Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 29 (1968)
- Issue
- 2263 (12.4.1968)
- Date
- 1968-04-12
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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2 — SAbad«, 13 de Abril de 1968 SEMANA ISRAELITA M» XXIX. _ nr 21« Das Fest unserer Befreiung (Schluss von Seite 1) Sen. Seine Wohltaten, Recht und Frieden, werden einst der ganzen Menschheit zum Segen sein. Aber das jüdische Gesetz wendet sich in erster Linie an unser Volk, damit jeder Jude es erfülle. Deswegen ist die Haltung des Staate« Israel gegenüber den Fremden nur die Vollstreckung eines an uns gerichteten Gebotes, das umso schwerer zu erfüllen war und ist, weil die Fremden sich sehr unterschiedlich gegenüber dem Staat Israel verhalten und durchaus nicht in ihrer Gesamtheit loyal sind. Die Erinnerung an die Befreiung der Juden aus ihrer Knechtschaft ist aufs engste mit Mizrajim, mit Aegypten, verbunden, mit jenem Lande, das auch heute wieder Träger der antiisraelischen und antijüdischen Bewegungen ist. Mizrajim ist wieder wörtlich und geographisch zu verstehen, während es lange Zeitläufte hindurch nur zu einem Symbol judenfeindlicher Einstellung geworden war. Israel — Landbrücke zwischen Kontinenten — hat in seiner ältesten Geschichte bereits die nachteiligen Folgen dieser seiner geographischen Lage erleiden und ertragen müssen. Es war immer Pufferstaat zwischen den Grossmächten im Norden wie im Süden, die seit Jahrtausenden um die Vorherrschaft über das ganze Gebiet gekämpft haben. Hiervon legt die jüdische Geschichte ein beredtes Zeugnis ab. Das augenblickliche Bündnis zwischen Aegypten im Süden und Syrien-Irak im Norden ist nur zweckgebunden, weil Israel so stark ge ■ worden ist, dass es beiden zu trotzen vermag. Aber diese unheilige Allianz hat ihre Brüchigkeit im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte oft genug gezeigt, denn in Wirklichkeit will nur jeder für sich die Herrschaft über das ganze Gebiet ausüben. Auch hierin hat sich nichts geändert. Nimmt man aber Mizrajim nicht als eine rein geographische Bezeichnung, sondern als einen Begriff, mit dem die Feindseligkeit gegen das jüdische Volk ausgedrückt werden soll, dann hat unsere Generation wie kaum eine andere zuvor die Schrecken Mizrajims, den Haiss des Judenfeindes, Verfolgung, Unterdrückung und Versklavung (im wörtlichsten Sinn dieses Wortes) kennengelernt. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet ist der Auszug der Kinder Israel aus Mizrajim unsere eigene, die von une erlebte Geschichte. Wir alle haben am eigenen Körper erfahren, was es bedeutet, aus der Verknechtung befreit zu werden, die einen, die sich „rechtzeitig“ aus der Gefahrenzone retten konnten, die anderen, die durch die Hölle der Ghetti. der Lager und der sonstigen Verfolgungen gegangen sind. Sie haben wirklich das Brot der Knechtschaft gegessen und noch nicht einmal das Für eie und für uns sind deswegen die mahnenden Worte der Hagada mehr als eine Erinnerung an längst vergessene Zeiten, für uns und für alle sind sie mehr als frommes Gedenken, denn wir waren es doch selbst, wir die Juden des 20. Jahrhundert;, die versklavt und verfolgt gewesen sind, nur weil wir Juden waren. Noch stärker ist eine Beder durch die lange Zeit der Unterdrückung seine Hoffnungen auf ein freies und menschenwürdiges Leben verloren hatte, gelang, geschlossen und als eine Einheit aus dem hoch organisierten Machtstaat Aegypten zu entfliehen und «einem mechanisierten Heer zu entgehen, um dies einmal mit modernen Ausdrücken zu umschreiben, die aber auf die damaligen Verhältnisse zutreffen, das musste als ein Wunder