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Jüdische Wochenschau · 1968-04-12 · 2263 (12.4.1968) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
29 (1968)
Issue
2263 (12.4.1968)
Date
1968-04-12
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Sábado, 13 de Abril de 1968 SEMANA ISRAELI TA Ab* XXIX. — m 2m Ereignisse der Woche Trauer um Martin Luther King Antinczistische Grosskundgebung tritt wird somit völlig frei «sein. Die Vorbereitungen für eine Grossveranstaltung zum Andenken an den Warschauer Ghettoaufstand, der sich in diesem Jahr zum 25. Mal jährt, sind in vollem Gange. Es handelt sich nicht nur itm eine Gedenkfeier an dieses ruhmreiche Ergebnis der jüdischen Geschichte sondern um eine Kundgebung des Abscheus gegen den Nazismus. Die Veranstaltung, welche am Abend des 25 April im Lunapark stattfinden soll, wird von der DAIA. AMIA, der Argentinischer. Zionistischen Organisation, dem Jüdischen Weltkongress, dem Jüdischen Verband der Ueberlebenden der nazistischen Verfolgung, dem Jüdischen Polnischen Zentral-Verband, dem Verband früherer Einwohner von Warschau und Prag, dem Jüdfechen Zentralverband von Galizien, dem Jüdischen Verband von Bessarabien, dem Jüdischen Verband von Litauen und der Jüdisch- Argentinischen Jugend-Konföderation organisiert. Bei der Kundgebung wer- | den folgende Redner das Wort ergreifen: Dr. Isaac Goldenberg, Präsident der DAIA, im Namen der jüdischen Kollektivität, dei Grossrabbiner der Gemeinde von Buenos Aires, Dr. David Kahana, welcher in Vertretung der Ueberlebenden der Massenvernichtung sprechen wird, ein Repräsentant der Jüdisch-Argentinischen Jugend - Föderation und die heute schon legendäre Vertreterin der antinazistischen Rebellion, Tzivia Lubetkin welche der Kommandant des heroischen Aufstandes im Ghetto von Warschau war. An der Vearnstaltung werden sich das Kammerorchester unter der Leitung von Maestro Leon Wajner. der Chor „Hazomir“ der AMIA mit David Feuer als Dirigent beteiligen, und Oberkantor Aaron Gutman wird den liturgischen Teil 'bestreiten. Um den freien Zutritt zu den Räumen des Luna Park zu gewährleirJen, werden keine Eintrittskarten ausgej geben werden, und.der Zu- ALFREDO STERN MALERARBEITEN FA CHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76 9088 C ATECA S.A. Directoric 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR ei calzado legítimo de espuma de goma Vortrag Hermann Lewy /Düsseldorf) C. W.: — Ueber das Thema „Juden in Deutschland“ sprach auf Einladung der ACIBA der hier auf einige Tage zu Gast weilende Chefredakteur der „Allgemeinen Unabhängigen Jiidischen Wochenzeitung“, Düsseldorf, in Anwesenheit eines zahlreichen und interessierten Publikums. Der Botschafte’- der Bundesrepublik Deutsch land war in Begleitung seiner Gattin und des Presseattachés der Botschaft erschienen. Im Namen der veranstaltenden Organisation sprach Herr Dr. Bernardo Schwarcz Worte der Begrüssung und wies auf das Kulturerbe hin, das die aus Deutschland stammenden Juden in ihre neuen Wohnländer mitgebracht hätten. In etwa einstündiger Rede gab Hermann Lewy einen Querschnitt durch das jüdische Leben in der Bundesrepublik, nachdem er kurz von dem Niedergang, dem Verfall allen jüdischen Daseins im anderen Teil Deutschlands, der DDR, gesprochen hatte. Der Redner führte aus, dass man weder von „Bürgern im Ausnahmezustand“, „unter Denkmalsschutz“, noch von „Pionieren jüdischen Lebens“ reden könne. Seit 1954 etwa könnten jedoch die Juden in der Bundesrepublik nicht mehr aie „abgeschrieben“ betrachtet werden. Ihre Opferbereitschaft während des Israel-Sechstagekrieges sei ungewöhnlich gross gewesen. Am 1. Januar 1968 habe man 26 241 Juden gezählt, von denen ca. 10—15 Prozent als in Deutschland geborene, die übrigen als aus Osteuropa stammende Juden zu betrachten wären Zur inneren Lage Stellung nehmend, meinte Herr Lewy, dass man zu berücksichtigen haben, dass es keine sofortige „demokratische Umerziehung“ damals nach dem nazistischen Zusammenbruch und kein plötzliches neues Denken gegeben habe, zumal das deutsche ESTUDIO PASTEUR 254 . 2» y 5? p¡*o» Vit 48-716*. «37» c fUENO} AÍRES rtOtf» 'U fOR(s¡ SIAS Dt C W económicas n| " contadores públicos national** consul totes de?empresmi, ESPECIALISTAS EN L SOCIEDADES J ANONIMAS Æ Hli na A FORESTA! Atlanta. — Ein israelischer Diplomat war der erste, der die Witwe des ermordeten Negerführers und Träger des Nobelpreises für den Frieden, Dr. Martin Luther King, aufsuchte und sich in das Buch der Trauergäste eintrug. Der israelische Generalkonsul Zeev Boneh erschien am vergangenen Freitag in der Wohnung von Frau King, um ihr die persönliche Beileidsbotschaft des israelischen Präsidenten Zalman Shazar zu übermitteln, die folgendermassen lautete: „Die Herzen des Volkes von Israel beweinen mit Ihnen die unfassbare Tragödie des Verlustes von Martin Luther King, des grossen und edlen Führers seiner Brüder und aller den Frieden und Gerechtigkeit liebenden Menschen. Wir betrauern ihn gemeinsam, mit allen denen, deren Führer er war, und denen, die ihn verehrten.“ Frau King dankte dem israelischen Generalkonsul für die Botschaft, und entgegnete, dass diese Worte ihr durch den Hinweis auf die Verdienste ihres ermordeten Gatten Trost gespendet hätten. ABSCHEU UND HOFFNUNG New York. — Zahlreiche Botschaften der Trauer und des Abscheus über die Ermordung von Dr. Martin Lu ther King gelangten in Botschaften zum Ausdruck, welche die jüdischen Organisationen namens der nordamerikanischen jüdischen Kollektivität erliessen. In diesen Botschaften gelangte auch die glühende Hoffnung zum Ausdruck, dass das Verbrechen nicht Anlass zu neuen Gewalttätigkeiten bilden und die Bemühungen der Weissen und Neger, die von Dr. King gepredigte Philosophie der Gewaltlosigkeit zu verwirklichen, nicht schädigen mögen. GOTTESDIENST IN WASHINGTON Washington. — Die jüdischen Führer beteiligten sich an den Bemühungen zur Klärung der menschlichen Probleme und Lockerung der Spannungen, welche als Felge der Ermordung des Pastors Dr. Martin Luther King jun. erneut aufflammten. Rabbi E. Halpern, Präsident des Rabbi nerrates von Washington und Kopräsident des Interreligiösen Comités für rassische Beziehungen, nahm an dem Trauergottesdienst für Dr. King teil, dem USA- Präsident Lyndon B. Johnson beiwohnte. EINE HISTORISCHE GESTALT Jerusalem. — Israelische Staatsbeamte ehrten das Andenken des ermordeten Negerführers Martin Luther King jun. Aussenminister Abba Eban nannte den Toten „eine historische Gestalt im Kampf für Freiheit und Gleichheit, dessen Werk ihn überleben wird.“ Die israelischen Zeitungen erklärten in Leitartikeln, dass das Verbrechen eine Tragödie darstellt, welche „eine Nation befallen hat, die soviel tut, um anderen Nationen zu helfen, jedoch ihrer eigenen Probleme nicht Herr zu werden vermag.“ USA JUDEN TRAUERN New York. — Tausende von amerikanischen Juden beteiligten sich an Trauergottesdiensten und interreligiösen Trauerfeiern für den ermordeten Dr. Martin Luther King, und viele von ihnen beabsichtigen, an der Trauerfeier in Memphis und der für den folgenden Tag festgesetzten Beisetzung teilzunehmen. Kundgebungen des Abscheus und der Trauer um den gewaltsamen Tod des Kämpfers für dio Bürgerrechte sowie der Hoffnung, dass der Mord neue Bemühungen zur Linderung der traurigen Lage der Neger anstacheln werde, kamen in zahlreichen Botschaften zum Ausdruck. Ueber 300 jüdische Führer der bedeutendsten 25 jüdischen Organisationen des Landes wohnten der Eröffnung der zweijährlichen Versammlung der „Konferenz für die sowjetischen Juden“ bei und zollten dem Andenken Dr. Martin Luther Kings vor Beginn der Beratungen bewegten Tribut. Rabbi Israel Miller Präsident der Konferenz bezeichnete Dr. King als „Verteidiger der edelaten Werte unserer Nation und der ganzen Menschheit“. Er erinnerte an Dr. Kings historische Rede, in der er am Chanukkafest des Jahres 1967 die Leiden der sowjetischen Juden schilderte. Volk sich nicht gegen seine Unterdrücker erhoben hätte. Sehr langsam setzte die Widerlegung der Nazi-Ideologien ein. Es sei ein schwerer Fehler der Alliierten gewesen, die Justiz nicht gesäubert zu haben. Die Beibehaltung vieler alter Nazibeamten musste sich sehr ungünstig auch bei der Wiedergutmachung auswirken Heute gäbe es so etwas wie eine „deutsch-jüdische Verständigung“, man suche nach Möglichkeiten religiöser Annäherung, indem man auf das gemeinsame monotheistische Erbe hinwies und weniger vom „Anderssein“ der Juden spreche. 42 Gesellschaften für Zusammenarbeit dieser Art seien am Werk, und diese hätten z.B. Erfolge bei der Reinigung der Schulbücher von antijüdischen Tendenzen gehabt. Der Referent sprach über die berühmt gewordene Ade nauer-Erklärung vom November 1949, in der zum ersten Male von der moralischen Wiedergutmachung des nationalsozialistischen Unrechts gesprochen worden war. Eindeutig verlangte Herr Lewy die gleiche Menschlichkeit und Toleranz von den bundesdeutschen Behörden, die diese ihrerseits von den früheren Gegnern erwarten. Mit Besorgnis betrachtete er die Entwicklung der neuen rechtsextremistischen Partei und das Treiben der „Deutschen National- und Soldatenzeitung“. Der Redner erwähnte, dass der Altersdurchschnitt 46 Jahre betrage, uryi dass es leider auch nicht wenige unbemittelte Juden gäbe, so in Düsseldorf unter 600 Familien etwa ein Viertel unterstützt werden müssten. Abschliessend bemerkte Herr Lewy noch, dass der Gradmesser für die Gesinnung der heutigen Deutschen ihre Haltung gegenüber der jüdischen Gemeinschaft sei, und dass er berechtigte Hoffnungen auf die neue deutsche Jugend setze. Diese, hier nur kurz zusammengefassten Ausführungen fanden den starken Beifall der Anwesenden. — Eine Pressekonferenz Der Besuch des „deutschjüdischen“ Journalisten Hermann Lewy, Chefredakteur der in Düsseldorf erscheinenden jüdischen Wochenzeitung hat auch in der allgemeinen argentinischen Presse einen Niederschlag gefunden, nachdem dieser Besuch unter dem Patronat der Deutschen Botschaft in Buenos Aires stand. Diese Botschaft hatte die Presse, merkwürdigerweise nicht die jüdische Presse, eingeladen um einen Bericht des Herrn Lewy entgegenzunehmen, der das jüdische Leben in der Bundesrepublik schilderte. Einzelheiten hatte der Referent bereits in seinem Vortrag in der ACIBA geschildert, sodass hier nichts wiederholt zu werden braucht. Die Journalisten, die sich gut informiert zeigten, fragten auch nach der Berechtigung der Vorwürfe, die gegen den Bundespräsidenten erhoben werden. Lewy erklärte kategorisch, dass dietrellen Fragen nahm Lewv Stellung wie zum Problem der Erstarkung der rechtsextremen Partei. Eine Unterhaltung Eine freundschaftliche Unterhaltung, die keinen „offiziellen“ Charakter trug, fand im Hause des Herausgebers der Jüdischen Wochenschau in Gegenwart einiger führender Persönlichkeiten unseres jüdischen Lebens statt. Hermann Lewy wiederholte, dass nur etwa 10 bis 15 Prozent der in Deutschland lebenden Juden dort geboren seien, sodass es also heute nur etwa 3—4.000 Juden in der Bundesrepublik gibt, die man nach früheren Begriffen als „deutsche Juden“ bezeichnen könne. Dieser Hinweis kennzeichnet mehr als lange Ausführungen die wirkliche Situation, in der s ch heute die „Juden in Deutschland“ befinden. Es wurde auch die Frage aufgeworfen, ob es richtig oder angebracht ist, wenn ein Jude sich zu einem so entschiedenen Verteidiger des Herrn Bundespräsidenten mache, wie es Lewy mit viel Takt, aber auch mit Klarheit getan hat, zuma1 doch in Wirklichkeit nicht se Vorwürfe nicht berechtigt (Fortsetzung der Ereignisse seien. Auch zu anderen akauf Seite 5) LUACH — (KALENDER) Sonnabend, den 13. April 15. Nissan 1. Tag Pessach Sonntag, den 14. April 16. Nissan 2. Tag Pessach Montag, den 15. April 17. Nissan 2. Tag Omer Dienstag, den 16. April 18. Nissan 3. Tag Omer Mittwoch, den 17. April 19. Nissan Donnerstag, den 18. April 20. Nissar Freitag, den 19. April 21. Nissan 7. Tag Pessach Sonnabend, den 20. April 22. Nissan 8. Tag Pessach — Seelenfeier Sonntag, den 21. April 23. Nissan Montag, den 22. April 24. Nissan Dienstag, den 23. April 25. Nissan jpr Erei: ffÜ - , im zusar danllt Jen Frag i St5en sind-Hü I *°rd\ verscl 1 Zvte aufeinanl dpurtden verscb aUS n iDüsseW' Ä [leicht s.P‘lte4he: ^tallsî°5 juden wie ^aUstel uev Hermann L ann kennen ine Gedanken ur in einer angene firrtieen F°rm tt ZUl Israel t vä ■i DIE BEM sind nach all: Stadium getn DIE STU1 Heftigkeit zu IN POLE gesetzt. — IN DER tu einem tie men. —

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