Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2264 (19.4.1968)
- Date
- 1968-04-19
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9616177-9616295--5173-9616297- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
'• — Vier»««, 19 dt Abril de 1968 SEMANA I S I A E L I T A Afie XXIX. — N» 21M Der Untergang des Ghetto (Schluss von Seite 1) Lage der Juden in Polen ben hat. In einem Raum von etwa 4 km Länge und 1,5 km Breite, der normalerweise ca. 160.000 Menschen Platz bot, waren nunmehr 400.000 zu „leben“ gezwungen. Das Ghetto wurde mit einer hohen Mauer umgeben, damit niemand entweichen konnte. Das Verlassen des Ghetto chne Erlaubnis war bei Todesstrafe verboten. Der deutsche General - Gouverneur Frank, ehemaliger Anwalt, also ein Mann mit akademischer Bildung und keiner der primitiven KZ-Schinder, lehnte es ab, dem Ghetto auch nur so viel Lebensmittel zuzugestehen, wie erforderlich gewesen wäre, damit die Hälfte der Ghetto- Eewohner ein kärgliches Dasein hätten führen können. Für mindestens 100.000 Ju den bestand die Tagesration aus einem Teller Suppe, die oftmals aus Stroh gekocht ■war, das sie von irgendwelchen .barmherzigen* Menschen bekommen hatten. Wie viele Tausende an Hunger zugrundegingen, ist aus zahlreichen Berichten und Schilderungen bekannt. Dieses Aushungern war ein Teil des NS-Programms; es war nichj Zufall oder Begleiterscheinung, sondern Methode. Himmler aber wollte nicht so lange warten, bis die Juden durch Hunger und Krankheit ausgerottet sind. Deswegen ordnete er im Sommer 1942 „aus Sicherheitsgründen“ die Entfernung der Juden aus dem Warschauer Ghetto an. Am 22. Juli setzte eine grosse „Auesiedlungsaktion“ ein. Bis zum 3. Oktober, also in zw ei und einem halben Monat, wurden laut Mitteilungen Stroops insgesamt 310.322 Juden ausgesiedelt. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 80 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Aussiedlung war ein nazistischer Fachausdruck: er bedeutete MORD. Die zur Aussiedlung gebrachten Juden wurden aus Warschau in das KZ Treblinka verbracht, vo sie vergast wurden. Ein Teil wurde bereits auf den Umschlagsplätzen, ein anderer während des Transportes umgebracht. Kleine Kinder wurden außgesiedelt, indem man sie aus den Fens.ern in die unten stehenden Lastwagen w’arf, die sie sofort und meist bereits tot abtransportierten. Das ist schrecklich zu leßen, aber furchtbare Wahrheit. Als Himmler im Januar 3943 nach Warschau kam war er enttäuscht zu erfahren, dass immer noch etwa 60.000 Juden im Ghetto „lebten“. Er befahl ihre soforti ge Aussiedlung, die bis zum 15. Februar durchgeführ* sein sollte. Der Befehl stießs auf „technische“ Schwierigkeiten, denn die äusseren Umstände, der harte Winter und die Notwendigkeiten der Wehrmacht nach ihrer Niederlage bei Stalingrad verhinderten die sofortige Durchführung des Himmlerschen Befehls. Die Reichebahn konnte keine Leerzüge für die Deportation der Juden aus W'arschau zur Verfügung stellen. Hinzukommt, dass Juden begannen, gegen weitere Deportationen Widerstand zu leisten, wie Stroop schrieb, „auf jede mögliche Weise“. Deswegen beschlossen die Nazis, durch eine dreitägige „Sonderaktion“ das Ghetto zu räumen. Der Widerstand, -den die Ghettokämpfer zu leisten vermochten, dauerte aber nicht drei Tage, sondern vier Wochen... Der Kampf wurde mit Todesmut und einer selten verzeichneten Heldenhaftigkeit von den Juden des Ghetto ausgetragen; er war aber auch so grauenvoll, dass hier Einzelheiten nicht wiederholt werden sollen. — Die Juden des Warschauer Ghetto kämpften allein. Anderen Juden war es nicht möglich, ihren bedrängten