bezeichnet werden. Ob man bei dieser Kennzeichnung bleiben will oder eine andere Erklärung füi angemessen hält, bleibe dahingestellt. Wenn wir aber in dev Vorstellungswelt der Wunder einen Augenblick verharren wollen, obwohl dies manchem unter uns nichf gefallen mag, dann war es auch ein Wunder, dass das mächtige Dritte Reich, das zertrümmerte Mizrajim unserer Tage, zusammenbrach. Dann war es ein Wunder, das« das jüdische Volk diese Zeiten der Erniedrigung, der Verfolgung und der Vernichtung überstand. — Die Kette der historischer. Vergleiche ist damit nicht erschöpft. Nach den Berichten der Bibel dauerte es vierzig Jahre, bis die Wanderung durch die Wüste beendet war. Aber bereits auf dieser Wanderung wurde den Juden am Sinai das Gesetz gegeben, da« die Grundlage jedes würdigen menschlichen Lebens ist. Der zum Volk gewordene Haufen der Versklavten war auserwählt worden, der Träger der höchsten Menschheitsideale zu sein. Damit war ein Höhepunkt der jüdischen Geschichte erreicht, der niemal« wieder übertroffer werden kann. Mutatis mutandis, dürfen wir von unserer Gegenwart sagen, dass unser Volk in dieser Zeit aus seiner tiefsten Erniedrigung durch die Errichtung des jüdischen Staate« einen neuen Höhepunkt seiner Geschichte erklommen hat. Zwischen Erniedrigung und Befreiung lag beide Male nur eine kurze Spanne. Dass viele Menschen, und unter ihnen wahrscheinlich mehr Nichtjuden als Juden, hierin das Wunder unserer Tage erblicken, ist verständlich. Wie die Hagada fordert, ist der Mensch verpflichtet, sich vorzustellen, er sei selbst aus Aegypten gezogen, um daraus zu Konsequenzen für sein Leben in der Freiheit zu gelangen. Aber es heisst auch, jeder Jude «olle sich betrachten, als hätte er selbst am Sinai gestanden, um das Gesetz JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4’ B T. E. 46-5473 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78.4784 Hussein kauft Waffen Algier, — König Hussein von Transjordanien wird von jedem Land Waffen kaufen, das sie ihm zu verkaufen bereit ist, wie die von der algerischen Regierung kontrollierte Presseagentur APS bekannt gab. Ein Vertreter dieser Agentur interviewte Hussein während seine« Besuches in Kairo und teilte mit, der König habe sich höchstbefriedigt gezeigt, dass die USA seinem Land Kriegsmaterial zu liefern versprochen haben. durch seine Lebensführung zu erfüllen. So sollte sich auch heute jeder Jude verpflichtet fühlen, den Forderungen der Stunde gerecht zu werden, die uns allen aus dem Erlebnis der Staatwerdung Israels erwachsen sind Denn Judentum und jüdisches Gesetz, unsere Vergangenheit und unsere Gegenwart sind keine theoretischen Betrachtungen oder Erwägungen, sondern verpflichtende Wirklichkeit. Zu diesen Realitäten des jüdischen Glaubens, des jüdischen Fühlens und aller jüdischen Gedanken gehört auch ein Satz, der vor den Schlussgesängen der Hagada steht und der in deutscher Uebersetzung lautet: ,,Im nächsten Jahr in Jerusalem!“ Dieser lapidare Sat: bringt die niemals erloschene Sehnsucht unseres Volkes nach Wiederherstellung des jüdischen Staates zum Ausdruck, die Sehnsucht nach Freiheit und einem Leben im eigenen Lande, für das Jerusalem das leuchtende Symbol war und ist. Dieses ißt der erste Seder,- an dem sich dieser Satz in seiner ganzen Wahrheit durch die Befreiung des östlichen Teils der Heiligen Stadt während des Sechstagekrieges vor unser Volk gestellt hat. In einer Wallfahrt ohnegleichen ist ganz Israel an die Klagemauer gepilgert, jene Mauer, die als einziger Teil des einstigen Tempels alle Zeiten überdauert hat. Nicht nur religiöse und fromme, nicht nur nationale und „weltliche“ Juden haben diesen Marsch zurück in die Vergangenheit angetreten, die zur Gegenwart wurde. Nein, ganz Israel war gekommen, um die Kluft der Jahrtaußende zu srhliessen. Frühere Geschlechter mögen in diesem „Im nächsten Jahr in Jerusalem!