Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2264 (19.4.1968)
- Date
- 1968-04-19
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9616177-9616295--5172-9616296- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜDISCHE momu PUEVRREDON 2190 — 1® izq. /a JknxxkHay&\a&U&a t. e. 83 - 26 1 3 Añ« XXIX BUENOS AIRES, VIERNES 19 DE ABRIL DE 1ÍHÍS N® 2M1 Der Untergang des Ghetto 25 Jahre sind vergangen seit das Ghetto in Warschau von den Deutschen nieder- Konzenfrationslagern Widergebrannt wurde, nachdem die stand entgegengesetzt haben übrig gebliebenen etwa 60.000 Trotzdem fehlte es nicht an Juden einen heldenhaften kritisch stimmen, die bevon JE HU DA GOTT UFAME» Widerstand geleistet hatten. Eine umfangreiche Literatur ist über diesen eigenartigen und einzigartigen Kampf publiziert worden, den beinahe völlig unbewaffnete, ausgehungerte, eingeschüchterte und verzweifelte Menschen, unter ihnen Münrer und Frauen aller Altersschichten. gegen die biß dahin grösste Kriegsmaschine geliefert haben. In diesen 25 Jahnen ist vieles geschehen, was das Fiid der Welt grundlegend verändert hat, vor allem auch der jüdischen Welt. Aber die Begebenheiten in den Jahren der schrecklichtsten Judenverfolgungen unserer Geschichte haben nichts an ihrer grausamen Wirklichkeitsnahe eingebüsst. Jahr um Jahr rufen wir an dem Tage der Erinnerung an die sechs Millionen Opfer der Nazibarbarei wach, an dem der „verlorene Haufen“ der Ghetto-Kämpfer das ungleiche Ringen aufnahm und der deutschen Wehrmacht, Polizei und SS einen haxtnäckigen Widenstand leistete. der längere Zeit als die Niederwerfung grosser und schwer bewaffneter Völker durch die braunen Armeen gedauert hat. — Auch über den jüdischen Widerstand ist viel geschrieben und gesprochen worden. Wir wissen, dasts die Juden — und durchaus nicht nur im Warschauer Ghetto — ihren Peinigern sogar in haupteten, das« die Juden s'eh durch die Schergen des Dritten Reiches „wie Schafe zur Schlachtbank“ haben führen lassen, ein Vorwurf der von diesen „Historikern“ und Zeitbeobachtern in erwar, haben sich viele, unter ihnen einige Gelehrte und Forßcher, die selbst im K'Z gewesen sind, nach wissenschaftlichen Methoden geiiussert. Man lese nur noch einmal den Erlebnisbericht des katholischen Soziologen Prof. Eugen Kogon „Der SS- Staat” nach, um sich erneut zu informieren, falls im Lau- Nach 3.280 Jahren Tel Aviv. — Tausende von Menschen nahmen an d>em von der Armee veranstalteten Seder teil, der nach 3.280 Jahren zum ersten Mal in Sinai abgehalten wurde, wie der anwesende Generalstabschef betonte. Den Seder gab Armeerabbiner Schlomo Goren Ein Chor, der auß 200 Soldaten gebildet war, sang di■; traditionellen Melodien, und 200 Kinder stellten einstimmig die vier Fragen. Eine andere Sederfeier fand auf dem Skopus’berg statt, bei der der Kommandant der Zentralfront, Narkis, zugegen war. Auch im Hadassa-Hospital wurde für die verwundeten Soldaten ein Seder veranstaltet. Die ungewöhnliche Hitzewelle bildete kein Hindernis für die Wallfahr^ von tausenden Besuchern zur Westmauer-das Tempels, und viele fuhren nach Haifa um die Internationale Blumenausstellung zu besichtigen. (ITA) , ster Linie gegen die jüdische Führung gerichtet wurde. Dass das Ghetto in Warschau sich erhob, wird nicht als ein Hinweis auf den allgemeinen jüdischen Widerstand angenommen, sondern als eine Ausnahme, durch welche man den mangeln den Abwehrwillen anderer orts beweisen will. Ueber die allgemeine Frage, wie weit ein Widerstand in deutschen Konzentrationslagern überhaupt möglich Jarring verhandelt weiter Jerusalem. — UN-Emissär Gunnar Jarring hatte am Ende der vergangenen Woche eine anderthalbstündige Unterhaltung mit Außsenminister Abba Bban. Er kam aus Aegypten und Transjordanien. Aus glaubwürdigen Quellen verlautete, dass er seine Mission fortsetzt und noch nicht plant, einen endgültigen Bericht aufzusetzen. Wie es heisst, bleibt Jarring bemüht, beide Parteien