fiddler on the roof“ (das Chagall-Bild des auf dem Dach einer baufälligen Dorfhütte in verschlissenem Gehrock und mit roter Mütze geigenden jüdischen Musikanten i*3t Welt-Kunst-Besitz geworden) Bestseller der nordamerikanischen Musical-Produktion geworden ist. Mehr als ein Dutzend Millionen Dollar hat dieses Musical, entgegen allen pess:mits tischen Prophezeiungen seinen Produzenten bisher in etwas mehr als dreijähriger Laufzeit eingespielt Als ein Stück, das allen Happy End - Klisches Hohn sprach und die Zuschauer und Zuhörer mit dem denkbar tragischsten aller Finale, dem Bild der Vertreibung einer kleinen jüdischen Gemeinde aus ihrem Ursprungsdorf entliess, hat es nicht nur das «in eigener Sache“ angesprochene jüdische Publikum sondern die Menschen aller Konfessionen I von P. WALTER JACOB und Nationalitäten gepackt und verzaubert. Es ist vom Broadway über England, Holland, Finnland, Israel, Australien, Skandina vien, ja Japan (!) nun auch nach Deutschland gekommen hat in Hamburg seine deutschsprachige Premiere mit nie gekanntem Prominentenaufgebot im Zuschauerraum gehabt, wird über Monate in der Elbmetropole gespielt werden, dann alt, Riesen-Gastspiel - Unternehmen durch alle Grosstädte Westdeutschlands ziehen, eine noch aufwendigere Show als „My fair Lady“, ein Stoff, für den United Artist? acht Millionen Mark zum Erwerb der Filmrechte zahlte, detssen Inszenierung auf Hamburgs Operetten-Bühne sich deren Chef Kurt Collien und seine Geldgeber 700 000 Mark kosten Hessen. Die Geschichte vom Milchmann Tevje, der im russisch-jüdischen Dorf mehischlecht als recht lebt, mit seinem Eheweib Golde «eine fünf Töchter unter die Haube, die Chuppe zu bringen versucht, der auf eine sehr eigene, fromme und doch überwältigend komische Art mit „seinem“ Gott Zwiesprache hält, ist nach Scholem Alechems Erzählung nun von Joseph Stein textiert von Rolf Merz verdeutscht, von Jerry Bock mit einprägsamer, wenn auch nich übermässig origineller Musik (zwischen rituell-synagogalem und broadwaysicherjazzverhafteten Klang) versehen von Tom Abbott hinreissend choreographiert worden. Karl Vibach hat das Ganze geschickt und exakt auf die deutsche Bühne gebracht. Es gibt Szenen religiöser y LEVY - ASOCIADOS S.A. SEGUROS GENERALES LAVALLE 462 p. 2. CAPITAL FEDERAL T. E. 32-9431/3 — 32-1018 — 31-3370 — 32-097S Casa „HARRY“ FABRICACION DE ALHAJAS FINAS JOYERIA. RELOJERIA Y REGALOS GRAN SURTIDO EN RELOJES CU CU H. ZIMMERSPITZ JUNIN 342 Neues Telefon: T. E. 49-4316 SERVICIO DE LUNCH CONFITERIA PA M PA 2447/ 51 T. E. 7 3 - 40 2 5 SEVICIO PARA FIESTAS Ergriffenheit (Anzünden der t abbatlichter, Hoc-hzeitszerernonien im jüdischen Sektor des russischen Dorfes» Oe- I ete und Beschwörungen der Eheleute Tevje 1, der seelischen und körperlichen Grausamkeit (das Aufeinanderprallen der jüdischen und russischen Bevölkerungstei le. der Pogrom, der die jüdischen Hochzeiter mitten in ihrer unschuldig - ekstati sehen Feier wie eine Naturkatastrophe überfällt), es gibt Ritual und Komik, Dorf realistik und Wirtshaui;lnrm. Tanzorgien und die »schon fast jenseitig philosophische Verschmitztheit, mit der uevje, der Protagonist dieses Riesenbilderbogens, in einer entfernt an die Don Camillo- Dialoge erinnernden Art mit seinem ganz persönlichen, nur ihm verantwortlichen und nur von ihm ansprechbaren Gott Zwiesprache hält; es gibt viel Gesang, abwechslungsreich sich steigernde Tanz- und Bewegungsbilder — und dann diesen ernsten, tragischen Schluss: Eine Judengemeinae verlädst mit Rabbi, Alten und Jungen, mit bewundernswertem Mut, mit Verzweiflung und Glauben zugleich, mit einem lächerlichen Rest vom Pogrom übriggelassener Habe das russische Dorf (der deutsche Titel ist der Name dieses Dorfes Anatevka), in dem eie nie wirkliches Bürgerrecht besass, nur geduldet war, bis die zaristische Sol dateska auf höheren Befeh den gut gezielten „Schicksalsschlag“ und damit das Ende herbeiführt ... in andere, neue Exilländer gilt es nun weiterzuwandern für die „Auserwählten.“, und nur zu gut versteht man Tevjes Worte, der in einem seiner Gespräche mit dem Allmächtigen meint: „Lieber Gott, wie glücklich und dankbar wäre ich, Du würdest ein einziges Mal ein anderes als mein Volk .auserwählen“...