Brüdern zuhilfe zu eilen. Die Juden des Ghetto waren unzureichend bewaffnet. Der polnische Widerstand hatte Waffen nur in begrenzter Zahl zur Verfügung gestellt. Es ist niemals geklärt worden, aus welchen Gründen der polnische Widerstand tatenlos dem Untergang der ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76.5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Juden zusah. Tatsache ist dass die Polen etwa ein Jahr später sich ebenfalls gegen die deutsche Besatzungsmacht erhoben haben, allerdings vergeblich. Damals stand die russische Armee unweit Warschaus und unterbrach ihren Vormarsch: sie sah ruhig zu, wie sich der polnische Widerstand verblutete .. Was das nur eine zufälilge Wiederholung der Ereignisse innerhalb kürzester Zeit? Es mag zweifelhaft sein, ob die Unterstützung der Ghetto-Kämpfer durch die Polen im Endergebnis einen anderen Ausgang der Ereignisse herbeigeführt hätte. Aber derartige Ueberlegungen pflegen nicht angestellt zu werden, wenn es um Ehre und Vaterland, um Hilfe und Rettung anderer geht. Dass der Ghetto-Aufstand cjen Deutschen schwere Verluste und Nachteile gebracht hat, ist nicht zu diskutieren. Vor allem zeigten die kämpfenden Juden, dass ein Widerstand nicht aussichtslos ißt. Hätten sich die Polen damals erhoben, wäre das Ende des Krieges vielleicht beschleunigt worden. Dass aber dieser Aufstand zumindest e*n Fanal, ein Aufruf und eine Ermunterung für alle Widerstandsbewegungen in Europa gewesen wäre, kann nicht zweifelhaft sein. Die Nachkriegsentwicklung in Polen hat gezeigt dass die Gleichgültigkeit der polnischen Bevölkerung gegenüber dem jüdischen Schicksal während der Zeit der Verfolgungen und vor allem während des heroischen Ghetto-Aufstandes keine zufällige gewesen ist. Die eigene antisemitißche Vergangenheit konnten und wollten die Polen niemals leugnen. Ohne die stillschweigende Duldung durch die Polen hätten niemals sechs Millionen Menschen — beinahe alle — auf polnischem Boden vernichtet werden können. Die Deutschen wussten, warum sie die Gaßöfen in Treblinka, in Auschwitz und in anderen Orten Polens aufstellen... Das schliesst nicht aus, dass es auch in Polen Menschen gab, die den Juden geholfen haben. Diese Minorität, diese „unbesungeneri Helden“ Polens, war zu schw ach, um dem Schicksal eine andere Wendung zu geben. Viele Ueberlebendcbaben dieser menschlichen Haltung ihre Rettung zu verdanken. Aber an dem Verhalten der Mehrheit wird hierdurch nichts geändert. Aber nicht nur die Polen sahen tatenlos zu. Die freie Welt schwieg und unternahm nichts, um die Ghet to-Kämpfer zu ermuntern JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VTAMONTE 2037 4? B T. E. 46-5473 _ MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78.4784 Vor einigen Monaten ersuchte die Warschauer Regierung den Joint, seine Tätigkeit in Polen bis zum 1. Januar 1968 zu liquidieren. Die Begründung ging dahin, dass die Fürsorgebehörden jetzt in der Lage seien, die Fälle zu betreuen, die bisher vom Joint behandelt wurden. Der Joint hat nicht nur bedürftige Juden, sondern auch eine Anzahl Nichtjuden betreut, die sich während des Zweiten Weltkrieges für Juden eingesetzt hatten. Die polnische Massnahme wurde im Zusammenhang mit den antijüdischen und antiisraelischen Aktionen nach dem Sechstagekr eg gesehen. Die Jüdische Kultur- und Sozialunion nahm kürzlich zur neuen Lage Stellung. Der Vorsitzende Leib Domb wies darauf hin, cass die Juden m Polen selbst für ihre Fürsorgebedürfnisse aufkommen müssten, und fügte hinzu, dass die jüdischen Organisationen sich auch in der Politik gegenüber Israel dem offiziellen Standpunkt der