Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2263 (12.4.1968)
- Date
- 1968-04-12
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9616177-9616286--5165-9616289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sábado, 13 de Abril de 1968 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ad« XXIX. — N* 2163 — 3 Sieger-Staat** Deutsch - Oesterreich „Von all den Aufgaben, die das Gesetz des rechten Fasses uns stellt, ist dies die schwerste: so weit vergessen können, dass wir noch zu leben vermögen, und doch soweit unes erinnern, dass wir die Botschaft des Grauens an uns nicht verscherzen.“ Ludwig Strauss Der Wunsch, den Anschluss an ein „grossdeutsches Reich“ zu vollziehen, war seit dem Friedensvertrag von St. Germain 1919 allen Parteien des damals gegründeten Staates Deutsch- Oesterreich gemeinsam. Er hatte dort eine alte Vergangenheit, als in der früheren Monarchie sowohl die Alldeutschen unter Schönerer als auch die Sozialdemokraten unter Pernerstorfer die Erfüllung ihrer Ideale darin sahen. Erst als Hitler im Januar 1933 an die Macht kam und das „Tausendjährige Reich“ gründete, wurden die Anschlusepläne zumindest bei den Sozialdemokraten und bei den auf die Eigenstaatlichkeit bedachten klerikalen und faschistischen Gruppen „aufgeschoben“; dies umsomehr, da sie bei Mussolini eine Rückendeckung fanden, der damals die unmittelbare Nachbarßchaft eines mächtigen deutschen Reiches fürchtete. Die Dollfuss-Regierung sah sich gezwungen, eine klerikal-faschistische Diktatur zu errichten, um einen vom Hitler-Deutschland erzwun genen „Anschluss“ verhüten zu können. Dass diese Dik tatur nicht die geringste Aehnlichkeit mit dem Grauen und Schrecken hatte, der im Reich herrschte, war ofvon Dr. MEIER TEICH CAJA MMM M VfUtlANO CAJA POPULAR DE BELGRANO COOPERATIVA OE CREDITO LTDA. DESDE 1932 MERECE SU CONFIANZA CASA CENTRAL AMENABAR 2968 AGENCIA N° 1 CABILDO 3102 eso AGENCIA N" 2. CORRIENTES 2294 esq PASTEUR Horario de 12 a 16 Hs i ahoia atendemos sábados de 10 a 12 30 hs Inscripción en trámite en et Registro de Entidades financíelas no Oancanas del Banco Central CAPITAL REALIZADO ACTUAL 5 322:000.000 fensichtlich. Als aber Dollfuss zum Schutze der letzten Reste deutscher Freiheit Notverordnungen erliess, erhob eich die Sozialdemokra tie im Februar 1934 gegen die Dollfuss-Regierung. Der Aufstand wurde niederge schlagen, und ein furchtbares Gemetzel war die Folge. Karl Kraus sagte noch im November 1933 diesen „.Selbstmordwillen“ der So zialdemokraten voraus und verglich sie mit „einem Demokraten, der der Polizei in den Arm fällt, weil sie ihn dass dieße Notverordnunvor Einbrechern schützen will.“ Sie ahnten auch nicht, dass diese Notverordnungen dringend nötig waren, um die späteren Todverordnungen zu verhüten. Kein halbes Jahr war aber seit dem Aufstand der Sozialdemokraten vergangen; und die „SS-Standarte“ der österreichischen Nazis erschoss Dollfuss in seiner Bundeskanzlei. Mehr als drei Jahre herrschte dann eine scheinbare Ruhe, bis Schuschnigg, der Nachfolger von Dollfuss, zu Hitler nach Berchtesgaden bestellt wurde, damit ein rein „wirtschaftlicher Anschluss“ vereinbart werde. In jenen Februartagen des Jahres 1938 dachte niemand daran, dass es so arg werden könnte, wie seit fünf Jahren im Reich. Hitler, der sich „sentimental als Sohn dieser Scholle“ bezeichnete, versprach dem Bundeßkanzler Schuschnigg, die österreichische Souveränität zu achten. Damals glaubte man noch