zu Verhandlungen zußammenzuführen. Die gleichen Gewährtsleute betonen, dass die ägyptische Haltung zu Jarring von der Einstellung Transjordaniens verschieden ist. Aegypten hat sein Angebot, unter seiner Leitung in Zypern zu verhandeln rundweg abgelehnt, während die transjordanische Antwort „nicht negativ“ gewesen sei. Die politischen Beobachter verwiesen auf die vorwöchige Rede Nassers, die sie als „hart“ bezeiehneten. Zum ersten Mal hat Nasser klar Umrissen, was er unter „Kampf“ versteht, ein Wort, welches es häufig in früheren Reden gebraucht hat. Er sagte, dass Kampf den Krieg bedeutet. Zum ersten Mal hat Nasser nicht einmal die Möglichkeit einer politischen Beilegung des Nahostkonflikts erwähnt. Was Transjordanien anvon Jarring zu erhalten wünscht. Dieser habe mit seinem Vorschlag, die Gegner zu Besprechungen in Zy pern unter seiner Leitung zu bewegen, vorfühlen wollen. Nach Israels Ansicht, ist Jarrings erstes Bemühen .ein Treffen der Parteien zu bewerkstelligen. Es wurde auch kein Druck auf Israel ausgeübt, seine Position zu ändern, und niemand, nicht einmal Jarring hat Israel aufgefordert, seine territorialen Ansprüche vor Beginn direkter Verhandlungen mit den Arabern auszusprechen Das Kabinett ist nicht gewillt, diese Position zu verlassen, GERUECHTE London. — Der „Observer“ berichtet, dass Amman von Gerüchten über bevorstehende israeliseh-transjordanische Verhandlungen schwirrt. Bevor Gunnar Jarring die transjordanische Hauptstadt verliess, sickerte durch, dass er „gewis- I se israelische Vorschläge“ I überbracht hätte und die USA einen Druck auf Israel auszuüben bemüht seien, sich zugänglicher zu erweisen, Soda ss in offiziellen Kreisen ein vorsichtiger Optimismus zu bemerken sei Die Zeitung fügt hinzu, in diplomatischen Zirkeln Ammans werde behauptet. Nasser habe König Hussein freifie der Jahre daß eigene Gedächtnis etwas nachgelassen haben sollte. In diesem Zusammenhang sei auch an Worte eines jüdischen Autors gedacht, der die sechs Millionen dahingemordete Juden gegen den sinnlosen Vorwurf verteidigt, sie seien feige gewesen und hätten sieh gegen ihre Peiniger nicht zur Wehr gesetzt: „Keinem der sechs Millionen unserer toten Brüder konnte der Gedanken auftauchen, dass dergleichen Anklagen gegen ihn erhoben würden von jüdischen Brüdern, von solchen, die weder durch ihre Klugheit noch durch ihre Tapferkei vor den Gaskammern bewahrt worden sind, sondern nur durch ihr Glück, das sie an einen Ort verschlagen hatte, wo Hitlers Arm nicht hinreichte!“ Diese in ihrer Wahrheit und Schlichtheit, ergreifenden Worte sollten sich die jüdischen Kritiker zu Herzen nehmen — und nicht nur sie — und schweigen... Der historische Ablauf des Aufotandes der Juden im Warschauer Ghetto ist durch d.en von amerikanischen Soldaten unter Trümmern gefundenen Bericht bis in Einzelheiten bekannt, den der die deutschen Truppen beiehlende SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei, Jürgen Stroop, Tag für Tag seinen Vorgesetzten erstattet hat. Das gefundene Exemplar war auf bestem Papier geschrieben und mi* einer Titelseite versehen, die lautete: „Eß gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr!“. Dieses Exemplar — oder ein zweites ähnliches, das verloren gegangen ist, — war für den Reichsfübrer - SS, Heinrich Himmler, bestimmt, dem es zum Geschenk gemacht worden war . . Man darf aber nicht den Fehler begehen, der vielleicht während der ersten Nachkriegßjahre zu verzeihen war, die Vorgänge in und um das Warschauer Ghetto isoliert zu betrachten und nur den wunderbaren Heldenmut der jüdischen Verteidiger und den brutalen Vernichtungswillen ihrer nazistischen Feinde zu sehen. Auch dieses Geschehen stehf in einem grösseren Zusammenhang, der allmählich erforscht worden ist. Die deutsche Regierung unter ihrem Reichskanzler Adolf Hitler ist bei der Verwirklichung ihres antijüdischen Programms bei weitem systematischer vor gegangen, als dies den Juden (und den übrigen Nazigegnern) in Deutschland jemals zum Bewusstsein gekommen ist. Niemand konnte sich vorsteüen, dasß die Nazis in ihrem wilden antijüdischen Fanatismus bis zur physischen Vernichtung vorschreiten und hemmungslos alle Juden ermorden werden. Aber nicht nur die deutschen Juden waren ihrem Schicksal gegenüber blind, was man noch verstehen könnte, da sie von Senti ments, Emotionen und geschichtlich gewordenen Fehl- Ideologien beeinflusst waren. Auch die anderen Juden erkannten nicht, was uns alle und unterschiedlos erwartete, obwohl sie doch von sich zu behaupten pflegten, dass sie mit dem jüdischen Schicksal verbundener als die „Westjuden“ sei en. Im Grunde genommen, haben diese- Diskussionen nichts mit der Sache, nichts mit der traurigen Vergangenheit und nichte mit der mangelnden Vorbereitung zu tun, die in erster Linie für El Antisemitismo Polaco La campaña antisemita polaca actual es sumamente dolorosa no solamente para los judíos que desean preservar su identidad, sino para “los asimilado« que se consideran primero común-,tas o primero polacos’’, según Samuel L. Sharp, autoridad en asuntos polacos quién tßcribe en “Nation”. Sharp, profesor de relaciones internacionales en la Universidad Americana en Washington, declara que el antisemitismo en Polonia, en cierta forma, es “normal”. Para uno que ha pasado 30 años de su vida en Polonia, los ruidos que actualmente emanan de allí, poseen, perversamente, una nota familiar, dice. “Aquelloe que buscan razones para explicar lo que por definición es irracional, olvidan que nada tiene que ver con lo que hace o deja de hacer el grupo vilipendia" cío. En Polonia, en 1918. los judíos fueron culpados por adherirse a su manera tradicional... pero también se los acusaba cuando trataban de perder su identidad judía y ser reconocidos como polacos genuino«. Mucho de esta actitud ha sobrevivido, pese a las apariencias al contrario y de las recientes declaraciones oficiales.”. . El bureau de la Internacional Socialista adaptó por unanimidad una resolución de emergencia instando al gobierno polaco a poner coto a su actual campaña antijudía. También dice el bureau haber sido informado de que el Consejo de Europa apelará a los parlamentos europeos para protestar contra el trato dado a los judíos en la URSS. SHLOMO S. TANGER Der polnische Antisemitismus Die jetzige antisemitische Kampagne ist äu&ßerst schmerzlich, nicht nur für die Juden, die ihre Identität zu bewahren wünschen, sondern auch für „die Assimilierten, die sich zuerst als Kommunisten oder zuemt als Polen“ betrachten, laut Samuel L. Sharp, einer Autorität für polnische Angelegenheiten, der in „Nation“ schreibt. Sharp, Professor für internationale Beziehungen an der Amerikanischen Universität von Washington, erklärt, dass der Antisemitismus in einer „gewissen Form“ norma, ist. „Für denjenigen, der 30 Jahre seines Lebens in Polen verbracht hat besitzen die Töne, die heute von dort ausgehen, widernatürlicherweise, einen sehr vertrauten Klang“, bemerkt er. „Diejenigen, die Gründe suchen, um das zu erklären, was seiner Definition nach irrational ist, vergeßsen, dass es nichts mit dem zu tun hat. was die verächtlich gemachte Gruppe tut oder lässt. In Polen wurden 1918 die Juden angeschuldigt, sich an ihre traditionelle Lebensart zu halten... aber sie wurden auch angeklagt, wenn s>e veißuchten, ihre jüdische Identität zu verlieren und als echte Polen anerkannt zu werden. Viel von dieser Haltung hat überlebt, trotz des gegenteiligen Anscheins und der jüngsten offiziellen Erklärungen“... Das Büro der Sozialistischen Internationale nahm einstimmig einen Notoeschluss an und forderte die polnische Regierung auf. ihrer gegenwärtigen antijüdißchen Kampagne ein Ende zu machen. Weiter berichtet das Büro, informiert worden zu sein, dass der Europarat an die europäischen Parlamente appellieren wird, damit sie gegen die Behandlung der Juden in der USSR