“ Ist ein solches Stück mi* solchem Finale im Jahre JP68 auf eii^er deutschen Bühne, vor einem deutschen Publikum zu spielen? — Sieht man eine der allabendlichen Hamburger Vorstellungen, so lautet die Ant wort eindeutig: Ja. Die Prominenz riss sich um den Premierenabend, der in sei ner Pracht und in einem Aufgebot an altem und neu em Reichtum unfreiwillig komisch wirken mochte. Gehörten zu diesem Premierenpublikum doch „Promi nente“, die auch schon die PELZE Grosse Auswahl von neuesten Modellen zu Engros-Preisen BRUNO STERNBACH S. A. Suipadia 921 T. E.32 8960 32-8260 Premieren des tausendjährigen Reichits mitvergoldet hatten! Waren gegen den derzeitigen jüdischen Hamburger Opernchef nicht gerade in den Tagen dieser denkwürdigen Premiere anonyme antisemitische Drohbriefe Josgelassen worden? Kann so manches Presse- Erzeugnis unseres Missvergnügens nicht von Ausgabe zu Ausgabe auf einen grösseren Leserkreis hin weisen, schiessen die Ortsgruppen der Nazinachfolgehüter nicht allenthalben bedrohlich aus dem Boden? Und doch... wer nicht die Premiere vor geladenem Publikum sondern den Alltag im Hamburger Operettenhaus besucht, muss sagen, dass dieses „Durchschnitts- Publikum“, das zu einem grossen Teil auf verbilligte Theatergemeinden - Karten diese Riesen-Aufführung besucht, in echter Ergriffenheit das Theater verlässt. Und nicht nur das. Dieses Publikum in Abendkleid oder Smoking, Strassenanzug und ’ Nachmittagsrock oder gar in Beatle-Kluft ist bereit, sich mit dem Problem des hier gezeigten Ausschnittes jüdischen Schicksals zu befassen, zu konfrontieren. Die Lacher, der Szenenapplaus (leicht und diskret von guten Hausgeistern dirigiert), die Pausengespräche, die man erwischen kann, sitzen „richtig“; dieses Querschnitt-Publikum ist auch in seiner Meinung nicht „zurechtgemacht“, reagiert primitiv und spontan, ein richtiges Theaterpüblikum. Und doch hat alles noch einen besonderen Klang: Die Jungen wie die Alten im Zuschauerraum und in den Foyers vergessen nicht, dass es so etwas wie eine unbewältigte jüdisch - deutsche Vergangenheit jüngsten Datums gibt, und so erhält das Ganze etwas mehr Feierlichkeit und etwas mehr Gewichtigkeit als man dem Genre und seinem Revue- Operettentheater sonst wohl zuzubilligen gewillt ist. Allerdings — das alles wäre nicht möglich, stünde in Sbmuel Rodensky, dem israelischen Schauspieler, nicht ein Protagonist auf den Broilern, der jeden vielleicht aui'kommenden Zweifel an Bearbeitung. Eignung des Themas für dieses Publikum, Frage nach Sinn, Geschmack, Möglichkeit dieser Mischung aus ergreifender Erzählung, Schau, Operette, Rührstück, echtem Drama und komödiantischeier Wirkung sofort verstummen lässt. Dieser Mann mit der menschlichen und schauspielerischen Urkraft mit einem deutsch-jüdischen Akzent, der eigens für diese Rolle und diesee Stück erfunden und geschaffen zu sein scheint, ist ein Glücksfali für dieses Musical und seine deutsche Interpreta tion. Er ist so andern als alle deutschen Schauspieler, er ist so stark in jeder Geste in jedem Wort, in jedem der aus Urväter - Tradition geschöpften Gesänge, dass alle« das hier unumgänglich notwendige Mass an Verfremdung und gleichzeitig den überspringenden und mitreissenden Komödien- Funken hat, der allein die Elemente dieses Mammutstückes von 3‘i Stunden Spieldauer Zusammenhalten und ein deutsches Publikum dieser Jahre mit ihm pakken kann. Neben der Bildhaftigkei*. der Verschlagenheit, der volkstümlichen Kraft und Allround - Wirkung dieses Tevje-Darstellers haben es alle anderen auf der Bühne schwer. Ein Bravo der jüdischen Müttergestalt, die Lil- Weniger Arbeitslose Jerusalem. — Die Zahl der Arbeitslosen in Jerusalem sank von 45 000 im März 1987 auf 18.(ni0 im März 1938. Diese Mitteilung stammt vom Generalsekretär des Arbeitsministeriums. Herrn Chanoi Lew Kochay. der voraussagte, dass bis Ende 1968 diese Zahl auf 13.000 sinken werde. Die neuen Industrien werden in den kommenden Monaten Beschäftigung für weitere 24.000 Personen bieten. (ITA) ly Towska ohne alle Uebertreibung und doch mit schöner und starker Wirkung diesem Tevje an die Seite «feilt. Ein GesamOob den Darstellerinnen der Töchter, den Darstellern der Freier, der vielen jüdischen und russischen Dorfgestalten! Mit dieser Besetzung, mit Rocienszky als Protagonisten wird dieses bunte und im Grunde tragische Musical über die grossen westdeutschen Bühnen ziehen. Ohne zu unbegründetem Optimismus und falschem Jubel Anlass zu geben, wird es nach „Anne Frank“ und dem „Zehnten Mann“ ais Beweis dafür gelten können, dass auch in Deutschland — wer hätte es vor einer Generation gedacht! — heute wieder Theater mit jüdischem Thema und jüdischen Figuren vor einem breiten, aus allen Schichten zusammengesetzten Publikum möglich und sogar erfolgreich ist. ADHESION de SYMCHA MADANES Representante de BANK HAP0ALIM B.M, y del INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK B. M. (ISRAEL LATIN AMERICA) Oficina de información; Buenos Aires CORRIENTES 1145 6? of. 6Z T. E. 35-8583/8336 TELBRI S. A. INDUSTRIAL Y COMERCIAL TRAJES MILME HOMERO 153- T.E. 69-3560 T.E. 69-2631

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