Hitler. Selbst die österreichischen Juden ahnten noch nicht, was ihnen bevorstand; erst zehn Monate später, am 9. November 1938, war es ja zur „Kristallnacht“ im Reich gekommen. So kam es, allen unerwartet, zu den „Iden deß März“: In der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 rückten die braunen Bataillone in Oesterreich ein. In Begleitung von Seiss-Inquart, Göring, Ribbentrop, Hess und Frick zog Hitler in Wien ein, wo ihm ein triumphaler Empfang bereitet wurde. Am 13. März wurde statt der versprochenen Volksabstimmung der Artikel des Vertrages von St. Germain, der Oesterreichs Unabhängigkeit durch den Völkerbund garantiert hatte, für nichtig erklärt, und das Phäakenvölkchen feierte mit Begeisterung die „Befreiung“. Im Gegensatz zu Deutschland, wo es immerhin Untergrundbewegungen, inneren und äusseren Widerstand gegeben hat, gab es in dem zur „Ostmark“ umgetauften Oesterreich nicht einmal einen Widerspruch gegen diesen totalen Anßchluss an „die Brüder im Reich“. William Shirer, der sich in jenen Tagen und Wochen in Wien befand, beschreibt in seinem Werk „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (S. 334 ff.) die „furchtbaren Orgien des Sadismus, die damals sofort gegen die Juden Oesterreichs losgelasseu wurden und alles, was in Deutschland geschah, weit übertrafen.“ Er hebt besonders hervor, dass, während jüdische Intellektuelle höchsten Ranges, Universitäfcsprofessoren, Schriftsteller u. s. f. gezwungen wurden, auf dem Boden liegend die Rinnsteine zu reinigen, sich gewaltige Menschenmengen versammelten und die gequälten und gemarterten Juden verspotteten. Gleichzeitig errichtete die SS das berüchtigte „Amt für jüdißche Auswanderung“ und ernannte zu dessen Leiter „den besten Spezialisten für die Abschlachtung von Millionen Menschen, Karl Adolf Eichmann. Gleich in den ersten Wochen wurden viele Zehntausende ins Gefängnis und weitere Zehntausende in die Konzentrationslager Mauthausen und Dachau verßchleppt. Shirer beschreibt auch die massenhaften Raub- und Beutezüge der johlenden Menge aus den jüdischen Wohnungen, Im 2. Weltkrieg kämpften dann österreichische Divisionen an der Ostfront, benahmen sich dabei, wie die „Wiener jüdische Gemeindezeitung“ nach dem Kriege an vielen Beispielen nachweisen konnte, viel graußa mer zu den Ostjuden als selbst die deutschen SS. Ueberdies stammten die scheusslichsten Massenmörder aus der „Ostmark“. Als eß aber endlich dazu kam, dass die Alliierten diese „Ostmark“ besetzten, da Hessen sich die „unschuldigen, unterjochten“ Oesterreicher nochmals befreien diesmal von den Feinden ihrer „Befreier von 1938“. Die Weßtmächte aber, die zu den Greueln der vorangegange Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep. pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Masrhinenteppiche in allen Farben und Grössen Austegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE AMAEGUI2083 TEL.: 52-2993 4 Quader von Station Urquiza Stipendien New York. — Die Art Students League in New York gab bekannt, dass der israe lische Maler Jehuda Jordan einer der beiden diesjährigen Empfänger des McDo well Traveling Scholarship ist. Jordan ist 1941 in Kon ßtantinopel geboren und wanderte 1957 nach Israel aus, war zweieinhalb Jahre in der israelischen Armee und studierte dann mit Hilfe eines Regierungsstipendiums bildende Kunst. Empfehlen Sie ihrem Freunde CARLTON- KLEIDUNG ■ CARLTON-Kleidung ist aussen und innen höchste Qualität. Beim