protestieren. SHLOMO S. TANGER -- m» aci Ilftlr geht, so wird bestätigt, dass gestellt, mit Israel zu ver Israel mehr Informationen handeln, (ITA) den von den Nazis immer gesuchten Ueberraschungseffekt verantwortlich sind. Kein Mensch, ob Jude oder nicht, konnte damit rechnen, dass eine deutsche Regierung den Massenmord organisieren und durchführen würde. Man hat sich daran gewöhnt, retrospektiv von NS-, d. h. von Nazi- Verbrechen zu sprechen, die Angeklagten in den Prozessen wegen der Schreckenstaten in Ghetto, KZ oder anderen Vernichtungsplätzen als Nazis zu bezeichnen, womit man höflicherweise das Moskau ermuntert Terroristen Jerusalem. — Ein Arttkel in der „Prawda” be weist, daßs Moskau die Terroristen aktiv ermuntert, wie hier bekannt wurde. In diesem Artikel wurde Israel das Recht abgestritten, die Terroristen über die internationale Grenze zu verfolgen. Die Zeitung nennt die Terroristen „Kämpfer für die Freiheit“ und droht sie in ihrem Kleinkrieg gegen Israel zu unterstützen. Die sowjetischen Ausführungen werden hier alß eine neue Verhärtung der russischen Position ausgelegt. Die Fortsetzung der Spannung im Mittciosten hat die Russen begünstigt und ihnen die Mittel »um Eindringen. in die Region gegeben. (ITA) Adjektiv „deutsch“ durch „Nazi“ oder „nazistisch“ ercetzt. Aber keine Form von „Wiedergutmachung” weder die (nicht vorhandene) moralische noch die in begrenztem Umfang geleistete materielle noch die Reparationen zugunsten Israels kön nen darüber hinwegtäuschen, dass das Unrecht von Deutschen auf Veranlassung einer deutschen Regierung und unter dem Kommando verantwortlicher Deutlicher begangen worden ist. Gerade dann, wenn wir uns diese Tatsache ins Bevusstsein zurückrufen, das-' das deutsche Volk immer als eineß der grossen Kulturvölker galt, für dessen Kultur nicht etwa nur deutsche Juden Interesse und Verstündniß zeigten, für die es selbstverständlich war, sondern für die vor allem die gebildeten Schichten des ceteuropäischen, vor allem des russischen Judentums schwärm ten, gerade dann wird man nachträglich den historischen Irrtum begreifen und verstehen können, in den alle verfallen sind, die später tatsächlich vollbrachten Mordtaten den Deutschen oder dem deutschen Volk und erst recht nicht seiner Führung zuzutrauen. — Anfang des Jahres 1943 bestanden jedoch keine Zweifel mehr. Die deutsche Reichsregierung und Naziführung hatte ihren Mordapparat bereits in Gang gesetzt. Die Methoden waren nicht immer die gleichen, das Ziel jedoch war stets dasselbe: die physische Vernichtung aller jüdischen Leben. Die Wannsee-Konferenz hat diese Absicht und diesen Mordwilleti nicht erst erfunden oder geformt, sondern nur in klare Anweisungen verwandelt. Das ergibt sich auch aus der Geschichte des Warschauer Ghetto. Am 1. Oktober 1940 war in Warschau das Ghetto auf deutschen Befehl errichtet worden, nachdem die Gestapo und die SS bereits ein Jahr hindurch die Juden in Warschau terrorisiert, zu Zwangsarbeiten missbraucht, misshandelt und viele ermordet hatten, um Furcht und Schrecken zu verbreiten. Mehr als 400.000 Juden wurden im Ghetto zusammengepfercht; das war das giösste und volkreichste Ghetto, daß es jemals gege- (Schluss auf Seite 2) Sensationelle Enthüllung Tel Aviv. — Brasilien hat einen der grossen Nazi - Kriegsverbrecher festgenommen, dessen Identität binnen kurzem bekannt gegeben wird wie ein brasilianischer Senator hier enthüllte. Er wollte nicht sagen, ob es sich um Martin Bormann oder Dr, Josef Mengeie handelt. Senator Aaron Steinbruch äusserte nur, es handele sich um einen notorischen Naziverbrecher, der von israelischen und deutschen Agenten gesucht wird. Senator Steiebruch machte seine Enthüllung auf einer Sitzung des Jüdischen Weltkongresses und bemerkte nur, die brasilianischen Behörden würden in Kürze offiziell den Namen des Krieg« - Verbrechers mit teilen. Er fügte hinzu, es werde ei« „grosses Ereignis für das jüdische Volk“ sein _ (ITA)