“ die Inbrunst ihres Glaubens und ihrer Hoffnungen erblickt haben, manche sogar nur eine symbolische Wiederholung alter Vorstellungen, die nicht mehr ihre eigenen gewesen sind. Heute ist das alles anders geworden, von Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nach. 16—19 Uhr Tel. 806930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PR0PIEDADES FRANKENBERU S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 gegnung zwischen dem, was war, und dem, was ist, nicht denkbar, denn hier und in unseren Tagen wurde Vergangenheit zu einer Entsetzen erregenden Gegenwart. Begriffe wie Fronvögte, Zwangsarbeit und manche andere, die wir zunächst nur aus Geschichtsbüchern wie eben unserer Hagada kannten, standen plötzlich als grausame Wirklichkeit vor uns. Als ein Wunder pflegten unsere Lehrer die Befreiung der Sklaven aus Aegypten zu bezeichnen. Dass e« einem unterdrückten Haufen. Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUS T. E. 76.5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI Schabbosdecken - Tallisbeutel ■ Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett, und Tischwäsche Dr. P. L. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA BERNARDO STERN Servicios de lunch de categorío i SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76.0286 73-1049 J Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Für Israels Recht Amsterdam. — In einer offiziellen Erklärung, welche die Priester der Niederlande veröffentlichten, wird darauf hingewiesen, die Juden «eien sehr gut imstande, die heiligen Stätten der Christen und der Mohammedaner zu verwalten, und daher sollte man ihnen die Stadt Jerusalem als Gesamtheit überlassen. Die Priester «teilten fest, dass niemand eine solche tiefen Bindung mit Jerusalem besitze wie das jüdische Volk, und darauf müsse Rücksicht genommen werden. Tatsachen überholt, greif bare Wirklichkeit. Deswegen haben wir uns auch die Frage vorzulegen, ob dieser Satz nicht eine Mahnung und Aufforderung an uns selbst und an unsere Kinder ist, nach Jerusalem als der Quelle unserer geistigen und künftigen Existenz zurückzukehren. Dies ist die grosse historische Chance, die Ketten der Sklaverei endgültig zu zerbrechen und dem Ruf unserer Geschichte zu folgen: ,Das nächste Jahr in Jerusalem!“. Hier tritt die Ver- LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsenskjr Pueyrredón 2190, lp izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 1.200.— pro Jahr Ausl. $ 1.800.— jänrl. Luftpost-Abono f. d Nachbar-Republiken 10 Dollar jährlich gengenheit und die Gegenwart am Sederabend in das Haus jedes Juden,- der diesen Tag festlich begeht. Vor jedem steht die Schicksalsfrage, die oftmals schwer zu lösen sein mag, und die doch nicht allein über «eine eigene Zukunft und die seiner Kinder entscheidet. Damit ist zugleich auch die Zukunft unseres ganzen Volkes in die Hand jedes einzelnen Juden gegeben. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Medicas de Bueno« Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47.5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73.8782 u. 73 6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — KIE¬ FERCHIRURGIE — REGELUNG DER ZAHN¬ STELLUNG — KIEFERORTHOP AEDIE Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag. Dienstag, Mittwoch a Freitag von 15—19 Uhl Es wird geoeten neb vor hei telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 o. 44-1542