Regierung anpassen müssten. Er erklärte, dass die beschränkten Mittel in erster Linie für die Erhaltung der Altersheime eingesetzt werden sollten, die bis¬ und ihnen die Gewissheit zu geben, das« sie nicht allein, verlassen, verraten und von allen preißgegeben ihren hoffnungslosen Kampf gegen die deutsche Uebermacht austragen. Durch ihre Einsamkeit und ihren unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit und den kommenden Triumph der Freiheit bewiesen die Juden des Ghetto eine einzigartige menschliche und moralißche Grösse. Die Barbaren des Dritten Reiches konnten die Körper ermorden und verbrennen, deren Geist und Gesinnung, deren Ideale und Hoffnungen konnten sie jedoch niemals besiegen. Das Ghetto fiel..., aber das unsichtbare Banner der Menschenwürde und der Freiheit, das die Ghetto- Kämpfer errichtet hatten, wurde nicht zerbrochen. Dieses Banner zeigt auch noch heute einer an sich selbst zweifelnden Menschheit den Weg in eine andere, in eine bessere Zukunft. Die Administration der Jüdischen Wochenschau bittet Herrn Maximo Jacobowitz früher Zapiola 1786 um Aufgabe seiner neuen Adresse zwecks weiterer Zustellung der Zeitung unter T. E. 83 2613. Dr. Bernardo SCHWANZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG her vom Joint geführt wurden, wobei aber die lokale Fürsorge der Gemeinden erhalten bleiben müsse. Die „Folks-Szlyme“, die in Warschan viermal in der Woche in Jiddisch erscheint, musste ihre Haltung ebenfalls ändern. Bisher brachte sie Nachrichten aus Israel durch Ausschnitte aus der kommunistischen Zeitung „Kol Haam“. Da diese aber nicht der Moskauer Linie folgt, wurden diese Nachrichten durch solche der polnischen Presseagentur ersezt. Das ständige Schlagwort heisst, Israel sei „ein imperialistischer Aussenposten gegen die nationale Befreiung“. Eine der letzten veröffentlichten Nachrichten behauptet?, dass die Gefahr bestehe, Eshkol und Eban würden durch die Extremisten Dajan, Allon qnd Begin gestürzt. In einem Bericht über eine Versammlung der Warschauer Leitung der Kommunistischen Partei vertraten Redner den Standpunkt, der Zionismus müsse bekämpft werden, zugleich aber auch der Antisemitismus. Daraus geht hervor dass von antisemitischer Seite die Kampagne gegen Israel auch für eigene Zwekke benützt wurde. LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Lia a. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1* izq. T. E. 83-2613 A bono-Preise Argentinien: $ 1.200.— pro Jahr Ausl. % 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich .. Gerettete Thorarollen ln Florenz wurde die Synagoge, die bei der Flutkatastrophe im Jahre 1966 sehr schwer beschädigt war, wieder instandgesetzt. Aus den i luten konnten die 65 Torarollen gerettet werden. Die meisten durften wieder zur Benützung freigegeben werden. Einige Torarollen, die nicht mehr repariert werden konnte i, wurden vorschriftsgemäss bestattet. Am Gottesdienst, der mit der Wiedereinsetzung der Torarollen verbunden war, nahm die ganze Gemeinde teil. Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE nooe 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servido dé Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Medicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73.8782 u. 73 6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOP AEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Medico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN R0ENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag Dienstag, Mittwoch O Freitag von IS—19 Uhl Es wird geDeten «cb rorBei telefonisch anzumelden SANTA FE 1391 I. E. 44-9493 u. 44-1542