Smoking, beim Strassenanzug, beim Sportsakko ■ Ihr guter Freund an kalten Tagen, der CARLTON-Mantel. MASSKLEIDUNG © FERTIGKLEIDUNG $ ■ Auch Junioren kaufen gerne bei Carlton Mcdpü 982 — 31-7845 nen Jahre geschwiegen hatten, akzeptierten auch diese hohnvolle Fiktion der „Befreiung Oesterreichs“, wei’ sie so den unterschwellig andauernden Anschlussgedanken ausschalten wollten Auf dieße Weise wurden die freiwilligen, ja sogar begeisterten früheren Vasallen Mussolinis und Hitlers „Siegerstaaten“, und bekamen den zynischen Mut, Wiedergutmachung zu fordern, statt selbst zu leisten. Durch ein Gesetz vom Juli 1952, daß einstimmig, auch von den Sozialdemokraten, angenommen wurde, wurde die Denazifizierung annulliert. „Wo Ungesetz gesetzlich überwaltet“, haben Recht und Moral nichts zu suchen. Dabei konnten die zweimal , befreiten“ Oesterreicher alle Welt, ja sogar die Israelis betören; denn hier gibt es eine „Freundschafts-Liga“ mit Oeßterreich noch aus der Zeit, da man mit der Bundesrepublik jede Verbindung, selbst eine rein kulturelle verweigerte; und es gab diplomatische Beziehungen mit Oesterreich, lange bevor man über solche mit Deutschland sprechen durfte. Und schliesslich wurden die, im Verhältnis zur deutßchen individuellen Wiedergutmachung. geradezu lächerlichen „Spenden“ der Oesterreicher freudig begrüsst... LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPEND'ENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* izq. - 83-261» 15, Nissan 5728 13. April 1968 Jüdische Hippies In San Francisco wurde an einer Tagung des American Jewish Committees das Problem der jüdischen Hippies besprochen. „Die Er Ziehungsmethoden unßerer mittleren Generation haben versagt“, erklärte Milton Himmelfarb vom Community Center. „Die Ansichten der Eltern sind altmodisch und für die junge Generation ungenügend.“ Etwa 20 bis 25 Prozent der Hippies in San Francisco stammen aus jüdischen Quartieren Die Gemeinden konnten keine richtigen Antworten auf die modernen Bedürfnisse der Jugend geben. „Die Hippieß sind keineswegs gegen Religion, geistige Probleme oder Mystizismus. Sie haben davor Achtung und möchten vieles davon übernehmen, jedoch ehrlich und mit vollem Herzen, was sie bei der älteren Generation häufig vermissen. Sie wollen die menschlichen Werte in den Vordergrund stellen.“ Auch in New York und den vielen Vorstädten zieht es die junge Generation, denen die Ideale und der Weg deß Lebens ihrer Eltern nichl mehr Zusagen, in diese Krei se. Die jüdischen Erzie1 hungsinstitutionen haben Soziologen und Psychologen mit Gutachten beauftragt, um das Phänomen der Hippies, das stark auf die jüdische Gesellschaft übergegriffen hat, zu studieren. M0EBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschälte mit der grössten Ans wähl SARMIENTO 1147 T F 35 . 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke tiTiunvirat« Z ahlungserle 'chterr.ngen Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung M-a» Fiambres Finos “FRIGUINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD RIGUINCIA Estudio Jurídico Internacional Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN BUER0STUNDEN; von 15 — 19 Uhr! NUR Dienstag und Mittwoch fleh bitte, nicht vor 14 Uhr zu erscheinen^ oder nach Vereinbarung T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS BSCHAFT5SAÍHEN - VERTRAEGE - VERWALTUN¬ GEN - MIETS-, ZIVIL- UND HANDELSSACHEN T. E.; 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS